Von Römern und Pupsen

Caesar Ging Durch Afrika. Das ist der Merkspruch, mit dem sich kleine Cellospieler die Saiten ihres Instruments merken. Gitarristen tun das mit Eine Alte Dame Ging Hering Essen und Geiger mit Geh Du Alter Esel. Tambourcorps-Trompeter kennen sowas nicht. Die haben Nummern. Und obwohl ich mir gestern vorsichtshalber gleich zwei verschiedene Grifftabellen aus dem Internet besorgt habe, konnten wir heute nicht herausfinden, um welche Töne es sich bei den gespielten handelte. Einig waren sich alle Kinder darin, dass die Trompete toll aussieht, aber klingt wie ein Elefant mit Würmern.

Offensichtlich wartet mit dem neuen Schulorchester eine recht große Herausforderung auf mich. 14 kleine Musikbegeisterte trafen sich heute in der letzten Stunde im Musikraum. Mit von der Partie sind diesmal

  • 2 Blockflöten, davon kann eine das fis, die andere das b. Das ist praktisch.
  • 2 Querflöten, denen es – da sie noch nicht lange im Training sind – nach kurzer Zeit schwindelig wird
  • 1 Gitarre, die – ganz Profi – einfach alle Akkorde nach dem Motto „was nicht passt, wird passend gemacht!“ greift
  • 2 Keyboards, von denen eins bereits auf Cajon umgestiegen ist
  • 1 Klavier
  • 1 Saxophon in b
  • 1 winzige Geige, die bis jetzt nur leere Saiten spielt (Geh Du Alter Esel!)
  • 1 Mini-Cello
  • 1 Trompete in b
  • 1 Glockenspiel
  • 1 „Ich spiele noch kein Instrument, wollte aber unbedingt ins Orchester!

Das wird spannend.

 

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17 Kommentare zu „Von Römern und Pupsen

  1. Was für eine Herausforderung, ich glaube ich wäre überfordert für diese Gruppe ein passendes Stück zu schreiben…vielleicht für den Anfang etwas in Richtung Kurzfilvertonung, um die Instrumente der anderen und deren Möglichkeiten kennen zu lernen?

    P.S.:“Camäleons Grinsen Dich An“ ist der einzig wahre Cellospruch

    1. Nee, es wird Into the West werden. Ja, da bin ich mir ganz sicher. Und dann schnall ich mir ein Headset um und singe an den empfindlichsten Stellen einfach besonders laut, jawohl!

  2. „Ich spiele noch ein Instrument, wollte aber unbedingt ins Orchester.“ Na, das Kind ist ja wie geboren, um Bratscherin zu werden.

  3. Oh Oh! Das klingt gut! Um dieses Orchester beneide ich Sie! Da ist Kreativität gefragt. Und das Bild ist einfach toll.
    Ach ja, Sie haben noch keinen Trommler oder so. Könnte das nicht der kleine ich spiel noch kein Instrument übernehmen? Sie werden doch irgendwas finden, worauf sich rumtrommeln läßt, oder?

    1. Grundschulorchester ist wirklich eine coole Sache. Und so aufregend.
      Also der Trommler ist ja mit der wichtigste Spieler bei der ganzen Sache. Da braucht es schon jemand mit wenigstens einem Minimum an Rhythmusgefühl. Das muss ich erstmal abtesten.

  4. Ganz heißer Tipp für diese Besetzung: „In C“ von Terry Riley. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Frage ist, ob es jemand ernsthaft hören möchte – die ethusiastischen Eltern einmal ausgenommen.

    1. Ach, ich weiß nicht so… dann vielleicht doch lieber One Note Samba. Das könnte ich dann ja nach einer Weile einen Ton höher spielen lassen, so kämen alle mal irgendwie dran.

  5. Oh Weh, Frau Weh …
    Aber im Ernst – Arrangieren für gemischte Besetzungen ist doch immer wieder ein Traum …

    „2 Blockflöten, davon kann eine das fis, die andere das b. Das ist praktisch.“

    und erweitert den Horizont neben C auf G bzw. F – ein Anfang!

    „2 Querflöten, denen es – da sie noch nicht lange im Training sind – nach kurzer Zeit schwindelig wird“

    wenn wir Glück haben, fangen die auch in C an – ein weiterer Erfolg!

    „1 Gitarre, die – ganz Profi – einfach alle Akkorde nach dem Motto „was nicht passt, wird passend gemacht!“ greift“

    der stemmt die Band – wunderbar! Wenn nicht: einfach ein wenig offene Stimmung anwenden, kriegt man irgendwie rein …

    „2 Keyboards, von denen eins bereits auf Cajon umgestiegen ist“
    also ein Keyboard, das ja mit Transposer alles mögliche spielen kann und ein Trommler – das riecht doch schon nach Rock’n’Roll!

    „1 Klavier“
    Jerry Lee – fantastisch!

