Material für den Religionsunterricht

Nicht nur für die mitlesenden LAAs zeige ich heute ein paar Dinge, auf die ich im RU gerne zurückgreife und die für 1. – 4. Schuljahr gut einsetzbar sind. Im 1.Schuljahr benutze ich eine „Religionskiste“, ein umklebter Spielekarton, in dem sich eine Basisauswahl verschiedener Dinge befindet (Tuch (Farbe liturgisch oder thematisch angepasst), Kerze, Kreuz, Lied (ebenfalls thematisch), Streichhölzer), sowie immer ein Gegenstand oder ein Bild, der auf den Stundeninhalt verweist. Die Kiste ist in der Schule, ich reiche mal ein Foto nach.

Ich hatte ja bereits an anderer Stelle geschildert, dass ich Playmobilfan bin. Die Sachen haben einen hohen Aufforderungscharakter, sind detailgetreu, laden zum Spiel ein und sind recht robust. Der Nachteil ist – sofern man Familie hat – entweder hält man sie gut unter Verschluss, oder man sucht sie sich regelmäßig wieder in den Kinderzimmern zusammen.

Immer gut, viele Kinder.

Die großen Playmobilmännchen verkleide ich mit Stoff, bei den Kinder finde ich das nicht unbedingt notwendig.

Die bereits angepriesenen Löwen von Schleich, bzw. aus einem Happy Meal. (Der kann auch das Maul aufreißen, finden die Kinder beeindruckend)

Für viele Geschichten unverzichtbar ist ein Esel. Dieser ist von Holztiger. Die Firma stellt Holzfiguren her, die detailreicher und preiswerter als beispielsweise Ostheimer sind.

Zum Thema Epiphanias kommen Weihrauchmischungen (wichtig: auch Myrrhe besorgen!), ein großes Stück echtes Gold und – wenn man das Thema weiterführen will – auch die kleinen Sternsinger gut an. Hier gehört eigentlich noch eine große Spielzeugkrone zu, die muss ich also noch bei den Wehwehchen suchen gehen. Zum Riechen bringe ich einen Weihrauchkegel mit. Da hat dann auch die ganze Schule etwas von 🙂

Gutes Bildmaterial. Da muss man halt suchen. Einiges habe ich aus Kunstbänden kopiert, anderes ist aus Kalendern zusammengestellt.

Um den Kindern nahezubringen, welche große Rolle das Christentum auch kulturgeschichtlich hat, bietet sich (neben gutem Musikunterricht…) u.a. der Kontakt zur Schulpfarrei an. Jede Kirche verfügt über beeindruckende Messgewänder und -gefäße, über Kunstgegenstände und in der Regel über einen Pfarrer, der sich über Besuch freut und sein Wissen weitergibt. Für die Kinder ist ein Kirchenbesuch immer ein Erlebnis und von einer Kooperation zwischen Schule und Pfarrgemeinde profitieren alle.

Unverzichtbares Basic, wenn man mit Bodenbildern arbeiten will, sind Tücher in verschiedenen Farben. Da es diese in verschiedenen Qualitäts- und vor allem Preisstufen gibt, empfehle ich Preisvergleiche oder auch einen Besuch beim großen virtuellen Auktionshaus. Mir fällt gerade auf, dass alle reinen Farben offensichtlich noch in der Schule sind:

Naturmaterialien, Steine, Kordel, Kreppband (für Wege oder Grenzen) sind einfach zu bekommen und gut einsetzbar. Generell ist dabei wichtig, dass man die Szene nicht mit Material erschlägt,

sondern lediglich andeutet und/oder die Kinder gestalten lässt.

Gerade am Anfang des Lehrerdaseins verfügt man natürlich noch nicht über eine große Sammlung oder das Geld, um viel anzuschaffen, da bieten sich Tafel- oder Bodenbilder aus Pappe an. Hier ein ganz einfaches:

Die Figuren sind nur angedeutet, daher flexibel für verschiedene Geschichten einsetzbar. Sinnvoll ist es, wenn man die Szenen und Personen mit Magnetband versieht, dann lässt sich die Geschichte an der Tafel nachspielen.

