Was auf die Löffel

Aus Gründen kommt es nicht allzu häufig vor, dass hier reale Post an Frau Weh eingeht. Manchmal aber gelangt dennoch die ein oder andere Nettigkeit über diverse Umwege auf meinen Schreibtisch. Wenn so etwas nach einem besonders anstrengenden Tag mit krankheitsbedingter doppelter Klassenführung geschieht, dann soll das wohl so sein und führt zu besonderer Freude:

Post 20161125_141735Sissi hat mir eins auf die Löffel gegeben und der Gesichtsausdruck von Klein Mü spiegelt exakt meine Verzückung darüber wider.

Liebe Sissi, ich danke dir sehr für die kleine Adventsfreude, die du mir bereitet hast, dein Timing war PER-FEKT!

gesagt, getan

Eine Idee, ein Ergebnis, wochenends und in loser Reihenfolge:

Sterne

Mit dem Miniweh Sterne gebastelt. Viele Sterne. Sehr viele Sterne.

Dieses Jahr war eines, in dem sich viel getan hat. In dem vieles in mir gearbeitet hat und in dem ich an mir gearbeitet habe. Ein Jahr mit Tiefen und Untiefen. Und es war so gut! Befreiend, klärend und wohlwollend. Ein Jahr, das mir wie noch keines zuvor bewusst gemacht hat, wie dankbar ich sein kann und wie dankbar ich tatsächlich bin. Für gesunde, glückliche Kinder, für Familie und Freunde und für den einen, besonderen Freund an meiner Seite, der stark ist, wenn ich es einmal nicht bin, und dessen Liebe sich anfühlt wie nach Hause zu kommen.

Manchmal flutet die Dankbarkeit mein Herz und ich bin ihr völlig ergeben.

Mich auf dieses Gefühl zu besinnen und auf die Fülle, aus der es gespeist wird, ist es, was ich mir für den Advent vornehme. Ich möchte es nicht begraben unter perfekter Weihnachtsdeko und instagramglatter Perfektion. Dieses Jahr sind unsere Sterne ein bisschen schief und unsere Weihnachtskekse … naja, Kekse halt.

Es war ein Stall, in dem es seinen Anfang nahm.

Ich wünsche euch einen schönen und besinnlichen Advent. Habt es gut!

Frau Weh

 

Eine Nacht im Leben einer Grundschulrektorin

Eine fast wahre Begebenheit

Rektorin Böllmann-Lustig begibt sich nach einem langen Schultag und einer schier endlosen Konferenz ermattet zu Bett. Nach zwei Gläsern Rotwein und einem ausführlichen Gespräch mit ihrem Gatten, nach so vielen Jahren an ihrer Seite einem wahren Kenner der Materie, ist sie endlich eingeschlafen.

Doch die Nachtruhe bringt ihr nicht die Erholung, die sie eigentlich brauchen würde, um dem zweiten Teil ihres Doppelnamens „Böllmann-Lustig“ gerecht zu werden. Es ist gerade 3.30 Uhr in der Nacht. Stockdunkel draußen, stockdunkel drinnen. Nur die Ziffern des Radioweckers erleuchten ein wenig das Stillleben von Notizblock, Bleistift und Wasserglas, die auf dem Nachttisch den unruhigen Schlaf der Staatsdienerin beobachten.

Rektorin Böllmann-Lustig dreht sich von einer Seite auf die andere und sitzt plötzlich wie von der Tarantel gestochen senkrecht im Bett. Hastig greift sie nach dem Bleistift und notiert:

  • Info an die Sekretärin: AO-SF Verfahren für den Schüler aus der 3b dringend ans Schulamt schicken. Ausrufezeichen.