    „1 Saxophon in b“
    Damit müssen wir also wieder in Richtung F-Dur gehen … menno … das erschwert alles … oder halt mal beim Instrumentallehrer anfragen …

    „1 winzige Geige, die bis jetzt nur leere Saiten spielt (Geh Du Alter Esel!)“
    kann in der F-Dur-Pentatonik zumindest partiell mit von der Partie sein

    „1 Mini-Cello“
    wird auch was hinbekommen … Paganini hat ja auch mit offenen Stimmungen gearbeitet, dann wird man das doch beim Cello hundertmal können … dürfen … machen … lassen …

    „1 Trompete in b“
    unisono mit Sax – das ist Motown-Sound – mit den Streichern dann noch ein bisschen Sound of Philadelphia – da geht doch was!

    „1 Glockenspiel“
    wurde auch in Motown eingesetzt und findet sich sogar in Nelly „Dilemma“ wieder – kann auch rocken! Muss man dann aber „Mallets“ nennen, dann ist es „grooviger“ …

    1 „Ich spiele noch kein Instrument, wollte aber unbedingt ins Orchester!“
    Sänger, Shakerspieler, Kabelträger, Bandmanager oder einfach Bass umhängen – der fehlt noch. Kann man auch auf dem Bassxylophon spielen oder zur Not auf dem Keyboard …

    Mensch, Frau Weh, das riecht nach FunkDaughtersAndSons!

    1. „Mensch, Frau Weh, das riecht nach FunkDaughtersAndSons!“

      Ha ha 😀
      Vielen Dank für die wunderbaren Vorschläge.
      Zum Glück bin ich ja die ungekrönte Königin des Arrangements, die FunkDaughtersAndSons werden nächstes Jahr Herr der Ringe spielen. Und wieder werden Eltern weinen (aus dem ein oder anderen Grund). Drunter mach ichs nicht.

      1. Sie sollte an meinem abi-gym mal für die klausurkorrektur einspringen… 😉 in meinem abijahrgang hat der musik-lk problemlos arrangieren gelernt, nur die Zweitkorrektur musste leider telefonisch vom Erstkorrektor übernommenwerden, weil es im gesamten bundesland keinen lehrer gibt, der das ordentlich kann 😉

  6. Wie ist das so bei semiklassisch-zeitgenössischer Musik – bei Rockbands sind Drummer die Leute, die mit den Musikern rumhängen?
    Nichts für Ungut! (tolle salvatorische Klausel eigentlich)

    1. Also Drummer sind ja eigentlich die wirklich coolen. Ich stand schon vor 20 Jahren enorm auf Roger Taylor. Freddie fand ich immer ein wenig… seltsam… Geweint habe ich bei seinem Tod trotzdem. Aber ich war auch noch echt jung.

  7. bemerkenswert wie musikalisch doch ihre leserschaft ist…ich habe fast überhaupt keine peilung von musik, obwohl ich auf einer schule mit musikförderung (für entsprechende klassen) war…
    ausser: ich singe gerne…und höre mich immer falsch singen
    singen können wäre natürlich deutlich angenehmer, aber es soll ja zeitgenossen geben denen selbst die einsicht fehlt
    ausserdem habe ich (nach einigen gescheiterten grundschulversuchen) vor zwei jahren angefangen autodidaktisch immermal ein bisschen Blockflöte zu lernen (nicht regelmäßig!)
    hahah mich kann man wirklich ziemlich untalentiert nennen…ich kann nur die tonleiterhalbwegs aufsagen, griffe vom tiefen C (c‘?) bis zum hohen D (d“?) klappen ganz gut der rest ist sicherlich ausbaufähig, und noten lesen gaaanz großes problem xD (gesicht auf englisch f-a-c-e kann ich erkennen und damit insgesamt c‘ d‘ f‘ a‘ c“ e“ auf anhieb lesen …immer besser klappts mit g‘ und h‘ …liegt aber auch sicher daran das ich in letzter zeit jedes spielen mit der umschrift der noten in buchstaben anfange…lieblingsstücke sind „katyusha“ und “ yerushalaim shel zahav“

    1. Da kann ich mich nur anschließen. Ich bin so musikalisch wie ein rostiger Blecheimer & habe nie Noten lesen gelernt. Doch selbst wenn ich es könnte, würde mir das vermutlich auch nix nützen. Ich bin gespannt, was sich bei meinen Kindern nun aus dem JeKI-Programm ergeben wird. Helfen kann ich den beiden da jedenfalls nicht… ^^

  8. Bei uns hat mal ein pensionierter Professor von der Musikhochschule angefragt, ob er nicht ein Schulorchester bei uns starten dürfe.

    Das fanden wir natürlich toll und Schulleitung und KollegInnen haben kräftig Werbung gemacht. Stundenpläne wurden umgesteckt, Räume freigesteckt, Möbel umgelagert, Eltern angesprochen, Kinder motiviert, … So hatten wir dann also 15 motivierte Kinder beisammen. Ich würde mal fast sagen, die bravsten und bildungsbürgelichsten Gören unserer ohnehin gesegneten Schule 😉

    Dann kam die erste Übungsstunde. Nein, so hätte er sich das nicht vorgestellt. Das ist ja völlig chaotisch und die Kinder würden nicht aufpassen und soooo ein Chaos.

    Das war unser kurzes Stelldichein in Sachen „Schulorchester“. Aber du wirst das schon packen 🙂 !

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