Da sind wir also wieder

Alle waren sie da.

Alle sind gewachsen und – zumindest in der ersten Stunde – auch ein wenig stiller als sonst. Wir haben knappe 50 Minuten damit verbracht, das Material einzusammeln, zu sortieren und an die richtigen Stellen zu räumen. Gar nicht so leicht in einem neuen Klassenraum. Auch wenn er im Prinzip genau wie der alte eingeräumt wurde. Allerdings spiegelbildlich. Das sorgte für Verwirrung bei den Zweitklässlern. Dabei haben sie im ersten Schuljahr bereits mit großer Freude gespiegelt. Allerdings nicht in 3D. Für Verwirrung bei mir sorgte der komplett leere Ranzen, den Lennox dabei hatte. Kein Stift, kein Heft und erstrecht kein Kunstzeugs. Alles nicht auffindbar. Genauso wenig wie die ausgegebene Materialliste, die Hausschuhe und das Mäppchen. Alles fehlte. Wie auch Lennoxens Schneidezähne immer noch fehlen, deren Vorgänger ihm – da bis auf den Stumpf abgefault – bereits im zarten Alter von drei Jahren gezogen werden mussten. Ich hatte ja gehofft, dass sich über den Sommer da mal etwas täte. Wäre schon gut für die Aussprache.

Ganz leer war der Ranzen übrigens nicht. Dazu später.

Gut, dass ich Klopapier dabeihatte. Es gab nämlich keins mehr auf den Toiletten. Das muss jetzt erst wieder gefunden werden. Vielleicht von einem der geliehenen Hausmeister. Heute hatten wir einen, den Kollegin ZudemFeld mit leuchtenden Augen als verwegen bezeichnete. Pauline (nach unten geschickt wegen der fehlenden Rolle) fürchtete sich allerdings vor Goldohrring, Zopf und zieseligem Piratenbart und traute sich daher auch nicht ins Hausmeisterbüro hinein. Leider wagte sie sich – da sie ihren wichtigen Auftrag nun nicht erfüllen konnte –  auch nicht mehr in die Klasse zurück. Wir haben sie dann später aber eingesammelt. (Gut, dass man mit der Zeit mehr an Übersicht gewinnt! Vor Jahren ist es mir doch glatt passiert, dass ich ein Kind auf dem Klo vergessen hatte. Dort saß es fest und wartete. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass a) das Kind sehr lange dort ausharren musste und b) nicht mal ich es war, die sein Fehlen bemerkt hat. Äußerst unangenehm. Nicht so unangenehm allerdings wie bei der Kollegin, die einmal ein Kind nach dem Unterricht – versehentlich! – in der Klasse eingeschlossen hatte.)

In der zweiten Stunde wurde dann das obligatorische Kreisgespräch über die Ferien geführt. Überraschenderweise hatten alle meine Lieben schöne Ferien. Trotz des Wetters. Es gab also keine Knaller, nur eine Menge Beinahes. Beinahe hätte Leon in Tunesien einen Fisch gefangen. Mit bloßer Hand! Beinahe wäre Victoria vom Pony gefallen. Und beinahe hätte MamaMia-Sophie ans Schul-T-Shirt gedacht. Aber ich gebe nicht auf.

Nach kurzer Geburtstagseinlage – die Kinder waren schlichtweg verzückt von der neu befüllten Geschenkekiste* – wurde gefrühstückt. Und da kam er.

Der große Moment von Lennox.

Mit beifallheischendem Blick zog Lennox den Todfeind jeder Zahnärztlichen Prophylaxeberaterin aus der Tüte: Einen fetten, schokoladeüberzogenen Donut! Streusel und Gummitierchen inklusive. Schön, dass MamaLennox wenigstens an ein Frühstück gedacht hat. Mein stummes O war vermutlich genauso donutrund wie irrelevant.

Nach der Pause hatten wir es dann recht nett. Die Kinder haben die Hausaufgaben notiert (ja, natürlich „Meine Ferien“, was denn auch sonst?) und es trat auch nur eine leichte Verzögerung ein, als Justin nicht bereit war, die Hausaufgabe unter Mittwoch aufzuschreiben. Schließlich fängt das HA-Heft ja mit einem Montag an. (SCHULKRAM-Liste: dringend noch einmal die Wochentage wiederholen!). Kurz Luft geholt, ein kleines Warm Up eingeschoben und dann Musikunterricht. Wie gesagt, nett. So nett, dass wir dann beinahe alle vergessen hätten, dass nach dieser Stunde bereits Schulschluss war. Also bin ich losgerannt und habe mich vor den Bus geworfen, damit der meine Kinder (einpacken, Stühle hoch, Schuhe an und los!) noch mitnimmt. Ich hatte Seitenstechen, aber es hat geklappt. Der Rest des Tages erging sich dann wieder im langen und nicht immer sinnvollen Konferieren. Wie gesagt, da ist unser Kollegium große Klasse drin.

Die Kekse sind übrigens fertig. Und auch lecker. Familie Weh hat probegegessen. Jetzt hoffen wir auf gutes Wetter für die morgige Einschulung. Zwar ist der Musikraum seit gestern von Unrat und Wahlurnen befreit, der heutige Hausmeister hatte allerdings die durchaus nachzuvollziehende Idee, den Raum zu bestuhlen und die (zu diesem Zweck wegzurückenden) Tische allesamt auf die Bühne zu stellen. Diese wäre nun aber für das Theaterstück benötigt worden. Aber bevor man dies dem piratigen Leihmeister mitteilen konnte, ward er nicht mehr gesehen. Also muss gutes Wetter sein, damit wir auf den Schulhof können. In die Kirche will ja keiner mehr.

 

* Ich sage nur: Glitzerelfenschüttelkugeln. Hammer!

 

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6 Kommentare zu „Da sind wir also wieder

  1. Na dann freue ich mich ja schon auf Montag und meine Kiddies, die dürfen ihr Klassenzimmer behalten. Bis dahin hat es sich aber auch etwas verändert (hoffe ich – denn am Dienstag waren weder Stühle noch Tische da – die Schränke quer im Raum verteilt und das Sofa stand AUF dem Pult). Morgen freu ich mich aber erst mal auf die Kolleginnen und die Pädagogischen Tage 😉

      1. Wir sind auch groß im nichtssagenden ewigen konferieren. Da wir eine Privatschule sind, müssen wir uns ja von der Masse abheben und besprechen nun ein neues Schulkonzept. Dreiviertel sind natürlich – dagegen 😉

    1. Ich rechne immer ca. 1,- Euro pro Geschenk/pro Kind. Dann hat man ja einen gewissen Spielraum. Dann schaue ich bei „Grabbelläden“ oder Internetanbietern wie Kidoh (Weltbildableger) nach Mitbringseln und Schnäppchen. 50 Neon-Knicklichter, 9 tolle Pferde-Radiergummis usw. Das sind dann meistens ganz akzeptable Paketpreise.

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