Wo stehst du*

*auf dem Lehrerfoto?

Eigentlich wollte ich heute über das produktive/lustige/keksreiche Treffen mit zwei Kolleginnen berichten. Dann habe ich allerdings Herrn Hennekes neuesten Beitrag gelesen und musste meine Pläne ändern. Hätte ich in meiner Schulzeit mal bloß so einen Englischlehrer gehabt. Da sieht der Kerl nett aus, liest die richtigen Bücher und schreibt auch noch ulkige Sachen. Mein letzter Englischlehrer wohnte bei seiner Mutter, hatte aufgenähte Flicken auf den Ärmeln und sagte immer

Pschschscht! Pschschschst! PSCHSCHSCHSCHSCHT!

Ich frage mich allerdings, ob Herr H. wohl immer so ernst meint, was er da schreibt. Also dieses „Einmal auf dem Lehrerfoto in der Mitte stehen“ – ist das erstrebenswert? Muss das?

Ich habe jedenfalls daraufhin die Kollegiumsfotos der letzten Jahre durchgesehen und – tadaaa – wo befinde ich mich? Na klar, in der Mitte. Nur einmal nicht, da sitze ich am Rand. Da wäre ich aber beinahe auch zu spät zum Fototermin erschienen. Bestimmt ein ganz wichtiges Elterngespräch. Nun ist unser Kollegium aber auch recht überschaubar. Wenn ich genau hingucke, befinden sich fast alle Kolleginnen in der Mitte des Fotos.

Hmm.

Ganz schön viel Rand drumherum.

Unser letzter Schulfotograf hatte Humor. Und eine wirklich beeindruckende Dienstleistereinstellung. Einer Kollegin hat er auf ihre Bitte hin ungefähr 5 Kilo wegretuschiert und bei einer anderen die Falten entfernt. Dadurch ermuntert wagte ich den Einwurf, auf seinem Porträt faltenmäßig auch eher schlecht weggekommen zu sein. Seine Antwort kam prompt. Und knochentrocken:

„Irgendwo musste ich die Falten Ihrer Kollegin ja hintun.“

Vielen Dank.

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16 Kommentare zu „Wo stehst du*

  1. lustig^^

    also bei mir aufm gymnasium kamen die hübschesten lehrer immer in die mitte oder gerne auch neben das leitungsteam auf die erste bank…einmal kam der fotograf auf die idee das lehrer(ca. 70)foto auf einer doppelseite im jahrbuch zu positionieren…nun ja was soll ich sagen …der chef (1.Reihe ,mitte) hatte wortwörtlich „nen knick in der optik “ denn durch sein gesicht ging die heftmitte…

  2. Vielen Dank für die Blumen, werte Frau Weh!

    So ein bisschen muss ich aber dann doch meine Zunft in Schutz nehmen – tatsächlich ist es so, dass Englischlehrer die Besten sind. In jedem Kollegium, überall, jederzeit. Das ist ja eigentlich auch einfach zu erklären: Englischlehrer sind die, die das allerbeste Fach unterrichten. Ich kann das belegen: Mal ehrlich – in welchem anderen Fach kann man

    – seine Lieblingsmusik abspielen,
    – seine Lieblingsfilme ansehen,
    – seine Lieblingsbücher lesen,
    – seine Lieblingscomics zum Unterrichtsthema machen,
    – möglicherweise sein Lieblingsessen kochen lassen,
    – Referate über seine Lieblingsurlaubsgegenden hören,

    und dabei trotzdem noch dem Lehrplan treu bleiben? Also, vorausgesetzt man ist ein bisschen kompromissbereit bei der Auswahl der jeweiligen Lieblings-Dingse. Na? Eben – nur in Englisch!

    Ärmelschoner sind dann aber doch unentschuldbar. Eventuell war der Herr Kollege ein schwarzes Schaf in der hell-weiß-glitzernden Herde?

    Überhaupt, Herde: Ich hab’s noch nie in die Mitte des Fotos geschafft; durchsetzungsfähige Fotografen haben mich bislang immer irgendwo an den Rand geschickt. Aber dieses Mal wird’s klappen. Hoffe ich.

    Aber noch schnell die Blumen zurückgeben: Ich komme gern zu Frau Weh und lese hier, weil hier Ehrliches, Engagiertes und Optimistisches zur Schule und zur Welt steht. Oh, und Unterhaltsames – aber das wissen ja eh alle, die hier meinen Kommentar lesen…

    1. Was, bitte, könnte ein Lieblingsessen sein, das man im Englischunterricht nachkochen sollte? Fish’n’Chips?
      Brrrrrr. Als ich in England war, habe ich vor lauter Verzweiflung (und aus der Sorge heraus, an Skorbut zu sterben) Esskastanien im Wasserkocher meines bed&breakfast-Zimmers gekocht. Vitaminreicheres gab es nämlich nicht.

    2. ja das wissen wir^^ 🙂 (vor allem weil Sie ihren kommentar nicht eigenständig gepostet haben, sondern als ein art antwort auf meinen XD haha )

      darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Dings.Frau Dings!
      In Russisch kann ich auch viel meiner Lieblingsdingse machen. Und wer Französisch macht, hat sogar eine der schönsten Sprachen erwischt…(gut man sieht ich bin nicht der größte englisch freund, aber dafür , dass es so praktisch ist,ist esnicht sooo hässlich 😉 und unabhängig davon, ob ichs mag oder nichtist es ja auch nicht schlecht wenn deutschland einpaar engagierte lehrer dabei sind…

  3. Ich frage mich überhaupt, wie man mit der (antiquierten) Einstellung ‚Ihr seid blöd, ich weiß mehr‘ Menschen zu liebenswerten und sozialen Wesen machen kann.
    Ich denke mir, das können doch nur A… löcher werden die meinen sie wüssten und alle anderen wären blöd ….
    In diesem Sinne:

      1. Typischer Fall von Betriebsblindheit! 😉
        Was sonst sollte für ein Denkmodell hinter dem Lehrberuf stehen als die (irrige) Annahme, etwas besser als andere zu können, mehr zu wissen als sie?
        Was wir für eine Welt damit geschaffen haben sieht man ja …

        1. Und was haben „wir“ für eine Welt geschaffen?

          Sollte nun ein weiterer Kommentar folgen, in dem – wie so häufig und so leicht im Internet – die Lehrerschaft im Allgemeinen verunglimpft wird, dann empfehle ich den Verbleib auf dem eigenen Blog. Da habe ich hier so gar keine Lust drauf 🙂

      2. entweder ist hier ganz viel frust dabei und sucht schuldige…oder hier hat jemand einfach einen bisschen stacheligen humor^^

        1. Tja, vielleicht. Vielleicht auch nicht. Tatsächlich habe ich aber in den letzten Jahren immer weniger Lust auf diese Prototypen verhärteter Meinungen. Hier geht es nicht um fruchtbare Diskussion, hier geht es um Diffamierung und Profilneurose. Beides unsympathisch.

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