Frau Weh wird somnambul

Der Mond, einziger Trabant unseres Heimatplaneten, hat einen Durchmesser von 3476 km. Seine Oberfläche scheint silbrig zu leuchten. Tatsächlich entsteht dieser Eindruck beim Blick hinauf lediglich durch den optischen Kontrast zum Nachthimmel. Doch welchen Dichter und Schwärmer interessiert das schon? Besonders in der Romantik erfuhr der Mond eine starke Symbolaufladung. Ist es nicht die reine Sehnsucht, die sich in dem scheinbar nahen und doch so fernen Himmelskörper so passend spiegelt? Dachte man früher noch, dass das in dieser Epoche durchaus nicht unbeliebte Schlafwandeln von der unbekannten Kraft des Vollmonds ausgelöst werde, so widerlegte die Wissenschaft mittlerweile diese These. Ursächlich seien andere Reize, beispielsweise eine gefüllte Blase. Wie unromantisch!

Viertklässlern ist das allerdings alles – wie passend – schnuppe. Die Krater und Maria (ja, das ist die korrekte Mehrzahl von Mare, ich war auch erstaunt) hingegen interessieren sie schon. Mich auch! Und so wird natürlich auch der Monat im Rahmen der Planetenwerkstatt entsprechend gewürdigt werden.

 

Um die dreidimensionale Textur zu schaffen, wird für dieses Bild Deckweiß mit Mehl gemischt bis sich eine fluffige Konsistenz bildet. Kinder, die sich unsicher fühlen, lasse ich den Kreis mit weißem Buntstift vorzeichnen. Ansonsten heißt es mutig von innen nach außen arbeiten! Die Farbe kann entweder mit einem kleinen Löffel oder mit den Fingern aufgetragen werden. Als Untergrund benutze ich schwarzen Tonkarton, der ist stabiler als Tonpapier und hält sowohl Feuchtigkeit als auch Gewicht besser aus. Mit Hilfe von Korken, Flaschendeckeln oder auch den Fingern lassen sich Krater bilden, die auch nach dem Trocknen ihre Form beibehalten. Es ist ratsam einen feuchten Lappen griffbereit zu halten – es ferkelt!

Anschließend kann der Sternenhimmel mit einer Zahnbürste aufgespritzt werden.

Das Mehl lässt sich natürlich auch in Fingerfarbe beliebiger Färbung mischen, so dass man nicht auf den Mond als Motiv festgelegt ist.

Viel Spaß beim Werkeln!

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10 Kommentare zu „Frau Weh wird somnambul

  1. Wunderschön! 😀 Das sieht unglaublich gut aus, sehr natürlich und richtig, richtig toll. 🙂 Nur mit dem Farbe-mit-Zahnpasta-aufs-Blatt-spritzen wär ich glaub ich nicht so glücklich … Das war meine einzige 5 in Kunst. Aber da mussten wir auch erst kleine Schneeflocken aus Papier ausschneiden, dann auf das Blatt pinnen (alleine das war ohne vernünftige Unterlage schon sch*** …) und dann mit der Zahnbürste … Oh weh.

    Aber das hier kommt ganz bestimmt toll an, Frau Weh! 😀

  2. Tolle Idee! Sowohl Werkstatt als auch das Kunstprojekt!
    Ich habe vor, in diesem Jahr mal einen Schwerpunkt auf den Kunstunterricht zu legen und neue Dinge auszuprobieren! Dafür will ich gerne den Kunst/ Werkraum an der Schule wiederbeleben, der in den letzten Jahren vor sich hinstaubte…. Freu mich schon drauf und danke schon mal für all die Anregungen in Deinem blog!

    Liebe Grüße

  3. Wow, vielen Dank für diese tolle Idee!!
    Da bekomme ich direkt Lust, selbst einen Mond zu malen. Das werden wir auf jeden Fall im Rahmen der Planeten machen!

  4. Sehr schön geworden.
    Ich war in den Ferien mit meinen Kindern beim Stadtfest und da hat ein Spray-Künstler seine Werke vorgestellt und auch life hergestellt.
    Eine Sternschnuppe hat er mit einem leichten Trick fabriziert … ein Stück Pappe einmal gefaltet, das so entstandene Dreieck auf das Bild gestellt und in die Spitze gesprüht. Müsste auch in der Schule zu machen sein. 😉

  5. Ob das wohl auch mit Acrylfarbe funktioniert? Ich meine – gemischt mit Mehl …! Oder mit Wandfarbe? Mit weißer Zahnpasta gar?
    Ich würde das Bild gerne diese Woche im Kunstunterricht mit meinem 3. Schuljahr ausprobieren – und würde dabei gerne von Euren Erfahrungen mit alternativem Material (s. o.) profitieren …!

    1. Ich habe keine Ahnung, Zahnpasta könnte allerdings etwas teuer werden? Oder schäumen? :mrgreen:
      Wandfarbe könnte funktionieren, ich würde aber in jedem Fall zum vorherigen Ausprobieren raten.

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