fit und fröhlich im Januar

Vanitasgedanken zum Beginn des neuen Jahres. Wenn man die 12 Monate eines Jahres in ein Mottokostüm zwängt (was nicht unbedingt für einen unverkrampften, spaßbetonten Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit steht), dann scheint es konsequent, mit dem Schlimmsten, dem Ärgsten, dem Angseinflößenden zu beginnen: dem eigenen Körper. Uaaaah…!

Nun gilt Eitelkeit zwar im katholischen Sinne als eine der Hauptsünden, aber die Vernachlässigung der eigenen Fitness lässt sich leider im Umkehrschluss nicht in ein kleidsames Kostüm von Bescheidenheit und Demut packen, sondern eher mit… Faulheit erklären. Und diese reiht sich – tadaa! – in den bekannten Sündenkatalog mit ein. Es gibt also kein Entkommen und keine Entschuldigung – Frau Weh muss ran! Tatsächlich muss ich mir eingestehen, dass ich irgendwie unfit und damit ein wenig unzufrieden geworden bin. Da hilft auf Dauer auch die Erfindung der A-Linie nicht weiter.

Um diesen unrühmlichen Zustand zu beenden, klatsche ich mir auf den runden Popo, rufe meinem skeptischen Spiegelbild ein aufmunterndes „Nur Mut!“ zu und fasse für den Januar folgenden zwar unkreativen, aber tollkühnen Plan:

Frau Weh wird fit und fröhlich! 

Die grausamen Einzelheiten:

  • Montag-, mittwoch- und freitagmorgens geht es zu nachtschlafender Zeit auf den Crosstrainer. Kreislauf und so. Da sich so eine Aktion bei einer 5 vorne auf dem Wecker wirklich kaum ertragen lässt, drucke ich mir ein T-Shirt, auf dem in riesigen pinken Buchstaben H!E!L!D!I!N! steht. Es wird sicher… wunderbar.
  • An den anderen Morgenden rolle ich mit geschlossenen Augen vom Bett auf die Matte und kämpfe mich im Halbschlaf durch ausgeklügelte, problemzonenintensive Pilatesübungen. (Hoffentlich schlafe ich nicht mitten in der Brücke wieder ein. Herr Weh würde mit dem unausweichlich folgenden Lachanfall sofort die Wehwehchen aus dem Schlaf jagen.)
  • Außerdem beginne ich mit einer völlig neuen Sportart – in meinem Alter, hah! (Investigative Berichterstattung folgt, vermutlich wird es ein Brüller!)
  • Na klar, weniger Schokolade! Und überhaupt lohnt es sich, wieder etwas genauer über die Ernährung zu schauen.
  • Mehr trinken. (Nicht nur Erdbeer-Daiquiris!)
  • Früher schlafen gehen. Oje.

Das klingt zwar alles nicht besonders spaßig, aber ich freue mich drauf. Ich bin meinem Körper ziemlich dankbar, dass er alles so willig mitmacht: Zu viel Kaffee, zu wenig Schlaf, zu viel Zucker, zu wenig Bewegung. Und das bei gleichbleibender Leistung. Leider verfalle ich in Stressphasen immer in bestimmte Verhaltensmuster und die sind in der Regel nicht unbedingt gesund. Also nutze ich diesen ersten Monat (und hoffentlich auch die folgenden…) meines besonderen Jahresprojekts, um meinem Körper danke zu sagen. Danke für zuverlässige Arbeit auch in Krisensituationen, für kleine hübsche (und leistungsfähige!) Ohren und ein ansteckendes Lachen

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30 Kommentare zu „fit und fröhlich im Januar

  1. Liebe Frau Weh,

    neben den vielen anderen guten Dingen, die dieses Jahr passieren sollen, wünsche ich eine Extraportion Durchhaltevermögen für das ambitionierte Projekt!

    Herzlich

    Stachelvieh

  2. ich wünsche Ihnen viel Erfolg, Frau Weh! Mein Liebster hat sich letztes Jahr vorgenommen, jeden Tag einen fünfzehn- bis zwanzigminütigen Spaziergang zu machen und hat das auch konsequent (bis vielleicht 20 Tage Ausnahme) durchgezogen. 😀 Machen Sie nicht zu viel! Aber „mehr Schlaf“ ist definitiv sinnvoll.

    1. Das ist aber ein tolles Projekt! 🙂 Ob ich das wohl mit den Wehwehchen irgendwie unterbringen könnte? Aber ich fürchte, das klappt noch nicht, weil die zu befriedigenden Bedürfnisse so unterschiedlich sind. Bist du denn auch mitgegangen?

      Liebe Grüße!

