Tag am Meer

Zum Arbeiten komme ich noch nicht. Auch der Kindergarten hat Ferien und so ist der Tag randvoll mit Familienprogramm angefüllt. Das ist ok, auch wenn es gelegentlich zu kribbeln anfängt. Also stehle ich mir zwischendurch ein bisschen Zeit und bereite dem Miniweh und mir ein Mal- und Bastelnest auf dem Boden meines Arbeitszimmer. Ich kann mir ein paar Gedanken für den Kunstunterricht der Viertklässler machen (Kunst ist immer das erste Fach, mit dem ich mich gedanklich beschäftige) während das entzückte Miniweh vor Kreativität nahezu explodiert. Glückliches Alter! Bei mir fließt die Kreativität noch nicht so, also sammle ich Ideen und werde natürlich in den Weiten des Internets mehr als fündig.

Starten werde ich nach den Ferien mit einem Projekt, das auf der Seite that artist woman hervorragend erklärt und bebildert ist:

Nautical Inchies

Man sieht, dass ich unter Zeitdruck stand und daher an vielen Stellen nicht abgewartet habe, bis die Farbe getrocknet war. Aber mir ging es weniger um das Ergebnis, als darum, das Projekt auf seine Durchführbarkeit für die Viertklässler zu überprüfen.

Tatsächlich war die Anfertigung der einzelnen Inchies (Inchies sind Quadrate, die ursprünglich als Kantenlänge ein Inch messen, ich habe allerdings auf 3×3 Inch gearbeitet, also ca. 7,5×7,5 cm) nicht sehr kompliziert und dank der detaillierten Beschreibung der Materialien und Arbeitsschritte kein Problem. Kurz: Ich traue es den Viertklässlern zu, werde aber ungewöhnlich viel Material (Zuschneiden der Quadrate und Noppenfolie, etc.) selber vorbereiten.

Schwierigkeiten könnte es beim Segelboot geben, denn das ist wirklich klein, aber ein bisschen anstrengen sollen sie sich ja auch. Das Miniweh fand übrigens lustig, dass das Meer auf diesem Bild zu pupsen scheint. Ich würde diesen Fauxpas ja etwas vornehmer als seismische Aktivität bezeichnen.

Segelboot

Schwarmfische

Meeresrauschen

Euch allen noch viel Entspannung und – natürlich! – den passenden Soundtrack:

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17 Kommentare zu „Tag am Meer

  1. Entspannung! Ha! Hatte heute schon ersten Präsenztag und nacher Kollegengrillen…und da ich dabei bin wird das für keinen der Anwesenden Entspannung…aber lustig wird bestimmt^^
    Kann mich wieder sehr für Deine kuns hier begeistern….und seien wir mal ehrlich:mit dem Miniweh ist doch wieder ein Poet am werden…! ;0)
    Entspannte Grüße,
    Krizzy

  2. Das ist schöön! Ich will unbedingt Urlaub und dann so ein Bild! Ich hoffe die Eltern wissen das zu würdigen und hängen es auf!

  3. Liebe Frau Weh,
    ich habe mir beim Anschauen des Bildes folgende Fragen gestellt (gar nicht böse gemeint, ich habe auch keine Erfahrung im Kunstunterricht):
    * Sollen die Kinder genau diese Bildchen abmalen? Oder dürfen sie auch eigene Motive malen?
    * Wäre es für Kinder nach den Sommerferien nicht spannender, ein ganz „eigenkreiertes“ Bild zu malen? Die Ferien waren doch für alle sooo unterschiedlich…Es würden bestimmt 25 Bilder, die unterschiedlicher nicht sein könnten/ oder zum Teil doch recht ähnlich sind, entsehen.
    * Warum müssen es diese Quadrate sein? Und dann von der Lehrerin vorgebastelt (Quadrate könnte man doch super mit Mathe verbinden, Geodreieck, messen, zeichnen….)?
    –>Wird dieses Bild dann wirklich zum eigenen Sommer-Bild der Kinder?

