Dinge, auf die ich gut verzichten kann:

Konferenzen, die länger als zwei Stunden dauern zum Beispiel. Oder auch Magen-Darm-Grippe, ja, ohne die geht es mir viel besser. Ein kaputtes Auto ist ebenfalls so eine unschöne Sache oder Viertklässler, die sich während meiner Aufsicht die Nasen blutig hauen.

Heute richtig blöd (und fast ein Grund, dass auch ich mal jemandem kräftig auf die Nase hauen wollte) ist die Mutter, die ihren Sohn seit mittlerweile drei Jahren jeden Tag an der Klassentüre abholt, um ihm den Ranzen ins Auto zu tragen und die mir JEDESMAL wenn sie mich sieht einen SCHÖNEN FEIERABEND wünscht.

Ja, was denkt die sich denn? Dass ich tatsächlich um 13.30 Uhr fertig bin*?

Na toll!

*(Also nicht nur mit den Nerven… sondern so komplett.)

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17 Kommentare zu „Dinge, auf die ich gut verzichten kann:

  1. Oh Gott, … auch bei mir gibt es echt Sachen, auf die ich gerne verzichte. Lehrer sein ist nicht leicht … eigentlich hat man nie so wirklich Feierabend, oder? Zumindest geht es meiner Mama so. Wobei es die Abholmama gewiss nicht böse meint mit dem Feierabend, … aber sich mal Luft zu machen ist gut!

    1. Nein, natürlich meint sie es gut. Zu gut. Sie ist nämlich wirklich überzeugt, wir Lehrer hätten den Jackpot und könnten mittags schön heim und das wars dann 😉

  2. An der _Klassentür_ abgeholt??? o_O Und ich dachte, bei _uns_ wären die Mütter schon obergluckig! Sagt denn da niemand was?

    Aus der Schule meiner Tochter kam gestern eine geharnischte schriftliche Strafpredigt von der Rektorin. Es rasen wohl einige Eltern rücksichtslos wie die Irren auf dem Lehrerparkplatz herum (der ist näher am Gebäude als der Elternparkplatz), hatten an einem Tag einen Schüler fast plattgefahren und an einem anderen Tag einer Schülerin das Waveboard zu Schrott gefahren. O-Ton Rektorin:

    „Es darf einfach nicht sein, dass die Bequemlichkeit einiger Kinder oder die falsch verstandene Verantwortung der Eltern andere gefährdet oder gar anderen Schaden zufügt! Die Selbständigkeit und Beweglichkeit Ihres Kindes wird weitaus stärker gefördert, wenn Sie es zu Fuß in die Schule gehen lassen. Falls Sie Ihr Kind für unfähig halten, den Schulweg fußläufig zu meistern, lassen Sie es bitte an der Straße aussteigen und den Tornister alleine tragen und fahren umgehen weiter.“

    Ich bin gespannt, ob sich da was ändern wird… ^^

    1. Toller Brief! So einen schreiben wir auch alle Jahre wieder. Allein, es nützt nichts. Ich fürchte also, dass sich auch an der Parkplatzsituation der Tochterschule nichts groß ändern wird.

      1. Bei uns war’s für dieses Schuljahr schon die dritte Mahnung. Allerdings auch die bisher… äh… deutlichste. ^^

        Ich bin bloß froh, daß meine Tochter auf ihrem Weg nicht über diesen Parkplatz muß. Morgens im Dunkeln ist das sicherlich erst recht gefährlich, wenn die Eltern da so unkontrolliert herumgurken.

        Aber sein Kind an der Klassentür abholen… aua, wie peinlich! Auch für das Kind! :-/

      2. Sie hatten völlig recht. Da nun auch der große Parkplatz abgesperrt ist (ein angrenzender Flußlauf soll renaturiert werden), fahren die Eltern einfach auf anderen Wegen vors Gebäude.

        Nämlich über den neben dem Parkplatz liegenden Fußweg. Ich bin gespannt, was für ein Schreiben die Rektorin als nächstes verteilen läßt.

  3. Lehrer können aber ebenfalls so fies sein. In meinem Abschlussjahr am Gymnasium bin ich donnerstagabends regelmässig meinem Mathelehrer über den Weg gelaufen, der mir jeweils ein schönes Wochenende gewünscht hat — er hatte irgendwie einen guten Draht zum Stundenplanmacher…

  4. Frau Weh, ich würde schon die Mutter mal einbestellen und ihr klitzegenau erzählen, was wir alles machen. Dass sogar „Halbtag“ mit 20 Rangen reichen würde. Dass wir einen Adrenalinspiegel haben wie Bundeswehrpiloten, die aber mit 49 in Rente gehen.

  5. Diese Briefe schreiben wir solange ich weiß.
    Die Eltern lassen ihre Kinder auf der gegenüber liegenden Straßenseite raus und die rennen dann durch die parkenden Autos und den Verkehr auf die Schulseite. Jeden Morgen quietscht es.
    Ich verstehe es nicht. Sie ziehen doch ihre KInder mit aller Liebe und aller Zuwendung auf, die sie haben.Und setzten dann ihr Leben auf’s Spiel.
    Fast jede Pause steht eine Mutter/Vater/Oma/Schwester in der Vorhalle und bringt Buch/Heft/Turnbeutel/Brot/Handy die zuhause/im Bus/im Auto vergessen wurden.
    In der gegenüberliegenden Grundschule gehen sie mit der Tasche in die Klasse und packen den Kindern noch das Mäppchen aus.
    Alle werden mit dem Auto gebacht, nur die Kinder vom Arzt und vom Apotheker kommen zu Fuß.
    Leute, verhätschelt doch eure Kinder nicht so. Das ist doch krank.

  6. Ich hatte gestern eine Praktikantin in der Klasse und die obligaorische Frage:

    Haben Sie denn dann Feierabend, wenn Sie aus der Schule gehen oder müssen sie manchmal noch etwas machen?

    Ich: Ich arbeite jeden Nachmittag und regelmäßig am Wochenende – oft an beiden Tagen.

    Praktikantin: Aber das kann doch nicht so viel Arbeit sein ein bisschen Unterricht vorzubereiten…
    🙂

    1. Schülerpraktikantin oder aus dem Studium heraus? Wenns letzteres ist, dann prost Mahlzeit -> völlige Unwissenheit beim Start fördert das frühe Aus im Berufsleben oder schlimmstenfalls den Hass auf die Kinder.

      1. solche studenten gibt es tatsächlich – sogar noch im MASTER!!! die wollen grundschulehrer werden, weil sie da viele ferien haben, nur bis mittags arbeiten müssen und die kinder doch so süß sind… *kopfschüttel*

  7. Wie, die fahren nicht mit Auto über den Schulhof bis an die Eingangstür der Schule? Ich bin mal bei so einem Mutti-Manöver fast überfahren worden… (Mit dem Ergebnis, dass ich nun an einer anderen Schulform unterrichte.)

    Die netten Feierabend-Wünsche sind bestimmt vorsorglich gemeint. Damit man bis zum echten Feierabend eine mentale Wegnahrung hat.

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