Ohne Worte

Nicht ungewöhnlich ist es, dass es einem Schüler im Laufe des Vormittages blümerant wird und daher die Eltern zwecks Abholung kontaktiert werden müssen.

Schon wesentlich seltener kommt es vor, dass die Erziehungsberechtigten nicht erreicht werden können, da sie sich gerade zwei Wochen ohne ihre Kinder im Urlaub befinden. Fuerteventura. Zur Erholung.

Interessant wird es, wenn die Eltern in einem solchen Falle versäumt haben, die Schule über ihre Abwesenheit zu informieren.

Aber wirklich noch nie habe ich erlebt, dass bei einer solchen Verkettung von Ereignissen gar keine Telefonnummer einer im Notfall zu benachrichtigenden Person hinterlegt wird.

Sie immer wieder überraschen können. Unbezahlbar.

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33 Kommentare zu „Ohne Worte

  1. Hab ja schon viel erlebt. Aber sowas ist mir – klopf festefeste auf Holz – noch nie untergekommen (und wird auch hoffentlich nicht passieren)!
    Wie ging das dann weiter? Was macht man da? Jugendamt??

  2. Oh. Der Arme…
    Grundschulkind. Unglaublich. Und wer hat sich dann um das kranke Hühnchen gekümmert?
    (Ich bin ja als Kind oft aus Aufregung fiebrig geworden. Hier vielleicht auch eine unbewusste Körperreaktion – „bitte kümmern“?)

  3. Und die Kinder versorgen sich komplett selber und wohnen allein daheim, oder sind die bei der Oma, oder sonst wo? Das kann doch wohl nicht wahr sein!

  4. WAAAAHSINN! Bin ebenfalls sprachlos!

    (Es ist tatsächlich nicht immer leicht, das Verhalten mancher Eltern mit Dummheit zu erklären ;-))

    Bei uns an der Schule ist heute und gestern ebenfalls die Magen-Darm-Saison eingeläutet worden – und unser Hausmeister befindet sich im (Erholungs-)Urlaub! Ohne Notfallnummer!

    Liebe Grüße schickt Frau Reiter

  5. Oh je, Primimaus, Du hast Deinen Job noch nicht verstanden! Wir Primimäuse sind zuständig für ALLES! Für das Vermitteln des Zähneputzens, des Fahhradfahrens (grundlegend, nicht nur verkehrstechnisch), des gesunden Essens, der Schulwegbewältigung und NATÜRLICH AUCH der gesundheitlichen Versorgung. Wusstest Du das noch nicht?
    Bei uns gibt es eine Klasse mit zwei epileptischen Kindern. Wenn die einen Anfall bekommen, wird von uns erwartet (ausgehend von den Eltern), dass wir den Tubus mit dem Mittel in den Poppes schieben. Hey, bin ich Krankenpflegerin geworden?
    Unser ganzes Kollegium hat sich geweigert … das machen wir doch nicht mit!
    Aber im Ernstfall wird es die Klassenlehrerin wohl doch tun … „man würde doch jedem bei so was helfen.“

    Dazu meinte mein GöGa: „Jo, wenn ich als Epileptiker beim Friseur sitze und ich krieg‘ so einen Anfall, dann hängt mir auch ein Zettel um den Hals: Bin Epileptiker, bitte im Ernstfall den Tubus aus meiner Sakkotasche sofort in den Hintern schieben.“

    Solche Nummern halten die Treffen im Freundschaftskreis lebendig. Da weiß man, wozu man so was erlebt … und Blogs machen sie auch sehr farbig. 😉

    Wünsche Dir starke Nerven und sicher haben Deine Wehwehchen heute Nacht einen kleinen Freund im Kinderzimmer … oder bist Du etwa so herzlos und hast den armen, vernachlässigten Wurm NICHT mit nach Hause genommen?

