mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Das mit dem Sport klappt erstaunlich gut. Der Trick dabei ist, keinen Blick auf den Wecker zu werfen (es droht Schockstarre), sondern unverzüglich etwas überzuwerfen und auf den Crosstrainer zu steigen. Da war ich seit Beginn des Projekt 9x drauf, für immerhin jeweils 20 Minuten. Klingt nicht besonders umwerfend? Stimmt vermutlich, aber mein Ansinnen ist ja kein Karrierestart als Ausdauersportler, sondern die Etablierung kleiner Verhaltensänderungen im Alltag. Und bei allen guten Vorsätzen – NOCH früher stehe ich bestimmt nicht auf 😉

Das Mattentraining ziehe ich etwas weniger engagiert durch als erhofft, dennoch zeichnet sich bereits eine mikroskopisch kleine Veränderung in der wehschen Körpermitte ab. Natürlich noch viel zu klein, um sie als Bauchmuskeln zu bezeichnen, aber irgendetwas wächst da – vielleicht auch nur die Hoffnung auf bessere Zeiten? (Hö hö…)

Das neue geheime Sportprojekt startet nächste Woche, ich bin ehrlich aufgeregt und vorfreudig. Allerdings auch ein wenig besorgt, liegt das durchschnittliche Startalter doch… Moment… ungefähr 30 Jahre niedriger. Kleine private Vorübungen vor dem großen Schlafzimmerspiegel haben ergeben, dass sich bestimmt Winkel gar nicht mehr bilden lassen. Das wird sicher spannend (und ich fürchte schmerzhaft).

Bei den ayurvedischen Aktivitäten stellt sich bereits jetzt klar heraus, dass ich das Zungeschaben cool finde, das Naseduschen lästig und das Ölziehen ganz ok.  Aber ich bleibe dran, der Monat ist schließlich noch nicht um.

Zeit, um sich Phase 2 zu widmen, dem genaueren Blick auf die Ernährung.

Schneemannbrot

Würde man mich fragen, welcher Bereich bei meinem unendlichen Twist zwischen Beruf und Familie die meiste Zeit in Anspruch nimmt, dann wäre die Antwort wohl die Zubereitung der Mahlzeiten. Natürlich will ich mich und meine Familie gesund ernähren, möglichst regional, frisch und lecker. ABER… die Zeit ist nicht immer mein Freund dabei.

Als wir letztes Jahr einige organisatorische Änderungen im Familien- und Berufsalltag vorgenommen haben, hat mich das Kochenmüssen (und besonders der eigene Anspruch daran) teilweise an den Rand des Wahnsinns getrieben. Vier Familienmitglieder, die zu unterschiedlichen Zeiten essen wollen/sollen/müssen und deren unterschiedliche Vorstellungen von einer gelungenen Mahlzeit lassen sich nicht immer gut vereinbaren. Stress pur!

Abhilfe schafft mittlerweile ein simpler Essensplan, den ich samstags zusammen mit der Einkaufsliste schreibe. Im Grunde genommen kommt bei Familie Weh immer das Gleiche auf den Tisch, allerdings so abgewandelt, dass es nicht weiter auffällt.

Morgens: Müsli, Obst (Blaubeeren, Himbeeren, Bananen, etc.), Joghurt

Mittags: warmes Essen (s.Plan), Herr Weh wärmt (sich) abends auf 😉

Abends: Brot, Aufschnitt, Gemüse und/oder Obst, die Wehwehchen lieben Bananenmilch

Der Grundwochenplan:

MONTAG: Nudeln + …

DIENSTAG: Reis/Getreide + Gemüse

MITTWOCH: Suppe/Eintopf

DONNERSTAG: Kartoffeln +

FREITAG: Salat + Fisch + Bratkartoffeln

SAMSTAG: Crockytag

SONNTAG: Lieblingsessen

Immer dabei ist eine Portion Rohkost (meist Gurke, Paprika, Tomaten) oder Salat (Möhrenrohkost, Krautsalat etc.). Das ist praktisch, falls einem der Kinder mal etwas gar nicht schmeckt oder die Zeit bis zum Essen zu lang wird. Ich fahre mit diesem entspannenden Modell super. Am Kühlschrank hängt eine laminierte Liste (jaaa, da kommt die Grundschullehrerin durch), auf die ich das Essen der Folgewoche eintrage, um einen Überblick zu haben.