Wofür ich schon immer Geld ausgegeben habe, sind gute Bilderbücher. Kinder lieben es, wenn man ihnen vorliest. Macht man es gut, versinken sie in Geschichte und Bildern. Allerdings gibt es gerade im Bereich der religiösen Kinderbücher viel verniedlichten Kitsch. Der persönliche Geschmack spielt natürlich auch eine große Rolle. Ich mag beispielsweise Annegert Fuchshuber (hier im Bild das Buch über die Arche Noah) als Illustratorin sehr, weil ihre naive, aber auch drastische Art Kindern einen direkten Zugang ermöglicht, andere finden diesen Stil furchtbar. Da empfehle ich also ein paar Besuche in gut sortierten Buchhandlungen. Mit Internetkäufen auf gut Glück habe ich keine so guten Erfahrungen gemacht.

Sind die Bilder groß genug, kann man die Kinder in den Halbkreis setzen und Bilderbuchkino machen. Möglich wäre aber auch eine Vergrößerung (in Ruhe auswählen, welche Bilder man unbedingt vergrößern möchte!) für das Kamishibai oder Tafelkino. Auch eine Staffelei, wenn man eine besitzt, kann eine gute Präsentationsfläche sein.

Wichtig bei jeder Art des Materials ist eine gute Aufbewahrung und – mit zunehmender Menge – auch der Überblick, was man bereits angeschafft oder erstellt hat. Ich habe zwei große Kisten für die plastischen Dinge

und eine Sammelmappe in Din A1 für das Bildmaterial. Praktisch sind auch die großen Versandverpackungen, in denen beispielsweise Kalender o.ä. geliefert werden. Darauf einen Zettel anbringen mit dem Inhalt und man behält den Überblick.

Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass eine gute Mischung verschiedener Methoden nicht nur für die Kinder bedeutend ist. Auch mir macht der Unterricht wesentlich mehr Spaß, wenn er nicht immer nach Schema F (im Religionsunterricht oft genug vorlesen/malen lassen) abläuft. Außerdem darf man nicht aus den Augen verlieren, dass sich an den Unterrichtsinhalten im RU im Vergleich zu anderen Fächern vermutlich am wenigsten ändert. Da hilft es enorm, wenn man sich selber durch Material- und Methodenvielfalt ein bisschen frisch hält.

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16 Kommentare zu „Material für den Religionsunterricht

  1. Die Bücher finde ich ja großartig – von »Irgendwie Anders« war ich restlos begeistert und habe das auch (ein bisschen zu früh) verschenkt. 😀

    Bei den Bodenbildern muss ich allerdings sagen … Das ist irgendwie nicht so meins … :/

    Vielen, vielen Dank jedenfalls! 🙂

      1. Auch „Wo ist die Torte?“ ? Das habe ich meiner Nichte zu Weihnachten geschenkt; da gibt es nur Bilder, keinen Text. Aber die Bilder sind super zum Selbst-erzählen – oder erzählen lassen. 😉

  2. Wow, es gibt also auch „fertige“ Lehrerinnen, die sowas zaubern 😉 Kenne das sonst nur von meinen Freundinnen aus dem Referendariat! Krass wie wenig das mit meinem eigenen Religiosnunterricht in der Grundschule und auch mit dem meiner jetztigen Kollegeninnen zu tun hat … 😉

    Da fällt mir gerade auf: das geht mir nicht nur in Reli so. 😉

    1. Jaaaa, da darf man nicht so lange drüber nachdenken, nicht wahr? Aber es muss auch immer im Ganzen passen. Lehrerverhalten, Lerngruppe, Methodik. Ich tue mich z.B. sehr schwer mit der Kettmethode (auch wenn man das bei diesem Beitrag gar nicht meinen würde) oder – noch schlimmer – mit biblischen Erzählfiguren. Die finde ich furchtbar und würde sie nie einsetzen.

  3. Ich lese deine Seite sehr gerne und bin immer wieder dankbar für neue Denkanstöße. ich habe jetzt einige Jahre kein Religion unterrichtet und einiges habe ich einfach vergessen. Woher hast du den Weihrauch und die Myhrre bezogen? Hast du da eine gute Adresse? Vielen Dank für viele schöne Ideen,
    miss marpel

    1. Vielen Dank für das Lob 🙂
      Also am einfachsten bittet man in der Pfarrei um eine kleine Menge. Solche Mischungen wie auf dem Bild bekommt man aber auch gut im Internet, ich habs beispielsweise von Weltbild.

