Omnes Viae Ducunt Romam*

Oh, ich könnte mich in den Hintern beißen! Mitte 30 und noch kein bisschen klüger als mit 17. Aber der Reihe nach:

Es ist Sommer. Frau Weh ist käsig. Nein, vornehm blass, wir wollen es mal nicht so negativ sehen. Schließlich habe ich eine Alabasterhaut wie der englische Landadel bei Jane Austen. Mein Teint ist quasi aristokratisch. Blassblau unterlegt im Winter, zurückhaltend rosé im Sommer. Vereinzelte Sommersprossen krönen das Gesamtbild wie Schimmel den Käse. Womit wir wieder bei der käsigen Ausgangslage wären, die ich in diesem Jahr (nach einem dummen, dummen, dummen und unüberlegten Satz von Herrn Weh) zumindest an den Beinen mit einem selbstbräunenden Produkt angehen wollte. (Für die Herren der Schöpfung: Das ist so etwas wie Beta-Carotin in der Tube. Riecht komisch, macht aber – angeblich – nahtlos schöne braune Beine.)

Desgleichen habe ich bisher erst ein einziges Mal versucht. Das war kurz vor der 12er Stufenfahrt nach Rom. 35°C reinste Sommerhitze, flirrende Gassen, flirtende Italiener. Der Sommer meines bis dato noch nicht so umwerfend aufregenden Lebens sollte es werden. Vielleicht hätte ich mich besser informieren sollen. Vielleicht hätte ich mich überhaupt mal informieren sollen. Jedenfalls war mir nicht bewusst, dass ein Peeling un-ab-ding-bar für gleichmäßige Bräune ist. Was ist überhaupt ein Peeling? Kurzum, es wurde ein Sommer in langen Hosen. Denn selbst nach rabiatem Einsatz der Nagelbürste in der elterlichen Badewanne sahen meine Beine zwar geschunden, aber eben nach wie vor gefleckt aus. Modell Giraffe. Flatsch neben Flatsch und darunter – ihr ahnt es – alabasterweiße Haut. Sahneweiße Schenkel mit nutellabraunen Schönheitsflecken in Form des australischen Outbacks. Hübsch, fürwahr.

20 Jahr später bewahrheitet sich also der vor Jahren im Lateinunterricht gelernte Satz. Mein persönliches Rom ist wieder da. Meine Beine sehen aus… unglaublich! Dabei war ich schon so schlau und habe extra nur eine bräunende Bodylotion (nur eincremen) genommen. Erst sah man nix (also weitercremen) und nun… grande katastrophe! Ein Gutes hat es: Morgen geht es hierhin, gehe ich unten ohne, falle ich in der afrikanischen Steppe gar nicht weiter auf.

Solltet ihr also morgen auch in Gelsenkirchen sein, ich bin die mit der vornehmen Blässe im Gesicht und den giraffenscharfen Beinen. Nein, ihr braucht mich bitte nicht darauf ansprechen.

* Alle Wege führen nach Rom. Oder in die Badewanne. Wie mans sieht.

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18 Kommentare zu „Omnes Viae Ducunt Romam*

  1. Na, das Wetter soll ja nicht gaaaaanz so schön werden. Da kann man guter Dinge einen langen wehenden Rock (römisch sozusagen) oder eine safaritaugliche Outbackhose (australisch dann eben) oder die Everyday-Jeans (Mamas unverwüstliches Outfit zum Rutschen, Klammern und Hinterherrrennen) tragen. Ganz wie’s beliebt!
    Viel Freude in Gelsenkirchen. Ich werde nicht dort sein, denn ich habe – leider – noch Unterricht (die Bayern halt wieder …) !

  2. Giraffen sind übrigens recht nette Tiere. Allerdings etwas größer als du…:-D
    Hast Du Herrn Weh schon subtil darauf aufmerksam gemacht, dass IHN durch den unbedachten Kommentar sämtliche Schuld trifft, die durch Überschüttung mit wohlriechenden Blumen, Besuche seit Monaten ausgebuchter Restaurants und derartiges in Teilen getilgt werden könnte….? 😉

      1. Vielleicht auch solche im Leoparden-Print, dann könnte man den WWF vielleicht sogar als Sponsor gewinnen. Dazu ein Zerbra-gestreiftes Etui-Kleid sowie als Accessoire eine Handtasche aus Kroko-Imitat, und du bist in Gelsenkirchen oder auch in der Serengeti perfekt getarnt.

  3. Oh, das klingt ja wirklich nach einer Katastrophe. Wobei ich es tröstlich finde, dass ich nicht die einzige bin, die sich weigert aus Fehlern zu lernen. 😉
    Was ich empfehlen kann, ist ein Sonnenöl mit Nachbräunungseffekt, aber da braucht man halt auch Sonne. 😀

  4. Ooooh, es tut mir leid, aber ich musste echt lachen! 😉 Weil ich vor genau dem Ergebnis Angst habe, hab ich bisher trotz aristokratischer Blässe einen großen Bogen um diese Produkte gemacht… 😉

  5. Och, schade mit Braun, macht nix, noble Blässe ist auch schön.
    Und Karotin ist ein Farbstoff, der nicht lichtecht ist. Also bitte mit viel Sonne gegenbehandeln.
    Und in den Zoo will ich schon ganz lange. Bitte erzählen Sie danach ausführlich.

  6. Oh je! Aber bei dem Wetter ist diese Katastrophe ja gut zu kaschieren. So kannst du diesem Mistwetter wenigstens etwas Gutes abgewinnen.
    Bei mir waren es nicht die Beine, sondern die Haare. Die sollten auch braun werden (allerdings nicht mit Bräunungscreme ;-)). Die sind zwar gleichmäßig geworden, dafür aber eher rot. Und das macht mich noch blasser als ich eh schon bin. Tja. erst gedacht, dann gemacht. Hier hatte ich eigentlich auch schon zu früheren Zeiten reichlich Erfahrung gemacht.
    Also Kopf hoch, die Beine kann man verstecken. Schlimmer geht immer.

  7. Oh, oh. Tschuldigung, aber ich stell mir das jetzt gerade vor, eine Vornehm blässlige Frau Weh mit Giraffenbeinen.
    Nein, nein. Ich lach nicht!!! Nein!

  8. Wir scheinen einen ähnlichen Hauttyp zu haben — allerdings habe ich mir entsprechende Experimente bis jetzt verkneifen können. Und durch die letzte Versuchung (;-)) hat mir dieses Jahr tatsächlich mein Mann geholfen. Als ich nämlich mit unfall- und wetterbedingtem Sonnendefizit und dadurch noch blässlicheren Beinen als üblich vor dem Selbstbräunerregal stand, erklärte er äusserst lieblos: „Das kriegst du eh nicht ordentlich hin — glaub bloss nicht, ich würde dich hinterher trösten.“ Ich sollte ihm wohl dankbar sein…

  9. Ich muss gestehen, ich hab sowas auch noch nie probiert… »gleichmäßiges Auftragen« irgendeines Zeugs ist meine Stärke nicht.

    Aus diesem Grund habe ich für den Sommer das Motto einer Freundin adoptiert: »Nur Bauern sind braun, der Adel ist blass.« :mrgreen:

    Ich hoffe, Sie hatten einen wunderschönen Tag im Zoo!

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