Ein typischer Wochenplan sieht dann z.B. so aus:

Montag: Nudeln mit Spinat, Rohkost (Gurken, Paprika, Tomaten, …)

Dienstag: Risi-Pisi, für 3/4 der Familie mit Bratwürstchen, Rohkost

Mittwoch: Linsensuppe mit Baguette (oft als doppelte Portion zum Einfrieren), Rohkost

Donnerstag: Pellkartoffeln (für Freitag mitkochen) und Falafel mit Tsatsiki, Möhrensalat

Freitag: Pestokartoffeln, großer gemischter Salat und Lachs, das Miniweh bekommt 3 Fischstäbchen aus dem Toaster

Samstag: Schmorgericht aus dem Slow Cooker (oft als doppelte Portion zum Einfrieren), passendes Gemüse

Sonntag: Pfannkuchen

 

Beispiel-Woche 2:

Montag: Nudeln mit Pesto, Rohkost

Dienstag: Couscous-Salat, Möhrenrohkost, Kräuterquark, für 3/4 der Familie Putenbällchen

Mittwoch: Gemüsesuppe

Donnerstag: Kartoffeln, Rosenkohl, Joghurtsauce

Freitag: restliche Kartoffeln von Donnerstag als Bratkartoffeln, Salat, Lachs, 3 Fischstäbchen für das Miniweh

Samstag: Toskanisches Schmorfilet aus dem Crocky, Salat

Sonntag: Reste von Samstag mit Fritten und TK-Gemüse

Gleicher Aufbau, anderes Essen. Unter der Woche gibt es erprobte Standardessen, Experimente nur am Wochenende. Da ist mein Nervenkostüm gegenüber am Essen nörgelnder Kindern deutlich belastbarer. Herr Weh ist ja ein Mustergatte, er isst alles :mrgreen:

Einmal die Woche machen wir Großeinkauf, die frischen Sachen holen wir bei Bedarf nach. Dreimal pro Woche backen wir ein Brot (da sind wir noch in der Findungsphase, nicht jedes Brot eignet sich als Schulbrot) und samstags backe ich Kuchen. Was Gemüse und Obst angeht, habe ich es mit den Wehwehchen leicht – sie essen nicht alles, aber gerne und reichlich.

Was ich hier allerdings gnadenlos unterschlagen habe, um einen besseren Eindruck zu erlangen, ist die 4.Mahlzeit des Tages: die Kekse!

Und die sind (so man Herrn Weh glauben darf) der Ursprung allen Übels. Aber dazu die Tage mehr…

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17 Kommentare zu „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

  1. der essensplan könnte unserer sein – ohne crocky (musste ich erstmal googeln).
    neue rezepte werden gern auch in den ferien ausprobiert – und sortiert nach „alltagstauglich“ und „nach hinten in den ordner“.

    das sportexperiment – mein tipp: ballett?
    bin gespannt. auf jeden fall denke ich jetzt auch wieder über tägliche yoga-übungen nach.

    1. Hallo Lisa,
      über Sport nachzudenken ist schon der erste Schritt! :mrgreen:
      Mit dem Sporttipp liegst du richtig – ich hätte wohl nicht über Winkel schreiben sollen 😉
      Liebe Grüße!

      1. ich bin gespannt auf deine berichte! ich würde damit auch liebäugeln, bräuchte aber einen kurs für unbiegsame elfie ömmels…
        mein 4jähriger möchte unbedingt ballett machen, vielleicht ist das ja auch ein einstieg für mich…
        ich wünsche auf jeden fall viel erfolg und eine lehrerin, die den spaß nicht zu kurz kommen lässt!

    2. Ebenfalls auch mein Tipp und nur zu empfehlen..!
      Geometrisch gesehen ist wahrscheinlich die Andeutung im post auch in Richtung Yoga und Pilates zu verstehen…allerdings gibts da ja keine altersabhängige Zielgruppe 😉
      Habe mit 17-19 einen Ballett-Erwachsenenanfängerkurs nach langer Rumträumerei gemacht und es nicht bereut…Vorsatz für dieses jahr mindestens 6 Monate kaum oder nur minimalst-pendelnd sein und Tanzen^^

      PS: Aufgrund technischer Probleme (kein Internet) kann ich den Kommentar erst jetzt abschicken, aber freue mich ,dass Lisa und ich richtig getippt haben 🙂

  2. Seit den Weihnachtsferien verfolge ich mit Begeisterung und großem Staunen Deinen tollen Blog! Du schreibst ja über MICH!!! Das Essensthema lässt mich nun in die Tasten hauen, denn ich erstarre vor Erfurcht über Deinen wundervollen Essensplan und die Idee das so zu systematisieren! Hier essen drei Kinder nach der Schule mit und abends der Mann. Mir gelingt es nach dem Unterricht nur selten mich auf Kochpläne zu konzentrieren und so koche ich häufig mittags und abends, wenn ich wieder einen klaren Kopf habe und den Mangel vom Mittag wieder ausgleichen möchte. Total uneffektiv! Allerdings bin ich Meisterin der ganz schnellen Küche :-)! Schön, dass ich Deine Seite entdeckt habe!

