Matisse für Kleine (und Große)

Immer noch keine Lust auf die drei Spatzen und so wie es aussieht, bleibt der Winter ja noch eine Weile. Also Matisse. Vor ein paar Jahren war da mal eine Stundenidee in der Grundschule Kunst, die ich gerne mit den Kindern umsetze. Zunächst zeige ich den Kindern das Original Ikarus von Matisse und erzähle ihnen die Sage. Das beeindruckt in der Regel schon. Ein paar Infos zu Matisse dürfen dann gerne folgen, zum Beispiel über seine Kindheit, die Scherenschnitttechnik, das Nichernstgenommenwerden, den ersten Malkasten usw. Dann werden die bereits in schwarz fotokopierten Körperteile

ausgeschnitten und arrangiert. Sterne dazu und auch das Herz (wahlweise die Träne, das Blut, die Sonne, …) darf nicht fehlen. Arrangiert werden darf nicht wahllos, eine Geschichte soll dahinter stehen und auch erzählt oder aufgeschrieben werden. Das Material ist überschaubar (blaues Tonpapier, kopierte Körperteile und Sternumrisse, ein roter (Klebe)Punkt), das Ergebnis immer sehenswert.

Hier kann man Frau Weh lässig ihren Lehreralltag wuppen sehen. Die Sterne sind die verschiedenen Aufgabenbereiche, die ausbalanciert werden müssen. Manche setzen sich im Kopf fest, manche gehen ihr am… zarten Popo vorbei, von anderen muss sie sich mit einem resoluten Tritt verabschieden. Der rote Punkt? Ja, das ist der eine, kleine Moment, in dem Frau Weh auffällt, warum sie gerne dort ist, wo sie ist. Aber – Obacht! – er ist klein und man muss schon drauf aufpassen, dass man ihn bei dem ganzen anderen Kram nicht aus den Augen verliert…

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14 Kommentare zu „Matisse für Kleine (und Große)

  1. Die Bilder sind wunderschön! Sehr kreativ, deine Kiddies! Ich würde sie auch gerne mit meinen Kindern versuchen. Hast du die Vorlage selbst gestaltet?
    LG
    habibi

  2. Oh, die Bilder sind wunderschön geworden! Aber ich muss sagen am allerbesten gefällt mir dein Bild – heute war der rote Punkt nämlich bei mir klitzeklein 😦

  3. Das ist ja toll! ich finde Sagen überhaupt spannend – in Englisch haben wir irgendwann mal (in der Mittelstufe?) die „Aborigines-Version“ von Prometheus gemacht: „How rabbit brought fire to the people“. Das ist auch großartig. 😀

    Unglaublich schöne Bilder! Nur wer Matisse ist, muss ich mal eben nachlesen gehen … 😉

  4. Wunderschöne Ergebnisse! Wobei ich den Ikarus immer erst hinterher zeige. Vorher müssen die Schnipsel vom Ikarus, die der Wind durcheinander geweht hat, ohne jegliche Vorstellung vom Original gepuzzelt und geklebt werden.
    Die Formen/Schablonen gibt es übrigens bei Pelikan.com als Download inklusive Unterrichtsplanung. Man muss sich dort allerdings anmelden, hat aber Zugriff auf eine Fülle weiterer toller Ideen und Vorlagen. Kostenlos natürlich.

  5. Aus so vielen Gründen eine schöne Idee, und schön ausgeführt. (Pass auf, dass du deinen Beruf nicht zu attraktiv zeichnest, auch wenn Lehrersein natürlich einer der schönsten Berufe der Welt ist.)

    1. Ich empfinde einige Teile meines Berufs als wunderbar, andere sind es weniger, ohne manche ginge es mir entschieden besser. Aber die Mischung macht es ja auch wieder irgendwie spannend. Bisschen wie die tägliche Wundertüte.

      Wo du gerade hier liest, dein neues Gimmick ist entzückend. Ich freue mich schon auf ein Video!

  6. Ich finde es ja traurig, dass nur noch Kunst und Musik als angenehm empfunden wird. Man kann auch in Deutsch und anderen Fächern sehr kreative Unterrichtsformen einsetzten. Wichtig ist doch nur, was raus kommt, dass die Lernziele erreicht werden. Meine Erfahrung als Mutter, zweier erwachsener Kinder ist, dass es ungeheuer wichtig ist, dass die Kinder bei der Erarbeitung der Ziele mitwirken und das geht oft nur mit Rollenspiele,z.b.
    basteln. eigene Geschichten, z.b jeder bekommt andere Wörter und macht daraus eine Geschichte und diese werden gesammelt und zu einem Buch gebunden usw.Kinder müssen sich wichtig fühlen, das funktioniert auch bei den ältern Kindern und die erarbeiteten Werke müssen präsentiert werden, dann sind alle motivierter!

      1. Ich denke, dass auch Mathe, Deutsch sehr kreativ gestaltet werden kann.
        Als Beispiel will ich mal ein Spiel nennen, das haben wir in der Altenpflegeschule gemacht.
        Jeder nimmt aus einem verdeckten Korb drei Gegenstände und erzählt oder schreibt daraus eine eigene Geschichte, das macht wirklich Spass!
        Da kann man auch deutsch lernen und Gramatik trainieren.
        Wir hatten Russlanddeutsche und Polendeutsche die ohne Sprachkenntnisse kamen und in den drei Jahren perfekt deutsch in Wort und Schrift gelernt haben. Die haben auch ein hervorragendes Examen geschrieben alles so um die Eins. Richtiger Deutschunterricht zieht sich durch alle Fächer, so ist es auch in Mathe usw.

  7. Auch wieder ein tolles Kunstthema, an das ich mich dieses Jahr endlich wagen möchte. In Grundschule Kunst haben sie DIN A4 genommen, ich erkenn das auf deinen Fotos nicht, ist das DIN A3 oder DIN A4?
    Herzliche Grüße!

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