Halleluja!

Meine Güte, ich bin heute aufgewacht und – ich muss es in aller Bescheidenheit sagen – hatte gleich zwei geniale Ideen auf einmal:

1. Ich bespreche morgen im Kreis die von mir aufgestellte neue Sitzordnung (vielen Dank für die Kommentare und links. Der FAZ-Artikel trifft es genau!) und lasse die Kinder herausfinden, warum ihr neuer Platz haargenau der richtige für sie ist. Meine Zweitklässler knobeln gerne. Und sie machen gern mal ein Spielchen. Wenn ich sie also morgen auffordere – der Ehre oder vielleicht als Anreiz auch einer zusätzlichen Stunde Freiarbeit halber – herauszufinden, warum ich sie genau so und nicht anders gesetzt habe, dann werden sie Grüppchen bilden und gemeinsam versuchen, die Nuss zu knacken. Und ich habe zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Sitzordnung steht und die Zweitklässler werden es toll finden. (Soweit zumindest die Theorie. Ich werde dann mitteilen, ob es funktioniert hat.)

2. Das CrazyFunkyChicken-Problem. Noch vier Proben, dann folgt der Weihnachtsgottesdienst. Da es unwahrscheinlich ist, dass die Chaostruppe sich bis dahin noch in Philharmonikersphären aufschwingt, setze ich eben noch eins drauf. Ich packe – sozusagen als Sahnehäubchen – einfach noch den Schulchor (dessen Auftritt und die damit verbundene Probenarbeit ja bereits diese Woche beendet ist) mit einem zusätzlichen Stück dazu. Halleluja! Die Rettung! In diesem Fall von Leonard Cohen. Runter transponiert passt das allseits beliebte und bekannte Hallelujah auf die leeren Saiten von Cello und Geige, Trommel geht immer, Gitarre auch. Erste Strophe passt schon, eine zweite füge ich mit weihnachtlichem Text an. Die Strophen singe ich Solo mit Headset (zusätzlicher Coolnessfaktor!), Chor summt die Melodie mit, das Halleluja zweistimmig von allen, fertig! Damit hätten wir den Ohrwurm, den jede gute musikalische Veranstaltung braucht, der das gesamte Auditorium einfängt und stimmungsvoll nachhallen wird. Ja, vor Rührung weinen werden sie!

Wer spricht da noch über ein gequältes Saxophon? 🙂

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16 Kommentare zu „Halleluja!

  1. Psalm 127,2 😀
    Klingt in der Theorie beides genial gelöst, bin auf die Praxisberichte sehr gespannt!
    (und toitoitoi für die CFC)
    ((die verlinkte Halleluja-Version ist toll))

  2. Ich hoffe es wird Aufnahmen der Aufführung geben. Denn nun interessiert mich, zugegebenermaßen aus humoristischem Beweggrund, besonders das gequälte Saxophon.

    Schöne Ideen hattest du da. Es wäre lustig dies auf die Gesellschaft zu übertragen. Eine Regierung, die die Bürger auffordert, die ihnen zugeteilte Stellung, sowie die gewährten Pflichten und Rechte zu ergründen. Damit wäre man dann vorerst beschäftig 🙂

    1. Man gönne der Dame am Klavier auch mal ein wenig Spaß! 🙂

      Die Aufführung ist gebührenfrei, wir singen und spielen ja selber. Eintritt nehmen wir auch keinen. Und die CrazyFunkyChicken selber sind noch GEMA-frei.

      1. Hallo,

        meine erste Reaktion war, dass es wohl nicht reichen wird, dass ihr kein Geld nehmt, um euch von der Pflicht, an die GEMA zu bezahlen, zu entbinden. Prinzipiell ist das wohl auch so, aber da die Länder Verträge mit der GEMA haben, ist das für Schulen anders. Wahrscheinlich ist Dir das alles klar, da Du ja vom Fach bist, aber ich fand http://www.urheberrecht.th.schule.de/86210899320b03605/033a7a99650877905/index.html hilfreich.

        Aber das ist ja nur ein Nebenthema. Ich finde es falsch, das Urheberrecht zu benutzen, um Dinge zu unterbinden, die einem nicht gefallen, auch wenn der Urheber dazu ein beschränktes Recht hat. Ich bin noch einmal in mich gegangen, und habe mich gefragt, ob es kleinlich ist, wenn mich stört, dass Du aus “Hallelujah” ein Weihnachtslied machst. Vielleicht. Aber ich finde es trotzdem ganz schrecklich.

