Luftpumpen zum Zweiten

Heute ging es schon ein bisschen besser. Möglicherweise lag es daran, dass ich zwei Kindern die Luftpumpe um die Ohren unter Höchststrafe das Dazwischenspielen verboten habe. Oder auch weil ich an die Ohrstöpsel gedacht habe. Ja, die hatte ich beim letzten Mal nicht drin. Schön blöd. Jedenfalls glaube ich, dass aus der Luftpumpenidee doch noch etwas werden kann.

Sollte sich nun der ein oder andere Leser bemüßigt fühlen, ebenfalls zur Pumpe zu greifen, möge er folgende Punkte beachten:

  1. Gespielt wird einzig und allein nach Dirigat! Dazu ist es hilfreich, wenn alle Schüler nach vorne schauen. Nicht nach hinten. Auch nicht zur Seite, unter den Tisch, aus dem Fenster, zu den Sitznachbarn oder in den Mülleimer.
  2. Das ausgewählte Stück sollte piano- und forte-Stellen beinhalten. Diese lassen sich effektvoll mit Klein- und Großbesetzungen umsetzen. Es darf auch gerne mit Pausen gearbeitet werden. Synchrones headbangen oder grooven der Schüler stellt einen wünschenswerten optischen Reiz dar und sorgt für gelöste Stimmung.
  3. Das Gummi muss schwingen können. Sonst verhält es sich wie ein Luftballon, der… ja, genau.
  4. Auf gar keinen Fall sollte das Stück länger als 3 Minuten sein! Akustische Folter.
  5. Die Übungseinheiten so legen, dass die nächste Klasse mit Stillarbeit beschäftigt werden kann.
  6. Eine Doppelhubpumpe kann einen gängigen Einmalhandschuh in wenigen Sekunden zum Platzen bringen. Der hierbei entstehende Knall kommt einer mittleren Explosion gleich. Fahrradpumpen sind also zu bevorzugen.
  7. Unter gar einen Umständen sollte man gepuderte Latexhandschuhe zulassen. Nein, denkt nicht mal dran!
  8. Das ausgewählte Stück mehrmals nur mit entsprechenden Pumpbewegungen in der Luft üben lassen.
  9. Dabei unbedingt vorher die Vorhänge zuziehen.
  10. Ein geflitschtes Gummi macht ein lustiges Geräusch. Und eine lustige Verletzung fast überall am Körper.
  11. Kühlpacks bereithalten.
  12. Der aufgebrachten Reinigungskraft erklären, dass der heutige Aufklärungsunterricht keineswegs mit Präservativen in Kindergröße durchgeführt wird, sondern dass es sich bei den gefundenen Artefakten um wichtige Schwingungsmembranen handelt, die sich gelegentlich mit einem pffffffffffhhhhhhhTTT! verselbstständigen.
  13. Sich damit trösten, dass Beuys mit seiner Fettecke auch nicht überall auf Verständnis stieß. Dies ist eben eine akustische Fettecke.
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11 Kommentare zu „Luftpumpen zum Zweiten

  1. Ui, ich hab´s vor meinem inneren Auge… Würde zu gerne das Ergebnis sehen und hören. Welchen Song hast du denn gewählt?

    1. So ging es mir auch… Wobei es erst einmal weniger anstengend zu sein scheint, das alles vor seinem inneren Auge, nicht vor seinem inneren Ohr zu haben. 😉

  2. „Akustische Fettecke“! Das ist groß! Das merk ich mir (ich fürchte meine Basketbälle fallen auch unter die Kategorie…) 🙂

    Bin darüber hinaus voll des Lobes für dein innovative Unterrichtsidee, werde es mich allerdings mit meinen nicht trauen…

    1. „…werde es mich allerdings mit meinen nicht trauen…“
      Kann ich verstehen. Ich trau mich eigentlich auch nicht, aber jetzt habe ich ja schon angefangen 😉

  3. Was mit Grundschülern klappt, sollte doch auch mit Zehntklässlern für einen auflockernden Beitrag zur Abschlussfeier klappen. 🙂 Danke für die Anregung und die Hinweise aus eigener Erfahrung!

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