Biorhythmus

Ich brauche ein Diktiergerät.

Wenn ich morgens mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit bin, dann sprühe ich regelrecht vor brillianten Blogideen. Ungebremst strömen die wortreichsten, witzigsten Formulierungen aus meiner dafür zuständigen Hirnhälfte. Pädagogischer Scharfsinn gepaart mit belletristischer Raffinesse. Ein Bonmot jagt da das andere. Morgens um 7.00 bin ich wirklich unschlagbar kreativ. Ich lache selber laut über meine Ideen und lege sie – bildlich gesehen – in einer Schublade ab, um sie dann später in Ruhe aufzuschreiben.

Dann komme ich in der Schule an.

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Und verlasse sie ein paar Stunden später wieder mit nichts außer einem großen Gefühl der Leere.

Von Magenknurren untermalt.

Schade, ne?

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35 Kommentare zu „Biorhythmus

  1. Liebe Frau Weh,
    ich kenne das! Nicht nur für Blogartikel, auch für Kurzgeschichten, Szene, Charaktere …
    Ich hab immer ein kleines Notizbuch und einen Stift dabei, auf den ich mich auch verlassen kann.

    Wenn Sie mit dem Auto zur Schule kommen und beide Hände zum fahren brauchen: Besorgen Sie sich doch einfach ein Diktiergerät! 😀

    Muss ja nicht so super teuer sein – und ob man nun an der Ampel singt oder nen Blogeintrag aufspricht, das ist ja nun völlig wurscht … 😉

      1. Das stimmt natürlich – angeblich kann man sich ja auch Matheformeln und sowas besser merken, wenn sie gesungen werden. Ich hab jedenfalls die Melodie zum englischen Alphabet immer noch im Kopf … 😉

  2. Schade, … wirklich schade … mir kommen meine Blogideen immer während der Arbeit und dann heißt es: „Gehst du endlich mal nach Hause?!“ und schwupp, verstecken sich auch meine Ideen, … *grummel*

  3. Ich wuerds auch sonst mit ein /d/ em smartphone probieren .neeeeeeeein es muss keeeeeeein apfel sein 😉

  4. Ich finde aber ehrlich, Frau Weh, dass die Blogeinträge schon jetzt vor Witz und Ideenreichtum sprühen. Wie sollen wir bloß noch eine Steigerung verkraften? Ich bin jetzt schon oft ganz schwach vor lauter Lachen! (Mein Mann fragt mittlerweile immer aus dem Hintergrund: „Na, liest du wieder Frau Weh???)

      1. da kann ich mich anschließen. „meiner“ guckt auch immer nur rüber wenn ich aus dem nichts anfange zu kichern (meistens übrigens kurz vorm schlafen im bett – ein hoch auf das apfel-telefon). dann reicht ein „frau weh“ (manchmal auch wahlweise fr. freitag oder frl. krise – aber am lustigsten ists meistens bei fr. weh) – und dann weiß er schon bescheid.

        Herrn Weh’s Idee bzgl Lehrer-Partner-Blog ist also gar nicht SO abwegig. Da können die Herren über unser Gekicher und am PC-gehänge ablästern 😉

        A propos lästern: bei mir war’s heute auch wieder lustig. was manche Kinder so für Vorstellungen vom Leben haben… Und ne Frage hab ich auch noch, so vielseitig wie Sie sind können Sie mir das bestimmt beantworten:
        http://dersteinigeweg.wordpress.com/2012/03/09/freitagsfruhlingsenergie/

  5. DAS kenne ich! Ich habe die Ideen immer auf dem Fahrrad. Oder wenn ich irgendwo total steril rumstehe und eigentlich nix machen muss, weil mein Einsatz noch aussteht. Wichtig ist, das es immer in Momenten passiert, wo ich nix aufschreiben oder diktieren kann. Zum Heulen ist das!

    1. Wie steht man denn steril herum? Ha ha, das merk ich mir! Aber ich schaffe das nie, also so sauber rumstehen. Irgendwas ist immer schmuddelig oder klebt. Liegt wahrscheinlich am Umfeld.

