Sandmann, lieber Sandmann…

Zu müde um eloquent zu sein. Heute also eine Kurzversion.

Kunst bei den Zweitklässlern. Nach wie vor wird an den Kalendern gearbeitet. Mia-Sophie (Nase ist wieder klein und stupsig) kommt aufgebracht zu mir und teilt mir mit, den Mai könne sie wirklich nicht machen, sie fühle sich beobachtet und angegruselt und ob ich das eigentlich gesehen habe:

Ich bin ganz kurz versucht, den Zweitklässlern die Geschichte vom Sandmann (wer es nicht kennt, E.T.A. Hoffmann lohnt sich immer!) zu erzählen, belasse es dann aber doch lieber bei einem Hinweis darauf, dass man sich eben überall benehmen müsse, man wüsste ja nie, wer einem so zusieht…!

Auf Mia-Sophies ratlosen Blick hin (manchmal hätte ich es wirklich gerne mit bereits ironiefähigen Menschen zu tun) schüttle ich die Dose einmal durch, lasse sie schnell zwei Wackelaugen aufpicken und scheuche Madame zu ihrem Kalenderblatt. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. So einfach geht das.

Sollte Mia-Sophie einen Albtraum davontragen, wird mich Supermom sicher davon in Kenntnis setzen.

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10 Kommentare zu „Sandmann, lieber Sandmann…

  1. steht zu befürchten, dass da noch das „Umdasgeistigewohldeskindesbesorgtesupermamigleichsofortmorgenambestenmitschulratgespräch“ folgen wird……

  2. Großartig! 😀
    Den »Sandmann« habe ich in der Oberstufe lesen müssen – und GEHASST. Ehrlich. Ich fand Hoffmanns Stil einfach grausig.

    Aber prinzipiell – es wäre zwar fies gewesen, noch einen draufzusetzen, aber gut … 😉

    1. Wir haben damals den goldenen Topf gelesen und ich habe mich sofort in Hoffmann verliebt. Ich mag das Schwülstige, den unterschwelligen Wahn(sinn) und die regelmäßige Ansprache an den Leser sehr. Dafür habe ich nach der Schulzeit nie wieder Schiller angefasst. Die Bürgschaft kann ich bis heute auswendig. Wer weiß, wieviel wirklich wichtige Informationen bei mir nicht andocken können, weil der Speicherplatz mit Dionys und Damon belegt ist…

      1. „Und er kommt zum Freunde: Der König gebeut (coole Vokabeln sind das einzig tolle an Schiller)/ dass ich am Kreuz mit dem Leben bezahle das frevelnde Streben…….

        Ich fühle mit Dir ( und muss zudem noch mein Langzeitgedächtnis mit Conrad Ferdinand Meyer belasten. Das ist NOCH ärger!)

      2. Ja, es mag sein, dass das am Text lag. 😉
        Dafür kann ich Schiller immernoch gut leiden – VIEL besser als Goethe. 😉

        Aber herzliches Beileid an hattifnatte wegen der Füße im Feuer – meine Mutter hat auch noch ein Trauma davon …

  3. @ Sandmann:
    Ich habe aus einem Kinderbch aus meiner Kinderzeit eine schöne Geschichte zu Sandmann und Augen. Es lebte mal ein Riese, der hatte (keine Ahnung wie viele, aber sehr viel) augen. Es waren so viele, dass er nie schlafen konnte, weil immer ein Auge offen war. Er bat deshalb den Sandmann um Hilfe. Dieser versprach, ihm zu helfen und streute ihm Schlafsand in die Augen. Da er in jedes Auge Sand streute, konnte der Riese schlafen. Dafür war er so dankbar, dass er dem Sandmann sein achtbeiniges Pferd schenkte. Dieses Pferd ist so schnell, dass der Sandmann jeden Abend zu jedem Menschen kommen kann und alle schlafen können.

    (Kurzfassung)

    Nana

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