Mit müden Augen lässt sich Rektorin Böllmann-Lustig zurück auf ihr Kissen fallen. Es wird 3.45 Uhr. Sie versucht  wieder einzuschlafen. Es wird 4 Uhr, der Versuch ist gescheitert. An Schlaf ist nicht zu denken. Gedanken schießen wie wild durch ihren Kopf, den Rektorin Böllmann-Lustig doch in wenigen Stunden wieder klar haben muss, um dem täglichen Sturm zu trotzen. Gedankenfetzen durchschneiden die nächtliche Ruhe:

VERA; Ines; LEO; SCHIPS; SCHILD; Oliver; Stella; Verena; Elise. Die gesamte Zweckgemeinschaft schulischer Abkürzungen tanzt einen wilden Tanz um Rektorin Böllmann-Lustigs müdes Haupt.

Wie steht es eigentlich um die Evaluation des Schulprogramms?

Und bis wann muss noch einmal das Vertretungskonzept an die Schulaufsicht weitergegeben werden? Oder war es das Leistungskonzept?

Für die nächste Schulleitersitzung muss unbedingt noch die Problematik der fehlenden Sonderpädagogen auf die Tagesordnung gesetzt werden. Und …oh nein, die nächste Schulleitersitzung findet ja in der eigenen Schule statt. Wie sieht das Lehrerzimmer aus!? Was sollen die anderen Schulleiterinnen nur denken? Dringende Notiz: Kolleginnen zur Ordnung des Tisches im Lehrerzimmer rufen. Oje, das gibt bestimmt wieder Unmut!

Überhaupt, die Kolleginnen! Allesamt angespannt. Und  dann noch die defekte Wasserspülung in der Jungentoilette. Da muss dringend eine Nachricht an die Stadt raus. Die Eltern beschweren sich schon. Kein Wunder, so sagen sie, dass die Jungs lieber in die Büsche pinkeln. Sind die Etatwünsche eigentlich schon ausgegeben worden? Wo habe ich noch einmal den Fachartikel über die Bedeutung inhaltlicher und prozessbezogener Kompetenzerwartungen hingetan, den wollte ich den Kolleginnen doch noch ins Fach legen. Aaah,  Kopierpapier!

Inzwischen ist es 4.15 Uhr. Rektorin Böllmann-Lustig steht auf, geht ins Bad und schaut in den Spiegel. Wer zurücksieht, ist höchstens Frau Böllmann. Lustig ist es gerade nicht so.

Da eine Namensänderung jedoch mit einigen Kosten verbunden ist, kann sie sich dies mit ihrem geringen Rektorinnengehalt nicht leisten. Es ist jetzt 4.45 Uhr Rektorin Böllman-Lustig schlufft in Filzpantoffeln in die Küche und kocht sich einen starken Kaffee. Endlich hört sie gegen 5 Uhr den Briefkasten klappern. Die Zeitung ist da.

Mit müden Augen liest sie die Schlagzeile: „Lehrer beklagen sich zu Unrecht  – Schulleiter kühmen auf hohem Niveau.“

Rektorin Böllmann, die in diesem Moment beschließt, auf den Doppelnamen endgültig zu verzichten, macht sich schulfertig. Im Büro setzt sie sich auf ihren Stuhl und startet den PC, um die lange Liste der neuesten Emails zu bearbeiten. Doch daran ist nicht zu denken, denn das Telefon klingelt schon früh pausenlos:

„Frau äh …Rektorin, Sie kennen doch meinen Justin, der ist in der Klasse 2b, nee, 2a, der mit dem kleinen Ohrring. Hat der heute oder morgen Schwimmen?“

„Lena-Laura hat ihr Rechenbuch gestern in der Schule vergessen. Sagen Sie Frau Clemens Bescheid, dass Lena-Laura keine Hausaufgaben machen konnte. Da kann sie aber nichts für. Frau Clemens hätte deutlicher sagen müssen, dass die Kinder das Rechenbuch auch einpacken sollen!“

„Kerem hat Husten. Der darf nicht am Fenster sitzen!“

„Frau Böllmann-Lustig, hören Sie mal, finden Sie nicht auch, dass Sie über Kopfläuse etwas spät informieren. Die sind ja schon da, wenn wir Ihren Brief bekommen.“

 

Und so beginnt ein neuer Schultag …

Frau Weh war aus

Ich war auf einer Party! Allein diese Tatsache wäre es bereits wert, in einem Beitrag gefeiert zu werden. Aber nicht nur, dass ich dort war, nein, ich wurde auch noch bestens unterhalten!

