Betreten Sie bitte jetzt die Präventivzone

Also das mit dem Sport läuft ja mal richtig gut. Seit knapp einer Woche starte ich meinen Tag mit sportlichem Aktionismus und bin spätestens nach der Dusche recht guter Dinge. Aber es sind ja auch noch Ferien, bewähren muss sich das Modell im Alltag und der beginnt am Mittwoch. Frühstücksdosen, Kindergartenrucksäcke und hungrige Katzen werden sich mir in den Weg stellen und versuchen, mein ambitioniertes Vorhaben zu torpedieren. Aber ich werde standhaft bleiben! Hah, nehmt dies, ihr frühmorgendlichen Fallstricke!

Im fit&fröhlich-Monat will ich aber nicht nur ein persönliches Fitnesskonzept etablieren, sondern auch meiner allgemeinen Gesundheit mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein Aspekt dabei sind Erkältungen, die mich in den letzten Jahren regelmäßig im Winter erwischt haben. Naja, ist das ein Wunder bei der Masse an kleinen Seuchenvögeln, die mich tagtäglich umschwirrt?

Nach eingehender Beratung meiner Masseurin, die dem Ayurveda nahesteht, aber gleichzeitig auch Ärztin ist, bin ich im Gesundheitsregal des Drogeriemarktes gelandet. Während das Miniweh zielgerichtet die Kundentoilette aufsuchte, sich um das Schaukelpferd kümmerte und zur Erfrischung eine kleine Tüte Wasser aus dem Spender zapfte (höchst erfolgreiche Kundenbindung!), konnte ich meinen Badezimmerbestand um drei Gegenstände erweitern, die bei Anwendern alternativer Gesundheitslehren vermutlich nur ein müdes Lächeln hervorrufen, mich hingegen einiges an Überwindung, dabei aber erstaunlich wenig Geld gekostet haben.

Nasendusche

Das Highlight dieser kleinen Auswahl ist zweifelsohne dieses entzückende Geschöpf in zartem Blau, das mit nur wenigen Handgriffen sofort in ein vollwertiges Familienmitglied verwandelt werden konnte. Aber lasst euch nicht durch das harmlose Äußere täuschen! Der kleine Wal hat es in sich: physiologische Kochsalzlösung (0,9 Gramm Salz – vielleicht nicht unbedingt das grobkörnige! – auf 100 Milliliter Wasser) zum Nasenduschen. Klingt eklig?

Dachte ich auch und musste mich wirklich überwinden. Zu groß die Angst, die Plörre könnte in den Hals laufen! Aber angeblich soll Nasenduschen maßvoll angewendet supertoll sein und trockenen Schleimhäuten entgegenwirken, die um ihre Abwehrfunktion ordentlich zu erfüllen, feucht gehalten werden sollten. Allerdings zugegeben, Nasenduschen sieht echt blöd aus, also habe ich zunächst auf einen ungestörten Moment im Badezimmer gewartet, den Kopf schief gelegt, den Mund weit geöffnet (ganz wichtig!) und rein mit der Lösung. Plätscherplätscherplätscher komisches Gefühl, aber keine Unfälle. Ach ja, man sollte sich über dem Waschbecken befinden…

Weitere Präventivbausteine um erkältungsfrei durch den Winter zu kommen:

