April: Alles swingt!

Jetzt ist der März auch schon wieder fast rum und mit ihm das erste Vierteljahr. Ich staune wie so oft über die Geschwindigkeit, mit der die Zeit vorbeizieht. In meinem Jahresvorhaben komme ich gut weiter. Nicht ganz ohne Stolz kann ich sagen, dass der Sport mittlerweile ein völlig unspektakulärer, weil alltäglicher Bestandteil meines Lebens geworden ist. Einfach so, als hätte ich wirklich nur mal eben den Hebel umlegen müssen. Unglaublich!

Auch mit dem Vorhaben mehr zu schlafen komme ich gut voran. Natürlich klappt das nicht immer, aber insgesamt akzeptiere ich meinen Körper und seine Bedürfnisse deutlich mehr als noch im letzten Jahr, was sich insgesamt positiv auf Physis und Psyche auswirkt.

Was gerade so gar nicht klappt, ist nur dann zu essen, wenn ich wirklich Hunger verspüre. Vielleicht bin ich mit Familie und Beruf zu eingebunden, vielleicht (wahrscheinlicher) mangelt es mir aber auch nur an Durchhaltevermögen, aber schon in dem Moment, in dem ich das Lehrerzimmer betrete, scannt mein Blick automatisch den Tisch nach Kleinigkeiten ab. Und ich beweise dabei wirklich ein erstaunliches Gespür für Details! Mir entgeht nichts, nicht mal die kleinste gesalzene Erdnuss. Muss ich noch erwähnen, dass ich gesalzene Erdnüsse eigentlich nicht sonderlich schätze? Nun gut, ich habe mir ja auch vorgenommen, gnädiger mit mir zu sein und zu akzeptieren, dass auch ich letztendlich ein Produkt vielerlei Faktoren bin und Verhaltensänderungen eben ihre Zeit benötigen. Peanuts, Frau Weh, Peanuts!

Dank durchaus interessanter Kochexperimente konnte ich in diesem Monat unseren üppig bestückten Vorratsschrank um eine nicht unbeträchtliche Menge Dinge erleichtern. Ich weiß nun, dass ein Kilogramm Kichererbsenmehl eine ganze Menge Falafel ergibt, und sich rote Linsen nicht mal eben durch Tellerlinsen ersetzen lassen. Nur für die Hefeflocken habe ich so gar keine Verwendung. Kann die jemand gebrauchen?

Auch im Kleiderschrank ist optische Ruhe eingekehrt, ich bin überrascht, mit wie wenig Kleidungsstücken ich problemlos und ohne Langeweile über den Monat gekommen bin. Es waren – Unterwäsche und Sportklamotten ausgenommen – exakt 17. Das erstaunt und beschämt mich gleichermaßen.

Weiterhin arbeite ich an meinem Zeitmanagement und an meiner Resilienz – letzteres ist gerade jetzt wieder sehr nötig, die Schule, nein, die Schicksale mancher Kinder begleiten mich von morgens bis abends. Manche auch nachts.

Und wie geht es nun weiter? Der APRIL wird schön, ich habe ich mir folgendes vorgenommen:

  • Aus meiner schier unerschöpflichen Menge an CDs ziehe ich jeden Tag wahllos eine heraus und höre sie auf dem Schulweg. Dabei möchte ich mir ein paar Fragen stellen und beantworten: Passt die Musik noch zu mir und meinem Leben? Warum habe ich die CD gekauft, was waren meine Gefühle damals, in welchem Kontext habe ich mich befunden? Bedeutet sie mir noch etwas oder kann ich sie weggeben? Das wird mit Sicherheit spannend, tut sich doch der ein oder andere musikalische Abgrund auf.
  • In der Schule werde ich mit meinen Musikklassen ganz gezielt einige Volkslieder einüben. Die wenigsten Kinder haben noch einen Bezug dazu, bei den wenigsten wird zu Hause gesungen, und ich bin mir sicher, sie für Melodien und auch Inhalte begeistern zu können. Tradition ist Weitergabe des Feuers, nicht Anbetung der Asche. Außerdem höre ich mir bei der Inselmusik ja auch ständig Popmusik an, das ist schon fair so.
  • Hirnaufgabe: Am Ende des Monats will ich wenigstens ein Lied rückwärts singen können. Das stelle ich mir äußerst spaßig, aber auch ganz schön schwer vor. Nur welches nehme ich?
  • Herr Weh darf ein Konzert, eine Theateraufführung oder ein anderes kulturelles Event aussuchen, auf das ich ihn ohne Murren begleiten werde. Programmkino ist in Ausnahmen ebenfalls gestattet. Ich fürchte Schlimmes!
  • Ich versuche den Kontakt zu einem Musiker herzustellen, von dem ich eine CD besitze, und im großartigsten, besten Falle Klaviernoten von ihm zu bekommen. Ich würde ehrlich gerne mal wieder etwas anderes spielen als Stups, der kleine Osterhase. Ob es klappt? Ich werde berichten.
  • Ich kaufe meine ersten Ballettschuhe und benutze sie. YES!

Alles swingt!

Herzlichst, Frau Weh

Edit: Gerade gesehen, das ist mein 500. Beitrag. Wow. 🙂

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28 Kommentare zu „April: Alles swingt!

