Wanted: Überlebenstipps!

Es ist wieder soweit. Die Zeugniszeit ist ja bekannterweise die beste Zeit für akute Sinn- und andere Krisen. Nie zweifelt es sich besser als mit einem Packen leerer Formulare vor sich auf dem Schreibtisch. Da macht auch die Arbeit mit Ankreuzzeugnissen keine Ausnahme – sieben Seiten wollen ausgefüllt und angekreuzt werden. Kompetenzen über Kompetenzen, deren Erwerb dem Schüler nicht nur attestiert, sondern vor allem im Vorfeld auch unterrichtet sein wollen. Also begebe ich mich Wochenende für Wochenende in Klausur und brüte über Haben und Soll, Sinn und Ziel des Ganzen.

So zumindest die Theorie.

In der Praxis grille ich andauernd. Zumindest fühlt es sich so an. Kein Wochenende mehr ohne Feierei. War es früher die Vorweihnachtszeit, in der sich Glühwein an Glühwein reihte, so sind es mittlerweile die Wochen vor den Sommerferien, in denen jede Klasse, jeder Verein und jede Nachbarschaft ihr Sommerfest abhalten muss. Dann eben mit Hugo statt Glühwein.

Ich muss doch Zeugnisse schreiben!

Aber ich muss auch Paprika schneiden für den miniwehschen Kindergarten und Törtchen backen für das Abschlussfest des mittelgroßen Wehwehchens. Die Drittklässler erwarten mich beim gemütlichen Beisammensein kommenden Samstag ebenso gut gelaunt wie das Planungsteam der Pfadfinder für das jährliche Sommerlager. Wie jedes Jahr wollen auch die Eltern bedankt werden – am Abend bei Häppchen und Halligalli. Termine über Termine jagen sich und spielen Haschmich in meinem Kalender.

Kurzum: Ich komme nicht zu Potte!

Und da kommt ihr ins Spiel: WIE organisiert ihr euch zwischen Schule und Schnittchenschmieren? Zwischen Zeugnisschreiben und Zuckergussrühren, Kindergarten und Küche? Wann kocht ihr, wann arbeitet ihr? Wann holt ihr Luft?

Auf zahlreiche Überlebenstipps (nicht nur mit familiären Anhang) freut sich die völlig durchgegrillteknallte

FrAu WEh

 

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22 Kommentare zu „Wanted: Überlebenstipps!

  1. Überlebenstipps habe ich keine…aber beim Paprikaschneiden könnte ich helfen!
    😉
    Einen schönen Restsonntag wünscht
    ______KriZzyDings

  2. Die zeugnisse werden an unserer Schule gemeinsam mit den Kindern geschrieben. Das heisst, während der Schulzeit bekommt jedes Kind ein Gespräch mit seinem Lehrer und geht den Kreuzelbogen durch. Lehrereinschätzung. Selbsteinschätzung. Eine Mischung (die Zeugnisse nennen sich Itzel, falls dir das was sagt). Aber ist ja auch eine ganz andere Schule.
    Wenn ich keine Zeit zum Kochen habe, gibt es nur Brotzeit und Obst und Gemüse oder Sachen, die wenig Aufwand machen. Ausserdem versuche ich Aufgaben abzudelegieren. Den Rasen mäht der Nachbarsjunge gegen Aufbesserung seines Taschengelds, das Haus putzen Dienstags die Putzfrauen. Ich versuche, Arbeitsschritte schon im Vorfeld vorzubereiten, um in bestimmten hektischen Zeiten effektiver zu sein. Ich nutze Wartezeiten zum Planen, Strukturieren udn Listenschreiben. Und ich versuche loszulassen, keine Erwartungen zu haben und nicht solche hohen Maßstäbe an mich selbst zu setzen. Kein Patentrezept, leider.

  3. Tipps habe ich leider auch nicht, nur sehr großes Verständnis für die Problematik. Letzte Woche fragte mich einer meiner zehn Jahre jüngeren Mitreferendare, was ich denn am Wochenende so täte. Und ich sagte: „Du, dieses Wochenende ist entspannt: Nur Kindergartensommerfest (vorher kurz noch einmal den Elternbeitrag proben) und zweimal Grillen“. Und hab das auch ernst gemeint. Ansonsten: Es ist ja jetzt abends noch so lange hell; da kann man auch mal nach Mitternacht noch korrigieren o.ä. Gerade sitze ich übrigens mit schlafendem Baby auf dem Schoß hier am Rechner. Das kann zumindest ich empfehlen; beim Baby bin ich mir nicht so sicher.