      1. Oft ja. 😉 Meine spontane Reaktion am Silvesterabend 2012 war erstmal Skepsis („ob er das durchhält, wenn es weiterhin so kalt ist und immer so saut …“) – aber es hat mich sehr beeindruckt, dass er konsequent dabeigeblieben ist. Insofern: Ich gehe nicht immer mit, aber oft.

        Wir haben in den abendlichen Spaziergängen ein wunderbares Zeitfenster gefunden, in dem wir über den Tag sprechen können – über den Frust und den Stress in Arbeit und Uni, aber auch über alles Mögliche andere. Zudem sind wir oft, wenn ich mitgehe, 30-45 Minuten unterwegs, es läuft sich zu zweit doch leichter.

        Zusätzlicher Ansporn für mich war, dass sich meine Kondition durch das „jeden Tag Gehen“ um einiges verbessert hat. Gepaart mit dem 95%igen Verzicht auf Aufzug und Rolltreppe ist es bei mir schon besser geworden, auch ohne regelmäßigen Sport (der natürlich gesünder ist, klar). 😀

        1. Klingt beneidenswert! 🙂
          Und ich finde immer beeindruckend, wie viel es ausmacht, wenn alltägliche Bewegungsabläufe selber absolviert werden – siehe Rolltreppe und Aufzug. Auf lange Sicht super, wenn sich das veränderte Verhalten so festigt. Dann fällt man auch nicht mehr auf 0% runter, so wie es mit dem Sport passieren kann, wenn man damit aufhört oder es sich (aus welchen Gründen auch immer) ausschleicht.

  3. Da sag ich doch mal „toi, toi,. toi“. Ich mag einfach deine Art zu schreiben. Ich freue mich schon jetzt auf die investigativen Berichte von der sportiven Frau Weh.

    Lieben Gruß von neon_schwarz

  4. Oooh… da schließe ich mich mal an, leicht variiert: Mo-Mi-Fr laufen, direkt nach der Rückkehr aus der Schule. (Ist nur noch ein Kind zuhause, das bekocht sich zur Not selbst.) Der Pilates-Kurs ist ohnehin donnerstags. Für den Dienstag nehme ich mir also fest eine häusliche Einheit vor. (Und früher schlafen gehen. Jaaa! Ganz schwere, aber ungemein wichtige Übung.) Wir schaffen das, chakkah!

  5. Du sprichst mir aus der Seele. Die Unzufriedenheit resultierend aus Faulheit ist leider nicht nur Dein Problem. Allerdings beschränken sich meine Vorsätze erstmal auf weniger Zucker und mehr Bewegung. Ich hab irgendwo gelesen , dass man sich kleine,realistische Ziele setzen soll . Vielen Dank für den persönlicheren Blog, dass macht ihn für mich noch sympathischer.

    1. Danke für den netten Kommentar, Steffi! Ich muss mich an die persönlicheren Inhalte tatsächlich ein wenig herantrauen, brauche dafür aber deutlich weniger Zeit beim Schreiben.
      Dir viel Erfolg für dein Vorhaben – weniger Zucker finde ich sehr schwer, aber natürlich ganz sinnvoll.

  6. Liebe Frau Weh, da sind Sie schon einen Schritt weiter als ich: gleiches Vorhaben, aber ich hadere seit Tagen mit mir hins. der Entscheidung für einen Crosstrainer. Welchen haben Sie???

    1. Hallo Frau Enn,

      jetzt musste ich erst nachschauen gehen. Wir haben seit ein paar Jahren einen Cristopeit CS 5 und sind damit total zufrieden. Der kann nichts Tolles und Laufen muss man auch selber (kleiner Scherz), reicht aber für unseren Bedarf gut aus. Tatsächlich haben wir auch nur aus dem Grund so ein Riesenteil, weil es sich hier ganz gut unterbringen lässt ohne dass man es sieht. Ins Wohnzimmer würde ich mir kein Sportgerät setzen wollen; allerdings sollte es auch gut zu erreichen sein. Wenn man es erst umständlich hervorholen müsste, würde ich es wohl eher nicht benutzen… 😉
      Viel Erfolg!

  7. Sehr löblich! Und ganz schön viel…..
    Ich fange kleiner an. Mein Monatsmotto lautet: ESSEN UND TRINKEN. Hört sich sehr freundlich an, finde ich (mein Mann meinte: und, wieviel willst du zunehmen? …. Tssss!).
    Essen heißt: drei Mahlzeiten am Tag, nix zwischendurch.
    Trinken heißt: keinen Alkohol (zumindest diesen Monat, seufz).

    Für den Februar habe ich mir dann die sportlichen Aktivitäten vorgenommen ( in der sicheren Hoffnung, dass essen und trinken bis dahin gut laufen!).

    Frau Weh, ich bin beeindruckt, dass du das nun so straff durchziehen willst und bin gespannt auf die Sportart…. Yoga?

