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Frau Weh im Farbrausch

Sprachen wir eigentlich schon über Weihnachtsgeschenke? Ich liebe ja Geschenke. Sowohl die, die ich mache, aber natürlich auch die, die ich bekomme. Daher wird jedes Jahr mit viel Liebe ein Wunschzettel angefertigt, aus dem Herr Weh das Christkind dann eine Auswahl treffen kann. Diesmal habe ich es ihm nicht leicht gemacht, denn mein Hauptwunsch war ein Duschpuschel. “Erwärmt man”, so fragte sich Herr Weh, “mit einem Duschpuschel Grundschullehrerinnenherzen?” Und so hat er hin und her überlegt und tatsächlich DEN Treffer gelandet. Entzückt-entrücktes Quietschen unterm Weihnachtsbaum inklusive. Endlich, endlich besitze ich anständige Stifte!

Sind die nicht total cool?

SAM_4411

Cadmium Orange

Scarlet

Process Blue

Muss ich noch mehr sagen? Das sind ja wohl Hammerfarben mit Hammernamen. Benutzt habe ich sie auch schon und, ehrlich, sie sind super! Und das Beste: Es gibt 144 Farben. Weißte Bescheid, Herr Weh!

Total erfreut,

Frau Weh

 

P.S. Malt hier eigentlich sonst noch jemand oder seid ihr alle schon voll digitalisiert, was euer Material anbelangt?

P.P.S. An dieser Stelle sei nun einmal Zeit für eine virtuelle Beichte: Hallo, ich bin die Frau Weh und manchmal klebe ich meine Arbeitsblätter noch zusammen. Hach, gut, dass das mal raus ist…

 

 

Liebes Christkind

ich bin es, Frau Weh. Sicher erinnerst du dich an meinen maßlosen Wunschzettel vom letzten Jahr. Ich bin etwas früher dieses Jahr. Ich dachte, wenn du vielleicht ein bisschen mehr Vorlaufzeit hast…?

Ich sehe ein, dass meine letzte Liste ein bisschen viel für dich war. Entschuldige bitte! Es ist halt nur so, dass ich gerne die Bedingungen optimieren würde, in denen ich arbeite. Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass die Putzfrau jetzt schon seit 2 Wochen krank ist. Und dass sich niemand um die kaputte Heizung im Musikraum kümmert, schließlich ist mal wieder kein Hausmeister da. Aber weißt du, ich friere doch so leicht! Und mit den zwei Klassen, die ich gerade oft gleichzeitig unterrichten muss wegen des hohen Krankenstands der Kolleginnen, kann ich nur in den Musikraum gehen. Nirgendwo sonst gibt es genug Stühle. Vielleicht könntest du mir ein paar Stühle…? Oder ein Heizkissen?

Aber eigentlich habe ich dieses Jahr nur einen einzigen Wunsch. Der ist aber wichtig, sagt Herr Weh, und Herr Weh kennt mich nunmal wie sonst niemand auf der Welt:

Bitte, liebes Christkind, schenk mir den nötigen inneren Abstand! Zwar arbeite ich hart daran, aber es will noch nicht so klappen. Ich brauche ganz dringend eine Tür, die ich hinter mir zumachen kann, wenn ich nach Hause fahre. Eine Tür, die ich auch mal fest zuknallen kann, wenn sich die Mutter von Jeanette beim Schulamt über mich beschwert, nur weil ich mit ihr über ihre Tochter sprechen möchte. (Wenigstens ein einziges Gespräch. Ein Telefonat, bei dem sie mich nicht sofort wegdrückt. Eine Nachricht auf dem AB, die sie beantwortet.) Ein Vorhang, der sich begütigend auf meine Augenlider legt, wenn ich nachts wachliege und an den kleinen, immer hungrigen Grabowski denken muss, der seit einer Woche ohne Frühstück und Material zur Schule kommt. Eine innere Stimme, die sagt Alles wird gut, wenn ich mich mit der Mutter von Sinan streiten muss, weil die Schulzahnärztin einen Blick auf seine katastrophal verfaulten Zähne geworfen hat und die mich anherrscht, in was wir uns eigentlich noch einmischen wollen.