  4. Liebe Frau Weh,

    die Termine vor den Sommerferien finde ich auch sehr anstrengend! Und noch dazu haben in dieser Zeit auch besonders viele liebe Menschen Geburtstag…
    Ich probiere, mir die Zeugnisse in kleine, leicht verdauliche Häppchen aufzuteilen. Also zum Beispiel jeden Tag einen kleinen Teilbereich von Deutsch, den dann aber gleich bei allen Schülern. Da bin ich dann gut in der Materie drin und muss nicht mehr lang hin und her überlegen. Und so wachsen die Zeugnisse Stück für Stück.
    Ich muss aber zugeben, dass ich keine Kinder hab, dafür aber einen arbeitssuchenden Hausmann – das erspart mir natürlich jede Menge Arbeit.

    Halte durch!
    Viele Grüße,
    Johanna.

  5. hm, ich habe irgendwie dieses Jahr viel zu spät angefangen, habe am Anfang drei pro Tag geschrieben, halt, wenn alles andere erledigt war. Heute muss ich fünf schreiben, weil sie morgen fertig sein sollen und das werden hier immer einseitige Entwicklungsberichte und davon halt 20 Stück. Ich lege dafür immer Nachtschichten ein, über ein paar Tage geht das, aber ich habe auch noch keine Kinder…

  6. Ansprüche an Garten, Küche und co*. auf ein Minimum zurückschrauben.
    Akzeptieren, dass Ausweichhandlungen ein notwendiges Ventil sein könnten.
    Sich über alles freuen, dass trotz- und alledem gelingt.
    Luftholen in der wöchentlichen Pilates-Stunde*, die nur im absoluten Notfall gecancelt wird.
    Wenigstens dem gemeinsamen Abendessen* genug Raum geben.
    Laut Musik hören.
    Die Wände anschreien.
    Blogs* lesen.
    An das Lebensgefühl des ersten Ferientags denken.
    Und immer wieder auch: sich selbst in den Hintern treten und ran.

    * Variiere nach deinen individuellen Vorlieben…

  7. Als Nur-Noten-erteilen-und-ins-Notenprogramm-Eingebenmüsserin ohne familiären Anhang habe ich es natürlich ungleich leichter.
    Gearbeitet wird in Zeiten kurz vor Notenschluss, wenn noch die letzte Klassenarbeit korridingst werden muss, ein Schäflein ein Referat halten will (es wollen immer zwanzig; eins liegt meist notentechnisch so grenzwertig, dass ich es ausnahmsweise zulasse), die Wohnung aussieht, als wolle ich bei Germany’s Next Supermessie mitmachen, einfach irgendwann in der Nacht und am Wochenende. Anders geht’s irgendwie nicht. Na ja, schon, aber dafür bin ich dann doch zu unorganisiert, fürchte ich.
    Aber eine Badewanne voll Respekt dafür, wie du das mit Kindern, die auch noch alle individuelle Bedürfnisse haben, plus Zeugnisberichtschreiberei irgendwie unter einen Hut kriegst!

  8. Ich kann mich Dir nur voll und ganz anschließen. Die massenhaften Sommerfeste sind in diesem Jahr eher eine Qual als eine schöne Gelegenheit. Und durch die großen Kitaabschlussfeste meines großen Kindes sind es gefühlt doppelt so viele Termine. Mir bleibt nur der Nachtdienst sowie das Fingerfood als Mitbringsel (statt Kuchen).