  1. Der wichtigste: häufigeres und intensiveres Händewaschen! Damit habe ich bereits im Herbst angefangen, vornehmlich am Schulvormittag. Bis jetzt bin ich keimfrei geblieben 😉
  2. Viel trinken.
  3. Drogeriemarkt-Errungenschaft Nr.2: ein Zungenreiniger. Das Teil ist überraschend stylisch, daher hatte ich keinerlei Anwendungsprobleme (und nur einen leichten Würgereiz) beim Test. Merke: Nicht zu weit hinten ansetzen. Auch das ein Vorschlag meiner Ärztin. Der Sinn dahinter erschließt sich mir: Während sich der vordere Teil der Zunge im Kontakt mit dem Gaumen befindet, lagern sich auf dem hinteren Bereich ungestört Bakterien ab, die für Muffelatem, aber auch Erkrankungen der Mundschleimhaut verantwortlich sein können. Ich war ehrlich beeindruckt (und durchaus auch etwas angeekelt) von dem, was da im Abfluss landete. Mach ich weiter.
  4. Das oben beschriebene Nasenduschen.
  5. Etwas delikater und für mich der Baustein mit der absolut größten Hemmschwelle: Ölziehen. Wrrrgs. Das mache ich auch nur, weil ich der Ärztin sehr vertraue (und ich durch das morgendliche Sporteln eh schon Kummer gewöhnt bin). Hierbei nimmt man einen Teelöffel Öl (ich verwende Kokosöl – Drogeriemarkt-Errungenschaft Nr.3 – wegen der angeblichen antibakteriellen und antiviralen Wirkung) in den Mund und schmurgelt damit schön herum. Nur nicht schlucken oder gurgeln! Idealerweise sollte man das 15-20 Minuten machen, ich komme auf gerade mal 5 während des Duschens. Und das mit Mühe, aber das soll einfacher werden, je öfter man es macht. Allerdings war dieser erste Moment wirklich nicht ohne… Kokosöl ist nämlich nicht flüssig, sondern hat eher eine Konsistenz wie harte Butter, pfuh! Angeblich – Langzeitstudien fehlen mir natürlich noch – hat das Ölziehen ganz hervorragende Auswirkungen für die Gesundheit von Zähnen, Zahnfleisch und Mundraum. Glaubt man den einschlägigen Seiten, kann das Teufelszeug natürlich noch viel, viel mehr. Naja. Ich bleibe mal noch dran. Ob ich das allerdings mit in den Februar nehme, bleibt fraglich.

Auch wenn diese Techniken im Ayurveda seit Ewigkeiten erfolgreich praktiziert werden, ist das für mich alles neu und – zugegeben – auch ziemlich weitab meiner sonstigen Lebensweise. Aber da ich dieses Jahr für neue Ideen und Erfahrungen nutzen möchte, binde ich meiner angeborenen Skepsis zum Trost ein Schleifchen um und stelle sie ins Regal ganz weit hinter die Neugierde.

Wer bis hier durchgehalten hat: RESPEKT! War ja ganz schön eklig heute :mrgreen:

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24 Kommentare zu „Betreten Sie bitte jetzt die Präventivzone

    1. Danke dir, aber ich habe noch zwei Tage Galgenfrist. Das ist schon toll; noch toller aber ist, dass der Kindergarten bereits morgen wieder öffnet. Ja, ja, JAAAA! :mrgreen:

  1. Ui, Respekt vor soviel fit&fröhlich-Aktivität!!! Das ein oder andere davon habe ich auch schon versucht und werde es vielleicht wieder in meinen Alltag übernehmen… muss nur erstmal der innere Schweinehund besiegt werden – und der bellt noch sehr laut… 🙂
    Aber eine kleine Erklärung bezügich eines kleinen feinen Wortes bräuchte ich doch: wie geht „schmurgeln“?
    Viel Durchhaltevermögen und Erfolgserlebnisse dir und uns Lesern immer wieder neue Einsichten in die zauberhafte Welt der Frau Weh – Danke dafür!!! Andrea

    1. Oh, das Wort schmurgeln ist in diesem Falle lediglich die Kombination aus gurgeln und schmatzen :mrgreen: Trifft es am besten. Man soll das Öl im Mund hin- und herschieben, durch die Zähne saugen usw. Mich schüttelts schon wieder!

      „Zauberhafte Welt der Frau Weh“ gefällt mir sehr gut! Danke dafür 🙂

  2. Haha, Nasendusche kenne ich nun schon seit einigen Jahren. Es kostet mich aber immer noch sehr viel Überwindung. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht so ein stylisches Teil wie du habe ;-). Aber Eines ist gewiss: Es hilft wirklich!
    Viel Durhaltermögen bei deinen guten Vorsätzen wünscht
    Bergziege

  3. Also das Kochsalzlösung für die Nasenschleimhäute gut ist, hab ich auch gelesen und ersetzt prima einen Nachmittag am Meer. 😀

    Da die eine Hälfte der Familie der anderen ( = mir und meiner Mutter) eine schöne Erkältung vermacht hat (stammt von Silvester! Hurra!) habe ich mich gestern auch mal dazu aufgerafft, viel zu trinken, das ist ohnehin eine größere Baustelle bei mir. Hat in den letzten Tagen auch ganz gut geklappt. 😀
    Viel Erfolg! Wenns so eklig ist, dann hoffen wir alle mal, dass es sich auch lohnt. 😉

    1. Oh ja, ich hoffe auch, dass sich dieser Einsatz positiv bemerkbar macht. Aber selbst wenn nicht – lustig ist es bereits. Zum Thema Trinken schreibe ich die Tage etwas, da habe ich einen tollen Tipp in petto 🙂
      Liebe Grüße!

