Berichtigungen

Heute mal ein Tipp zur Organisation. Auch wenn die Korrekturzeiten in der Grundschule wohl deutlich unter denen in der gymnasialen Oberstufe liegen dürften, kann das tägliche Kontrollieren, Abhaken, Berichtigen und Nachsehen in Stress ausarten. Besonders wenn man nicht über ein funktionierendes Kontrollsystem verfügt, ist die Gefahr gegeben, den Überblick nicht nur zu verlieren, sondern darin unterzugehen und gnadenlos abzusaufen. Die winzige Rettungsmethode, die ich heute vorstellen möchte, ist simpel, aber effektiv. Sie funktioniert gut, wenn Hausaufgaben oder Arbeitshefte nachgesehen und berichtigt werden müssen.

Wir arbeiten in Deutsch mit einem zusätzlichen Arbeitsheft zum Lehrwerk. Häufig gebe ich darin Hausaufgaben auf oder lasse die Kinder in Still- oder Freiarbeitsphasen darin arbeiten. Regelmäßig sammle ich die Hefte zur Kontrolle ein und unterzeichne unten auf der Seite mit Datum, wenn alles ok ist. Muss nachgebessert werden, verfahre ich folgendermaßen:

Korrekturzettel

Die Fehler werden mit Datum am Rand gekennzeichnet. Ich verwende kleine Klebezettel an der Außenseite, um die fehlerhaften Seiten zu markieren.

Die Schüler berichtigen ihre Fehler und kleben die Zettelchen anschließend an die Innenseite. So weiß ich, dass die Berichtigung erledigt wurde. Ist jetzt alles ok, entnehme ich den Zettel und setze Datum und Kürzel unter die Seite.

Korrekturzettel

Sind nun immer noch Fehler vorhanden oder möchte ich etwas erklären, klebe ich den Zettel quer an die Außenseite. Das ist der Hinweis für die Kinder „ab zu Frau Weh – Schwierigkeiten abklären“.

Kontrollzettel

Natürlich gibt es auch Schüler, die Zettelchen verschwinden lassen… allerdings tun sie das meistens nur einmal 😉 Ich fahre mit dem System recht gut, finde es vor allem sehr einfach und übersichtlich. Außerdem können die Klebezettelchen mehrfach verwendet werden; zu teuer sind sie auch nicht.

Was habt ihr für erprobte Tipps, um nicht im täglichen Wirrwarr zu versinken? Verwendet ihr Hightech-Super-Listen, um das leidige Kakaogeldeinsammeln oder die gerechte Benutzung des Computers zu gewährleisten? Was sind eure favorisierten Tricks und Kniffe, um Chaos und Anarchie aus euren Klassenräumen zu verbannen? Lasst uns alle ein Cape überwerfen und gemeinsam auf den Wogen der Konfusion surfen!

findet Frau Weh – heute mal im Superheldenmodus!

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17 Kommentare zu „Berichtigungen

  1. Bei Arbeitsheften kommt auf die Seite ein Haken, wenn alles erledigt und korrekt ist, wenn nicht dann kommt ein Kringel um die Seitenzahl. Für die Kids kommt vorne aufs Heft ein Klebezettel mit der Seitenzahl. So weiß ich: angekringelte Seiten muss ich nocheinmal anschauen. Zur Zeit habe ich vorne im Arbeitsheft ein Inhaltsverzeichnis (Einsterns Schwester), wo ich dann auch in ein Kästchen Kringel oder Haken eintragen kann. Ist auch ganz schön, um später zu sehen, wurde alles direkt richtig/vollständig erledigt, oder musste oftmals nachgearbeitet werden.
    Bei Listen hilft bei mir nur eins: Sämtliche Listen sind fest im Lehrerkalender eingetragen – sonst verzettele ich mich.

  2. Ich mache es so ähnlich, auch mit Klebezetteln und an den falschen Stellen „Brillen“. Ist alles richtig, setze ich auch mein Kürzel drunter. Die Listen führe ich noch ganz altmodisch in meinem Kalender. Eigentlich wollte ich zu Beginn des Schuljahres komplett auf den Compi umsteigen, aber das gelingt mir noch nicht.

  3. Interessanter Beitrag – danke dafür!
    Ich mache es ähnlich, also auch mit Klebezettelchen, aber (noch) nicht ganz so ausgeklügelt! Aber das gefällt mir! 🙂
    Mich hat es geärgert, dass ich Dinge nachgesehen habe, aber die Kids ihre Fehler nicht kontrollieren. Daraufhin haben wir im Klassenrat erarbeitet, dass ich ihnen Klebezettel reinklebe, wenn etwas verbessert werden soll und ihre Namen zusätzlich für regelmäßige Dinge, wie Merkwörter, auf einem Post-it notiere, was vorne an der Hausaufgabentafel klebt, so dass sie wissen, wer noch etwas zu verbessern hat!

  4. Liebe Frau Weh,

    auch ich mache das mit den Klebezetteln! 😀 es hilft mir sehr. Allerdings habe ich kein Umheftsystem, sondern es ist klar gesagt, dass der Zettel nur von MIR herausgenommen wird, wenn ich korrigiert habe. Dennoch habe ich immer Kandidaten, die die Zettel nach innen falten (Was man nicht sieht, muss man nicht machen) oder auch entfernen (das trauen sich nur wenige). Manche fallen nach einiger Zeit raus, da die Kinder die Hefte in Ranzen oder sonstwo rumschludern und es „erst später bearbeiten“. Wie gehst du damit um? Warum machen sie das meist nur einmal bei dir? Mit was drohst du ihnen? 😀
    Bei mir gibt es Nachrichten ins Heft, wenn die Zettel nach einer gewissen Zeit noch nicht bearbeitet wurden..aber so ganz wirksam scheint das bei einigen Schluris nicht zu sein.