    Ich frage mich dies bei vielen Kunstbildern…es ist immer alles so vorgegeben und ausgesucht, weil die Lehrerin/ der Lehrer es eben schön findet. Sollte es in Kunst nicht viel kreativer zugehen?

    Hoffentlich wird der Kommentar nicht zu negativ aufgefasst. Ich liebe deinen Blog und finde es super, dass du selbst in den Ferien so hochmotiviert bist 🙂

    Schöne Sommertage,
    Frau Deh

    1. Hallo Frau Deh,

      das ist schon lustig, weil ich mir ganz ähnliche Gedanken im Vorfeld auch gemacht habe 😀

      Tatsächlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass meine Klassen als erstes Projekt im Schuljahr gerne etwas „vorgesetzt“ bekommen, um sich sozusagen wieder einzunorden. Wenn es dann noch etwas ist, was sie nachher toll finden werden, umso besser! Es wird zwar immer wieder betont, dass Kinder von Natur aus kreativ seien, allerdings haben viele Motivations- und Ideenfindungsschwierigkeiten, da kann ein Impuls Gold wert sein. Ganz davon abgesehen finde ich es aber auch wichtig, dass die Schüler genaues Arbeiten lernen. Dazu gehören bestimmte Techniken oder der Umgang mit unterschiedlichen Materialien. Wir haben einen Lehrauftrag und den sehe ich in Kunst erstmal ähnlich pragmatisch wie beispielsweise das Erlernen eines Instruments – es muss geübt werden, vom bloßen Klimpern wird (Mozart mal außen vor gelassen) niemand zum Pianisten.

      Einbinden werde ich das Projekt in einen „Tag am Meer“-Thementag, nicht in die Sommerferienerlebnisse meiner Klasse, denn die wenigsten dürften dort geurlaubt haben. Was genau ich in Deutsch machen werde, weiß ich jetzt noch nicht, vermutlich eine Reizwort- oder Weitererzählgeschichte, vielleicht aber auch ein grammatisches Thema als Wiederholung: Präsens – Präteritum – Perfekt könnte ich mir gut vorstellen. Die Begriffe, die nachher in den Bildern umgesetzt werden, können aus dieser Einheit mitgenommen werden. In Musik werden die Kinder mit verschiedenen Percussions den Fanta 4-Song in der Unplugged-Version begleiten.

      Die Quadrate lasse ich nicht von den Kindern zuschneiden, denn das dauert einfach zu lange und vermutlich wird die Mathekollegin wenig Lust darauf haben 😉 Ganz davon abgesehen, dass so eine Bildkomposition auch von der Genauigkeit der Ausführung abhängt.

      Die schönen Sonnengrüße gebe ich gerne zurück – das Wetter ist traumhaft! 🙂
      Liebe Grüße
      Frau Weh

  4. Superschöne Idee! 🙂 Ich hoffe, deine Viertklässler wissen deine Vorbereitungen am Ende auch zu schätzen! 😉 Genieß deine Ferien! Liebe Grüße

  5. Danke für deine tollen Texte. Ich musste speziell bei diesem hier sehr lachen, weil ich es genau so auch hätte schreiben können (rein inhaltlich, natürlich). Ich arbeite gerade am Alphabet aus Inchies und liebe es, meinen Schüler so tolle Projekte vorzustellen. Die Menge der kreativen Techniken, die man auf dieser oder anderen Blogs entdecken kann, ist einfach fantastisch! Eine meiner Lieblingsseiten ist übrigens Paintedpaperintheartroom.blogspot.de – aber die Seite kennst du bestimmt auch. Weiterhin genußvolle Ferien mit der rechten Tiefenentspannung! Liebe Grüße!

  6. Hallo!
    Ich finde die Idee mit dem Sommerbild auch fantastisch, bin nur gerade am testen welches Papier ich dafür verwenden sollte, sodass die Luftpolsterfolie auch so tolle Blubberblasen entstehen lässt??? Was habt ihr verwendet?

    Gruß, Julia

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