Bloggedanken

Entschließt man sich, einen blog zu führen, dann muss man zunächst einige wichtige Entscheidungen treffen:

  • Bleibe ich anonym oder gebe ich meine Identität preis?
  • Schreibe ich ganz frei und ganz privat oder bleibe ich sachlich und überlege mir genau, was ich so von mir gebe?
  • Möchte ich von meinen etwaigen Lesern seriös wahrgenommen werden oder ist mir dies  – Verzeihung! – schnurzpiepegal?

Nun… diese Entscheidungen fielen mir zugegeben sehr leicht.

Und insofern kann ich mich nun – statt mich mit zweifelhaftem Erfolg zu bemühen, einigermaßen intelligent rüberzukommen (was ja nach einem vollen Schultag sowieso nicht mehr ohne Weiteres funktioniert) – entspannt zurücklehnen und euch stolz meine neue Kategorie präsentieren:

Frau Wehs pädagogisches Outfit der Woche

Zum Hintergrund dieser neuen Rubrik*:

Hilbert Meyer verfasste die 10 Merkmale guten Unterrichts nicht etwa, um damit LehramtsanwärterInnen im Kolloquium das Schwitzen zu lehren, sondern um etwas zu verändern in der Lernkultur. Die vorbereitete Lernumgebung, die bereits bei Montessori, Key, Dewey und anderen (nicht nur Reform-)Pädagogen ein wichtiger Bestandteil ihrer jeweiligen Konzepte war, umfasst für Herrn Meyer u.a. auch die Ästhetik der Raumgestaltung. (Rudolf Steiner war davon bereits einige Jahrzehnte früher überzeugt, aber das ist nicht meine Baustelle.) Reformmöchtegernpädagogin Frau Weh geht noch einen Schritt weiter und bindet die äußere Ästhetik des Lehrenden in dieses Kriterium guten Unterrichts mit ein. Denn sind wir doch mal ehrlich, meine lieben Kolleginnen, keine Stunde kann so richtig ungeplant, fehlgeplant oder wieauchimmerdaneben sein, dass ein wohleingesetztes Accessoire sie nicht noch retten könnte.

Da ich bekanntermaßen ein Faible für skandinavische Mode habe, das außerdem mein Blog ist, ich schon immer mal das Wort FASHION unterbringen wollte und ich hier sowieso machen kann, wozu ich lustig bin, seht ihr nun also das erste, frühlingssehnsüchtige, zwiebellookige, auch die müden Mädels hinten links motivierende

pädagogische Outfit der Woche

Rock – Noa Noa

Langarmshirt – Jackpot

Leinentop – Noa Noa

Jacke – Jackpot

Papiertüte – unbezahlbar

* na gut, zugegeben, es ist mir nicht völlig egal, was meine geschätzte Leserschaft so über mich denkt…

Advertisements

40 Kommentare zu „Bloggedanken

  1. nettes frühlingshaftes Outfit, nicht mein Stil, aber ich hab auch nicht die Figur von Ms. Papiertüte *g*

    Den Artikel finde ich allerdings mal so RICHTIG erfrischend 🙂 Danke!

    1. Ms. Papiertüte heißt eigentlich Wilma Weh und ist unser stummes Familienmitglied. Das Miniweh l i e b t Wilma. Kein Tag vergeht ohne, dass Wilma ausgiebig begrüßt, bekuschelt und gerne auch aus- und angezogen wird.

  2. Hihi – erst die Seminararbeiten-mäßige Herleitung, die einen „Nachdenken über Unterricht“ – Artikel vermuten lässt, dann die „äußere Ästhetik des Lehrenden“. Grandios! (Auch die Klamotten! Bringst du die kecke Strickjacke mit?)
    Liebe Grüße!

  3. Oh, die Jacke ist schön.
    Allerdings würde ich niemals mit einem Rock in die Schule gehen. Dabei fällt mir ein: Ich habe gar keinen 😉
    Machen Sie mal schön weiter das, was Sie wollen! Lesenswert ist es so oder so.

    1. Ich habe kleidungstechnisch sicherlich die wohlwollendere Klientel vor mir sitzen. Mit absolutem GRAUSEN erinnere ich mich an die modischen Verfehlungen verschiedener Lehrerinnen im Gymnasium. Die eine trug lange Röcke mit Applikationen drauf (gerne naive Landschaftsszenen mit Schafen und Hirten), die andere bevorzugte Röcke, die kaum als Ovarienwärmer durchgingen. Beides war peinlich.
      Aber was spricht zur Zeit gegen den klassischen Bleistiftrock mit Schluppenbluse, dazu blickdichte Strumpfhose und schicke Schuhe?

      1. Allgemein spricht nichts dagegen.
        In meinem Fall: Ich mag keine Röcke/Kleider.
        Ich hatte die Diskussion neulich noch in meiner 12a. Was soll/darf/kann/muss ein Lehrer anziehen? Was finden Schüler unangemessen?
        Mein Fazit aus der Stunde: Schüler registrieren (fast) alles. Wie oft man eine Jeans in der Woche an hatte, wie häufig ein Oberteil, neue Ohrringe, gewaschene Haare…
        Bei den Geschichten über den Kleidungsstil früherer Lehrer habe ich mich fremdgeekelt.