        Gruß

        Carsten

        1. Ja, das deckt sich doch mit meinen Angaben. Die Inhalte des links kenne ich bereits, dennoch stehe ich regelmäßig in Kontakt zur GEMA, einfach um alle Eventualitäten abzuklären.
          Und was dein Unbehagen mit meiner Hallelujah-Version anbelangt, muss ich wohl erklären, dass es völlig normal ist, im Musikunterricht Musik und Lieder zu „gebrauchen“, sie den Gegebenheiten anzupassen und Kinder kindgerecht an Inhalte heranzuführen. Spontan fallen mir das von den Schülern heißgeliebte „Ferienzeit“ (Life Is Life) oder das nicht unumstrittene „Ein belegtes Brot mit Schinken“ (Eisgekühlter Bommerlunder) ein. Mein Highlight bleibt allerdings der gnadenlos lustige Text auf die Wilhelm Tell-Ouvertüre „Klopfe leis, ja ganz leis an dein Frühstücksei!“.
          Und – um noch einmal zurückzukommen – was ist Weihnachten im Kern anderes als das eine Fest der Liebe, vorausblickend auf Verrat, Hass, Verzweiflung im Leben Jesu und die jahrtausendalte Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht? Je mehr ich darüber nachdenke, um so passender finde ich die Rückführung zum biblischen Ursprung 😉

      2. Hallo primimaus,

        gibt es in den Kommentarthreads eine maximale Schachtelungstiefe? Na, ich hoffe mal, dass das jetzt an der richtigen Stelle erscheint.

        Ich lese hier ja nicht, um zu meckern, sondern weil ich es unterhaltsam und Deinen Einsatz bewundernswert finde. Und über das Verhältnis von GEMA und Schule habe ich etwas gelernt, das ist immer gut, und ich wollte auch gar nicht unterstellen, dass Du noch etwas lernen müsstest.

        Bei dem Thema werden wir uns wohl nicht einig, aber das müssen wir ja auch nicht. Ich bin auch dafür, dass Du alles Recht haben solltest, das Werk in veränderter Form aufzuführen (insofern war das mit der GEMA in der Tat ein ablenkendes Nebenthema). Es wird mir nicht gefallen, aber es gibt keinen Grund, meine Befindichkeiten zu diskutieren. Lass mich nur noch ein paar Bemerkungen machen. Sicher gibt es immer ein Spannungsverhältnis zwischen dem Respekt vor einem Werk und dem Wunsch, es kindgerecht aufzuarbeiten. Das sehe ich aber beispielsweise bei einer Oper, bei der man den Schülern mit einem lustigen Text die Musik schmackhaft machen möchte, anders als bei einem Lied, bei dem der Text so zentral ist. Man führt ja niemanden an etwas heran, indem man es entfernt.

        Über die Bedeutung von Weihnachten werde ich ohnehin nicht diskutieren. Wie angemessen es ist, aus einem Text eines jüdischen Dichters ein Weihnachtslied zu machen, überlasse ich dem Dialog zwischen den Religionen, an dem ich nicht teilhabe. Vielleicht ja ein fortgeschrittenes Thema für den Religionsunterricht 😉

        Wie dem auch sei, gerade “Hallelujah” hat sicher schon viel aushalten müssen, da kommt es nun auch mehr darauf an 😉

        Einen schönen Abend,

        Carsten

        1. Hey Carsten,
          ich bin kein bisschen angefressen über deinen Kommentar. Manchmal ist es schwierig, sich geschrieben so auszudrücken wie es eigentlich gemeint ist. Ich freue mich, dass hier so eine rege Teilnahme und Rückmeldung seitens der Leser des Blogs herrscht und ich will ja auch gar nicht immer gebauchpinselt werden. Najaaa, obwohl… 😀

          Ich habe übrigens zum Thema „Kinderoper“ ein sehr angespanntes Verhältnis. Aus den gleichen Gründen, die du beim Song anführst. Ich kann deinen Gedankengang also durchaus nachvollziehen. Die Kinder waren übrigens begeistert, dass sie das Lied singen dürfen. Sie kennen es ja nur aus Shrek und das allein reicht, um sie glücklich zu machen. Hach.

          Dir auch noch einen schönen Abend 🙂

          1. Das ist schon schockierend genug, wie oft auf Youtube diverse Coverversionen davon als „das Lied aus Shrek“ beschrieben werden. Insofern ist das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen, und wir können gemeinsam den Kopf schütteln 😉

            Gruß

            Carsten

  3. Tja, dann hast Du wohl schon eine Lösung gefunden …

    Ich wolle gestern schon „hier“ schreiben, dass Du mir Details des Problems mailst. Aber einer der Kommentatoren wird recht haben, dass Du bei all den Nebenbedingungen schneller händisch (da auch nur einmal anzuwenden) durch bist.

    1. Oh – den „Frühstückseiertext“ kenne ich gar nicht! Könntest du ihn deiner geneigten Leserschaft zukommen lassen? (Nur, falls er gema-, resp. vga-wort-frei ist, natürlich!)
      Wir sind zwar erst bei Mozart, aber Rossini liegt musikgeschichtlich gesehen bereits im Hintergrund auf der Lauer.

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