    Liebe und mitfühlende Grüße von der Kollegin
    Frau Enn

    1. nur zum letzten Kommentar- bin auch Lehrerin- dein Kollegium muss sich mal schlau machen- ihr seid sogar dazu verpflichtet da das Verabreichen des Notfallmedikaments in dem Fall (Epilepsie) als erste Hilfe gilt- du kannst sonst ggfs.wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden (gute Broschüre der BzgA zu dem Thema „chronisch kranke Kinder“ oder so ähnlich…)

      1. Wir haben im Lehrerzimmer eine ganze Wand mit Notfallplänen für bestimmte Kinder gepflastert: Anapens, Antiepileptika, Glukagon etc. Wir haben eine Einweisung bekommen, was im Ernstfall zu tun ist und die ausdrückliche schriftliche Genehmigung der Eltern, die Medikamente auch anzuwenden. Natürlich hoffen auch wir, dass wir sie nie verabreichen müssen.

      2. Ich habe genau diese Broschüre sehr gut studiert (war ja Thema bei uns). Darin steht an keiner einzigen Stelle, dass ein Lehrer einem Epileptiker ein Medikament rektal verabreichen MUSS. Was er wirklich muss, ist das Verhindern von Verletzungen im nahen Umfeld, wenn das Kind krampft. Ansonsten gilt hier wie in anderen Fällen: 112 anrufen. Handy immer griffbereit haben!
        Ein Bekannter (Realschulleiter) erlebte es, dass sogar die gerufenen Sanitäter nicht handeln durften ohne den Notarzt dabei zu haben.
        In unserem Fall ist bis zur weiteren Klärung ein Familienangehöriger immer mit dem Kind zusammen im Unterricht. Angeblich sind die Anfälle nicht so selten. Es darf nirgends allein hingehen (Toilette, Schulhof), darf auch die Spielgeräte nicht ohne erwachsene Begleitung benutzen.
        Ich bin (ganz sicher nicht allein) der Meinung, dass man, bevor man eine Familie auf ein Feld schickt, erst das Haus baut, das man ihnen zugesagt hat und sie nicht auf den Acker setzt und sie vertröstet mit der Aussage: „Wartet mal eine Weile, das Haus bauen wir bald um euch herum. Wir haben im Moment kein Geld dafür.“
        Genau so geschieht es nämlich derzeit mit den so genannten ach so tollen Inklusionsschulen, die in Wahrheit ja gar keine sind. Und das wird ausgetragen auf den inzwischen immer brüchiger werdenden Schultern aller Beteiligten. Die Sonderpädagogen inbegriffen, die derzeit ihre guten Schulen mit Abwesenheit beglücken müssen, da sie von Schule zu Schule fahren um hier und da ein Tröpfchen ihrer hervorragenden Pädagogik abzusetzen.
        Der Fahrschullehrerverband würde streiken, wenn man von den Fahrlehrern verlangte, vorne Fahrstunden zu geben, während die beiden Hintersitzler das Schwimmen erlernen sollen … hey, ihr da hinten, macht doch schon mal erste Atemübungen und flott die Arme bewegen – vor – erster Gang rein – Arme auseinander – Kupplung nicht vergessen! Hey, Fuß auf die Bremse! Nein, nicht Sie sollen die Arme auseinander nehmen – um Himmels Willen – Hände ans Steuer!
        Dies war gerade mal die Wiedergabe eines schultäglich von mir erlebten Lebensgefühls.
        Ach ja, ich habe es noch nicht ganz drauf … wir sollen ja SEGEL … selbstgesteuertes Lernen.
        Hm … ich stelle es mir gerade vor … Fahrschüler sucht abwechselnd mit Händen und Füßen herauszufinden, welcher Hebel, welches Pedal denn wohl zuerst betätigt werden muss, damit das Auto vorwärts kommt. Dabei fährt er leider über die Kaimauer, weil er bei seinem selbstgesteuerten Try-and-Error-Verfahren die Bremse verfehlt hat. Aber immerhin können die Hintermänner jetzt auf gleiche Weise im Hafenbecken ihren Kopf über Wasser zu halten versuchen. Tja, da sie keine Naturtalente darin sind, saufen sie ab, bevor sie merken, dass sie die falsche Wahl – das Schwimmenlernen – getroffen haben. Vielleicht hätten sie besser zuerst durch die Stadt laufen sollen, was etwas weniger gefährlich gewesen wäre.
        Aber immerhin hat der Fahrschullehrer alles penibel dokumentiert, wie man es von ihm erwartet.
        Manchmal möchte man nur noch schreien … kein Wunder, dass die Kinder es tun. Ich kann es ihnen nachfühlen. 😉

  6. Der arme Kleine tut mir leid. In letzter Zeit hab ich so manche Geschichten gehört, bei denen ich mir gedacht hab, es scheint irgendwie aus der Mode zu sein, sich selbst um seine Kinder zu kümmern… Schade.