  4. Liebe Grundschulmädels (und jungs) nehmt euch ein besipiel an diesen ideen… also wenn s nach mir ginge bräuchte kein kind mehr gelangweilt und unterinformiert aus der grundschule in den weiterführenden schulen zum reliunterricht kommen…

    reaktion meines cousinchens (jetzt gerade 5. Kl…oh wie ich dieses alter liebe <3) in den sommerfeien nach meinem abi und bei ihr 3/4 Kl.:
    Du wirst LEHRERIN!? Oo
    hmm. RELIGION!?
    das ist doch sooo langweilig!? also Miguel (bester freund) und ich schlafen da immer ein und Frau Brecher muss uns wecken…
    sowas richtiges(!) wie deutsch und sport(!) könnt ich ja noch verstehen…

    Ich: ja also mir hat Religion immer spaß gemacht…das kommt natürlich drauf an für was man sich so interessiert…meine lehrerin in der gs hat das immer ganz spannend gemacht…schade das dir das keinen spaß macht!
    cousine: ja gut wenn du das mit älteren kindern vom gymnasium machst dann ist das …naja neee versprich mir mal dass du KEINE LANGWEILIGE Relileherin wirst!

  5. Ja, das ist schade, aber oft so. Wir haben in Religion in der Grundschule auch nur vorgelesen bekommen und gemalt. Ach ja, und auswendig gelernt.

    Dabei ist das mal eins der wenigen Fächer, in dem man Zeit hat, weil man – zumindest in der Grundschule – ja recht flexibel mit den Richtlinien umgehen kann und so zeitlich und inhaltlich gut auf die Gruppe eingehen kann.

  6. Hallo,

    ich bin heute erst über deinen Blog gestolpert…
    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
    Das hat mich bestätigt, dass es nicht so verkehrt war, den Playmo Wal (Jona 😉 ) und die Arche Noah zu kaufen!
    Ich finde nämlich auch, dass man diese sicher gut im Religionsunterricht einsetzen kann.

    Die Religionskiste finde ich eine ganz tolle Idee!
    Ich würde mich freuen, wenn du ab und zu noch weitere Ideen aus deinem Religionsunterricht zeigst!

    Viele Grüße
    Carina (LAA 😉 )

  7. Ich bin leider erst heute auf die Religionsseite in deinem Blog gestoßen und freue mich sehr darüber! Sie motiviert einen, mal wieder neue (oder alte, in Vergesssenheit geratene) Wege zu gehen. In den letzten Jahren hatte ich immer in 4-5 Klassen Religion und finde das mit der Zeit sehr ermüdend. Vorallem dann, wenn die Klassen groß und unruhig sind und man dort ausschließlich Religion unterrichtet… Von Bodenbildern habe ich mich so nach und nach verabschiedet (leider). Inzwischen arbeite ich viel mit den Büchern von Elisabeth Buck, deren Heftwerkstatt hat mir gut gefallen, würde es aber gerne mal wieder mit Bodenbildern versuchen. Kannst du mir Bücher dazu empfehlen, die sich auch im evangelischen Religionsunterricht einsetzen lassen? Mit welchen Büchern arbeitest du gerne oder arbeitest du ganz frei?
    Viele liebe Grüße und tausend Dank für deinen tollen, motivierenden Blog, Ute

    1. Hallo Ute,
      danke für deinen netten Kommentar. Es gibt von Persen eine evangelische Buchreihe (Religion 1. Klasse usw.), die ich sehr gerne einsetze. Dort wird auch viel und sehr gut angeleitet mit Bodenbildern gearbeitet. Ansonsten würde ich empfehlen Bodenbilder auch mal an die Tafel oder auf den OHP zu verlegen, gerade bei unruhigen, großen Klassen klappt das manchmal besser. Ich kopiere beispielsweise das Bildmaterial der o.g. Buchreihe großformatig, coloriere und laminiere es für den Einsatz an der Tafel.
      Nach wir vor empfinde ich viele Religionsstunden als extrem anstrengend aufgrund der Gruppengröße und Klassen- oder Jahrgangsstufenmischung. Elisabeth Buck sagt mir noch nichts, beim ersten Blick über ihre Seite nehme ich an, dass sie viel szenisches Spiel einbaut, ist das richtig? Das mögen meine Religionsklassen auch immer gerne, wobei ich fast gänzlich vom freien Spiel abgerückt bin und immer wenigstens Stichworte auf Karten ausgebe.
      Insgesamt habe ich die Erfahrung gemacht, dass folgende drei Punkte für meinen Religionsunterricht gut funktionieren:

      – ritualisierter, immer gleicher Rahmen (Kerze anzünden, zur Ruhe kommen, Gebet, etc.)
      – stetige Methodenmischung bei der Erarbeitung
      – konsequente Beachtung der Einhaltung vorher aufgestellter Regeln

      Hilft aber auch nicht immer 😉
      Viele Grüße, Frau Weh

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