Muttertagsgeschenke

Da ich noch mit den Folgen des Luftpumpenspektakels zu kämpfen habe, brauchte ich heute wenigstens zwei ruhige Kunststunden bei den Zweitklässlern. Da kam mir die Muttertagsidee von Mrs. Brouwer sehr gelegen und so wurden heute mit Hingabe Hyazinthen getupft. (Natürlich nach dem korrekten Buchstabieren des Frühblühers.)

Das Ergebnis kann sich, wie ich finde, sehen lassen. Vielen Dank, Mrs. Brouwer! :-)

9. Mai 2012. Schlagwörter: , , , , . Kunst. 27 Kommentare.

be nice – work hard – learn well

Wenn der Musikunterricht meine große Liebe ist, so ist Kunst wenigstens meine amour fou. Da ich mich während meiner eigenen Schulzeit zu einem sehr frühen Zeitpunkt zwischen den beiden Fächern entscheiden musste, fehlt mir allerdings so ziemlich jeder fachliche Hintergrund. Aber was solls, damit stehe ich in der deutschen Schullandschaft ja beiweitem nicht alleine da. Also wird gelesen, fortgebildet, angeschaut, abgeguckt und vor allem ausprobiert. Glücklicherweise habe ich ungemein Spaß an Farben, Materialien und Texturen und finde an Pappmaschee lediglich die eingedeutschte Schreibung unmöglich. Mögen meine Kinder (die eigenen und die geliehenen) mich noch so sehr nerven, für eine Performance mit Kleister, Abtönfarben oder Gips bin ich jederzeit zu haben. Und zur Freude des mittelgroßen Wehwehchens bin ich eigentlich immer bereit, die knapp bemessene Fernsehzeit auf eine weitere Folge Art Attack oder Finger Tips auszuweiten.

Da aber nur wenig so schief gehen kann wie schlecht geplanter Kunstunterricht*, freue ich mich natürlich über gute Tipps aus der Praxis. Und hier kann ich jetzt auch den Bogen zum Titel des heutigen Postings schlagen:

Die Georgetown Elementary School, deren Schulmotto oben zu lesen ist, befindet sich in Michigan und verfügt neben rund 500 Schülern über ein ambitioniertes Team aus Kunstlehrern, die einen – ihr ahnt es – reizenden Kunstblog führen. Manche Dinge erscheinen für unsere Verhältnisse ein wenig arg bunt und quietschig, aber ich mag das Gesamtpaket. Außerdem bin ich neidisch auf den hervorragend ausgestatteten Fachraum und das Fachlehrertum dort. Was wäre mein Leben wunderbar, wenn ich mich ausschließlich mit Musik und Kunst beschäftigen würde. Hach…!

Aber seht selbst, auf welch anmutigende Weise hier die Herstellung von Tonfischen gezeigt wird:

How to make a pottery fish

Ebenfalls empfehlenswert ist die umfangreiche Blogroll auf der Seite, bei der (besonders unter fun sites) manche Schätzchen zu finden sind.

* oder eine schlechtgeplante Stunde Klassenmusizieren. Ach ja und gar nicht geplanter Sportunterricht. Und die Regenwurmwerkstatt an einem Montag nach einem heißen. heißen Wochenende… das gab Tränen!

28. März 2012. Schlagwörter: , , , . Kunst. 10 Kommentare.

Schnelle Hühner

Ostern steht vor der Tür. Wie immer ganz plötzlich. Ein Gedicht haben die Zweitklässler schon gelernt, jetzt brauchen wir noch ein kleines Präsent, das an der Küchen-Kinder-Bastelwand was her macht, aber nicht viel Zeit braucht. Klarer Fall für die schnellen Hühner.

Auf ein Din A4 Zeichenblockblatt (kein Kopierpapier!) wird mit gelbem Buntstift das simpelste Huhn der Welt vorgezeichnet. Das geht so:

Dann wird der Hintergrund mit Wasserfarben gelb-orange ausgemalt. Das Huhn kann ausgespart werden. Wenns ganz schnell gehen soll, geht das auch mit dem Schwämmchen und übers Hühnchen drüber. Während die Farbe trocknet, können die Kinder bereits das Papier (verschiedene Naturpapiere: z.B. Strohseide, Faserseide, Mulberrypapier in leuchtenden Farben)  für die Collage in kleine Stücke reißen. Jedes Kind bekommt einen Bogen und eine Dose, in der die Schnipsel aufbewahrt werden. Wenn die Papiere bereits gerissen und nachher als “Schnipselbuffet” aufgebaut werden, geht das um einiges schneller als wenn sich jedes Kind durch verschiedene Farben reißen muss.