    1. Pfff… Yoga! Nö, es wird (fürchte ich) nicht halb so sanft 😉

      Ich glaube, mein Programm hört sich nach mehr an, als es ist. Einen Großteil dieser Dinge beherzige ich sowieso mehr oder weniger konsequent. Aber ich war auch beeindruckt, das mal so aufgelistet zu sehen. Dir viel Erfolg für deinen Essen und Trinken – Monat. Dein Mann hat recht, ein tolles Motto! Ich mache übrigens 3,5 Mahlzeiten – die nachmittägliche Kaffee und Keks-Pause mit den Wehwehchen ist hier heilig 😉

  8. Das hört sich gut an, liebe Frau Weh! Ich drücke alle Daumen, dass besonders die „nächtlichen“ Crosstrainereinheiten nicht zu hart werden und sich gut durchhalten lassen.
    Eine sehr schöne Idee dem Körper mal Danke zu sagen!
    Viel Erfolg und natürlich viel Spaß!

    1. Oh, danke, Giulia! Der Trick besteht darin, schneller als das Gehirn zu sein, dass nach Blick auf den Wecker die Rückmeldung „zu früh!“ geben möchte. Da muss ich dann einfach schon aus dem Bett sein, sonst habe ich verloren 😉 Auf dem Crosstrainer selber ist es dann halb so schlimm.

  9. Ein Haustier, das zuverlässig zu nachtschlafender Zeit (vor 5) die Bezugsperson (mich) weckt und den Rest des Haushaltes schlafen lässt, ist bei Frühaufsteher-Vorhaben übrigens nicht zu unterschätzen. Während das werte Tier gleich nach dem Futtern sofort wieder zum Schlafen entschwindet, steht der Mensch frierend in der Küche und ist schon zu wach um wieder ins Bett zu kriechen 😉

    Viel Erfolg beim Sportvorhaben!
    Ich bin auf den neuen Sport und den Bericht dazu gespannt!

  10. Ui, das liest sich wirklich anstrengend/ bewundernswert/ ambitioniert/… Ich bin gespannt auf deine Erfahrungsberichte (und gehöre auch zu denen, die sich regelmäßigen Sport vorgenommen haben – alle 2 Tage auf den Crosstrainer ist das Ziel).
    Bei dem straffen Programm vor allem zu nachtschlafender Zeit glaube ich aber, dass zumindest der Punkt mit dem früher schlafen gar nicht so schwierig wird 😉

  11. hui, frau weh! respekt vor deinem programm! sport zu einstelliger uhrzeit könnte mir ja nicht passieren (außer vielleicht VOR dem zubettgehen 😉 ) – dieser punkt wäre bei mir auch der todesstoß eines solchen planes. wenn du aber morgens ganz gut sporteln kannst, finde ich dein programm super! besonders das „h!e!l!d!i!n!“-t-shirt!!! und ich finde es toll, dass deine motivation ist, deinem körper auf diese weise Danke sagen zu wollen – statt, wie bei vielen, „den körper“ „dazu bringen“ zu wollen, dass er wieder „mehr leistet“. viel erfolg und wohlbefinden dir!!!

    1. Dankeschön! 🙂
      Morgens ist sicher nicht meine Traumzeit zum Sporttreiben, aber ich habe einen ziemlich niedrigen Blutdruck, da hilft das Paket Crosstrainer-Wechselduschen-Kaffee ganz gut weiter 😉

  12. Hallo Frau weh,
    Ich lese öfter mal still mit 😉
    Nun mag ich mich doch mal melden 🙂
    Wieso eigentlich so früher Sport?der Blutdruck ist niedrig,die Kohlenhydrate fehlen-ich mache mir große sorgen,dass es sie umhaut…
    Im ersten Moment lesen sich die Lektionen zu heftig für ein Frühprogramm .was spräche gegen eine andere Zeit dafür? 🙂
    Herzliche Grüße

    1. Hallo Kerstin, danke für deine besorgte Nachfrage. Tatsächlich ist das das Programm, das ich in der Miniweh-Schwangerschaft mit meinem Arzt abgesprochen habe eben wegen des niedrigen Blutdrucks. Die Bewegung hilft mir enorm dabei, mich morgens wie ein menschliches Wesen zu fühlen. Da ich aber zur Zeit nur 20 Minuten auf dem Crosstrainer und vielleicht 5 unter der Dusche verbringe, ist die Zeit zwischen Aufstehen und Frühstück nicht so lange, als dass die fehlenden Kohlenhydrate zum Problem würden. Erst zu frühstücken und dann auf den Crosstrainer zu hüpfen, würde mich total ausknocken – schon probiert 😉
      Liebe Grüße!

      1. Aha…ok…na dann 🙂
        Good luck und unbedingt durchhalten!!!
        Ich helfe gerne beim Tritt in den Allerwertesten ;-p
        Wünsche ein tolles Wochenende!

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