Anlass:

Ein 50. Geburtstag.

Anwesende:

Die Gastgeberin und neun Gäste. Darunter die unvermeidlichen Lehrer, alle mit Musik als Studienfach, eine Konzertpianistin mit ihrem Gatten und ein paar Freunde unterschiedlichster Berufe und Berufungen.

Ort des Geschehens:

Zwanzig Quadratmeter zwischen Konzertflügel und reichhaltigem Buffet.

Ein Auszug:

Ich unterhalte mich ganz zwanglos mit der Konzertpianistin über die beengte Raumsituation in unserer Schule und schildere, dass alle Aktivitäten, die außer der Reihe stattfinden, in den Musikraum gelegt werden: Elternabende, Anmeldungstermine, der Besuch des Schulzahnarztes. Da erwacht ihr zuvor völlig regungsloser Gatte plötzlich zum Leben und ruft:

„Ich bin auch Schulzahnarzt! Ich bin auch Schulzahnarzt!“

„Ach!“, entgegne ich ein wenig erschreckt ob des plötzlichen Zuspruchs.

„Jaaaa!“, erwidert der Zahnarzt enthusiastisch, „Welcher Kollege kommt denn immer zu euch?“

Ich überlege. „Hmm, so ein Netter mit schwierigem Namen.“ Ich kann mir Nachnamen wirklich schlecht merken. Aber der Zahnarzt ist schon mit Vorschlägen zur Stelle:

„Herr Yildirim? Herr Montblanc? Herr Prämolar?“

„Ja“, sage ich, „Herr Prämolar!“

Sofort gerät der Zahnarzt ins Schwärmen: „Oh, der ist super! Der ist sogar Vorsitzender unserer schulzahnärztlichen Gesellschaft.“

Was es nicht alles gibt!

„Und da trefft ihr euch regelmäßig?“, frage ich höflich und stelle mir einen Haufen Zahnmediziner beim leidenschaftlichen Austausch über den Zustand kariöser Gebisse vor. Es will mir nicht recht gelingen.

„Genau. Und dabei besprechen wir aktuelle Forschungstendenzen und Entwicklungen. Wir haben sogar eine eigene Zeitschrift, das MbdGfschE und Forschung!“, erklärt mir mein Gegenüber bereitwillig.

„Das Md … Bee …?“, hake ich nach. Abkürzungen kann ich mir noch schlechter merken als Nachnamen. Eigentlich kann ich mir recht wenig merken, wenn ich so drüber nachdenke.

„Ja, das MbdGfschE und Forschung! Monatsblatt der Gesellschaft für schulzahnärztliche Entwicklung und Forschung! Da ist der Herr Prämolar Herausgeber, der hat es wirklich drauf! Also ehrlich, so ein Tausendsassa!“

Ich schaue mich verstohlen zur Konzertpianistin um, die die Ausführungen des Gatten genutzt und sich zum Nachtisch geschlichen hat. Zwischen Mousse au chocolat und Brownies macht sie nicht den Eindruck, als käme sie so bald zurück. „Jaaa“, nehme ich das Gespräch wieder auf, „der Herr Prämolar wirkt auch immer sehr kompetent!“ Prompt ergeht sich mein Gesprächspartner schwärmerisch in den vielen Vorzügen unseres Herrn Prämolars, der seine E-Mails mal um 5.30 Uhr in der Früh, dann wieder um 00.15 Uhr in der Nacht schickt. Ein von der Arbeit Getriebener ohne Schlafbedürfnis offenbar. Seine letzte Veröffentlichung war – hassenichgesehn! – 450 Seiten lang! Die musste auf mehrere Ausgaben der Zeitschrift verteilt werden, so lang war die! Ich meine, wir finden Herrn Prämolar alle nett, aber ich hatte ja keine Ahnung! Der eruptive, kollegiale Gefühlsausbruch ängstigt mich etwas. Gerade überlege ich, wie ich mich unverfänglich und ohne mein Gegenüber zu kränken der vielversprechenden Nachbarunterhaltung zuwenden kann, die sich darum dreht, ob regional das neue bio ist und was das mit uns macht, da rückt der Zahnarzt verschwörerisch zu mir herüber und raunt mir ins Ohr: „Wie macht es denn der Herr Prämolar so?“