Kopf und Körper des Hühnchens werden mit dem besten Bastelkleber der Welt*  bestrichen und die bevorzugte Schnipselauswahl aufgeklebt. Dabei unbedingt auf Einhaltung der Ränder achten. Sonst Wollknäuel, kein Huhn. Schwanz, Schnabel und Beinchen werden mit Wachsmalstiften (bei uns sind das Jaxon, geht aber natürlich mit allen anderen ebenfalls) gemalt. Aus geknüddeltem weißen und schwarzen Seidenpapier wird ein Auge aufgeklebt. Wackelaugen kommen auch gut an. Auf das Schwänzchen kommen drei Federn.

Zum Schluss suchen sich die Kinder ein farblich passendes Tonpapier aus, das bereits zugeschnitten wurde und kleben – diesmal mit Klebestift, nicht mit Marvin – das schnelle Hühnchen mittig auf.

Fertig

Das ging heute so schnell über die Bühne, dass ich nicht einmal dazu kam, das vollendete Federvieh in seiner gesamten Pracht zu fotografieren. Nur eins blieb noch übrig. Das muss als Vorlage dann mal reichen.

 

* Marvin-Kleber. Widersprüchlichen Behauptungen zum Trotz muss nun einmal deutlich gesagt werden, dass es keinen Connor-Kleber gibt. Auch keine Shania-Scheren. Paris-Pinsel ebenfalls nicht.

22. März 2012. Schlagwörter: , , , , , . Kunst. 1 Kommentar.

Karneval der Harlekine

Es war später Abend. Der Professor war von der vielen Arbeit des Tages müde. Noch einmal blickte er sich in seiner Werkstatt um. Bewegte sich dort hinten etwas? Nein, sicher nicht! War dort nicht ein Wispern zu hören? Ach was, es ist Zeit für ein gutes Abendessen und eine Mütze Schlaf! Der Professor löschte das Licht. Er ließ die schwere Tür ins Schloss fallen und ging nach Hause.

Eine Weile war alles ganz still. Aber plötzlich war ein leises Kichern und Rascheln zu hören. Schnelle Schritte trippelten durch die Dunkelheit. Unvermutet entflammte ein Streichholz und hüllte die Werkstatt in tanzendes Licht. Hätte jemand gesehen, was dort zu sehen war, er hätte den Mund vor Staunen nicht wieder schließen können…

Grundlage war das Bild “Karneval der Harlekine” von Miró, das ich den Kindern gezeigt habe. Die Verspieltheit und Lebendigkeit der Figuren hat die Zweitklässler sofort angesprochen. Gemeinsam haben sie überlegt, an welchem Ort diese gewaltige Party wohl stattfinden könnte. Ein Haus? Ein Labor? Eine Werkstatt? Eine Werkstatt! Und eine Geschichte dazu, Frau Weh, ja?

Die Zweitklässler malen gerne nach Erzählanfängen. Offenbar erleichtert es ihnen den Einstieg. Die einzigen Vorgaben, die ich ihnen beim Wasserfarbenmalen gegeben habe, waren Querformat und der einheitlich gestaltete Hintergrund in Ocker, damit sich die Figuren gut abheben. Die Aussicht, die getrockneten Bilder mit Frau Wehs Stinkestiften bearbeiten zu dürfen, führte zu eifrigstem Arbeiten. Die Arbeiten sind sehr unterschiedlich im Niveau, aber durchaus alle phantasiereich umgesetzt. Und wie so oft kommt mir in den Sinn, dass nur Kinder (oder wirklich große Künstler…) malen können wie Kinder.

