Fundstück des Tages
WAS: Werbung für Doris Dörries neuen Film
WO: Zeit Magazin
WARUM: Weil es manchmal so verdammt schwer ist, einfach nur ein guter Baum zu sein!
Was ist dein Glück?
Dein Glück ist, wenn du feststellst, dass du keine Zahnschmerzen hast. Wenn du glücklich sein willst, sei es. Dein Glück fängt mit dir selbst an. Mit deinem Glück hilfst du der ganzen Welt, glücklich zu sein. Wenn der nächste Baum an der Ecke dich fragen würde, was er tun kann, um dich glücklich zu machen, würdest du ihm wahrscheinlich antworten: Sei einfach nur ein Baum. Ein schöner Baum. Du machst mich glücklich, wenn du einfach nur ein Baum bist.
Also halt die Klappe und sei einfach ein richtig guter, glücklicher Baum.
Also sei einfach nur ein Mensch. Ein richtig guter, glücklicher Mensch. Sei glücklich. Dann hast du das Glück.
Tja, wenns mal immer so einfach wäre…
Frohes Fest!
Euch allen wünsche ich ein besinnliches, ruhiges Weihnachtsfest, Zeit für gute Gespräche bei einer Tasse Tee, einen festen Händedruck oder eine Umarmung voller Wärme.
Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren, für eure Anregungen und Gedanken, aber auch für eure Kritik und Denkanstöße. Dieser blog ist mir eine Freude und es ist mir ein Vergnügen dies mit euch zu teilen.
Was ich noch loswerden wollte…
Ich habe zwei Tütchen Gummibärchen einsetzen müssen, um einen Moment am Miniwehschen Whiteboard allein verbringen zu können. Aber es hat sich gelohnt. Et voilà:
Freude
Ich habe gerade ein Foto vom Chorauftritt per E-Mail geschickt bekommen. Wuselig, trubelig, Massen von Kindern. Mittendrin Lennox, ganz klein, ganz still, ein feines Lächeln im Gesicht.
Neben all dem Stress, dem Ärger, dem immer wiederkehrenden Gefühl nicht genug getan zu haben, noch mehr tun zu können, sind es diese Momente, für die ich meine Arbeit liebe und sie gerne mache.
Immer wieder von neuem.
Schön, dass ich das mit euch teilen kann.
Weise Worte
Und noch ein nahezu philosophischer Moment in Folge der Umsetzaktion bei den Zweitklässlern.
Alle haben sich den Kopf zerbrochen über die Beweggründe ihrer Frau Weh. Das gefiel ihnen, war es doch wie Rätselraten. Manchen fiel es leicht (“Damit ich nicht so viel quatsche!” “Damit ich besser sehen kann.” “Dann kann ich dem Justin ein bisschen helfen.”), für manche war es schwieriger (“Vielleicht damit ich besser aus dem Fenster gucken kann?”). Zufrieden waren sie mit dem Ergebnis dann alle.
Na gut, fast alle. Tom2 fühlt sich mit einem Mädchen an der Seite eingeengt.
“Ich brauche meine Freiheit!”, so sein gegrummelter Kommentar.
“Freiheit”, doziert Amelie, legt den Kopf dabei in bester Frau Weh-Manier leicht schief, lüpft eine Augenbraue und fährt fort:
“Freiheit muss man sich erst einmal verdienen!”
chicken supreme
Die CrazyFunkyChicken geben alles. Es scheint, als hätte meine Verzweiflung der letzten Woche bei ihnen ungeahnte Kräfte freigesetzt. Jetzt wollen sie es mir zeigen! Beweisen, dass sie den Groove nicht nur besitzen, sondern ihn auch wert sind. Nicht nur die Trompete hat jetzt vor Aufregung und Anstrengung rote Bäckchen.
Wir arbeiten uns konzentriert durch das Programm für den Weihnachtsgottesdienst. Der ViertklässlerGitarrero liefert eine (ich muss es einfach schreiben) saucoole Performance nach der anderen ab. F-Dur, C-Dur, E7-irgendwas – alles kein Problem. Dennoch ist mein absoluter Liebling des Tages das IchkannabernurleereSaitenCello. Caesar, das ist der Wahnsinn!