Liebes Christkind, ich könnte noch so viele Dinge nennen, die mir auf der Seele liegen. Aber ich weiß schon, das führt zu nichts. Also mache ich das einzig Richtige.

Ich setze mich ans Bett der Wehwehchen und lese vor.

Frau Weh hat Kummer

Also heute muss ich mal persönlich werden.

Es ist ja so, dass mein kleiner, feiner Lieblingsblog hier ganz bald seinen ersten Geburtstag hat. Und das ist nun wirklich ein Grund zur Freude, oder? Ich freue mich jedenfalls darüber. Und natürlich backe ich auch Kuchen, überlege mir was besonders Nettes und werfe Konfetti und so. Aber – und jetzt kommt mein herzzerreißendes Problem – was machen wir mit den Geschenken? Ich meine, zu einem Geburtstag gehören doch nunmal Geschenke! Und ich krieg dann gar keine. Und ganz ehrlich, ich liebe Geschenke! Vielleicht bin ich bloß aus dem einen Grund Grundschullehrerin geworden, weil man vermutlich nirgendwo sonst derart viele Nettigkeiten, Schokoriegel sowie Liebesbeweise in Wort und Bild (“du bist meine allerallerallerallerallerALLER!liebste Frau Weh von allen!!!”) erwarten kann. Und am schönsten ist, dass sich die Zweitklässler dieser Welt nicht nur deswegen so sehr über den Geburtstag ihrer Lehrerin freuen, weil es dann Schokokuchen mit Smarties obendrauf gibt, sondern vor allem aus dem Grund, weil aus Kindersicht nunmal der Geburtstag das beste aller Feste darstellt. Und wenn dann ihre über alles geliebte, gemochte und schnuckige Frau Weh das große Glück hat, Geburtstag zu haben, ja, dann ist das wahrlich ein Grund zur Freude!

“Siehst du”, sagt Herr Weh, “hättest du dir damals mal besser einen Bloganbieter gesucht, bei dem du mit Impressum schreibst! Da hättest du mittlerweile sogar echtes Geld verdienen können!”

“Aber”, schluchze ich, “ich will ja gar kein Geld verdienen. Außerdem hätte ich nicht so schreiben können, wie ich eben schreibe. Und dann würde das hier ja auch gar keiner lesen wollen. Und überhaupt!”

“Tja, dann gibt es eben auch keine Geschenke!”

Hartherziger Gatte!

Wovon Frau Weh nachts träumt

Ich habe sie gefunden! Die Lösung aller Disziplinprobleme. Ja, ehrlich. Heute Nacht, einfach so. Ich ziehe mich jetzt aus dem aktiven Schuldienst zurück, schließe diesen Blog, schreibe ein Buch und werde endlich reich und berühmt. Ich werde zu Gast sein in allen wichtigen Talkrunden; begrüßen wir ganz herzlich Frau Weh, die unseren Bildungsanstalten den pädagogischen Frühling gebracht hat.

wichtiger Talker: Frau Weh, Ihr Buch hat ja eingeschlagen wie eine Bombe. Was zeichnet Ihren Erfolg aus?

Frau Weh: Mein Ansatz bietet die Lösung aller Disziplinprobleme, die wir Lehrer bisher im Grundschulbereich anzugehen hatten.

wichtiger Talker: Aber Sie mussten zunächst einige Überzeugungsarbeit leisten.

Frau Weh: Ja, das ist richtig. Anfänglich stieß meine Methode tatsächlich auf Irritation, viele Kollegen wussten nicht mit dieser denkbar einfachen Herangehensweise umzugehen, fühlten sich – Verzeihung! – gar auf den Arm genommen. Gerade für männliche Kollegen ist dieser Weg sicherlich nicht der einfachste.

wichtiger Talker: Warum sind es gerade die männlichen Lehrer, die sich schwertun?