15. März 2012. Schlagwörter: , , , , . Kunst. 10 Kommentare.

Matisse für Kleine (und Große)

Immer noch keine Lust auf die drei Spatzen und so wie es aussieht, bleibt der Winter ja noch eine Weile. Also Matisse. Vor ein paar Jahren war da mal eine Stundenidee in der Grundschule Kunst, die ich gerne mit den Kindern umsetze. Zunächst zeige ich den Kindern das Original Ikarus von Matisse und erzähle ihnen die Sage. Das beeindruckt in der Regel schon. Ein paar Infos zu Matisse dürfen dann gerne folgen, zum Beispiel über seine Kindheit, die Scherenschnitttechnik, das Nichernstgenommenwerden, den ersten Malkasten usw. Dann werden die bereits in schwarz fotokopierten Körperteile

ausgeschnitten und arrangiert. Sterne dazu und auch das Herz (wahlweise die Träne, das Blut, die Sonne, …) darf nicht fehlen. Arrangiert werden darf nicht wahllos, eine Geschichte soll dahinter stehen und auch erzählt oder aufgeschrieben werden. Das Material ist überschaubar (blaues Tonpapier, kopierte Körperteile und Sternumrisse, ein roter (Klebe)Punkt), das Ergebnis immer sehenswert.

So gleich die Ausgangssituation, so unterschiedlich die Ergebnisse:

Justin erzählt die Geschichte vom Hasenspinner, der sich an der Sonne den Popo verbrannte.

Benjamins Ikarus trudelt halt- und hilflos unter den Sternen, er hat sich am Bein verletzt, das Blut quillt hervor.

Lotte (seit einiger Zeit im Ballett) lässt Ikarus grazile Sprünge vollführen. Hier ist der rote Punkt sein Traum, dem er nacheifert.

Hier kann man Frau Weh lässig ihren Lehreralltag wuppen sehen. Die Sterne sind die verschiedenen Aufgabenbereiche, die ausbalanciert werden müssen. Manche setzen sich im Kopf fest, manche gehen ihr am… zarten Popo vorbei, von anderen muss sie sich mit einem resoluten Tritt verabschieden. Der rote Punkt? Ja, das ist der eine, kleine Moment, in dem Frau Weh auffällt, warum sie gerne dort ist, wo sie ist. Aber – Obacht! – er ist klein und man muss schon drauf aufpassen, dass man ihn bei dem ganzen anderen Kram nicht aus den Augen verliert…

2. Februar 2012. Schlagwörter: , , . Kunst. 9 Kommentare.

Die leiseste Kunststunde der Welt

Da ich den Zweitklässlern nach wie vor etwas grollte, es mir aber widerstrebt wegen sowas Kunst ausfallen zu lassen, schob ich die geplante Stunde zum Spatzengedicht von Morgenstern auf die kommende Woche und ließ die Kinder nachträglich ein Silvesterfeuerwerk pusten. Mit Strohhalmen. Außer einem gelegentlichen PFFRÜÜÜÜÜÜT war also nichts als

STILLE

zu hören. Ich glaube ja, diese Kunststunde ist so alt wie das Schwarzpulver. Zumindest kann ich mich grob erinnern, dass auch ich in meiner Grundschulzeit mindestens einmal durch so ein erbärmlich dünnes Kakaoröhrchen pusten musste. Dicke Backen inklusive.

Die Ergebnisse sind ganz gut gelungen, ein wenig Jackson Pollock und ganz viel Action Painting.

Die Technik ist einfach: Den Zeichenblock schwarz einfärben (aufgrund der grollenden Lehrerin und der tieferen Farbgebung musste mit dem Pinsel, nicht mit dem Schwämmchen gearbeitet werden), trocknen lassen, mit Buntstiften ein paar Hausumrisse einzeichnen, dann leuchtende Wasserfarben (vorher besprechen, dass sich grau und braun nicht unbedingt eignen, auch Deckweiß ist da nicht die beste Wahl…) auftropfen und feste mit dem Strohhalm auseinander pusten.

Es lassen sich unterschiedliche Effekte erzielen je nach Winkel des Strohhalms. Hier wurde er fast senkrecht über den Farbklecks gehalten:

Während hier die Farbe in die Länge gepustet wurde, um einen späteren Zeitpunkt der Explosion abzubilden:

Das hier erinnert schon fast ein wenig an Hermann Nitsch:

Insgesamt eine erfreulich leise Stunde mit angestrengten, aber motivierten Zweitklässlern und passablen Ergebnissen.

Die Spatzen können ja auch noch eine Woche im Haselstrauch hockenbleiben.

