Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

Gestern war ein produktiver Arbeitstag. Ich bin ganz ordentlich mit der Vorbereitung für Religion im 3.Schuljahr weitergekommen.

Seltsam, in den letzten 8 Jahren habe ich durchgehend Religion unterrichtet, aber nur einmal im 3.Schuljahr, dementsprechend schlecht bestückt ist mein Ordner. Und gerade in diesem Jahrgang finde ich das Unterrichten des Fachs nicht leicht. Die Kinder haben parallel Erstkommunionsvorbereitung, da entstehen eine Menge Fragen und – zunehmend, oft bedingt durch die mangelnde Einweisung und Begleitung der Katechetinnen – auch Irritation und Ablehnung. Der Lehrplan sieht erste Begegnungen mit der Dogmatik vor. Ein Bereich, in dem immer mehr Eltern intervenieren. Zur Kommunion schicken sie ihre Kinder alle, das „gehört eben dazu“, aber der Hintergrund?

Mich persönlich stellt Religion mehr als jedes andere Fach auf den Prüfstand. Was vermittle ich den Kindern? Was wird von mir als Lehrerin des Fachs gefordert? Wohinter stehe ich? In keinem Bereich sonst hinterfrage ich mich und mein unterrichtliches Handeln so sehr. Authentisch vor den Kindern zu stehen, während man sich so häufig innerlich windet zwischen dem auf persönlichen Lebenserfahrungen beruhenden eigenen Glauben und dem, was kirchliche Lehre ist, ist manchesmal eine Gratwanderung. Wie oft habe ich mir schon gewünscht Ethik zu unterrichten. Oder steht man dort als Person genau so sehr im Fokus? Dabei ist Religion ein so wichtiges und tolles Fach! Wenn man ein Händchen für Kinder und ihre Fragen hat, dazu das entsprechende Hintergrundwissen, dann sind es genau diese Stunden, in denen Kinder in ihren Meinungen und Haltungen reifen können. Sich in einem Schonraum ausdrücken können. Über Ängste, Sorgen, aber auch Hoffnungen und Zukunft sprechen können. In allen Fächern werden Sprachkompetenzen groß geschrieben, hier werden sie erfahren.

Es sind gute Momente, in denen sich Kinder zuhören. Richtig zuhören. Wenn ein Kind auf die Äußerung eines anderen „das habe ich so noch nie gesehen“ antwortet – anstelle zu lachen oder den anderen gar nicht erst zu Wort kommen zu lassen – dann weiß ich, es ist eine gute Stunde.

Diese guten Stunden sind leider oft rar. Die Rahmenbedingungen für den RU sind keine Freude. Immer Randstunden, oft genug letzte Stunde, zusammengewürfelte Lerngruppen, Kinderanzahl häufig über 30. Wenn man es da schafft, auch nur im Ansatz eine Stimmung zu schaffen, in der Nachdenken, Zuhören, zur Ruhe Kommen möglich ist, dann ist das mehr als respektabel.

Im letzten Schuljahr habe ich die Kinder 3 zweiter Klassen gemeinsam unterrichtet. 34 Kinder, freitags letzte Stunde. Und ich habe mir Mühe gegeben. Ich habe methodisch und didaktisch alles rausgehauen, was ging. Bodenbilder, szenisches Spiel, Stille-Übungen (ha, ha), bildnerisches Gestalten, Zugänge über Kunst, Musik, Exkursionen, kreatives Schreiben, Tafelbilder, Filme, Interviews, Kommunikations-, Interaktions- und Körperübungen, Expertenrunden, biblisches Erzählen. Die Vorbereitungszeit für diese eine Stunde war hoch. Für kein anderes Fach habe ich mich so fortgebildet, so viel Fachliteratur gelesen. Und aus keiner anderen Stunde bin ich so häufig frustriert rausgegangen, weil es oft einfach nur schrechlich war. Laut, durcheinander, unschön. Egal, was ich angeboten habe, es waren immer vier, fünf Kinder dabei, die alles torpediert haben. Alles.

Wiederholtes Vorsprechen bei der Schulleitung. Nein, eine Änderung der Rahmenbedingungen sei nicht möglich. Teilen der Gruppe? Ausgeschlossen. Es ist soweit gekommen, dass ich – nachdem ich lange mit mir gerungen* habe – in einer Konferenz geäußert habe, dass ich die Lehrerlaubnis für Religion abgeben werde, wenn sich an den Zuständen nichts ändert. Betroffenheit seitens der Schulleitung. So schlimm? Ja, so schlimm.