(Wer hat sich eigentlich das Griffbrett ausgedacht? Und wozu? Leere Saiten rocken total!)
Das kleine Minicello – wenn man das Kind mit dem Cello auf dem Rücken auf dem Schulhof sieht, ist man versucht zu fragen, wo das Cello denn gerade hinlaufe, sieht man doch nur einen riesigen Koffer auf dünnen Beinchen – spielt Greensleeves mit einer solchen Ruhe und Grazie als wäre es mit dem Instrument verwoben. Das wird wirklich Musik. Ich kann es kaum glauben, so gerührt bin ich. “Mehr Noten!”, rufen sie, “wir wollen noch mehr spielen!”. Kann Unterricht schöner sein?
Das schüchterne Keyboard traut sich erstmalig die Lautstärke für das Konservenstreichersolo hochzudrehen. Auch das Glockenspiel kommt aus der Reserve und trifft das a - einfach so – und dann noch das d. Meine Güte, die Kinder haben geübt! Extra für diese Stunde. “Na, weil wir doch sowas wie eine Band sind!”, meint eine der beiden Querflöten, “da muss das doch sein.”, haucht die andere und wedelt nach Frischluft.
Der Blitz der Erkenntnis macht sogar vor dem Saxophon nicht Halt. Das hat nämlich heute der Einfachheit halber mal die Blockflöte dabei. Und siehe da, kein Quietschen, kein Heulen. Eine Woge der Dankbarkeit spült über mich hinweg und lässt mich gnädig das holterdipolter der nach wie vor unverschämt-unrhythmischen LittleDrummerBoys überhören.
Als es klingelt schauen sich alle an und sind sich einig, dass sie doch eigentlich noch ein bisschen bleiben könnten, ist doch grade so schön hier. “Zwei Stunden wären aber wirklich besser, Frau Weh!”, tadelt mich die Trompete.
Diese wohltuende Mischung aus Freude und Erleichterung ist es, die mich durch eine endlos lange und gnadenlos unergiebige Konferenz trägt. Sie lässt mich den Heimweg wie auf Flügeln gleiten bis zu einem Supermarktparkplatz. Wie könnte ein solcher Tag passender enden als mit einem Grillhühnchen? Die CrazyFunkyChicken im Herzen und das halbe Hähnchen in der Tüte fahre ich nach Hause und denke:
No one can whistle a symphony. It really takes an orchestra to play it.
Das Leben hat mich wieder
Und es ist alles in Ordnung, das ist ja mal die Hauptsache. Von daher sind im Wehschen Mikrokosmos alle froh und mein Beitrag beschränkt sich heute auf ein kleines – aber aus tiefster Seele empfundenes -
Guten Appetit!
Ich geh jetzt endlich was essen. Womöglich verschwinde ich sonst noch
Sonntagsfreuden
Es ist 7.00 Uhr an einem Sonntagmorgen. Ich liege auf dem Rücken im Kinderzimmer des Miniwehs und spiele toter Käfer. In der Tat fühle ich mich auch ganz ähnlich. Das Konzert war – wider Erwarten – recht gut, die Stimme ist dafür heute ganz im Eimer und das Schlafdefizit, das sich in der letzten Woche angesammelt hat, ist schier grenzenlos. Aber im Hause Weh ist man niemals (Magen-Darm-Geschichten mal außen vor) zu krank oder müde für Kekse. Daher heute mal ein schulfreier Beitrag mit dem Titel:
Oma Wehs Butterkekse für alle Gelegenheiten
150 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
200 g Butter (zimmerwarm)
1 kleines Ei (zimmerwarm)
350 g Mehl
1 TL Backpulver und 1 Prise Salz
Die Zutaten zu einem Knetteig verarbeiten und mindestens eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.
Bei 200°C circa 10-12 min backen.
Es handelt sich hierbei um ein Basisrezept, das wunderbar mit Johannisbeergelee (siehe Foto), Schokostreuseln, Nüssen, Honig, Kakao, Zitronenschale oderoderoder gepimpt werden kann.
Die Kekse – wahlweise mit Kaffee oder heißer Schokolade serviert – helfen bei Problemen jeglicher Art. Ich empfehle eine dunkle, luftdichte Bevorratung an verschiedenen Stellen, die nicht alle dem Rest der Familie bekannt sein müssen.
