Februar: Alles (ist) Liebe!

Das Motto, unter das ich den 2.Monat meines Jahresprojekts stelle, liest sich weitaus fluffiger, als es tatsächlich ist. Inspiriert vom Valentinstag, der sich so praktisch mitten im Februar mit all seinen Pralinchen, Herzchen und Blümchen tummelt, könnte man denken, ich würde es mir leicht machen und einfach einen kleinen Schmusemonat zum Ausruhen nach dem anstrengenden Januar einschieben. Dem ist aber nicht so.

Ich habe das Thema gewählt, weil ich in der Vergangenheit genau an diesem Punkt so häufig zu scheitern drohte. Eigentlich bin ich ein positiver Mensch und ich möchte mich, meine Mitmenschen und das, was ich tue, mit Liebe betrachten. Nicht erst seit der Lektüre von Jean-Jacques Rouesseau ist es meine feste Überzeugung, dass in allem und allen ein guter Kern steckt. Klingt kitschig und unrealistisch? Tja…

Wie oft liege ich abends im Bett und komme nicht in den Schlaf, weil mich das Gefühl quält, am Tag so viel Geduld und Energie für andere Kinder und so wenig für meine eigenen gehabt zu haben? Genervt gewesen zu sein, wenn das Miniweh zum hundertausendsten Male das gleiche Buch, das gleiche Spiel, das gleiche Wasauchimmer von mir wollte. Ungeduldig gewesen zu sein, wenn das mittelgroße Wehwehchen seine Vokabeln zwar überflogen, aber keinen Deut gelernt hat. Gestresst, kopflos, in Teilen überlastet in Angesicht meiner Familie, meines Haushaltes, meiner täglichen Pflichten. Ich will das nicht mehr sein! Ich will nicht so sein! Naja… zumindest nicht immer…

Also ein großes STOPP! an dieser Stelle – meinetwegen auch gerne mit Blümchen und Glitzer verziert. Der Februar wird anders:

  • aufmerksamer
  • liebevoller
  • ruhiger
  • bewusster betrachtend
  • dankbarer

FamilieDas tolle Plakat ist von hier

Seid ihr dabei?

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35 Kommentare zu „Februar: Alles (ist) Liebe!

  1. Oh, ich hätte beim Lesen deiner Worte grad losheulen können. Wie oft denke ich am Abend im Bett wie ungerecht ich zu meinen eigenen zwei pubertären Damen war, weil ich so viel Kraft schon in der Schule gelassen habe.
    Von daher für mich ein wunderbar passendes Motto für den Februar und ich werde mich bemühen ihm zu folgen. Vielen Dank für diese schöne Anregung!
    Ganz toll finde ich auch das Plakat. Gibt es das irgendwo zu bestellen?
    Liebe Grüße
    Silke

    1. Und tut es nicht unendlich gut zu lesen, dass es so vielen genau gleich geht? Mich tröstet das immer ein bisschen. Den link für das Poster habe ich drunter gesetzt.
      Liebe Grüße und Kopf hoch!

  2. Du schreibst soviel Wahres in deinem Text. Ich habe mich in vielen Dingen wiedererkannt. Das Poster finde ich toll. Wo bekommt man das?
    Ich werde mit noch mehr Aufmerksamkeit im Februar deinen Blog lesen.
    Viel Erfolg (uns beiden)

  3. Eine Freundin sagte mal, sie könne gut mehrere verschiedene Sachen machen, fände es aber schwierig einen Energienpool zweimal zu belasten. Das ist jetzt 15 Jahre her, aber ich muss oft an diesen Spruch denken, wenn ich müde vom Kindergarten nach Hause komme und meine eigenen Kinder erst mal um eine Pause bitte. Ich habe für dieses Problem irgendwie noch keine Lösung gefunden, aber ich arbeite daran. Ich drücke dir die Daumen für dein Vorhaben in diesem Monat. LG Xeniana

    1. An dem Satz ist definitiv etwas dran! Andererseits ist auch Herr Weh nur bedingt belastbar, wenn er aus dem Büro kommt. Scheint also doch ein allgemeines Problem zu sein.
      Solltest du eine gute Lösung gefunden habn, teil sie uns unbedingt mit, ja? 🙂

  4. Wunderbarer Gedanke! Schade, dass du nicht in Wien wohnst, ich würde gern einmal mit dir Kaffee – falsch – Tee trinken!
    Liebe Grüße von ebendort – Sabine

  5. Ich bin auch dabei …
    Beim Lesen hab ich gedacht, autsch … Genau getroffen … Dein Januar hat mich übrigens zum Zungeputzen und zum Fitness gebracht … Du hast guten Einfluss auf mich;-)

  6. Du sprichst mir ja so aus der Seele! Wie oft gehe ich abends in Bett und kann nicht schlafen in dem Gefühl, mal wieder furchtbar ungerecht zu diesem oder jenem gewesen zu sein… . In den Weihnachtsferien war alles total entspannt, man hatte Zeit für die Kinder und die (obwohl vor- und sehr pubertär) genossen die freie Zeit mit ihren Eltern – hach, herrlich. Und kaum fing für alle die Schule wieder an, startete auch mein (all-)tägliches Gemotze wieder – mein Januar-Vorsatz war, alles mal ein wenig ruhiger angehen zu lassen. Aber uiuiui – ein frommer Wunsch!

  7. Haha. Besonders lustig für die Eltern von arg pubertierenden Spätteenagern. Ich aktualisiere jetzt mal das Plakat für diese bedauernswerte Zielgruppe:

    In diesem Haus
    wird herumgeschlurft, mit den Augen gerollt und antriebslos im Bett herumgehangen,
    während niveauloser Gangsterrap leise dröhnt.
    Die Gegenseite verliert die Nerven, brüllt, hat Schuldgefühle und geht dann zur Massage.
    In diesem Haus
    leben manche gern im knietiefen Müll und schreiben dieFacharbeit erst 5 min vor Abgabentermin.
    Die Gegenseite ergraut von Tag zu Tag mehr und sieht die Lebenserwartung täglich um ein paar Minütchen schrumpfen. Und um 4 am Morgen liegt sie wach und hat Herzrasen.
    In diesem Haus
    hofft wirklich jeder, dass die Zeit schneller vergehen möge.
    Die einen, damit sie endlich, endlich ausziehen und ihr eigener Herr sein können, denn sie wissen noch nicht, dass das mit unangenehmen Begleiterscheinungen einhergeht.
    Die anderen, um zu erleben, dass der Herr mit Hirn schmeißt.
    In diesem Haus
    braucht jeder eine Gesprächstherapie.

    1. Die Aktualisierung, diesmal mehr zum Lachen (hoffe ich):

      In diesem Haus
      wird intensiv gelebt, auf allen Seiten.
      Die einen erleben die großen Gefühle zum ersten Mal
      und verlieren fast den Verstand vor ihrer Wucht.
      Die anderen hoffen und beten,
      suchen und finden im kürzesten Augenblick die Anzeichen der Besserung
      oder der totalen Katastrophe.
      In diesem Haus
      wird um Autonomie und Nähe gekämpft
      Aber
      Reibung erzeugt auch Wärme.
      In diesem Haus
      werden die einen noch jahrelang ihre Eltern nicht verstehen,
      aber irgendwann schon.
      In diesem Haus
      wird ein Vorrat an Kerzen angelegt
      für die Wallfahrt nach Altötting,
      wenn erst das Abi/die Lehre/der Liebeskummer/das Türenknallen/
      dieser gesamte Wahnsinn überstanden ist.

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