Supermom

Oh, ich liebe sie, die Supermom!

Die Supermom schreibt mir regelmäßig E-Mails (Priorität: sehr wichtig, Betreff: Organisation und Planung unseres Sommerfestes, unserer Lesenacht, unseres Theaterbesuchs), schriftliche Hinweise im Mitteilungsheft („Mia-Sophie hat die Hausaufgaben in nur 10 Minuten gelöst, ich habe ihr gesagt, sie soll die Seiten 113-121 ebenfalls bearbeiten“)  und hinterlässt mir wichtige Botschaften auf dem Anrufbeantworter („Hallo Frau Weh. Mia-Sophie hat eine leichte Erkältung, ich hielt es für besser, sie diese Woche nicht in die Schule zu schicken. Die Hausaufgaben und Ihre Unterrichtsnotizen lassen Sie mir bitte über Kind XY zukommen!“).

Die Supermom kann alles, weiß alles und erteilt großzügig Ratschläge. Außerdem ist sie immer und über alles informiert.

Über all ihre vielen Begabungen hinaus ist sie aber in einem Bereich besonders brilliant – in der Mutterschaft.

Ich bekomme regelmäßig Einladungen in Supermoms Webalben. Schließlich muss die Schule informiert werden, dass es noch solche Eltern gibt, die ihre Kinder am Wochenende nicht kretzig vor der Konsole parken, sondern mit ihnen erst zum Kleine Künstler Workshop ins Museum („Mia-Sophie malt wie Michelangelo“), dann zum kreativen Kindertanz („Mia-Schatz beim Elfentanz“) und schlussendlich zum Japaner zum Essen gehen („Mia-Sophie liiiiiieeeebt Pangasius“).

Gestern bekam ich per E-Mail die Einladung in Supermoms neuestes Online-Album („Die allererste Reitstunde!!!“). Neben den Bildern, auf denen sich Mia lustlos auf einem pummeligen Pony festhält, kann man das entzückende Kind auch beim Ballett, Flötespielen und Schwimmen bewundern. Aber eigentlich geht es nicht um Mia-Sophie, es geht einzig und allein um den Preis für die beste Mutterrolle und die geht – auf Picasa dokumentiert und nachgewiesen – eindeutig an Supermom. Chronologisch geordnet in absteigender Reihenfolge kann man dort die Fotos eines jeden Geburtstages einsehen, auf dem Titelbild immer eine gigantische Buttercreme-Motivtorte („alles selbstgemacht!“) und dahinter irgendwo versteckt auch Miakind. Mia-Sophie hinter CinderellaBiskuitrolle (6.Geburtstag), Mia-Sophie hinter PonyhofKekskuppel (5.Geburtstag), Mia-Sophie hinter PrinzessinLillifeeSahnetorte (4.Geburtstag), Mia-Sophie hinter zuckriger Baiserbombe (3.Geburtstag) usw.

Das allererste Album heißt übrigens „Die wunderschöne Geburt meiner kleinen Miamaus leider mit Saugglocke aber ganz ohne PDA „. Auf dem Titelbild an Supermoms gigantischem Busen die noch ziemlich verschmierte Minimia. Alles selbstgemacht!

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11 Kommentare zu „Supermom

  1. Einen sehr schönen Blog hast du hier aufgemacht!
    Dein Schreibstil und die Geschichten sind wunderbar, ich kann kaum glauben das hier noch niemand kommentiert hat.
    Aber ich bin auch gern die erste 😉

    Du wanderst eindeutig in meinen Feedreader!

  2. Richtig geil! Ich bin gerade mit dem Studium (Lehramt Grundschule natürlich) fertig und hoffe, im September oder dann im April einen Referendariatsplatz zu bekommen. Zwar bin ich also noch nicht regelmäßig in der Schule, aber da ich während der Unizeit zahlreiche Praktika machen durfte (4 in der Grundschule, 1 im Kindergarten) und vor dem Studium ein FSJ im Kindergarten begonnen habe (nach 3 Monaten wegen Hochschulzusage abgebrochen), durfte ich auch schon so einige Erfahrungen mit Kindern und Eltern sammeln. Ein Traum. 😉

    Aber mal eine andere Frage – dein Blog ist genial, das steht fest – aber hast du nicht ein bisschen Angst, dass Supermom oder sonstwer das mal liest und Rückschlüsse ziehen kann, wer das hier schreibt? Verwendest du die richtigen Namen der Kinder?

    Grüß dich ganz lieb und wünsch dir noch ein erfülltes Grundschullehrerinnenleben! 🙂

    1. Vielen Dank, dann drücke ich dir die Daumen, dass das mit dem Referendariatsplatz schnell klappt.
      Die Namen sind natürlich alle geändert und Supermom hat ja gar keine Zeit fürs Internet!

      1. Dankeschön, hab leider erstmal ne Absage bekommen. Hoffe, dass ich im Nachrückverfahren noch ne Chance habe. Das witzige ist, ich habe deinen Blog eigentlich nur gefunden, weil ich mir selber dachte, dass man ja mal anfangen könnte, seine Alltagserfahrungen zu bloggen, wenn man endlich im Ref/Beruf ist. Ich dachte zwar erst an Blogspot, aber vielleicht mach ich das dann doch bei WordPress, damit ich deinen coolen Blog gleich mitverfolgen kann.
        PS: Du schreibst herrlich erfrischend. Du solltest ein Buch drüber schreiben. So nen richtig schönen ehrlichen, aber dennoch schmunzelnauslösenden Roman über den Alltag einer Grundschullehrerin. Übrigens – zum Thema, dass man als Grundschullehrer(in) gern belächelt wird, hab ich auch was. Meistens, wenn irgendwelche Möchtegernprolls mich fragen, was ich mache, bekomme ich auf meine Antwort folgendes Feedback: „Grundschullehramt? (lachen) 1+1 rechnen kann ich auch.“

        1. Über solche Kommentare muss man drüber stehen. Gute Grundschullehrer sind so wichtig! Ich habe übrigens u.a. auch Blockflöte studiert. D A S ist immer ein tolles Partythema gewesen…
          Ich drücke dir die Daumen fürs Nachrückverfahren!

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