Der Neue

Pausenaufsicht. (Wie eigentlich immer.)

Der neue Hausmeister lehnt lässig mit Besen in der Hand am Müllcontainer. Kleines Päusken. Ich schlendere zu ihm hinüber – gute Hausmeisterkontakte, ihr wisst schon. Beim Näherkommen bemerke ich die Tätowierungen auf seinen Armen. Ich neige meinen Kopf, um die verschnörkelten Buchstaben zu erkennen.

„Der Jayden und der Conner!“, sagt er da stolz, mein Ansinnen bemerkend, und lässt die beachtlichen Hausmeistermuskeln spielen, was die Schriftzüge interessant verzerrt. Ich lese JaYDn und verzichte darauf auch noch die Geburtsdaten seiner Kinder zu entziffern. „Dat sin zwei. Dat reicht auch, wat!?“, er lacht laut auf.

„Habense denn auch Kinder?“ Ich nenne das Miniweh und das mittelgroße Wehwehchen (ganz ohne dabei auf meine Unterarme zu schielen).

„Jaja,“ sinniert der Hausmeister und lässt seinen Blick über den Pausenhof schweifen.

Ich folge seinem Blick und sehe eine Gruppe Zweitklässler, die akribisch mit einem Basketball die große Kastanie zu entlauben versuchen. Jetzt hat auch der neue Hausmeister die Kinder entdeckt.

„Ey! Mir is die Kappe am kreisen! Dat kannzema lassen! Haste wohl einen anner Kirsche, wat!?“

Befriedigt nimmt er zur Kenntnis, dass die Zweitklässler erstarren und sich kleinlaut mit ihrem Ball zur Lagebesprechung hinter das Klettergerüst verziehen. „Jaja“ nimmt er den vorherigen Gedanken wieder auf. „Kinder, dat is doch dat Größte!“

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15 Kommentare zu „Der Neue

  1. *kreisch* Wie schön ist das denn. Den Spruch kannst du nun prima gebrauchen, wenn dir deine nette Teamkollegin mal wieder quer kommt. Und nachher verweist du darauf, dass das doch lediglich ein Zitat war, dass hier so an der Schule eben so gebraucht wird… 😀

  2. Der Hausmeister muss eine Schreckensgestalt sein, selbst wenn er zuhause abends Grimms Märchen vorliest und auf das Aua pustet, wenn der Kleine vom Dreirad geplumpst ist. Das ist praktisch Gesetz!

  3. Kötzlich!!!

    Nur ich wunder mich – kannze noch nich Asideutsch? Musse doch können bei die Grundschule, wa?

    Jeht bei mich so:

    „Un weisse Schanina, wenne jetz nich entlich hörs un bei deine Lerarin komms un machs, wat die saach, denn hat dein Föttchen aber Kirmes! Un nu komm wech von dat Lego, mach dat aba vorher rein in Schrank. Ey, kommse jetz woll bei mich oder haste Kaka an die Ohren? Änriko, geh von dat Zementha wech, du Arsch! Und Schastin, tu dat Maul wech von Käwin sein Kakau!“
    (frei nach Lehrgang von Unbekannt)

    Ordentlich-deutsche Grüße von Frau Enn,
    die nach 6 Wochen Hölle (vor den Herbstferien) gestern in die zweite I-Männchenphase eingetreten ist: Steineklopperei!
    Na, immerhin schon was! Kann nur besser werden!

      1. Na, danke für die Aufklärung!
        Das muss ich jetzt mal weitergeben. Bin ja nicht aus dem Ruhrpott, habe das als Asideutsch von jemandem vermittelt bekommen. 😉
        Man lernt eben nie aus …

        Abendgruß einer ohrenkranken Frau Enn, die lieber Ruhrpottdeutsch als Gekreische in der Klasse hören würde – ächt getz!

        1. Also, Ruhrpott geht ja noch, Asideutsch ist für mich so ein gebrochenes Deutsch wo jeder erstmal Digger oder Alda heißt.

  4. Richtich so! Watt sind die kack Blagen da auch die Blätter am abmachen! Hat der grad ers weggeschippt, dat Scheißzeuch! Watt ne Malloche!
    🙂
    Könnte unser Hausmeister sein! Letztens ist ein Ball auf sein Dach geflogen, war auch schön 🙂

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