Ein schönes Wochenende!
Nebel, Nebel, überall
Ich habe mich verkühlt. Das ist dann wohl die Strafe für gestern.
Heute Morgen bin ich todmüde und heiser aufgewacht. Nicht die allerbeste Voraussetzung für einen Freitag mit mehreren Musikstunden. Aber ich kann mich nicht beschweren, der Vormittag war freundlich zu mir. (Der erneut anwesende Leihhausmeister – obwohl nicht auf dem Einsatzplan für heute angegeben! – auch. Aber das konnte ich ja gar nicht sehen, weil ich beim ersten Vorbeigehen unbedingt tief unten in meiner Tasche kramen und beim zweiten Mal einer Kollegin ein äußerst wichtiges Gespräch aufdrängen musste. Aber beim dritten Zusammentreffen ließ sich keine Fluchtmöglichkeit mehr finden, da habe ich dann mein Pokerface aufgesetzt und so getan als wäre überhaupt nie nix gewesen für das man sich eventuell ein wenig schämen könnte. Und für den Wehschen gluteus maximus schon dreimal nicht!)
Es ist übrigens gar nicht so schlimm, mit wenig Stimme zu unterrichten. Manchmal ist das ganz erholsam. Praktischerweise hatte ich für heute sowieso Klassenmusizieren geplant, da brauche ich nicht viel reden. Diese Stunden sind dann übrigens – anders als man vielleicht denken würde – kein bisschen chaotisch oder laut. Im Gegenteil. Die Kinder sind rattenscharf aufs Musizieren. Und sie wissen genau, dass ihre Chancen auf Surdo, Repinique oder Shaker bei Regelverstößen weit unter Null sinken. Da bald wieder das Feriensingen ansteht, wurden heute die Herbstlieder in Szene und Arrangement gesetzt. Das Herbstferiensingen bereite ich super gerne vor. Ich liebe nämlich E-Moll. In diese Tonart könnte ich mich reinlegen. Und da sehr viele Herbst-, Grusel- und Geisterlieder in e sind, passt mir das ganz gut. (Ganz anders verhält es sich übrigens mit den Martinsliedern. Die sind häufig in F-Dur. Grässlich.)
Mein Freund Marten – nachdem ich ihm beim Tapasessen letzte Woche davon erzählte – schickte mir übrigens postwendend ein Herbstlied in A-Moll zu. Ich muss zugeben, dass auch dieses Lied mir harmonisch zusagt und ich es für nächstes Jahr im Hinterkopf halte.
Zurück zu E-Moll und dem Arrangement eines der zahlreichen Nebellieder. Zur Freude der Viertklässler habe ich heute mit dem Keyboard begleitet und die Kinder mit Klängen und Sounds experimentieren lassen (oh, ich muss dringend Synth/Path 11 auf einen Zettel schreiben!). Der untergelegte Klangteppich aus Regenstäben, Oceandrum, Handtrommeln, Cajon, Djembe und Surdo (ziemlich große Sambatrommel, lässt sich aber auch hervorragend leise spielen) plödderte ein bisschen Regen und zauberte Atmosphäre, ein zart dahinschmelzendes Metallophon (sparsam einsetzen!) blieb auf der Bordun e-h und die Kinder probierten verschiedene Variationen des Singens aus. Kleiner Tipp am Rande, es macht Kindern viel Spaß beispielsweise in die über Nase und Mund gelegten Hände zu singen und so einen gedämpften Pianoklang zu produzieren. Das in Gegensatz zu einer klar gesungenen Passage eingesetzt kann sehr reizvoll klingen. Desweiteren ein paar Soli in Vor-, Zwischen- und Nachspiel eingebaut, alles zusammengesetzt, Instrumente und Aufgaben zwischendurch gewechselt, nach jedem Durchgang kurze Reflexionsphasen, das Ganze mit wenigen Worten und am Ende waren alle glücklich und zufrieden. Und Frau Weh hat ihre Stimme geschont.
Erwähnte ich schon, dass Musik einfach ein wunderbares Unterrichtsfach ist?