  9. Bin gespannt auf Kommentare von noch berufstätigen Mitleidenden. Ich (als Pensionärin) weiß keinen Rat und leide zudem selbst oft unter Zeitmangel … hääääh? Ja, tatsächlich … von der Wiege bis zur Bahre … immer Zeitmangel. Was machen wir bloß alle falsch? Kollektives Zuvielwollen – bestimmt! Das MUSS es sein! EINE Grillparty pro Sommersaison macht die Plauze auch schon rund. Und diese eine Party darf dann gern ausschließlich mit den besten Freunden stattfinden und nicht in vollem Umfang mit Kinz und Hunz (orthografische Anomalien sind beabsichtigt). Auch EIN Schulfest in vier Jahren tut’s, dann bekommt jedes Grundschulkind eines mit. Außerdem kann man sich später wenigstens noch dran erinnern und die Vielfeierei verkommt im Gedächtnis nicht zu einem Einheitsfeiergemansche. Alle Zutaten rin in die Gedächtnisschüssel und dreimal kräftig umrühren. Schmeckt nur fad … kein Geschmacksprofil mehr vonnöten. Folge: Kollektivdemenz. Wundern wir uns, dass immer mehr Menschen immer weniger erinnern bzw. immer mehr durcheinander bringen? Dass alte Damen begeistert sind, weil ihre Tochter, die sich nach intensiverem Nachforschen als ihre Altenpflegerin entpuppt, ihnen ein hübsches Tüchlein um den Hals gebunden hat? Dass Personen nach ihrem Wesen gruppiert werden und nicht mehr als Individuen unterschieden werden können?
    Man hört ja schon mal sagen, dass die Demenz ein gnädiger Zustand sei, denn wenn man sich über etwas ärgere, sei es nach sechs Minuten schon wieder vergessen.
    Liebe FrAU WEH, krieg bloß die Kurve und sag so oft wie möglich laut und deutlich NEIN, wenn Du Wert legst auf ein fortgesetzt klares Bewusstsein. Die Erkenntnis „Weniger ist mehr“ ist landläufig bekannt. Niemand muss auf vielen Hochzeiten tanzen.
    Übrigens … ich erinnere mich noch an EINE Klassenfahrt ins Ausland, da war ich 18, davor gab es AB UND ZU einen Halbtages- oder Tagesausflug, und an die kann ich mich in vielen Einzelheiten noch sehr gut erinnern. Auch an die drei tollen Kindergeburtstage, die ich bei Freundinnen feiern durfte. Ansonsten weiß ich auch noch die Namen meiner besten Grundschulfreundinnen, mit denen ich in der nahe gelegenen Sackgasse Gummitwist und Hinkelhüpf gespielt habe und Rollschuh gefahren bin. All das waren für uns BESONDERS SCHÖNE Stunden, die wir sicher als viel intensiver empfunden habe als die heutigen Kinder die zu süßen, zu fetten, zu lauten Grillpartys.
    Sich aus Kollektivem auszuklinken ist DER ANDERE WEG, der sicher nicht leichter ist als MITZULAUFEN. Nun entscheide Du für Dich …

    Liebe Grüße von einer frischen Pensionärin, die auch im Unruhestand gern mal ANDERE WEGE geht

  10. Liebe Frau Weh,
    ich kenne das Problem sehr gut. Drei Kinder, einige Tiere, ein Haus und Zeugnisse schreiben passt einfach nicht zusammen 😉
    Aber ganz ehrlich? Die Kinder können gut auch mal was gekauftes mitnehmen! Man kann nicht die Arbeit delegieren oder ändern, die man machen MUSS, aber den Rest. Ich glaube, dass die Kinder eine schöne und liebevolle Kindheit brauchen, an die sie sich später erinnern können. Ich bin überzeugt davon, dass fertig gekaufte Dinge ihnen diese schöne Erinnerung nicht nehmen…
    Und das Sommerfest meiner Klasse haben wir auf die Zeit nach den Ferien verlegt… Als Freude, dass wir uns alle wiedersehen.
    Ich denke, man muss seine Ansprüche an sich selbst runterschrauben. Sollen doch die die Paprika schneiden, die nicht soviel zu tun haben. Achten Sie auf sich!

    Herzliche Grüße

  11. So banal es klingt: Prioritäten setzten. Auch mal nein sagen. Ein gutes Timing überlegen und dann eins nach dem anderen, so wie die Klöße gegessen werden, abarbeiten. Kleine Auszeiten nicht vergessen, in denen man sich selbst uns seinen Lieben Gutes tut.

  12. Hallo!

    Was dieses Jahr geholfen hat: Schon im März haben wir Wochenenden vor Beginn des Grill- und Abschlussfeiermarathons auserkohren, an denen mein Mann mit allen drei Kindern wegfährt. Diese habe ich dann komplett ungewaschen und im Schlafzeug am PC verbracht und mir zwischen dem Schreiben der Zeugnisse als einzigen Genuss mal was Leckeres zum Essen gegönnt. So konnte ich dann letzten Freitag, drei Wochen vor Schuljahresende meinem Chef die fertigen Zeugnisse auf den Schreibtisch legen und dann locker lustig die ersten beiden Grillpartys absolvieren. Das schlechte Gewissen, dass die Kinder ja in diesen drei Wochen noch ganz Tolles lernen könnten, was in diesen Zeugnissen nun keine Erwähnung findet, verdränge ich!