  7. Also sowas habe ich auch noch nicht gehört. Letzte Woche habe ich in einem ähnlichen Fall, Kind wurde nicht abgeholt, das Jugendamt angerufen, nachdem wir über eine Stunde die Eltern (Mama, Papa, Schwester, Arbeitsstelle, Tagesmutter )nicht erreicht haben. Am Ende musste kam die Mutter dann plötzlich an.Aber dein Fall ist ja echt unglaublich. Würde auch gerne wissen, wie es ausgegangen ist.
    Habe schonmla davon gehört, dass Eltern ihr 8 Wochen altes Kind in Urlaub zu den Großeltern bringen , damit sie sich selbst auf einer spanischen Insel erholten…aber so was. Immer was Neues.

  8. Mmmmh… die Bemerkungen hier scheinen mir doch alle etwas einseitig (bis engstirnig) zu sein. Ohne die Randbedingungen genau zu kennen, sollte man hier kein Urteil fällen.

    Müssen Eltern der Schule mitteilen, wo sie sich aufhalten, solange sie ihr Kind gut versorgt wissen? Dass Kinder in der Schule versorgt werden mussten, bis jemand erreichbar war, war zu Vor-Handy-Zeiten der Normalfall und auch heute kann ich nicht alle Eltern meiner Schüler auf der Arbeit erreichen. Die Lehrer meiner Kinder mich übrigens auch nicht, schließlich unterrichte ich und da gilt Handyverbot.

    Was man da macht? Den Drittklässler fragen, wer ihn derzeit versorgt und die Telefonnummer herausfinden.

    Zu den Epileptikern: eine Schulbegleitung bekommen sie nicht, brauchen sie auch nicht, wenn sie gut eingestellt sind. Die Alternative wäre, ihnen den Besuch der Regelschule zu verwehren. Das kann’s ja nun wohl auch nicht sein!
    Eine ganz andere Sache ist die, dass wir als Lehrer keine Medikamente verabreichen dürfen, eigentlich noch nicht einmal ein Pflaster. Also – Notdienst rufen. Wäre bei einem Anfall sowieso keine ganz schlechte Idee und kann man den Eltern auch so mitteilen. Ohne Aufregung und mit Paragraphen dekoriert

    1. Was du glaube ich überlesen hast:

      Aber wirklich noch nie habe ich erlebt, dass bei einer solchen Verkettung von Ereignissen gar keine Telefonnummer einer im Notfall zu benachrichtigenden Person hinterlegt wird.

      Klar kann man vergessen das der Schule mitzuteilen. Aber dann erzählt das Kind doch sowas wie: „Ich wohne im Moment bei Oma“ oder „Die Kinderfrau kümmert sich um mich“. So wie ich Frau Weh verstehe, war das nicht der Fall.

  9. Nun ja, die große Empörung hier über diese „Rabeneltern“ kann ich nun doch nicht so ganz nachvollziehen. Frau Weh hat ja gar nichts davon geschrieben, das Kind sei alleine zu Hause oder verwahrlost oder Ähnliches. Bisher lese ich nur davon, dass die Eltern vergessen hatten, der Schule ihre Abwesenheit und die Telefonnummer der/des Erziehungsbeauftragten zu vermitteln. Was ziemlich blöd ist. Und was ihnen möglicherweise nach dem Urlaub sehr peinlich sein wird. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass das Kind in der Zeit nicht gut versorgt war.

