be nice – work hard – learn well

Wenn der Musikunterricht meine große Liebe ist, so ist Kunst wenigstens meine amour fou. Da ich mich während meiner eigenen Schulzeit zu einem sehr frühen Zeitpunkt zwischen den beiden Fächern entscheiden musste, fehlt mir allerdings so ziemlich jeder fachliche Hintergrund. Aber was solls, damit stehe ich in der deutschen Schullandschaft ja beiweitem nicht alleine da. Also wird gelesen, fortgebildet, angeschaut, abgeguckt und vor allem ausprobiert. Glücklicherweise habe ich ungemein Spaß an Farben, Materialien und Texturen und finde an Pappmaschee lediglich die eingedeutschte Schreibung unmöglich. Mögen meine Kinder (die eigenen und die geliehenen) mich noch so sehr nerven, für eine Performance mit Kleister, Abtönfarben oder Gips bin ich jederzeit zu haben. Und zur Freude des mittelgroßen Wehwehchens bin ich eigentlich immer bereit, die knapp bemessene Fernsehzeit auf eine weitere Folge Art Attack oder Finger Tips auszuweiten.

Da aber nur wenig so schief gehen kann wie schlecht geplanter Kunstunterricht*, freue ich mich natürlich über gute Tipps aus der Praxis. Und hier kann ich jetzt auch den Bogen zum Titel des heutigen Postings schlagen:

Die Georgetown Elementary School, deren Schulmotto oben zu lesen ist, befindet sich in Michigan und verfügt neben rund 500 Schülern über ein ambitioniertes Team aus Kunstlehrern, die einen – ihr ahnt es – reizenden Kunstblog führen. Manche Dinge erscheinen für unsere Verhältnisse ein wenig arg bunt und quietschig, aber ich mag das Gesamtpaket. Außerdem bin ich neidisch auf den hervorragend ausgestatteten Fachraum und das Fachlehrertum dort. Was wäre mein Leben wunderbar, wenn ich mich ausschließlich mit Musik und Kunst beschäftigen würde. Hach…!

Aber seht selbst, auf welch anmutigende Weise hier die Herstellung von Tonfischen gezeigt wird:

How to make a pottery fish

Ebenfalls empfehlenswert ist die umfangreiche Blogroll auf der Seite, bei der (besonders unter fun sites) manche Schätzchen zu finden sind.

* oder eine schlechtgeplante Stunde Klassenmusizieren. Ach ja und gar nicht geplanter Sportunterricht. Und die Regenwurmwerkstatt an einem Montag nach einem heißen. heißen Wochenende… das gab Tränen!

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10 Kommentare zu „be nice – work hard – learn well

  1. Liebe Frau Weh,
    Ich verstehe Sie viel zu gut 😉
    Meine Lieblingsseite ist http://www.thatartistwoman.org/ (90% davon schon nachgemacht)
    Kunstunterricht in meiner Klasse ist heilig: alle Fächer dürfen ausfallen, außer Kunst 😉 Heute haben wir gefilzt = 90 min Spaß, 2 x „König der Löwen“-CD hören, 20x Pflaster verteilen, 0 x sich aufregen. Ist das herrlich!!!
    Liebe Grüße
    Calypso

  2. Als Du rein bist, bin ich raus – endgültig – und beschäftige mich seitdem ausschlisslich mit Kunst und Reis. Gerade habe ich erfahren, dass ich deshalb vielleicht mit 73 eine kleine Rente bekomme. Aber meine Entspannungs-Goldfische sind echt.

    1. Ich beneide dich um die Goldfische. Familie Weh hat kein Glück mit Goldfischen. Entweder segnen sie sehr schnell das Zeitliche oder sie werden riesig und müssen in die Natur entlassen werden.

      Warm gerade Kunst und Reis?

      1. Na, ich bin nu mal Künstler und war zu lange in D Kunsterzieher am Gymnasium. Und Landleben in Nordsulawesi ist eben sehr vom Nassreisanbau geprägt. Ausserdem ist Grossgrundbesitzer viel besser als Studienrat, wobei ich sagen muss, dass ich als Ausländer natürlich nur Besitzer aber nicht Eigentümer sein kann.

          1. Zuerstmal möchte ich bemerken, daß ich Deine Erlebnisse sehr gut beschrieben und interessant finde. Gleichzeitig gruselt’s mir inhaltlich, obwohl sich die Hauptschul-Situation (oder wie auch immer der politisch korrekte Begriff gerade lautet) sich doch wohl sehr von der gymnasialen unterscheidet. Die einzigen nett-begeisterten Klassen waren damals 5 und 6, und die hat man uns weggenommen. Mir wurde kürzlich berichtet, daß ein aktuelles Schlagwort „Inklusion“ lautet, mit dem man die neurotisch-politischen Vorstellungen von Pädagogik in einer kranken Gesellschaft beschreibt. Das alles hab ich tatsächlich gründlich und komplett hinter mir gelassen. Ich bin aber nicht geflohen – das fand schon 73 im Moor statt, wo ich meine Wurzeln gefunden hab (s. „Waldschrat“) – sondern zu etwas Positivem hin ausgewandert, das sich schließlich nur als anders irre erwies. Trotzdem würde ich es wieder tun – sogar früher, aber nicht wieder in ein Gebiet mit fanatischen Christen.
            Salam hangat von
            Tom

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