Frau Weh: Nun, das hat kulturelle Gründe. Männer haben es oft aufgrund ihrer Statur, ihrer Stimme oder optischen Präsenz wegen leichter, wenn sie einer Klasse wildgewordener Zweitklässler gegenüberstehen. Häufig reicht ein mittellautes “Jetzt aber Ruhe im Karton!” und die Kinder werden zumindest aufmerksam. Doch nicht immer reicht diese körperliche Dominanz. Dann ist es Zeit für neue Wege. Meine Methode verlangt den männlichen Kollegen eine scheinbare Feminisierung ab, bei der sie sich anfänglich unwohl fühlen können. Dabei ist die Entwicklung der Methode biologisch nachvollziehbar. Die gerade genannten körperlichen Merkmale der Männer stehen den Kolleginnen häufig nicht zur Verfügung. Ich beispielsweise bin nahezu winzig

wichtiger Talker: Aber dennoch doch sehr präsent!

Frau Weh: …oh vielen Dank, aber lassen Sie mich den Gedanken zu Ende führen. Stellen Sie sich eine Lehrerin meiner Größe und Stimmlage im Unterricht vor. Erhebe ich die Stimme über ein gewisses Maß, wirkt dies schlichtweg übertrieben und hat interessanterweise auch recht wenig Erfolg. Wende ich meine Methode an, ist mir die Aufmerksamkeit gewiss. Und das ganz ohne Kraftanstrengung.

wichtiger Talker: Aber es erfordert einen gewissen Zeitaufwand?

Frau Weh: Ja, das stimmt. Aber auch hier macht Übung den Meister. Ich integriere den Vorgang ganz einfach in meine Unterrichtsvorbereitung. Dabei kann ich meine E-Mails lesen oder Musik für den Unterricht auswählen. Es hat sich übrigens herausgestellt, dass gitarrespielende Kollegen am wenigsten Berührungsängste aufweisen.

wichtiger Talker: Wie kommt das?

Frau Weh: Nun, klassische Gitarristen sind es gewohnt, dass man ihren Händen Aufmerksamkeit schenkt. Sie fühlen sich nicht verunsichert, wenn dies mit der Anwendung meiner Disziplinierungsmethode zunimmt.

wichtiger Talker: Darf ich Sie bitten, uns die Kernpunkte Ihres Ansatzes zu verdeutlichen?

Frau Weh: Sehr gerne. Die Lösung aller Disziplinprobleme ist

die Wahl des richtigen Nagellacks!

Ein für sich genommenes taram taram auf die Tischplatte geklopft, bleibt wirkungslos. Dieses taram taram in magentarot hingegen zieht die Aufmerksamkeit der Primarstüfler magnetisch auf sich.

  • Seien Sie mutig, lassen Sie Nude- und Puderfarben hinter sich. Bauen Sie stattdessen auf starke Farben und Kontraste!
  • Binden Sie ihre Fingernägel in die Unterrichtsplanung ein! Sie thematisieren im Sportunterricht die EM? Warum nicht einmal die Flaggen der Teilnehmerländer tragen? Das liegt doch buchstäblich auf der Hand. Für Ungeübte gibt es Schablonen, Tattoos oder Nagelfolien. Sie sprechen über Tod und Trauer im Religionsunterricht? Ein mattes Schwarz zeigt Ihre persönliche Anteilnahme. Der Igel im Herbst ist Ihr nächstes Sachunterrichtsthema? Arbeiten Sie dreidimensional mit Metalllacken und Eisenspänen! Sie werden sehen, Ihre Schüler werden Ihnen an den Lippen Nägeln hängen.
  • Brennt Ihnen etwas unter den Nägeln, verzagen Sie nicht! Greifen Sie in diesem Fall zu acetonfreiem Nagellackentferner und aufbauendem Nagelöl.
  • Sie sind ein guter Lehrer und dennoch beschäftigen sich Ihre Schüler mit anderen Dingen? Suchen Sie nicht nach Ausreden, starten Sie heute mit Frau Wehs neuartiger und effektiver Methode der Disziplinierung! Ihre Schüler werden Sie lieben! Ihre Chefin wird Ihr neugewonnenes Selbstvertrauen bemerken und Sie völlig neu bewerten. Warum noch warten? Der Frühling ist da!

wichtiger Talker: Vielen Dank, Frau Weh! Darf ich Sie abschließend fragen, was an dem Gerücht dran ist, dass Bernhard Bueb für ein gemeinsames Filmprojekt auf Sie zugekommen ist?