    Was diese Jahr nicht geholfen hat: Sich mit den lieben Kolleginnen anlegen, weil ich fand, nachdem ich das ganze Schuljahr als Teilzeitkraft mit drei eigenen Kindern jede außerunterrichtliche Veranstaltung in vollem Umfang und ohne murren mitgemacht habe, könne ich mich beim Eltern-Dankes-Abend einfach mal durch das Besorgen von Brot, Baguette etc. beteiligen, weil mir neben den Salaten für zwei Klassenfeiern, der Rohkostplatte für den KiGa-Abschied und dem Kuchen für das Musikschulfest einfach die Zeit, für selbstkreierte Salate, Dips usw. fehlt. Wurde nicht akzeptiert und hat nur für schlechte Stimmung gesorgt.

    Was ich mir für´s nächste Jahr eigentlich noch vorgenommen hatte: Ganz stark für Ankreuzzeugnisse plädieren, in der Hoffnung, dass ich damit im Kollegium auf mehr Gegenliebe stoße. Aber wenn ich hier lese, dass das die Schuljahresendzeit nicht wirklich entschärft…?

    Lieben Gruß
    Sabine

  13. frauhildes Beitrag kann ich sofort unterschreiben! Ich versinke die Wochen vor den Ferien im kompletten Chaos, tauche verdutzt irgendwann zu Beginn der Sommerferien wieder auf und geh dann mich selbst suchen 🙂

  14. Ich habe in diesem Jahr einen neuen Weg probiert! So werde ich es in Zukunft immer machen.
    Zu Hause mit 3 Kindern komme ich nicht dazu wirklich dabei zu bleiben. Da ich das Schreiben von Zeugnissen auch sehr anstrengend finde, finde ich zu Hause immer eine Möglichkeit auszubrechen und erstmal was anderes zu machen. Also bin ich in diesem Jahr mit meinem Laptop in die Schule gezogen und habe dort 3 Nachmittage konsequent verbracht. Für mich bisher die beste und schnellste Lösung…

  15. Hallo Frau Weh,
    es geht hier nur mit strikter Struktur!
    Sprich, ich muss tunlichst aufpassen, dass ich nicht am Computer in die Planungen für das neue Schuljahr abschweife (die ja viel mehr Spaß machen, als das alte Jahr mit dem Schreiben von Berichtszeugnissen zu beenden!
    Dieses Jahr kommt dazu, dass in 2 Wochen auch noch die Praxisklausur für mein Montessori-Diplom im Kalender steht – und so muss ich jetzt (eigentlich dürfte ich hier weder lesen noch schreiben!) die Zeugnistexte für Mathe, Hauswirtschaft, Musik und Lebenspraktischen Unterricht – in Ruhe, aber zügig und strukturiert abarbeiten!

    Dann geht es – irgendwie – je länger man im Job ist – doch etwas besser. Muss halt einmal dran sitzen und gedanklich dran bleiben, dann geht es!

    Gut und hilfreich sind auch, die dieses Schuljahr erfundenen wöchentlichen Notizen, also Thema, Anwesenheit, Mitarbeit und Besonderheiten. So ist es echt einfacher und das Zusammenschreiben bzw. fassen geht schneller!
    Denn wenn die Zeugnisse dann fertig sind, dann beginnt das große Lernen für die Prüfung!
    Man lernt nie aus – auch als Lehrer nicht! 🙂

    Gut ist, dass der Hund nur 3x am Tag raus möchte, der kranke Ehemann sich selbst versorgen (möchte) – und die Elterngespräche und andere Termine ja sowieso Routine sind! ….! 🙂

    So denn – dir einen guten (weniger gegrilten) Endspurt!

    Viele Grüße – Vanessa

  16. Die einzige Lösung ist Minimalisieren. Dann gibt es eben Müsli zu Mittag. Oder statt kompliziertem Nachtisch eine Schale Erdbeeren als Grillanteil. Oder eben gekauftes Zeug, beim Bäcker bestellter Hefekranz oder etwas anders. Dann kann man die Zeit auf den Feiern begrenzen, später kommen, früher gehen.
    Nein sagen fällt mir sehr schwer. Aber sagen, dass man eventuell nicht kommen kann, pder eben später, genügt schon.
    Die Zeugnisse sind schon ein Problem.
    Wenn ich es irgendwie schaffe, erledige ich das meiste in der Schule, fahre Abends nochmals hin und schaue und benote Mappen, oder trage Noten ein.

    Vielleicht hilft Ihnen das eine oder andere 🙂
    Man sollt ja aufpassen, dass man nicht so kaputt in die Ferien schlittert.