Es ist diese Ignoranz, die mich ärgert. Religion, das klassische unwichtige Nebenfach (schließlich sind wir keine Bekenntnisschule). Da klatschen wir dann einfach mal richtig viele Schüler rein. Ist doch egal, ist doch nur Religion. Und wenn dies selbst von Kollegen und insbesondere von der Schulleitung kommt, dann zermürbt das zusätzlich. Einzig die Kollegin, die evangelische Religion unterrichtet und mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, hat Durchhalteparolen, Trost oder auch den ein oder anderen trockenen Witz zum Thema parat. (Gut, dass sie da ist! Was mache ich denn nur, wenn sie nächstes Jahr in den Ruhestand geht? Also, außer ihr eine wunderschöne Abschiedsfeier zu planen?) Tatsächlich steht der evangelische RU bei uns im Ansehen noch tiefer als der katholische. Frau Schmitz-Hahnenkamp z.B. äußerte einmal – leicht unüberlegt, aber so typisch – , dass evangelisch ja nur knapp über gar nichts komme. Ah ja.

Musik, ebenfalls ein Nebenfach, hat da interessanterweise einen völlig anderen Stellenwert. Da man als Musiklehrer für so ziemlich alle Veranstaltungen mit Außenwirkung (ganz wichtiges Thema mittlerweile!) unverzichtbar ist, wird auch dem Musikunterricht eine gewisse Wichtigkeit eingeräumt.

Das soll jetzt aber reichen an eingetrübten, selbstreflektierenden Gedanken. Ist eigentlich gar nicht so mein Stil hier. Aber da ich weiß, dass die ein oder andere (auch zukünftige) Religionskollegin hier mitliest, ist es vielleicht auch ein kleiner Trost zu wissen, dass man nicht allein vor dieser Problematik steht. Und dass es Wege raus gibt.

Ich habe ihn noch nicht gefunden, aber wenn, dann sag ich SOFORT hier Bescheid. Versprochen! 🙂

* Das Ringen mit sich selber hat eine lange religiöse Tradition. Das passt dann ja gut.

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24 Kommentare zu „Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

  1. Ich habe mich damals auf dem Gymnasium freiwillig für Religion entschieden. Und das war so schön. Wir hatten unseren Religionsunterricht in einem Pfarrhaus gleich neben der Schule bei einem jungen Pfarraer. Wir sssen gemütlich beisammen im Kreis bei Tee, auf einer Couch und Sesseln. Wir lasen gemeinsam, redeten gemeinsam miteinander, diskutierten oder besprachen manchmal auch ganz unreligiöse Dinge. Noten gab es nicht, denn Religion wollte der Pfarrer nicht bewerten.
    Heute hab ich meinen ganz eigenen Glauben gefunden, aber den Unterricht habe ich sehr schön in Erinnerung.

  2. Vielen Dank, dass du es aussprichst. Auch an meiner Schule kämpfe ich immer wieder für die Anerkennung von Religion, bei der Schulleitung, bei den Eltern und den älteren Schülern.
    Umso hat es mich gefreut, dass manch Ethiker schon gefragt hat, ob er/sie während der Freistunde mit in meinen Unterricht sitzen darf. Oder wenn ein Kind tatsächlich etwas aus einer Geschichte gezogen hat („heute fühle ich mich wie Josef“).
    Also nur Mut! Sobald ich denk Weg kenne, melde ich mich auch 😉

    1. Danke für deine Rückmeldung! Ich denke so oft, dass Lehrer viel zu sehr Einzelkämpfer sind – oder sich als solche fühlen. Gerade in solchen Bereichen bräuchte man einen größeren Zusammenhalt und mehr Respekt unter-/voreinander.