Frau Weh: Dazu möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

wichtiger Talker: Wir dürfen also gespannt bleiben. Vielen Dank, Frau Weh für Ihren Besuch. Ich bin mir sicher, dass Ihre Methode noch viele Anwender finden wird.

Frau Weh: Ich danke Ihnen. Auf Wiedersehen.

Wenn der Postmann zweimal klingelt

…dann ist das ein Grund zur Freude. So auch heute. Weil ja Fastenzeit ist und ich mich daher in anderen Bereichen stark zügele, musste ich meiner Konsumfreudigkeit ein Schlupfloch bieten bevor ich gänzlich irre werde. Ein Schlupfloch, das nichts, aber auch gar nichts mit mir lieben (und Herrn Weh teuren) Labels bekannter dänischer, schwedischer oder norwegischer Modemarken zu tun hat. Also kauf ich Schulmaterial. Shoppingmethadon sozusagen. Das ist auch so ein typisches Grund- und Förderschulding, oder? Im Freundeskreis ernte ich auch nach all den Jahren immer noch gelegentlich Irritationen, wenn ich hingerissen erzähle, was für tolle Dinge – natürlich vom eigenen Geld – ich für die Schule angeschafft habe. Ich glaube, mein Bruder würde nie sein eigenes OP-Besteck kaufen. Andererseits haben Köche auch ihre eigenen Messer, oder?

Na, wie dem auch sei, der (überschaubare! Ich konnte mich zurückhalten) Inhalt des Pakets stieß sofort auf breite Zustimmung im Hause Weh. Ich bedaure, dass ich noch kein aufnahmefähiges Gerät zur Hand habe, das getrötete Konzert wäre eines breiten Publikums würdig gewesen. Selbst Herr Weh konnte nicht anders* und erlag dem zugegeben hohen Aufforderungscharakter der quietschbunten und quietschlauten Kazoos:

Die Chicken Shakes waren bei den Wehwehchen ebenfalls hoch im Kurs. Sie wurden geschüttelt, gekullert, in Eierkartons einsortiert und in Socken gestopft. Ich bin mir nicht sicher, ob ich am Montag noch alle beisammen habe. (Andererseits bin ich mir das montags nie so richtig. Kleiner Scherz.)

Dieses Foto war das einzige, was nicht völlig verwackelt war. Den Grund erahnt man rechts unten im Bilde. Was hier so friedlich und zart aussieht, wie es eben nur Kleinkinderhände können, ist in Wahrheit das allzeit bereite, legendäre Monsterhändchen des Miniwehs (“Meeeeiiins! Meeeeeiiiiins!”). Immer auf der Suche nach verbotenen Früchten und Glitzerkram, den es dann mit klebrigem Überzug versieht, wie es eben auch nur Kleinkinderhände können. Ich könnte nie, wirklich nie in einer Kita arbeiten. ErzieherInnen haben meinen grenzenlosen Respekt. Als ich während meines Studiums in einem Cafe gekellnert habe, habe ich am Ende des Tages auch immer irgendwie zuckrig geklebt. Brrr. Ha ha, ich bin voll die Mimose.

*Nachdem wir ihn eine geraume Weile vergeblich mit dicken Backen hineinpusten ließen. Tatsächlich funktioniert das Kazoo als Membranophon nämlich nur durch Hineinsingen. Die Wehwehchen hattens schneller raus ;-)

Luxuslärm

Individueller Gehörschutz, gerade abgeholt.

Der Mittelwert der Schalldämmung beträgt je nach Frequenzbereich zwischen 15 und 20 Dezibel. Haupteinsatzgebiet wird das Klassenmusizieren, dort vor allem der Drum Circle sein. Versprochen wurde mir klanggetreues Hören bei deutlich angenehmerer Lautstärke. Ich bin gespannt und werde berichten.

Mein Wunschzettel

Liebes Christkind,

ich bins, die Frau Weh. Wir kennen uns ja schon. Letztes Jahr habe ich mir einen neuen CD-Player für den Musikraum gewünscht und ein paar Trommeln. Vielen Dank noch einmal dafür, das hat ja gut geklappt.