        1. Ja, ich bin überzeugt, dass Schüler weitaus mehr registrieren als uns so bewusst ist. Und in Ihrem Falle kommt dann sicher noch das abwägende Taxieren dazu. Da habe ich es natürlich definitiv leichter. Meine Zweitklässler beurteilen mich noch nach dem Motto „alles ist schön, wenn man es mit den Augen der Liebe betrachtet“ 😉 Dennoch kann man ihnen mit bestimmten Kleidungsstücken (und sei es dem Schlafanzug an Karneval) eine besondere Freude bereiten.

          Aber Gilmore Girls Fan und KEIN Kleid im Schrank? Gibt es doch gar nicht! Sollen wir zwei mal shoppen gehen? 😀

      2. hier entwickelt sich meiner ansicht nach eine freundschaft fürs leben! Frau Weh sie sollten unbedingt am rocklosen Zustand Frl. Rots ändern…In meiner hanseatischen Hauptstadt trägt man ungern rock, wobei sich das mit dem wachsenden einfluss von berliner Lehrerinnen zu ändern scheint…an meinem Gym haben sich die Berlinerinnen regelmäßig stille Modewettbewerbe geliefert und letzten sommer habe ich dann beim kakaotrinken(das kaffeetrinken müsste mir jemand angewöhnen) von einer freundin und mitabiturientin folgendes gesagt bekommen: ohja du hast schon den lehrerkleidungsstil…gemeint war die im vergleich mit den berlinerinnen doch recht ähnliche kombi aus hellblauem knielangem rock und dunkelblauer bluse (also relativ harmlos)…und bei der abieinsicht begegnete uns dann meine deutschlehrerin in hellem jeansrock und blauem poloshirt… :$

  4. Als ich die Überschrift gelesen habe dachte ich erst: »Hilfe, sie hört auf!«
    Ich bin sehr froh, dass das nicht der Fall ist. 😀

    Ich mag die neue Kategorie – denn über KLEIDUNG wird einem im Studium nichts erzählt, dass sind wirklich Dinge, die einem erst in den Praktika oder im Referendariat auffallen – und einem hoffentlich NICHT erst gesagt werden müssen. 😉

  5. Also die Papiertüte ist der Knaller – damit würdest du auch jede noch so gut vorbereitete Stunde umschmeißen *lach und duck*

  6. Erbarmen!! – Nicht noch ein Blog mit Mode drin! ;o)

    @Herrn Rau
    Haste auch schon gemacht – Ich erinnere mal an den Post aus dem letzten Jahr mit diesem komischen (wars kariert oder gestreift?) Ding!

  7. Mir fehlt dabei noch die klassische Überdimensionale Lehrer-Kette 😉

    …auch wenn es gerade nicht ganz zum Thema passt, aber:

    Es wäre toll, wenn ihr (die Leser & gerne auch Frau Weh) die Petition unterstützen könntet – es geht um die Einstellung von Lehramtsanwärtern & Lehrern in Thüringen. Besonders lesenswert sind die vielen Kommentare der Unterzeichner. 
    Lasst uns was verändern! 
    http://openpetition.de/petition/online/ich-will-lehrer-in-thueringen-werden-fuer-die-uebernahme-der-lehramtsanwaerter-in-den-schuldienst

  8. Ich finde das Outfit wirklich fantastisch.
    Insbesondere auf die Jacke bin ich wirklich neidisch !
    Und ich wünschte, ich hätte auch so eine schöne Papiertüte.
    Ist eine super Rubrik 😀

  9. Hilbert Meyer verfasste die 10 Merkmale guten Unterrichts nicht etwa, um damit LehramtsanwärterInnen im Kolloquium das Schwitzen zu lehren…hahahaha vermutlich würde das den wehrten professoren eh nicht ganz reichen…

    zum Outfit: schick! und damit laufen Sie jetzt wirklich die ganze woche rum? *duck und weg* 😉

  10. Sie sehen aus wie eine Schaufensterpuppe mit einer Tüte über dem Kopf ;-))
    Kleidung ist wichtig für Lehrer, oder sollte es zumindest sein. Lehrer sind meist die einzigen Erwachsenen, die ein Schüler ausserhalb der Verwandtschaft kennt. Und so ist man Vorbild, ob man will oder nicht.
    Kleidung ist immer Teil der Persönlichkeit, ob man fanstasievoll ist, souverän, hipp oder was auch immer.
    Und wenn das Außen mit dem Innen nicht übereinstimmt, merken Kinder das.
    Sie äußern sich ja dann auch dazu.
    Und Ihre Schüler sagen sicher, dass die Blümchen wunderschön sind.
    Also, man zieht einfach das an, was zu einem selbst und natürlich zum Arbeitsplatz passt. Muskelshirt und gürtelähnlicher Rock gehören einfach nicht in die Schule., so wie Irokesenschnitt und Piercings nicht an den Bankschalter passen.
    (hab auch ein Kleid von NoaNoa)

        1. Ich wäre wirklich entzückt! Ach, was sag ich, noch mehr als entzückt. Leider ist das Auto schon voll, sonst würde ich Wilma einfach mitnehmen. Oh, ich freu mich schon! 😀

  11. Ich find die farblich Abstimmung klasse, ich such bloß die ganze Zeit in den Läden nach dieser tollen Kopfbedeckung. Heut werde ich nochmal auf Streife gehen, vielleicht findet sich ja so ein strahlendes Tütchen zum rüberziehen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s