„Bitte!?“

Ich schaue mich hilfesuchend zum Nachtischbuffet um, aber dort ist niemand mehr, die Konzertpianistin muss den günstigen Moment genutzt haben und auf’s stille Örtchen entfleucht sein.

„Wie untersucht der Herr Prämolar denn? Da gibt es ganz unterschiedliche Methoden. Von vorne oder von der Seite.“

„Ach so“, sage ich etwas zerstreut. „Von hinten.“

„Was!?? Der Schlingel! Wie macht er das denn?“ Der Zahnarzt scheint ganz aufgeregt ob der Herangehensweise seines Kollegen.

„Ja, also, das Kind sitzt auf dem Stuhl vor ihm und legt den Kopf in den Nacken.“ Ich lege den Kopf in den Nacken und öffne den Mund. „Gang gaut er halt go in gen Gung.“ Ich schließe den Mund und setze mich wieder aufrecht. Mein Gesprächspartner scheint es nicht fassen zu können.

„Nein, wirklich!?“

Ich schweige. Mir ist nicht ganz klar, was an der Vorgehensweise unseres Herrn Prämolar so revolutionär sein soll. Da schaltet sich ein älterer Gymnasialkollege ein: „Das geht aber auffe Dauer auffen Rücken!“

„Genau! Bei jedem anderen wäre das so. Aber der Herr Prämolar, der kann das ab, der trainiert immer!“

Bestätigend und wild mit den Augen rollend nickt uns der Zahnarzt zu. Ich denke an einen hantelstemmenden, schwitzenden Herrn Prämolar mit nacktem Oberkörper. Eigentlich möchte ich jetzt wirklich gerne Nachtisch, kann aber nicht aufstehen, weil sich unser Gesprächspartner nun die Klavierbank greift, mir mit selbiger den Weg Richtung Dessert versperrt, sich rittlings darauf niederlässt (auf der Klavierbank, nicht auf dem Nachtisch) und verkündet, dass er uns nun einmal zeigen wolle, wie er selber Untersuchungen abzuhalten pflege. In den folgenden Minuten bekommen der Gymnasialkollege und ich mehre Positionsmöglichkeiten der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung pantomimisch vorgeführt. Endlich betritt die Konzertpianistin den Raum, nickt wissend, als sie ihren Mann wild herumfuchteln sieht und meint mitfühlend zu mir: „Ist er schon beim Einsatz der Instrumente?“

„Ahh, apropos Instrumente …“, greife ich nicht sehr galant nach dem Stichwort, „ich möchte unbedingt noch etwas vom Nachtisch, bevor es ans Musizieren geht!“, und quetsche mich fluchtartig zwischen Flügel und Zahnarzt Richtung Buffet.

Der Zahnarzt, noch ganz erschöpft von seiner eindrücklichen Darbietung, schiebt die Klavierbank zurück an den Flügel und folgt mir. „Der Herr Prämolar, der spielt auch noch super Gitarre! Ich hab‘ den da mal spielen hören …!“

Platsch.

Hoppla, jetzt ist mein Kopf ganz von alleine ins Tiramisu gefallen.

Luftballonfreuden

„Hmmm …“

Lilli hat den Kopf schief gelegt und betrachtet das wurstpellenfarbige Etwas in ihrer Hand.