Hier ist mein Wunschzettel für dieses Jahr:

  1. Mehr Zeit. Ich würde mich freuen, wenn ich etwas mehr zu dem käme, was ich richtig gut kann. Das ist übrigens UNTERRICHTEN. Das mache ich gut und in der Regel auch sehr gerne. Dieses Jahr musste ich viel nebenbei machen. Ich sitze in Arbeitskreisen, bei denen über Förderkonzepte oder das Schulprogramm geredet wird. Ich informiere mich regelmäßig bei Therapeuten jeglicher Fachrichtungen oder sitze in Büros des Jugendamtes. Im Kindergarten überprüfe ich den Sprachstand von vier- und jetzt auch fünfjährigen Kindern. Das mache ich während meiner Unterrichtszeit. Meine Klasse ist dann leider aufgeteilt oder hat Vertretungsunterricht. Ich schreibe lauter Pläne und brüte in Konferenzen über noch mehr Plänen. Das ist schade, ich würde viel lieber neue Ideen entwickeln oder mich fortbilden. Manchmal würde ich mich auch einfach gerne regenerieren, damit ich bei Kräften bleibe. Denn anstrengend ist es schon.
  2. Mehr Ruhe. Es wäre schön, wenn man mich eine Weile mit neuen Konzepten in Frieden lassen würde. Dann könnte ich mir meine Schüler anschauen, um so selber zu sehen, welche Fortschritte schon erzielt wurden und welche Hilfen nötig sind. Ich könnte überzeugend sagen “hey, das hast du richtig gut gemacht!” oder “na komm, das üben wir noch einmal zusammen!” statt individuelle Förderpläne auszufüllen und Missstand an Missstand zu reihen.
  3. Eine Schulleitung, die mir – wo nötig – auch mal den Rücken freihält. Die sich auch mal traut “Nein!” zu sagen, wenn lauter neue, lustige Vorschläge vom Schulamt oder vom Bildungsministerium kommen, was man noch so alles in der Schule ausprobieren könnte.
  4. Mehr Personal. Es wäre wirklich schön, wenn jemand anderes meine Klasse und die 70qm im Musikraum kehren könnte. Auch die Bestellung von Ersatzteilen oder Neuanschaffungen würde ich gerne an jemand abgeben. Ein an jedem Tag besetztes Sekretariat wäre ein Traum. Oh und eine Schulkrankenschwester wäre auch klasse! Und, bitte, bitte, liebes Christkind, mach, dass wir nächstes Jahr, wenn unser Hausmeister in Rente geht, einen neuen bekommen. Es ist ganz schrecklich ohne!
  5. Mehr Unterricht. Es wäre toll, wenn alle zusätzlichen Angebote wie Zahnarztkontrolle, Büchereibesuch, Schulfotograf und so weiter am Nachmittag stattfinden könnten und nicht in meiner Kernunterrichtszeit. Es wäre auch schön, wenn ich nicht andauernd irgendwelche Zettel austeilen und Abschnitte wieder einsammeln müsste. Das frisst so viel Zeit, die ich gar nicht habe. Zwei Stunden Deutsch mehr pro Woche wären sinnvoll.
  6. Eigene Arbeitsplätze für jede Kollegin. Ich würde viel lieber länger in der Schule bleiben, wenn ich wüsste, wohin mit mir und meinem Material. Das Fach, das uns zugewiesen wurde, ist leider sehr klein.
  7. Eine Papiertüte.

Liebes Christkind, ich weiß, es ist viel. Bitte halte mich nicht für unmäßig! Ich würde mich schon sehr darüber freuen, wenn du nur einen oder zwei Wünsche erfüllen könntest. Ich bin auch noch eine ganze Weile hier. Du könntest die Wünsche vielleicht über ein paar Jahre abschreiben. Oder in Raten erfüllen. Ich habe ja noch 30 Jahre und ein paar zerquetschte. Da lässt sich doch sicher etwas machen, oder?