      1. Na z.B. im OP? Unter Umständen manchmal auch im Labor. In letzterem habe ich allerdings meistens zu tun und keine Zeit, über Blogs nachzudenken. In ersterem stehe ich aber öfter rum und warte, dass man mich an das Objekt der Begierde heranläßt, und das kann manchmal etwas länger dauern. Und in der Zeit hat man dann nichts weiter zu tun, als nirgends anzuecken. 😀

  6. Liebe Frau Weh,

    ich habe gerade eine ultimative Blogartikelidee, die ich aber leider bei mir nicht veröffentlichen kann, weil dann klar wäre, um wen es geht und weil ich dann in des Deibels ihm seine persönliche kitchen käme.

    Von daher schlage ich das Projekt „Occupy Kuschelpädagogik“ vor: Immer dann, wenn Du Deine Bonmots zwischen zentralen Prüfungen, Lernstandserhebungen, EVA, VERA, Kuh-A, Formblättern, Schulpsycho- und -soziologen verloren hast, springe ich ein ein und brilliere mit Sprach- und Mutterwitz sowie Ideenreichtum par excellence und erzähle Geschichten von einem der auszog, die Welt zu verbessern aber an der Unbelehrbarkeit seiner Eleven scheiterte um fürderhin, einem Brummkreisel nicht unähnlich, auf dem Boden zu sitzen, sich im Kreis zu drehen und fortwährend die Worte „Think-Pair-Share“, „Lernziel“ und „Zielspannung“ vor sich hinzubrabbeln.

    Wär das was?

    Na?

    Na?

    Ach komm, Frau Weh 😉

    Trotz der vollkommen unrockbaren Gesamtsituation schickt Dir die allerbesten Grüße
    der Herr D.

    1. „…um fürderhin, einem Brummkreisel nicht unähnlich, auf dem Boden zu sitzen, sich im Kreis zu drehen…“

      Das Bild! Ich werde dieses Bild nicht los! Herr D. im Drehmoment, johooohoooo 😀
      Lieber Sebastian, ich wäre in höchsten Maßen entzückt, die Grundschulpforten meines kleinen Blogs zu öffnen, um mal die Luft der großen, weiten Gymnasiumswelt zu schnuppern. Ich würde sozusagen meine anonymen Schwingen beschützend über dein Gedankengut breiten. Herrlich. Das entspricht in vollem Maße meiner gutherzigen Grundeinstellung. Du kannst dir ja schonmal Gedanken über ein Pseudonym machen. Big D is in da house oder sowas in der Art?

      1. An meiner Ausbildungsschule hieß ich bei den SuS ja „Mr. D“, zusammen mit dem besten Freund aus Grundschultagen habe ich als „DJ Fat S“ den unvergleichlichen Ballermannsong „Du bist meine Nummer 1,2,3,4“ produziert. Das bedeutet demnach, es müsste so etwas wie „Mr. D Brummkreisel DJ Fat S“ werden 😉

  7. Ersetze Schule durch Alltag oder Chaos, dann trifft es 1:1 auf mich zu. Dabei habe ich sogar immer Schreibblock und Stift dabei, nur nie eine Hand oder gar zwei übrig, um sie zu nutzen, wenn es grad uuuunbedingt Not täte…

  8. Sebastian, du solltest das Pseudonym hier bekanntgeben – dann bleibt es bestimmt anonym, Primimäuse sind für ihre Verschwiegenheit bekannt 🙂
    Wenn es ganz schlimm wird, können wir auch eine anonyme Fortsetzungsgeschichte schreiben, quasi ein bunter Mix durch alle Schulformen und jeder nimmt sich dann seinen individuellen brauchbaren Teil.
    Das Bild des Brummkreisels führte zu einem so lauten Lachen, dass der Gatte sich vom Sofa erhob um zu schauen, was zu meiner Unterhaltung beiträgt.
    Mit dem Bild im Kopf, wird der morgige Tag sicherlich auch ein Klacks…

  9. Ich vergesse zur Zeit schon in der Bewegung zum Ichmerkmirallesfür dich-Buch das, was sich ebendieses eigentlich merken soll. Manchmal sehe ich mich am Hosenbein einer dieser Kindertherapeuten, -psychologen, – … hängen, die ich zur Zeit häufiger sehe als die Kinder meiner Klasse…

      1. Ein Teil hat wirklich viele brilliante Ideen. Einige sogar in der Schule umsetzbar. Dumm nur, dass da auch immer Eltern eine Rolle spielen…

  10. Wie sehen denn deine Verhandlungen bezüglich des Zoom H2 aus? Müsste der dann in der Schule bleiben oder dürfte er die Musiklehrerin (zur Unterrichtsvorbereitung, wofür auch sonst?!) nach Hause begleiten?

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