  17. Ich glaube der Schlüssel ist gaaanz früh anzufangen.
    Leider gelingt mir das auch nicht immer. Am kommenden Wochenende muss ich noch zwei Proben (davon einen Aufsatz) korrigieren und ins Zeugnis einpflegen. Leider ist der Freitag voll mit schulischen Terminen (bis abends) und der Samstag mit der obligatorischen Klassenabschlussfeier…ich sehe also leider auch gerade wenig Land und habe viel Mitgefühl, aber wenig Lösungsmöglichkeiten.
    Meine Wohnung sieht übrigens aus wie Sau und zu Mittag gab es Joghurt 😉

  18. Zeugnisbeurteilungen … ein Graus. Ich müsste auch schon lääängst damit fertig sein.
    Wie jemand weiter oben schrieb … das Problem ist der Anfang.
    Wenn man erst einmal drübersitzt, geht es dann doch erstaunlich fluffig von der Hand.
    Wenn halt nur nicht dieser qualvolle Anfang wär!
    Mein Problem ist die Prokrastination !!! 😉
    Meine Wohnung sieht selten so sauber aus. Ich putze, wasche, räume … statt zu korrigieren.
    Und das schlechte Gewissen ist dabei nicht sooo schlimm, ich habe ja was gemacht. 😉
    Ich gehe jetzt mal wieder Beurteilungen schreiben. :0
    Liebe Grüße aus Dresden

  19. Oh ja, liebe Frau Weh, ich lese hier tatsächlich von meiner SItuation … Diese Zeiten sind ein einziges Augen-zu-und-durch, seit Jahren schon. Rezepte habe ich keine. Allerdings eine Neuerung in diesem Jahr: Ich verweigere mich einem jeden Do-it-yourself-Beitrag auf den diversen Festen, bringe dieses Jahr „nur“ Gekauftes mit (Essen und Trinken, vor allem Letzteres – die Getränkekisten wohnen in meinem Kofferraum, ich teile auf jedem Fest davon aus, und wenn’s leer zu werden droht, kaufe ich nach – eigentlich sehr praktisch). Sorge für Nachtschlaf nicht unter 5 Stunden (es gab auch Jahre, da gelang mir nicht mal das – dieses Jahr bin ich bisher konsequent). Habe Einladungen im Kollegenkreis ausgeschlagen, vor allem wenn es nicht mein erster Herzenswunsch war dorthin zu gehen. Werde auf lange Sicht daran arbeiten, dass meine Kinder es akzeptieren und nicht traurig sind, wenn ich nicht zu jedem Konzert und Vorspiel komme (das ist vielleicht unsere spezielle Situation: sie – nur zwei – spielen insgesamt vier Instrumente, und damit auch noch in drei Orchestern – ich KANN nicht mehr alles anhören, und das hat nichts mit Nichtwürdigen zu tun). Werde weiterhin aggressiv, wenn ich eine Schulfesteinladung bekomme mit der Ankündigung eines „tollen Festes“ und dem Satz „Aber natürlich kann ein solches Fest nicht gelingen ohne Ihre Mithilfe, liebe Eltern.“ (Und dann drängelnde Mails: Wir haben noch nicht von allen Eltern Rückmeldung bekommen, was sie beisteuern. Wir brauchen noch ca. 30-40 Kuchen …) Doch, es muss ohne Eltern gehen! Ohne Eltern oder gar nicht, ist meine Meinung. Die Kindheit der Kinder wird nicht weniger glücklich sein, wenn wir einen Großteil dieser Feste ausfallen lassen. Und statt dessen sommers die Tage auch mal im eigenen Garten verbringen, in der Familie, mit Gartenschlauchspritzen und Zeltübernachtung … das alles fällt bei uns momentan fast vollständig aus.
    Nun ja, alles keine Lösung, aber wenigstens tut es ein bisschen gut, mich hier in diesem Artikel – und in den vielen Kommentaren wiederzufinden.
    Halten wir also alle die Ohren steif, versuchen wir genug zu schlafen, freuen wir uns auf die Ferien, und vergessen wir nicht, unsere Kinder immer wieder zum Kuscheln in den Arm zu nehmen, ein paar ruhige, innige Minuten dazwischen zu schieben – das ist bei aller Hektik für mich das Wichtigste: Wir haben uns. Bei und trotz allen Terminen – lass uns nur mal kurz verschlungen und rückenkraulend und tuschelnd und miteinander lachend auf dem Sofa oder im Gartenstuhl sitzen. (So tankt hier sogar noch der 11jährige auf. Natürlich nur, wenn es niemand sieht :))
    Lieben Gruß, Uta

    1. Liebe Uta,

      du hast so viel Wahres geschrieben! Ich verbeuge mich vor deiner inneren Gelassenheit (und arbeite weiter an mir, dass ich sie auch bald erreichen möge…). Liebe Grüße 🙂

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