„Hmmm … das sieht irgendwie … komisch aus!“

Es ist Laternenzeit und getreu meinem Schwur von vor vier Jahren habe ich auch dieses Mal wieder zu den ganz besonderen Ballons gegriffen. Dieses Jahr habe ich sie allerdings nicht in nachtschwarzem, sondern in miederfarbenem Latex bestellt. Da fallen nach dem Platzenlassen der Ballons klebengebliebene Fitzelchen nicht so auf. Allerdings scheint die Optik der fleischwurstartigen Gummihüllen verschiedene Reaktionen nicht nur hervorzurufen, sondern den Betrachter fast schon zu einem Statement zu zwingen. So waren auch die Mitglieder der Familie Weh nicht in der Lage, den Beutel mit den 50 Luftballons unkommentiert zu lassen, den der Postbote vor einigen Tagen – in neutraler Verpackung und mit unauffälligem Absender – brachte. Dabei schwankten die Reaktionen zwischen purem Entzücken (Miniweh), ungläubigem Entsetzen (pubertäres Wehwehchen) und breitem Amusement (Herr Weh). Fleischfarben ist das neue Schwarz, polarisiert aber offensichtlich!

„Also, ich weiß nicht. Der sieht ganz anders aus als die Luftballons, die wir haben“, meint Lilli zweifelnd und hält den Ballon mittlerweile mit spitzen Fingern am Hals und lässt ihn hin- und herbaumeln.

„Probier ihn mal aus, der ist super!“, ermutige ich sie und wende mich Tim zu, der verzweifelt damit beschäftigt ist, seine Finger aus dem gerade entstandenen Knoten seines Ballons herauszuziehen. Der Knoten sitzt bombig und Tims Fingerkuppen verfärben sich dunkelrot.

„Siehst du Tim, ich hab doch gesagt, dass das mit dem Knotenmachen gar nicht so schwer ist!“

Tim nuckelt etwas derangiert an seinen befreiten Fingerspitzen und nickt.

Mittlerweile habe ich rund 21 Knoten in angenuckelte Luftballonhälse geknotet und mehrere Finger befreit. Warum können Kinder eigentlich keine Knoten mehr machen? Gehört das nicht eigentlich zur kindlichen Grundausstattung? Die Ballons stellvertretend aufzublasen habe ich bereits im Vorfeld kategorisch abgelehnt. Schließlich lässt sich das erworbene Gummimodell ganz leicht aufpusten, einer der vielen Vorzüge des im speziellen Fachhandel erworbenen Qualitätsstücks. Und so pusten nur noch ein paar Drittklässler mit dicken Backen an ihren Luftballons herum. Es mangelt an Technik. Lilli immerhin ist jetzt einen Schritt weiter und hat ihr Exemplar zu einer stattlichen Größe von knapp 30 cm Durchmesser aufgepustet.

„Coooool!“, brüllt sie durch die Klasse, „der ist ja riiiiiiiiesig!“

„Meiner ist größer!“, schaltet sich Ole da ein, was klar war, schließlich gehört er zur Fraktion „immer einer mehr als du“ und kann die Schmach nicht ertragen, einen kleineren Ballon als Lilli zustande gebracht zu haben. Aber Lilli beachtet ihn gar nicht, denn sie hat einen weiteren Vorzug des Spezialballons entdeckt und dribbelt verbotenerweise begeistert zwischen Kleisterpfützen und umgefallenen Schulranzen umher.

„Suuuuper! Der ist ja so stabil, Frau Weh! Der titscht voll! Wo haben Sie die denn her? Kann ich welche für zu Hause haben? Ich will die unbedingt meiner Mutter zeigen, die glaubt das bestimmt gar nicht!“

Ob es nun daran liegt, dass sich Lilli nicht gleichzeitig auf Reden und Dribbeln konzentrieren kann oder aber an der Enge inmitten kleisternder, herumwuselnder Drittklässler, es macht

FLATSCH

der Ballon fliegt, Lilli fliegt hinterher, ich zähle im Kopf 21 … 22 … und warte auf Schmerzensgeschrei, da tönt es plötzlich:

„COOOOOL! Frau Weh, man kann auf den Ballon sogar drauffallen, der platzt gar nicht! Ich glaub, der ist gar nicht zum Kleistern!“

Und so hat die achtjährige Lilli in gerade mal 5 Minuten das wahre Wesen der ganz speziellen Luftballons erkannt. Beeindruckend.