  3. Ich finde es beruhigend, dass es auch gestandenen Reli-Lehrerinnen so geht. Ich stehe kurz vor meinem Grundschul-Master, möchte auch Religion unterrichten. Doch in Praktika sowie im Freundeskreis gibt es immer wieder Leute, die Religion nur als Singen, Klatschen und Töpfern bezeichnen. Das macht mich wirklich traurig, denn auch Kindern haben dann eine solche Haltung zum Fach!
    Außerdem ist es echt schwierig, guten Religionsunterricht zu sehen (Hospitation) – entweder fällt er aus (aus völlig unerfindlichen Gründen!!!) oder die Lehrkräfte (ohne Vorurteile zu haben, aber es sind häufig ältere) sind so abgestumpft bzw. unqualifiziert, dass ständig Mandalas ausgemalt werden. Wo soll man denn als Lehramtsanwärter etwas lernen???

    1. „Außerdem ist es echt schwierig, guten Religionsunterricht zu sehen“

      Ja, das ist ein Problem! Zumal selbst auf Fortbildungen häufig nur „Tee und Keks-Didaktik“ zu sehen ist. Dazu kommt noch die Schwierigkeit, dass es im katholischen Bereich kein wirklich überzeugendes allumfassendes Lehrwerk auf dem Markt ist. Aber es gibt gute Einzelwerke. Bergedorfer hat für Klasse 1-4 ein gutes evangelisches Werk (Religion 1./2./3./4. Klasse) rausgegeben, da nehme ich einiges raus. Außerdem gibt es dort die Unterrichtshilfen, bei denen manches nicht schlecht ist.

      Gute Kinderbibeln sind z.B. die Kaufmann Kinderbibel (guter Text, tolle Bilder, die die Kinder sehr ansprechen) oder die von Sieger Köder.
      Grundlagenwerke, in die ich immer wieder reinschaue sind z.B. Grethlein/Lück: Religion in der Grundschule. Ein Kompendium oder
      der bereits zitierte Rendle (Hrsg.): Ganzheitliche Methoden im RU
      Was auch zu empfehlen ist, ist das Abo einer Grundschul-Religionszeitschrift (Friedrich-Verlag). Während Studium oder Ref bezieht man das Abo vergünstigt.

      Grundsätzlich hilft wohl nur viel Material zu sammeln und kritisch mit dem Lehrplan anbei durchzusehen.
      Bei mir kann man immer hospitieren, bevorzugt freitags, sechste Stunde 😉

      1. Ui, vielen Dank für die Literaturvorschläge. Das muss ich mir gleich mal notieren und bei Gelegenheit reinschauen.
        Ich finde den Blog übrigens wundervoll! Ich lesen immer wieder gern deine Geschichten aus der Grundschule und dem Lehreralltag. Das ermutigt mich, dieses praxisferne und außerordentlich theorielastige Studium durchzuziehen und auf schöne Zeiten in der Grundschule hinzuarbeiten! Vielen Dank dafür!!!

        P.S. Ich würde supergern einmal bei dir hospitieren. Jedoch glaube ich, dass ich dafür vom Osten Thüringens aus einen sehr weiten Weg auf mich nehmen muss. 🙂

  4. Ich finde es toll, wie offen du hier schreibst! Das gibt Kraft, wenn man gerade eine Freitags-Randstunde hatte…(wenn auch nicht Religion)

  5. Es ist wirklich gut zu hören, dass es „gestandenen“ FachlehrerInnen so geht 🙂 Letztes Jahr, nach den Sommerferien… frisch aus dem Ref. meine erste Stunde Religion (fachfremd), 3. Klasse Förderschule: „Ach dieser sch… Gott und die Bibel-da will doch eh keiner was mit zu tun haben!“ Tja, was sagt man da? Wie fängt man das auf? Steh ich doch selber nicht 100% hinter einer Religion… Aber irgendwie haben wir uns durchgekämpft, wenn ich zurück schaue weiß ich auch nicht wie 🙂

    1. Es hört sich jetzt zwar nach Standartfloskel an, aber es ist so: man lernt draus. Das muss man sich in solchen Situationen immer vor Augen halten. Und, ja, solche Stunden gibt es immer wieder, egal, wie lange man schon dabei ist.