Herzlichst, deine Frau Weh

Noch mehr Dinge

Weil es gestern so viele Reaktionen auf das Planetensystem (nein, ich habe es noch nicht bestellt. Aber es juckt mich wirklich in den Fingern…) gab, zeige ich heute mal etwas, was ich schon habe und richtig gut finde. Man bekommt ja ständig kleine – mittelgroße – riesige Bilder geschenkt. Alle ein Ausdruck tiefster Verbundenheit und Zuneigung. Wie aber würdigen? Der aufmerksame Leser weiß mittlerweile, dass mir an einer gewissen stilsicheren Umgebung gelegen ist. Daher hier nun der ultimative Tipp:

Bilderrahmenvordrucke:

Ich habe ein paar davon laminiert (ja, ja, so sind sie, die Grundschuldamen) und geordnet nebeneinander an eine Seite der Klasse angebracht. Fertig ist unsere private Kinderkunstgalerie. Da werden dann Urlaubspostkarten, Fotos, Bilder oder auch mal eine gelungene Geschichte drauf präsentiert. Sieht super aus, macht durch die Rahmung direkt etwas her und kann problemlos gewechselt werden. (Das Prinzip der Wechselausstellung bewahrt auch vor zu vielen wild durcheinander gewürfelten Werken an der Wand. Ich bin einfach kein Freund von Unruhe. Nicht mal optisch.)

Betzold hat eine Unmenge an Lehrmitteln im Programm. Man muss sich etwas Zeit nehmen, findet dann aber mit Sicherheit eine Menge kreativer und praktischer Produkte.

Ihr könnt ja mal stöbern, ich fahre jetzt in die Schule kopieren, Klasse vorbereiten und anschließend Rentierhaarreifen mit Glöckchen kaufen. Es weihnachtet…

Dinge

Wo ich schon einmal dabei bin, hier Teil 1 meiner Wunschliste für Dinge, die ich unbedingt in meinem Klassenzimmer haben möchte:

das aufblasbare Sonnensystem (Bilder von imaginarium.de)

Das kann – unter Berücksichtigung der entsprechenden Entfernungen -  im Klassenraum unter die Decke gehängt werden. Ob man den armen Pluto nun dazuhängt oder nicht, kann man sich dann ja selber überlegen. An dieser Stelle der neue Merkspruch für die Planeten unseres Sonnensystems:

Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.

Wie erkläre ich aber nun meiner Chefin, warum und wie dringend ich dieses Modell benötige?

 

Bescherung

Heute kommt kein Summerhillartikel, heute kommt ein Paket. Beziehungsweise der Inhalt. Die Lieferung der Moulin Roty-Schattenspiele ist da und – Glück gehabt! – sie sind bereits ausgestanzt und einsatzfähig. Ich werde lediglich noch ein paar Augen einschneiden, ein paar Details mit farbigem Transparentpapier hinterlegen und dann können die Zweitklässler loslegen.

Und die Schattenfiguren sind wirklich, wirklich zauberhaft. Sehr liebevoll, leicht nostalgisch. Hier ein Detailbild aus der Zirkuspackung:

Der komplette Zirkus:

Die Märchenpackung:

Und – sofort vom mittelgroßen Wehwehchen ausprobiert – die Dinosaurier:

Der restliche Paketinhalt: Drachenschablonen, Fantasy-Origami, Origami-Papier, Buchstabenaufkleber. Zum Durchrubbeln eignen sich die Schablonen leider nicht, zum Anfertigen eigener Schattenfiguren sind sie gut einsetzbar. Die Herstellerfirma Djeco hat eine Menge abgefahrener Kreativsets auf dem Markt. Nach einer gewissen Aufbereitung sind die Sachen z.T. sehr gut für den (Kunst-)Unterricht nutzbar.

Herr Weh hat bei der letzten Steueranfertigung mit einer Mischung aus Überraschung und Resignation festgestellt, dass ich ungefähr ein Monatsgehalt für Unterrichtsmaterial jeglicher Form ausgebe. Zu meiner Verteidigung kann ich nur anbringen, dass ich gerne sowohl für mich als auch für meine Schüler ansprechendes Material benutze. Außerdem profitieren die Wehwehchen ja auch immer ein wenig davon… Zumindest erwarte ich heute einen langeweilefreien Nachmittag.

(Aber geschockt hat mich die Tatsache dennoch. Innerlich gelobte ich Besserung und habe zumindest meine Anschaffungswut im Lehrbuchbereich etwas eingeschränkt. Schlussendlich mache ich sowieso einen Großteil meiner Materialien selber, weil irgendwas auf fertigen Arbeitsblättern immer fehlt oder falsch ist. Und überhaupt.)