noch 10 Tage…

Ein wenig mutzenmandelig sitze ich auf dem Sofa. Auf dem Schoß einen Teller mit Apfel-Nuss-Kuchen, im DVD-Player das Workoutprogramm des New York City Ballets. Die musikalische Untermalung ist aufdringlich und die erklärende Stimme aus dem Off hat ein Schlafzimmertimbre, das mir Gänsehaut verursacht. (Keine wohlige.) Aber gut aussehen tut es, keine Frage! Definierte Bewegungen, definierte Muskeln, Proportionen wie aus dem Anatomielehrbuch. Zum Niederknien! Was ich auch tun könnte, wäre es nicht auf dem Sofa gerade so komfortabel. Immerhin wackle ich rhythmisch mit den dicken Zehen.

Die Zeit rast, aber der Februar scheint kein Ende zu nehmen. Zwar war mir klar, dass es stramm werden würde, aber konnte ich in der Planungsphase meines Jahresprogramms ahnen, dass just im Februar das Auto epileptisch, die Wehwehchen gastroenteritisch, der Wasserkocher morbide werden würden? Klar, das ist der Alltag. Dieser gestaltet sich zur Zeit aber derart raumfordernd, dass wenig Zeit für Entspannung bleibt. Dabei wollte ich doch so gerne auch Zeitfenster für Herrn Weh und mich – also nur mich, nicht mich + Wehwehchen oder mich + Schule – schaffen. Doch statt romantische Date Nights zu planen (und durchzufühen!), bin ich so müde, dass Herr Weh mich regelmäßig abends vom Sofa kratzt und ins Bett verfrachtet wie einen geräderten Rollschinken.

Übrigens, der Valentinstag war eine einzige Katastrophe. Eine Katastrophe nahezu epischen Ausmaßes. Würde ich daraus eine Aufgabe für die Viertklässler machen, lautete sie so: Bilde aus den Wörtern spuckendes Kind, anbrennender Reis, Feuermelder, Kochwäsche und Romantik eine fesselnde Reizwortgeschichte. Achte auf spannende Satzanfänge und eine treffende Überschrift. Schwierig, die Romantik darin unterzubringen? Ach, Quatsch…!

Immerhin gibt es auch in diesem subjektiv unendlich langen Monat ein paar Lichtblicke:

Ich verbringe eine gute Zeit mit dem Miniweh. Wir kuscheln, lesen, malen und schauen Barbapapa zusammen. Hier hat es deutlich geholfen, dass ich mich darin übe, klarere Signale zu geben. Kein ich muss noch schnell dies und das tun, sondern ein ich räume die Wäsche ein, danach lesen wir ein Buch. Aber auch mal ein handfestes ich habe jetzt keine Lust mit dir zu spielen. Wir beide kommen gut damit klar und ich genieße die Momente sehr, in denen das Miniweh ganz in sich und seine Spielwelt versunken ist. Bieten doch gerade sie kurze Verschnaufpausen.

Überhaupt, die Pausen! Ich bin ziemlich pausenunfähig (geworden?). Daher habe ich mir eine dienstägliche Zwangsfreistunde verordnet. Ich nutze die Zeitspanne zwischen dem eigenen Eintreffen zu Hause und dem der Kinder für… NICHTS! Kein Kochen, kein Aufräumen, kein schnelles Einkaufen in dieser Stunde, stattdessen verordnete Pause von allem. Das fiel mir anfangs unglaublich schwer, doch mittlerweile freue ich mich bereits in der Schule auf das darauffolgende Luftholen.

Dennoch freue ich mich auf den März und die Möglichkeit, meinen Fokus auf ein anderes Thema zu lenken, wohlwissend, dass ich auf der aktuellen Baustelle noch lange nicht fertig bin. Aber immerhin habe ich den Dachstuhl abgerissen und für eine gute Belüftung gesorgt!

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5 Kommentare zu „noch 10 Tage…

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