Ferien minus 1

Die Kinder sind alle furchtbar aufgeregt und hibbelig. Die Viertklässler sind am schlimmsten, haben sie ja schließlich ihre Zeugnisse noch nicht. Und fragen tatsächlich, ob sie sich noch in dem und dem Fach verbessern können, wenn sie jetzt alle Stühle hochstellen/die Tafel wischen/sich nicht in der Pause prügeln. Manche verdrücken schon ein paar Tränchen beim Proben für das Feriensingen. Natürlich ist ihnen dann etwas ins Auge geflogen.

Ich werte das als gutes Zeichen. Genauso wie Aykuts freundliches Angebot, doch mal im Autohaus seines Vaters vorbeizuschauen. Er habe ihm schon von seiner Lieblingsmusiklehrerin erzählt, da gäbe es dicke Prozente und ich könne doch wirklich ein neues Auto gebrauchen! (Ich fahre mein Auto seit einem Jahr und bin äußerst zufrieden.)

Weil die Viertklässler heute ihre letzte Musikstunde hatten, gab es zur Feier des Tages dann doch endlich einen Film. Ich habe die DVD mit den Pixar Kurzfilmen eingelegt, auf stumm geschaltet, einen ganzen Haufen Alltagsgegenstände ausgebreitet und die Kinder vertonen lassen. Das ist ihnen ausgesprochen gut gelungen und Spaß hat es auch gemacht.

Kleiner Tipp am Rande

(Pixar hat einige wirklich wunderbare Shorts produziert, die sich inhaltlich und von ihrer Dauer her hervorragend für Vertonungen eignen. Falls hier also der ein oder andere Musikreferendar mitliest – super für einen Unterrichtsbesuch im Rahmen einer Reihe zum Thema Filmmusik. Am besten dann noch aufnehmen, zeitgleich zum Film abspielen und das Ergebnis von den Kindern nach zuvor erarbeiteten Kriterien bewerten lassen. Zum Abschluss den Film mit Ton ansehen und mit der eigenen Version vergleichen. Wunderbar.)

Ich gehe heute früh schlafen. Zumindest versuche ich es. Für mich ist der letzte Schultag immer knackig. In der 1.Stunde Abschlussgottesdienst – genau, großer Auftritt des Schulorchesters – dann flott Keyboard und Anlage in der Kirche abgebaut und auf dem Schulhof wieder aufgebaut fürs Feriensingen in der 3.Stunde. Zwischendurch schnell mal in die eigene Klasse flitzen*, die morgen komplett von einer Kollegin betreut wird. Es ist überall so, alle sind schon geistig im Urlaub, einzig die Musiklehrerin ist schweißgebadet, weil die Klarinette ihre Noten und das Schlagzeug jedwedes Rhythmusgefühl verloren hat. Mein Job ist es dann, beides in möglichst kurzer Zeit wiederzubeschaffen. Aber irgendwann löst sich Anspannung in Entspannung und dann habe auch ich Ferien. Naja, also wenn ich dann meine Klasse leergeräumt habe… 🙂

*SCHULKRAM

  • unbedingt an die 40 Brötchen fürs Klassenfrühstück denken!
  • Abschiedsgeschenk für Shanice mitnehmen, Karte?
  • 5 Umzugskartons -> Klasse
  • Kirchenschlüssel!!!
  • Mikroständer (Hausmeisterbüro) Flur
  • Wäscheklammern für Notenständer (falls es windig ist)
  • Müllsack für Keyboard (falls es regnet)
  • 250 Taschentücher austeilen für Abschiedslied
  • Make Up gegen hektische rote Flecken benutzen!
Advertisements

3 Kommentare zu „Ferien minus 1

    1. Ich weiß nicht… sollten Lizenzrechte eine Rolle spielen, wenn es um die Bildung („unserer“ Kinder) geht? Ich glaube ja eher weniger.

    2. Unterrichtsintern ist das kein Problem, da es sich nicht um eine öffentliche Vorführung handelt. Beim Unterrichtsentwurf muss dabei lediglich auf die korrekte Quellenangabe geachtet werden. Und natürlich handelt es sich um eine rechtmäßig gekaufte DVD 😉 Insgesamt dürfen Schulen weitaus mehr als man gemeinhin so annimmt. Z.B. sind wir auch GEMA-befreit, wenn wir bei Schulveranstaltungen Musik laufen lassen. Solange kein Geld erwirtschaftet wird und die Veranstaltung nicht öffentlich ist.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s