  6. Wenn ich das hier so lese, bin ich froh, dass ich an meiner (Bekenntnis-)Schule ein so super Umfeld zum Arbeiten gefunden habe. Leider nur noch begrenzt, bin LAA und in 7 Wochen fertig:-) An meiner Schule bekomme ich eine tolle Unterstützung und man kann sich tollen RU ansehen, Hospitation ist bei den Kollegen und mir jederzeit möglich(in Dortmund):-)
    Ich empfehle auch die Bücher von Oberthür: Kinder fragen nach LEid und Gott und Kinder und die großen Fragen, sofort einsetzbare ganze Reihen drin. Oberthür nimmt die Kinder in ihren Fragen ernst und gibt Hilfen, wie man damit umgeht und was man daraus machen kann, echt toll. Auch seine Fortbildungen sind sehr zu empfehlen, immer auch ein bisschen Verkaufsveranstaltung, aber sehr viel Inhalt und 1000 Ideen. Toll finde ich auch das gerade neu erscheinende ReliBuch Spuren lesen aus dem Diesterweg/Calwerverlag. Ansprechende Bilder für 1/2 und 3/4 jahrgangsübergreifend, super Lehrerband, schöne Erzählkarten dabei und eine CD. Habe mir nur ein Schülerexemplar angeschafft, für einen KLassensatz ist momentan kein Geld da, reicht aber so.
    Ihr lieben Reli-Lehrer, lasst euch nicht entmutigen und macht weiter tollen Unterricht, die Kinder haben es verdient:-)
    Schön, dass du dich so für deine Schüler einsetzt, Primimaus! Ich hoffe, ich finde an einer neuen Schule (sofern ich eine Stelle bekomme, aber das ist ja ein anderes Thema…) auch so ein gutes ARbeitsklima wie momentan…

    1. Richtig, Oberthür hat auch einiges geschrieben, was anschaffenswert ist. Insbesondere zur Symbolik sind tolle Sachen dabei. Genau wie bei Halbfas.
      Spuren lesen ist wieder ein evangelisches Lehrwerk. Ich frage mich wirklich, warum das neueste Material auf katholischer Seite immer noch Lebenswege ist (Von ‚ich bin da‘ schweigen wir mal). Bei Schöningh ist eins in Vorbereitung, Lebensfreude. Mal sehen, ob es überhaupt auf den Markt kommt.

      Ich wünsche dir nahtlos eine Stelle und eine gute Atmosphäre an deiner neuen Schule!

  7. Danke. Es tut gut zu wissen, dass es Religionslehrerinnen gibt, die ihr Fach ernst nehmen. Ich finde die Situation als Mutter auch ganz unerträglich, aber jede Kritik wird mit „dann geben Sie ihr Kind doch an eine katholisch Schule!“ abgebügelt – frustrierend.

    1. Klar, für Eltern, denen der Religionsunterricht wichtig ist, ist die Situation natürlich auch unbefriedigend. Ebenso für die – nicht wenigen – Kinder, die den RU gerne mögen, eben weil er sich von den sogenannten Leistungsfächern unterscheidet.

  8. oh, deine worte kommen mir so bekannt vor. ich unterrichte seit mittlerweile 4 jahre nicht mehr religion. auch andere fächer nicht mehr. mir hat’s gereicht. österreich ist zwar anders geregelt als deutschland, in vielen bereichen vielleicht „besser“ andererseits aber auch sehr abhängig von der schulleitung dem lehrerkollegium 😦
    ich wünsch dir ganz ganz viel mut. maria
    p.s. ich hab nicht die „branche“ verlassen, aber die arbeit – steh auch nicht immer 100% dahinter, aber ein bisschen „märtyrer“ steckt in uns vielleicht *grins*

    1. Danke für deine Rückmeldung. Ja, ich kenne das mit dem Gefühl, dass es jetzt aber wirklich reicht. Aber ich bin so gerne Lehrerin, ich bleib das wohl noch eine ganze Weile 😉

  9. Das scheint ja ein ziemliches Dilemma zu sein… Allerdings ist es natürlich nicht von der Hand zu weisen, daß Religion in der und für die Gesellschaft immer bedeutungsloser wird. Waren vor 40 Jahren noch über 90% der Bevölkerung Kirchenmitglieder, sind es inzwischen nur noch 60%, mit fallender Tendenz – und einem guten Prozentsatz an reinen Karteileichen. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Wertschätzung des Religionsunterrichts an den Schulen. Wird vermutlich auch nicht besser werden. Im Gegenteil.

    Mir fiel die Entscheidung auch schwer, ob ich meine Tochter am Religionsunterricht teilnehmen lassen soll oder nicht. Letztendlich habe ich zugestimmt, denn ich möchte, daß sie im Interesse ihrer späteren Kunst-, Literatur- und Musikkenntnisse die Grundlagen der abendländischen „Hauptreligion“ kennt. Aber es stimmt schon, daß sie in unserem humanistisch geprägten Atheistenhaushalt absolut keine Rolle spielt.

