Ferienschmerz

Da ist er. Der Ferienschmerz. Ich habe schon drauf gewartet. Ein guter Lehrer wird ja in den Ferien krank und natürlich bin ich ein guter Lehrer… also ich will das wenigstens sein. Und beim Krankwerden klappt das meistens schon ganz gut.

Nachdem ich letzte Woche ja bereits geschwächelt habe, hätte ich eigentlich auf eine Erkältung getippt. Stattdessen kann ich meinen Kopf nicht mehr nach links drehen. Wenn ich es versuche, entflammt sofort ein Schmerz übers Schulterblatt ins Hirn: Bewegung verboten! Nach rechts geht ein bisschen besser. Insgesamt bin ich aber deutlich in meinem Radius eingeschränkt. Hat sich das mit dem Sport auch erstmal erledigt. Heute Nacht bin ich bei jeder Drehung aufgewacht und habe leise gejammert. Nach ein paar Stunden auch ein bisschen lauter. Das Internet gibt keine allgemeine Antwort auf die Frage, wie oft man sich im Schlaf dreht. Das ist nämlich individuell verschieden. Ich weiß jetzt aber wie oft ich mich umdrehe. Exakt 37 Mal. Das ist wesentlich mehr als nötig wäre. Da sollte ich dran arbeiten. Das passiert mir oft, dass ich mehr mache als nötig. Lehrerangewohnheit. Mein Freund Marten sagt, dass man sich das mit ein bisschen Übung abtrainieren könnte. Mal sehen.

Zu Ferienbeginn hatte ich schon alles außer Langeweile und Schweißfüßen (dazu neige ich trotz familiärer Vorbelastung glücklicherweise nicht!). Klassiker sind natürlich grippale Geschichten, wahlweise in den Atem- oder den Verdauungswegen angesiedelt. Im Sommer 2004 war es besonders heftig, da habe ich mir das Kopfkissen vors Klo gelegt und bin drei Tage nicht aus dem Bad gekommen. Aber im Nachhinein vermute ich stark, dass das mehr mit dem aufgetauten Fisch als mit meiner damaligen Klasse zu tun hatte.

Insgesamt geht es mir aber noch gut. Die weltbeste Schulsekretärin bekommt immer Herpes, wenn sie sich ekelt. Und sie muss sich recht oft ekeln, die Arme. Vor drei Wochen kam ein Kind zu ihr ins Büro und noch ehe das kleine Kerlchen „mir ist nicht gut“ sagen konnte, verteilte es bereits den Mageninhalt auf Schreibtisch, Tastatur und weltbester Sekretärin. Unter Schütteln teilte sie mir dies später auf der Lehrertoilette mit, wo sie sich – notdürftig gereinigt – mit Blick in den Spiegel die ersten Herpespflaster prophylaktisch auf die Lippen klebte. Ich habe seit einem ähnlichen Erlebnis während einer Busfahrt am Ende eines Ausflugs immer eine Ladung Klamotten im Klassenschrank deponiert. Gleich neben den Wechselsachen für undichte Schüler.

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2 Kommentare zu „Ferienschmerz

  1. Liebe Frau Weh,
    als angehende Grundschullehrerin lese ich jeden Tag begeistert Ihren Blog. Was für schöne Geschichten! Vielen Dank fürs Teilen!
    Für heute einen Tipp von meiner Krankengymnastin gegen Verspannung in Hals/Schulter-Gegend (hat bei mir tatsächlich sofort funktioniert!): Kopf zur rechten Schulter drehen (dahin, wo der Schmerz nicht ist), und langsam 5×5 Mal ein- und ausatmen. Beim Einatmen Bauch einziehen, beim Ausatmen Bauch entspannen. Ich hoffe, es wirkt bei Ihnen so gut wie bei mir!
    Ansonsten gute Besserung und einen schönen Ferienbeginn.

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