25. Januar 2012. Schlagwörter: , , . Kunst. 12 Kommentare.

Dezembervariante für den ElternBastelWeihnachtskalender

Vielen Dank an Anne für ihren wirklich gelungenen Père Noel. Gerade mit dem roten Hintergrund wirkt das Bild super!

Ich weiß gar nicht, ob ich gewusst hätte, welches nun das Original ist. Mit ein Grund, warum Grundschüler Picasso so lieben. Schließlich malen die Zweitklässler auch nicht viel anders ;-)

28. November 2011. Schlagwörter: , , , . Kunst. 1 Kommentar.

Kalender

Januar: Klassiker. Korkstempeldruck mit Deckweiß. Schneeflocken, Zweig, etc. Jaxon-Kreiden.

Februar: Stempeldruck KARNEVAL, Wasserfarben. Luftschlangen und Konfetti mit Jaxon-Kreiden.

März: Regenschirm ausgeschnitten und aufgeklebt, Regentropfen mit Jaxon-Kreiden, dann mit Tinte oder Wasserfarben übermalen (ist hier noch nicht geschehen).

April: Wiese aufgeschnitten aus grünem Papier, dazwischen eingeklebte Osterglocken, Tulpen, Eier.

Mai: Verschiedene Vögel ausschneiden, bemalen und überlappend aufkleben.

Juni: (noch nicht fertig) Geäst aufkleben, Blätter aus verschiedenen Papieren ausschneiden und ankleben.

Juli: Ammoniten-Frottage (juchuu!) mit Jaxon-Kreiden. Es gibt Rubbelschablonen. Ich habe hier welche mit Fossilien verwenden lassen.

August: Selbstporträt der Kinder, Jaxon-Kreiden.

September: verschiedene Blätter durchrubbeln, ausschneiden, aufkleben. Jaxon-Kreiden. Auch hierfür gibt es tolle Rubbelschablonen.

Oktober: (falsche Hintergrundfarbe, müsste schwarz oder blau sein) Collage aus Mond, Gespenst, Burgruine.

November: Martinsfeuer aus Transparentpapier und Tonpapier geklebt. Transparentpapier als Hintergrund.

Dezember: (Hintergrund wird besser aus Geschenkpapier gemacht) verschiedene Lebkuchenformen aus braunem Tonpapier schneiden und verzieren.

Nicht weltbewegend, aber für die Zweitklässler schon eine ganze Menge an Aufwand, Konzentration und Spaß. Außerdem ein Geschenk, was sich die Eltern eventuell sogar ganz gerne an die Wand hängen.

(Schließlich habe ich ein Herz für Eltern. Und eine Schublade für Geschenke aus Kindergarten- und Grundschulzeit des mittelgroßen Wehwehchens, bei denen man schon viel Liebe im Blick haben sollte. Aber bekanntermaßen sieht man ja nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche… ähem.)

 

23. November 2011. Schlagwörter: , , , . Kunst. 15 Kommentare.

Heute in Eile

Heute habe ich leider überhaupt gar keine Zeit. Also geht doch mal alle bei Herrn Rau lesen. Der hat im Lehrerzimmer einen interessanten Zeit-Artikel zur Diskussion gestellt, der mir aus der Seele spricht.

Morgen zeige ich dann die äußerst gelungenen Kunstproduktionen zu Giuseppe Arcimboldos Herbst. Die Idee der Paderborner Erich Kästner Schule, diese Kunsteinheit mit einem Brief Arcimboldos an die Kinder zu beginnen, hat sich als höchst motivierend herausgestellt und die Zweitklässler haben mit Freude Gurken, Kohlköpfe und Radieschen aus den gesammelten Lebensmittelprospekten ausgeschnitten und zu fantasievollen Collagen zusammengestellt. Ich habe den Brief etwas abgeändert, sodass der Künstler am Ende die Kinder zur Eigenproduktion aufforderte. Aber wie gesagt, alles weitere morgen…

9. November 2011. Schlagwörter: , . Kunst. 2 Kommentare.

Möge die Macht…

Das mittelgroße Wehwehchen ist StarWars-Fan.

Da dieses Schicksal von vielen geteilt wird, hier die Bastelanleitungen für Darth Paper und Yoda. Ist immerhin gut für die Feinmotorik.

9. Oktober 2011. Schlagwörter: , , . Frau Weh hat Freizeit, Kunst. 12 Kommentare.

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