crazy, funky, damaged

Die CrazyFunkyChicken spielen zum Heulen schön.

Naja, mehr zum Heulen. Das möchte ich jetzt am liebsten auch. Es ist 12.10 Uhr und ich wünsche mich auf die Lehrertoilette, um nienienie wieder rauskommen zu müssen. Noch viermal, dann ist der Auftritt. Ich rechne nicht mehr in Wochen, ich rechne nur noch in Probenterminen. Ich glaube, ich habs verbockt. Geblendet von der strahlenden Erinnerung an das letzte Knallfroschorchester fiel ich dem Hochmut anheim. Todsünde. Jetzt sitze ich da und höre mir den letzten Hauch der Querflöten, die Streiterei zwischen den little drummer boys und das Sterben des Saxophons an. Über die Blockflöten verliere ich keine Worte. Sie sind mir in dem Moment ausgegangen, in dem mir Melissa mit großen Augen berichtete, dass sie zwar gestern ihre Musikmappe wiedergefunden habe, jetzt aber die Flöte fehle. Aber kein Problem, sie könne ja auch einfach mitsingen. So auf düüüt dütdüt düüüüt. Piepsend steht sie vor mir. Was ich denn dazu meine?

Nichts, denn ich muss den Schmerz in meinem linken Fuß veratmen. Unter großem Getöse sind Lara die Platten des Metallophons heruntergefallen. Ich muss mich dringend um die Beschaffung eines neuen Untergestells kümmern.

Ich habe mich verleiten lassen und gedacht, wir könnten alle zusammen spielen. So Musik halt. Das war dumm von mir. Jetzt muss ich sehen, wie ich aus der Nummer ohne Kollateralschäden rauskomme. Zu allem Übel wurde heute im Planungsgespräch mit der örtlichen Geistlichkeit ein neues Lied für den anstehenden Adventsgottesdienst ausgegraben. A-Dur, drei Kreuze.

Die schlage ich auch, wenn das mal alles gut geht.

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19 Kommentare zu „crazy, funky, damaged

  1. Oje, oje, das hört sich nicht gut an. Andererseits siehst Du das vielleicht auch alles viel schwärzer und schlimmer als es tatsächlich ist, Frau Weh. Wird doch sicher irgendwie wieder alles gut werden – irnzwie. Und Melissa bemüht sich doch immerhin…
    Meine Daumen gehören Euch!
    Ganz liebe Grüße!

  2. Da hilft nur eins: Augen zu (bzw in diesem Fall auch Ohren zu), durch und am Ende behaupten, dass die Kinder wohl einfach zu aufgeregt waren – „in den Proben hat das viiiiiel besser geklappt!“ 😉

    Starke Nerven wünscht Frau Reiter

  3. Oh, ich mag Melissa! Ein Kind mir Phantasie und Lösungsmitteln!
    Und das Konzert… sitzen da im Auditorium nicht eh die stolzen Eltern und Großeltern? In meiner Erinnerung sind die ziemlich leidensfähig und STOLZ!
    Also Kopf hoch, Frau Weh! Das wird schon

  4. Immerhin ist das neue Lied nicht in F-Dur 😉
    Und Inch trifft die Lösung auf den …äh… Gehörknochen: Lauter Omas und Opas einladen, die hören selektiv nur die schönen Töne ihres Lieblings, ob geflötet oder gepiepst 🙂
    (uah, geht mir gerade ähnlich mit einem Weihnachtsmusical. Wann war gleich noch mal dieses Fest? Im Dezember oder doch April?)

      1. „Swingende Weihnacht“ (W. Kleinbub, Fidula). Ein Singspiel (= keine piepsenden Soli, nur Schauspiel-Einlagen, um die sich alle reißen 😉 ). Witziger, als der brave Titel vermuten lässt. Spielt auf einem Bahnhof (die wartenden Reisenden sind der Chor) und ist gestrickt rund um die guten, alten Klassiker in jazziger Fassung. Das zweistimmig-Swingende ist noch nicht so unser Ding, aber es wird, toitoitoi.

  5. Das muss so sein *behaupt* Warten Sie mal ab, Frau Weh, die Generalprobe wird noch jammervoll, und dann geschieht das Wunder über Nacht und alles klappt irgendwie. Und wenn nicht: behaupten Sie, das wichtigste sei der Spass am Musikmachen 😉

  6. Arme Frau Weh.

    Wie ich hier ja schon einmal schrieb. Der Musikprofessor a.D. musste auch aufgegeben 😉

    Kopf hoch, Für ein Orchester ist die hiesige Schülergeneration einfach zu chaotisch…

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