  4. Also, liebe Frau Weh, ich habe bis zum Schluss durchgehalten und habe mental bereits mein Einkaufskörbchen für den morgigen dm-Markt-Besuch neben die Haustüre gestellt! Außerdem ist gestern das besagte Buch angekommen, lach * ich lese jetzt mal den Januar fertig…..Wie das mit dem Sport läuft, weiß ich noch nicht, ich hasse joggen, aber vielleicht gaaaanz langsam mit dem Hundetier an der Leine….Danke für die Anregungen, das ist ja fein!

    LG, Frau E.

    1. Liebe Frau E.,
      Walken ist doch viel gesünder! Und dabei Trinken nicht vergessen! Wenn dann bei dm die Blase zwicken sollte, kein Problem, da gibt es ja ganz tolle Klos 🙂

  5. Liebe Frau Weh,

    ich fühle mich dir sehr verbunden, denn ich bin auch in großer Freund der Pläne und seit letztem Jahr auch der guten Vorsätze. Der im letzten Jahr hat so gut funktioniert, dass ich mich dieses Jahr an die größte persönliche Lebensbaustelle gewagt habe. Ich bin gespannt wies läuft.
    Zum Sport auch im Alltag, habe ich die Erfahrung gemacht, je regelmäßiger desto besser, denn wenn es jeden Tag einfach so ist, wie Zähneputzen und zur Arbeit gehen, muss man gar keine Entscheidungen mehr treffen. Das hat mir geholfen und funktioniert bei dir hoffentlich auch.
    Zu deinem Gesundheitsplan wollte ich noch (ungefragt…) etwas beisteuern, was du sicher auch schon oft gehört hast, aber ich bin so überzeugt, dass ichs trotzdem sage: Trink Ingwerteee. Den frischen Ingwer kann man einfach mit dem Liebslingstee mischen und schon schmeckts gut 🙂

    Weiterhin gutes Gelingen
    Lisa

    1. Hallo Lisa, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe. Für deinen großen Plan wünsche ich dir gutes Gelingen und viel Glück! 🙂
      Danke auch für deinen Tipp, Ingwertee mag ich gerne und trinke ihn immer mit Apfel gemischt. Vielleicht mag ja noch die ein oder andere Leserin mal probieren. Offensichtlich sind ja gerade viele an neuen Erfahrungen interessiert, wie schön!

      1. Mein Mann bereitet mir täglich am Morgen 1,5l davon zu: eine handvoll frisch geschnittenen Ingwer, aufgebrüht mit einem Beutel Pfefferminz und einem großem Schuss Zitronensaft. In der Früh trinke ich ihn heiß, für die Schule fülle ich etwas davon in eine Flasche und der Rest wird über den Tag verteilt kalt getrunken. Dies mache ich seit Jahren so und war auch nicht mehr ernsthaft krank.

  6. Danke für deinen Einblick, die Nasendusche ist ja stylisch 🙂

    Ich nutze seit einem guten Jahr eine nicht so stylische und habe mich so daran gewöhnt, dass es in der Schnupfenzeit wirklich morgens eine Erleichterung ist!

    Zum Thema Zungenreiniger musste ich erst mal googeln und bin lachend hier hängen geblieben:
    http://www.sat1.de/tv/die-harald-schmidt-show/video/zungenreiniger-clip

    Also, morgen ist einkaufen angesagt 🙂

    Viel Erfolg weiterhin,

    Vivi

  7. Liebe Frau Weh, grrrxs, das Ölziehen habe ich diesen Winter auch schon empfohlen bekommen… Mein Favorit ist Sesam – aber nur zweimal probiert, weil ich mit dem Mund voll Öl ja meinen Söhnen nicht widersprechen kann. Die nutzen das aus! Und meine Nasendusche – leider auch ein wenig unterbeschäftigt – ist bei weitem nicht so hübsch! Viel Erfolg weiter, ich bin gespannt auf Deine Erfahrungen… Liebe Grüße Greta

    1. Hallo Greta, Sesamöl könnte ich mir auch vorstellen, das ist wenigstens von Anfang an flüssig. Mein Vorteil beim Ölziehen ist, dass ich dabei unter der Dusche stehe – die einzigen ruhigen 5 Minuten meines Tages :mrgreen:

      1. Gute Frage. Google liefert auf die Schnell keine Ergebnisse. Ich kann nur sagen, dass ich es immer so mache und keine negativen Auswirkungen bemerkt habe. Eine mikrobiologische Untersuchung habe ich aber natürlich nicht gemacht.

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