Familienzuschlag

Es freut mich natürlich sehr, dass die neue Kategorie so gut ankommt. Dann kann ich ja hier jetzt schließen und blogmäßig umsatteln.

(Scherz.)

Nein, viel dringlicher muss ich bei Herrn Weh Abbitte leisten. Der werte Gatte ist nämlich ein winziges bisschen angesäuert, weil

Frau Wehs pädagogisches Outfit der Woche

mitnichten meine eigene Idee war, sondern seine. Jawohl. Und das habe ich einfach vergessen zu erwähnen, Schande über mein Haupt. Aber jetzt wisst ihr ja Bescheid. Und wo ich schon dabei bin: So ein Lehrergatte ist wirklich Gold wert. Was der sich alles anhören muss.

„…und dann hat der gesagt, und dann habe ich gesagt…“

Und ansehen.

„Schau mal, was mir der Jan-Luca hier für ein Zettelchen geschrieben hat. Ist das nicht voll niedlich?“

Und (er)tragen.

„Ah, du fährst in den Baumarkt? Kannst du mir drei Rollen Gaffer Tape, einen Styroporkegel und eine 5mm Sperrholzplatte in den Maßen 2,50m x 1,47m mitbringen?“

Nach ein paar Jahren steigert sich dieser Wert noch einmal ins Unermessliche, denn irgendwann – lange verbale Bearbeitungszeit schulinterner Inhalte vorausgesetzt – kann der Partner nämlich auch Pädagogik. Ist das schonmal jemandem aufgefallen? Dass der Partner irgendwann ganz plötzlich ebenfalls Pädagogisch spricht? Also ich meine jetzt nicht Lehrer/Lehrer-Pärchen. Das ist ja schon fast kommunikativ-gedankliche Inzucht. Auf jeden Fall ist Verständnis da ja keine Kunstform, sondern eher so obligatorisch. Nein, nein, ich meine einen Partner aus einem völlig anderen Bereich, für den Grundschule bisher ein mythisch umwobenes, nicht immer gut riechendes fernes Abstraktum war. Du erzählst etwas über den Ärger, der zu Beginn der gerade vergangenen Konferenz noch mittelgroß war, drei Stunden später jedoch nahezu gigantische Ausmaße angenommen hat („und dann hat Chefin gesagt, Frau Weh mach das dann mal! Na klar macht Frau Weh das dann mal. Frau Weh ist ja so blöd und macht ALLES! Delfin, AO-SF, Inklusion, alles! Pffft!!!“) und plötzlich – BANG! – äußert der Gatte einen Satz, so treffend, so erregend wahnwitzig, so seziererisch genau, dass einem der Mund offen bleibt wie ein kleines o, das jemand vergessen hat und nun verwundert in der Luft hängt:

Dann mach es doch einfach nicht.

Genial, oder?

 

 

 

 

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3 Kommentare zu „Familienzuschlag

  1. Jawoll, ein absolutes Hoch auf alle Lehrergatten! Mein Exemplar ist auch durch nichts zu ersetzen.
    Ich liebe ihn besonders für solche Dialoge und nachfolgende Taten:
    Ich: Weißt du Schatz, ich habe mir überlegt, ich könnte doch mit den Kindern …(jetzt folgt teils fantasievolle und kreative, mit Sicherheit arbeitsintensive aber ganz sicherlich spaßbringende Idee um Kompetenz X zu erwerben)
    Er: Klingt super, du könntest zusätzlich noch …(jetzt folgt die Ausarbeitung dieser Idee aus Sicht eines Mannes (Unterschied – oh ja!) durch die die Idee fanasievoller, kreativer, evtl. arbeitsintensiver aber auch spaßiger wird)
    Ich: Oh ja (vor Freude und Glück strahlend). Dann brauche ich nur noch… irgendetwas zwischen ein Programm zum Tuten und Tröten für PC-Laien wie mich auf dem Klassenrechner, ein kleiner grüner Außerirdischer als Anschaungsmaterial und dazu folgende Materialien aus dem Baumarkt des Vertrauens (eine Liste verglichen mit deiner).
    Er: Prima – wann brauchst du die Sachen?
    Ich: Morgen!
    Er: (Schweigen) Ok, ich kümmer mich drum :-*

    🙂
    LG Alexandra

  2. Genau, einfach sein lassen.
    Man muss nicht alles machen.
    Man ist nämlich auch verpflichtet, seinen Lehrkörper gesund zu erhalten.
    Kluger Papa Weh.

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