    1. Hallo Jule,

      danke für deinen netten (und lustigen) Kommentar! Das mit dem zweimal (dreimal…) kochen kenne ich auch und war letztes Jahr irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem ich gedacht habe “ ich bin doch nicht bescheuert!“. Daher der Plan. Toll daran ist, dass ich mich eben nicht (mehr) sonderlich konzentrieren muss. Die Suppe für mittwochs z.B. koche ich am WE vor und hole sie dienstags aus dem Tiefkühlschrank, Zwiebeln habe ich ebenfalls immer kleingewürfelt eingefroren. Das hilft mir enorm.
      Liebe Grüße!

  3. Ein Crocky oder auch Slowcocker ist ein Wundertopf aus den USA (soweit ich weiß), ein sogenannter Langsamgarer! Ich habe ihn auch und finde ihn genial. Man befüllt ihm morgens mit allen nötigen Zutaten und mittags bzw. abends ist das Futter dann fertig. Wir benutzen ihn auch oft am Wochenende und ganz besonders bei Festen/Partys fürs Buffet. Man kann super Eintöpfe, Braten und auch andere Fleischgerichte (z. B. Gulasch, Rouladen. Geschnetzeltes) darin machen. Leider ist er bei uns in Deutschland nicht so bekannt, in den USA besitzt ihn angeblich jeder 2. Haushalt.
    Ich finde es sehr interessant, dass man in solchen Blogs dann auch „Gleichgesinnte“ trifft.
    In Bezug auf das, liebe Frau Weh, was du dir vorgenommen hast, kann ich dich nur bewundern. Mein innerer Schweinehund ist soooooo groß, den besiege ich zur Zeit wohl nicht. Immerhin sind Gedanken hierzu immer häufiger in meinem Kopf. Außerdem bin ich sehr gespannt auf den geheimnisvollen Sport – ich suche in unserer Gegend Balett für Ältere ohne Vorkenntnisse, das wollte ich schon als Kind immer mal machen.
    Schönes Wochenende!

    1. Hallo Heike,
      oh, das ist ja spannend, dass du auch einen Crocky hast! Ich traue mich bisher noch nicht, ihn morgens anzustellen und das Haus zu verlassen. Eigentlich kann ja nichts passieren, aber irgendwie… hmm.
      Wir machen viele Currys oder auch Suppen drin, wie bei euch hauptsächlich am Wochenende.

      Mein Schweinehund schläft morgens noch – der kann sich also gar nicht wehren 😉
      Ab morgen schaue ich auf die Ernährung, das ist viel schwerer für mich als ein bisschen Sport einzubauen. Apropos Sport, du hast recht mit dem mysteriösen Sport – es ist tatsächlich Ballett. Ich freu mich total! 🙂

      Liebe Grüße!

      1. Ja, es ist richtig – du hättest das mit dem Winkel nicht schreiben sollen, da fiel mir sofort Ballett ein 🙂 . Hoffentlich finde ich auch etwas in dieser Richtung. Ich habe zumindest schonmal eine Anfrage an ein Studio in unserer Stadt gesendet, die Ballett in ihrem Programm haben (1. Schritt!).
        Zum Crocky: So richtig traue ich mich auch noch nicht, den Crocky einzuschalten und niemand ist im Haus. Einmal hatte ich es gewagt und es ist tatsächlich gutgegangen. Allerdings würde es momentan nicht so gut für uns passen, denn es essen nur 2 Familienmitglieder zu Mittag und einer wärmt sich etwas auf. Ich habe den großen Topf (ich glaube 6,5 l), denn eigentlich sind wir zu siebt (aber mittlerweile tummeln sich 3 Studenten darunter, die in der Regel höchstens am Wochenende zu Hause sind).
        Schönen Restsonntag!

        1. Wir haben einen kleinen Crocky, da passt die Menge ganz gut. Der große, den du hast, ist bestimmt super, um vorzukochen und einzufrieren. Im Moment bin ich noch in der Probierphase und schaue, was überhaupt geht. Apfelkompott geht super, Käsekuchen hingegen… nun ja.
          IRGENDWANN traue ich mich mal, werfe morgens die Zutaten rein und freue mich auf ein fertiges Mittagessen!

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