Die Angst der Musiklehrerin vor St.Martin

Boah nee. Echt jetzt. Mir ist gerade total rabimmelig in der Rübe. Irgendwie ist dieses Jahr ja ganz plötzlich St.Martin. Gerade ist es mir aufgefallen. Bis eben war doch noch gar nicht so weit. Und jetzt müssen alle Kinder in nur vier Tagen alle Martinslieder durchsingen. Und an wem bleibt das hängen? Genau. Alle Ferienerholung – schwupps – dahin.

Fast alle Martinslieder sind in F-Dur. Ich mag F-Dur nicht. Das ist wirklich nicht meine Lieblingstonart. Und wenn ich eine Sehnenscheidenentzündung bekomme, dann immer rund um den 11.11.. Und immer links, wegen der Begleitung. Aber dieses Jahr bin ich schlau, ich transponiere (zumindest für die Gitarre, für den Quetschebüggel sind F und C ganz hervorragend geeignet) und begleite wahlweise mit Gitarre oder Akkordeon. Das ist zwar nicht gerade meine Spezialität, aber das muss ich ja keinem verraten.

Und dann die Marschkapelle! Die spielen, als ginge es um ihr Leben. Pech, wenn man mit der Klasse direkt davor oder danach läuft. Das knallt gut. Auch spannend, wenn man sich genau in der Mitte zwischen zwei Kapellen befindet. Dann kann man sich aussuchen, was man wo mitsingt. Ich warte noch auf den einmaligen Moment, wenn sich die aufeinandertreffenden Schallwellen gegenseitig aufheben. Und dann… Stille! Aber dafür müsste die eine Kapelle ja phasenverkehrt spielen. Phasenweise tut sie dies auch. (Ha ha, verkappter Physiker-Musikerwitz.)

Im ersten Martinszug, den ich nicht selber mit Laterne in der Hand lief, fiel das Pferd plötzlich um und war tot. So richtig mausetot. Das war ganz schön furchtbar. Und gescheppert hat es, denn hier auf dem Land reitet der Martin in voller Rüstung. Erklär das mal den Kindern. (Also das mit dem Pferd. Das mit der Rüstung macht ja durchaus Sinn.) Eine schlimme Geschichte. Alle haben laut geheult. Oder gelacht, je nach Einstellung. Auf jeden Fall ein Martinszug, der im Gedächtnis blieb. Das Pferd starb übrigens an Altersschwäche wurde später gesagt.

Ich glaube ja, es starb an F-Dur.

Advertisements

14 Kommentare zu „Die Angst der Musiklehrerin vor St.Martin

  1. Hahaha! Das ist zu köstlich! Freilich, ich hätte nicht dabei sein wollen, als es das Pferd niederstreckte. Aber so als Unbeteiligte kann ich mich darüber schlapp lachen!
    Das Pferd, dass bei den Martinsumzügen meiner Kinder immer zugegen war, reagierte auf die schröckliche Musik auch recht aggressiv, aber gestorben ist es davon nicht,

  2. Hahaha! Mein Mitgefühl ist Ihnen gewiss. Bin ich froh, dass Martin hier bei uns ruhig gefeiert wird….aber das Pferd lass ich dieses Mal nicht aus den Augen!

  3. LIebe Frau Weh, boah ey, ich kann das so gut nachempfinden. Ich meine die Sache mit F-Dur und dass es im Kopf nur noch so rabimmelt und rabammelt. Aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen. Zu dem toten Pferd ist mir nur das ROTE Pferd eingefallen, das sich jetzt nicht mehr umkehren kann. Heul, ist wirklich ziemlich traurig. Vielleicht hat das arme Pferd ja auch vor lauter Kapellen nicht gewusst, wo es hinhören sollte. Zuviel Rabimmel und guter Mann Martin.
    Wir überstehen das schon! Liebe solidarische Grüße!

  4. Bei uns in diesem Jahr die verschärfte Variante: das Ganze auf Plattdeutsch.
    Wobei die eine Hälfte der Klasse am Donnerstag Laterne geht um Martin Luther zu besingen, die andere am Freitag für Martin von Tours.
    Atmosphärisch stehen wir kurz vor dem nächsten Religionskrieg, weil sie nicht rauskriegen, wer „der bessere“ Martin war.
    Wir üben erst einmal für beide und ich hoffe, dass sich die Kurzen, wenn sie unterwegs sind, am richtigen Tag für die richtigen Lieder entscheiden 🙂

  5. uns ist mal ein Pferd beim Schlittenfest im Dorf tot umgekippt. Hatte Eibe gefressen..
    St Martin: hab den ersten Zug heut hinter mich gebracht- ohne Blaskapelle und Pferd, dafür vom Kindergarten mit Vollkornweckmännern zu 90 ct pro Stück, Martinsfeuer und zwei Knirpsen, die zum St. Martinslied die Geschichte darstellten. Sehr süß.
    Mittwoch ist dann der Zug der Grundschule, für uns zum ersten Mal. Diesmal mit ungesunden Weckmännern (und auch noch kostenlos), Blaskapelle, Pferd und Martinsgeschichte von Erwachsenen. Dafür laut meiner großen kunstkritischer Erstklässlerin mit der hässlichsten Laterne ever. und natürlich haben „die anderen Klassen“ viel schönere. aber die Kindergartenlaterne will sie auch nicht mitnehmen. Es wird sicher toll- und sie ist schon sooo gespannt ^^
    und Donnerstag: Laternesingen im Dorf, Schnaps für die Eltern, Süßes für die Kinder. Ab dem 10. Haus muss Mama aufpassen, dass sie nicht den Kindern den Schnaps gibt und das Süße einbehält. Zum Glück isses dann fast schon vorbei. Hoffentlich bleibts trocken.
    In diesem Sinne- toller Blog, ich les gern öfter hier. und Terry ist toll

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s