    Lieben Gruß
    Kathi

    1. Eigentlich drohe ich nicht. Ich ziehe eine Augenbraue hoch und sage sehr deutlich in die Stille hinein „Das machst du nicht noch einmal, mein Freund!“. Irgendwie funktioniert es 😉

  5. Das ist mal eine gute Idee. Bravo, Frau Weh!
    Für Arbeitsmappen ein prima System, auch für das Gymnasium.
    Ansonsten habe ich vieles vom Guru gelernt ( ja, Klippert!)
    Ich habe Schüler schon Tests entwerfen lassen, sie die Korrekturen, gegenseitig, übernehmen lassen und ihnen auch die Bewertung von Referaten überlassen. Dazu gibt es pro Schüler eine gemeinsam erarbeitete Tabelle mit Kriterien, in die er die Punkte für Form und Inhalt verteilen kann. Sie werden eingesammelt, anonym natürlich, und ich berechne dann den Mittelwert der Punkte und berechne daraus die Referatsnote.
    Vorher wird aber noch ganz offen besprochen, was gut war und was noch verbessert werden muss.
    Wenn man zum Beispiel 16 Punkte verteilen darf, so hat man bei der Hälfte der Punkte eben ein Ausreichend.
    Der ganze leidige Stress bei Referaten, keiner hört zu und danach kommen die Beschwerden wegen der Note, ist komplett einer kozentrierten Arbeitsatmosphäre gewichen.
    Ein Vetorecht habe ich allerdings, muss das aber nur alle paar Jahre mal einsetzen.

    1. Das ist ja spannend mit den Referaten! Auch wir arbeiten mit Schülerfeedback bei Vorträgen. Auch Notenvorschläge (begründet!) dürfen abgegeben werden, dennoch bewerte schließlich ich. Es stellte sich nämlich heraus, dass ich weniger empfänglich für besondere Gimmicks bin (Verteilen von Gummibärchen beim Haustierreferat, Einsetzen von Wasserpistolen beim Thema Wasser) 😉

  6. Also ich habe in diesem Schuljahr die ultimative Möglichkeit gefunden, Hausaufgaben zu kontrollieren bzw. mir dies zu notieren. Für jeden Monat mache ich mir eine DIN A 4 Liste mit den Namen der Kinder und Spalten für jeden Wochentag, an dem es eine Hausaufgabe zu kontrollieren gibt. Morgens kommen die Kinder zu mir – und ich hake auf meiner Liste ab. Fehlende Sachen vermerke ich mich Abkürzungen. Der Zettel liegt auf dem Pult. Ich weiß immer auf einen Blick bescheid.
    Das Bonbon für die Kinder: nach einer Idee von Marisa von den Lehrmittelperlen: das Wort Hausaufgabenfrei ist mit einzelnen Buchstaben auf kleine Kärtchen geschrieben. Haben ALLE Kinder ALLE Aufgaben erledigt, wird ein Buchstabe umgedreht. Sind alle umgedreht, gibt es auch Hausaufgabenfrei. Leider haben ich in diesem Schuljahr bei meinen Viertklässlern trotzdem eine schlechte Quote. Wir arbeiten weiter daran, dass in diesem Schuljahr erstmalig alle Buchstaben umgedreht werden ;-).

    1. Das mit den Buchstaben finde ich eine sehr schöne Idee – sie ist ja auch für andere Themen einsetzbar (zum Beispiel Verhaltensprobleme: wenn alles geklappt hat, einen Buchstaben rumdrehen – alle Buchstaben umgedreht, wir machen ein Spiel) da werde ich gleich mal losbasteln! Danke!

  7. Ansonsten wollte ich nur noch bestätigen: auch ich bin noch bei den guten, alten Papierlisten. Ich beobachte die ganz jungen Lehrer mit einer gewissen Faszination, die sowas tatsächlich nur noch auf ihrem Tablet machen. Ich habe mich mal ein Schuljahr bei den Noten durch Exel gequält, aber diese doppelte Buchführung fand ich anstrengender, als am Ende mit dem Taschenrechner einen Schnitt auszurechnen.

  8. Hallo, ich habe mit meinen Erstklässlern letztes Jahr auch mit Klebezettel angefangen habe mir dann aber bei einer Kollegin folgendes abgeguckt:
    Immer wenn beide Seite (Vorder- und Rückseite) richtig bearbeitet sind schneide ich oben oder unten (je nachdem wo die seitenzahlen stehen) eine Ecke weg. Ähnlich wie bei vielen Hausaufgabenheften oder Kalendern. So blätern dann sowohl die Kinder als auch ich gleich zu den nächsten Seiten die sie bearbeiten mussen bzw. für mich barabeitet haben undich neu kontrollieren kann.
    Fehler markiere ich mit einer Brille. ist der Fehler verbessert mache ich aus der Brille einen Smiley. Das kam immer gut bei den Kindern an.

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