    Als ich in der 2. Klasse war, sind meine Eltern für 2 Wochen auf eine Bildungsreise nach Israel gefahren. Die erste Woche habe ich bei meiner Kinderfrau verbracht (die ich sehr liebte, und zu der ich noch lange Kontakt hatte) und die zweite Woche bei meiner Oma (worauf ich mich tierisch gefreut hatte, die mir am Ende der Woche aber doch etwas auf die Nerven ging, wie das eben so ist). Ein wunderbares Abenteuer für mich!

    Was ich damit sagen will: Alleine aus der Abwesenheit ein Drama zu machen, wirkt auf mich doch stark übertrieben.

    1. Da hast du wohl Recht. Ich war gestern aber auch irgendwie der Worte müde, weil es eben keine Überraschung bei dieser Familie darstellt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob es wirklich ein Versehen war, dass wir keine Nummer haben. Tatsache bleibt, Maik ist ein armer Wurm.

  10. Jetzt dachte ich gerade „Hey, das haben meine Elter auch schon mal gemacht!“
    Da war ich allerdings schon 18 und hatte einen Führerschein und ihren Wagen zur Verfügung… Vorher hätten die das nie gemacht!
    Unglaublich sowas… 😦

  11. Eine Freundin hat vor ein paar Wochen etwas grob ähnliches erlebt, wenn auch nicht ganz so extrem.
    Kind war angemeldet zu einer Ganztagsbetreuung in den Ferien, deren Teilnahme sicherlich nicht vom Kind ausging. Es saß eigentlich nur ängstlich in der Ecke und hat zugeschaut statt mitgemacht. Ganz gesund war’s auch nicht beim Eintreffen (blass, hatte nur ein trockenes Brötchen gegessen), lapidare Anmerkung der Mutter: „War gestern auch schon so, wird schon gehen.“
    Naja, nachdem es dem Kind über den Tag immer schlechter ging („ich muss speien“) versuchte man die Mutter zu erreichen. Schwierig, wenn keiner ans Telefon geht. Irgendwie konnte die Adresse noch rausgefunden werden, damit meine Freundin dort vorbeifahren konnte, aber auch dort dauerte es eine Ewigkeit, bis sich etwas rührte. Gut, kann passieren, aber wenn der Kommentar dann sowas ist wie: „Ach, Scheiße, jetzt muss ich sie eher abholen? Hätten Sie da nicht was machen können?“ frage ich mich auch was abgeht…

  12. @ die, die das Kopfschütteln nicht nachvollziehen können:

    Die Schule nicht kurz zu informieren, wer denn im Notfall zu erreichen ist, wenn man in Urlaub fährt (selbstverständlich zu Recht allein, damit man sich von der anstrengenden Erziehungsaufgabe mal erholen kann – das meine ich ganz ohne Ironie), finde ich schon befremdlich. Geht es doch ums eigene Kind … auch ist es für die Lehrer hilfreich zu wissen, warum das Kind möglicherweise ein bisschen von der Rolle ist. Meistens sind die Kinder das nämlich und man macht sich seine Gedanken, was denn eigentlich mit dem Kind los ist. Ich erlebte es letztes Jahr gerade, als die Mutter eines Kindes im KH war. Da ich beizeiten informiert wurde, ließ sich das „Schrägsein“ sehr gut miteinander bewältigen, weil man das Thema aufgreifen und so besser damit umgehen konnte.
    Der Junge arbeitete sogar ruhiger als sonst, weil er sich darauf freute, Mama mitteilen zu können, dass er so richtig toll gelernt hat. Ich habe ihm gesagt, dass sie sich darüber bestimmt freut und vielleicht auch schneller wieder gesund wird.

    Könnte es vielleicht sein, dass es dem Kind schlechter ging, WEIL die Eltern in Urlaub sind? Kinder reagieren körperlich sehr schnell, wenn etwas in ihrem Leben anders ist. Modekrankheit in meiner Ersten ist gerade: „Iss happ Bauchssmerssen …“ (weil Schule noch so ungewohnt ist).

    Aber passiert ist halt passiert …

    1. Ich bin ganz sicher, dass es ihm deswegen so schlecht ging. Aber immerhin ist ja die Oma da. Ich hätte mich allerdings auch nicht gewundert, wenn dem nicht so gewesen wäre.

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