    1. „…daß sie im Interesse ihrer späteren Kunst-, Literatur- und Musikkenntnisse die Grundlagen der abendländischen „Hauptreligion“ kennt.“

      Richtig, so sehe ich das auch. Das Abendland fußt nunmal auf über 2000 jähriger christlicher Geschichte. Moderner Religionsunterricht bekehrt oder belehrt nicht mehr, sondern informiert. Eröffnet aber natürlich auch durchaus eine Möglichkeit, den Fragen nach dem Sinn und dem Glauben so etwas wie Heimat zu bieten.

      1. „Moderner Religionsunterricht bekehrt oder belehrt nicht mehr, sondern informiert.“

        Danke für diese Anmerkung! Denn ehrlich gesagt war genau dieser Punkt meine Hauptsorge und Grund für mein Zögern. In der 4. Klasse hatten wir damals (=1978/79) nur dann eine Chance auf ein „Sehr gut“ in Religion, wenn wir vor der ganzen Klasse das Glaubensbekenntnis aufgesagt haben und an allen (zugegeben seltenen) Schulgottesdiensten teilnahmen. Meines Erachtens ein Ding der Unmöglichkeit.

        Wird eigentlich inzwischen auch etwas über Islam und Judentum gelehrt? (Man merkt, ich bin schon seeehr lange raus aus dem Thema „Schule“ bzw. Lehrplan… *g*)

        1. Judentum, Islam und Christentum als die drei großen monotheistischen Weltreligionen werden – zumindest hier – vom ersten Schuljahr an regelmäßig als verwandte Religionen im Unterricht durchgenommen. (Anmerkung am Rande: vor einigen Jahren habe ich mit dem 4.Schuljahr eine Islamwerkstatt gemacht. Woraufhin einige Eltern Sturm gelaufen sind. Schließlich seien ihre Kinder Christen und müssten „davon“ nichts wissen.) Schulgottesdienste haben wir auch (wobei ich ja an einer Gemeinschaftsschule, nicht an einer konfessionellen Schule arbeite), die wir aber häufig im RU gemeinsam mit den Kindern vorbereiten. Da kann dann durchaus schon mal ein von den Kindern selbst verfasstes Glaubensbekenntnis vorgelesen werden.

  10. Dieser Beitrag ist nun schon 4 Jahre alt und ich lese ihn heute und stelle fest, dass sich die Rahmenbedingungen immer noch nicht geändert haben. Ich bin derzeit im Vorbereitungsdienst. Meine Fächer sind Deutsch und kath. Religion und auch ich habe damit zu kämpfen, dass der Religionsunterricht an unserer Schule nicht für voll genommen wird. Auch ich habe die Randstunden, eine Anzahl von Kindern, die die Anzahl der zur Verfügung stehenden Tische und Stühle weit übersteigt. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass ich 30 Kinder in der fünften Unterrichtsstunde zu unterrichten habe (1. Klasse), die sich den Platz für gerade einmal 18 Kinder teilen sollen. Ich gehe jedes Mal frustriert raus. Halte mich für ungeeignet und frage mich, wie ich bei solchen Bedingungen eine gute Lehrprobe abliefern soll, in der die Prüfungskomission des Studienseminars mir über die Schultern schaut. In der Position zu sagen,dass ich meine Lehrerlaubnis abgebe, bin ich nicht. Also heißt es nun: Augen zu und durch oder hinschmeißen. Frustrierend ist es alle Mal.
    Liebe Grüße.

    1. Oje, das sind wahrhaft keine guten Rahmenbedingungen. Was mir geholfen hat, waren ritualisierte Abläufe (Kerze anzünden (streng nach Namensliste), Bewegungslied, Stillezeit, etc.) und ein straffes Regelwerk mit Information der Eltern, wenn es nicht läuft. Ich drücke dir die Daumen, dass du trotz der widrigen Umstände mit Freude bei der Sache bleiben kannst. Was die räumlichen Bedingungen anbelangt, so würde ich mir Unterstützung bei der Mentorin suchen. Es muss gewährleistet sein, dass zumindest alle Kinder einen Platz haben. Alles Gute!

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