  1. Ohjaaa Volklieder! Ich hatte ja leider kaum Mitschüler,die mir nur ansatzweise hätten irgendwas über deutsches Liedgut erzählen können…
    Ich wünsch mir ganz feste-entweder für Deine SuS oder zum Rückwärtssingen- „Die Gedanken sind frei“ im ersteren Falle nicht zwingend,aber im zweiteren Fall unbedingt inklusive der Weiberstrophe 😉

    PS: Für alle Nichttänzer ;-): Das Frau Weh sich Ballettschuhe kauft bedeutet nicht,dass es gleich Spitzenschuhe sind…nur die meisten Tanzlehrerinnen stehen nicht so drauf, wenn man auch nach den Probestunen noch in Socken, barfuß oder noch SCHLIMMER in GYMNASTIKschläppchen die heiligen Tanzhallen betritt.
    Ballettschuhe sehen obenrum ein bisschen aus wie Ballerinas(hihi) nur das durch die Krempe eine Gummischnur geht durch die man das weichere Leder,Stoff, Leinen, Satin enger ziehen kann. Des weiteren gibt es Modelle mit durchgehender und geteilter Sohle (je nachdem welchen spann man noch hat, wenn man noch keinen hat, dann sollte man zum durchgehenden Leder greifen,um den Widerstand beil „lernen“ zu haben)…das Gummiband wird selbst angenähnt (UNTER der Krempe! 🙂
    Ach so ja…ich habe mit 17,5-19 Ballett gemacht und werde von Frau Wehs Blogposts extrem provoziert endlich wieder anzufangen

  2. Ich bin immer wieder aufs Neue beeindruckt von deinen Ideen und deiner Energie, diese auch umzusetzen! Ich wünsche weiterhin viel Erfolg dabei.
    Kannst du bitte kurz erklären, was „Inselmusik“ ist? Ist das die Lieblingsmusik, die man auf die berühmte Insel mitnehmen möchte oder bin ich hier völlig schief gewickelt?
    Liebe Grüße, Kathrin aus dem Südwesten

    1. Richtig, Inselmusik ist die aktuelle Lieblingsmusik der Viertklässler. Dazu dürfen sie ein Referat halten und ein Plakat gestalten. Das tun sie gerne und ausdauernd, leider treffen sie nicht unbedingt meinen Geschmack dabei 😉

  3. Liebe Frau Weh!
    Ich könnte dir ja eigentlich nach jedem deiner Beiträge schreiben, wie gern ich ihn gelesen habe, aber übe mich hier in Zurückhaltung. 🙂
    Diesmal habe ich aber einen ganz konkreten Anlass: Hefeflocken machen sich ganz wunderbar in Salatsoße. Einfach zu Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Honig & Senf dazu… Schwups, ist die Salatsoße fantastisch sämig! Ich bin gespannt, ob du es ausprobierst.
    Liebe Grüße aus Augsburg,
    Johanna

    1. Vielen Dank für den netten Kommentar, Johanna! Das Dressing werde ich unbedingt ausprobieren. Kann ja nicht angehen, dass mich diese Tüte immer verhöhnt, wenn ich den Schrank öffne! 😉

  4. Als absoluter Sportmuffel muss ich dir meine Bewunderung aussprechen, wie toll du das durchhältst. Würde ich nie, nie, nie schaffen! Respekt!
    Wie singt man ein Lied rückwärts? Ich habe immer viel mit meinen drei Jungs gesungen, bis sie es nicht mehr wollten, auch schon recht früh im Kanon, aber auf die Idee, ein Lied rückwärts zu singen, bin ich nie gekommen. Hört sich aber interessant an.
    Liebe Grüße, Mona

    1. Das frage ich mich ehrlich gesagt gerade auch, liebe Mona! 😉
      Melodie rückwärts singen, klar! Aber was ist mit den Silben? Ich fange klein an und nehme „Häschen in der Grube“. Das wird wohl für den Anfang genug sein.

  5. Oh ich wünsche dir viel Erfolg mit den Noten und beim Lernen des Textes für das rückwärts Singen 😀 ich hoffe über diverse Erfolge wird berichtet!
    Liebe Grüße

  6. Aber „Auf einem Baum ein Kuckuck“ wäre doch viel lustiger!

    Ich lese schon seit geraumer Zeit mit und habe auch schon einige Kommentare geschrieben, jedoch nie abgeschickt. Aber als ich die Idee vom Rückwärtssingen las, da schoss mir sofort dieses Lied in den Sinn.
    Aber egal für welches Lied Sie sich entscheiden, ich würde es sooo gern hören!
    Liebe Grüße
    Doreen

    1. Haha, das wird dann mein zweites Projekt, versprochen! Zunächst bin ich mit dem Häschen gut bedient: Hüpf, chen Häs, hüpf, chen Häs, kannst fen hüp mehr nicht du dass, krank du bist, chen Häs mes ar! :mrgreen:
      Die Familie schüttelt munter die Köpfe…

  7. Das mit den CDs ist eine grandiose Idee. Ich werde das auch irgendwann mal machen. Habe mich ja vor einiger Zeit schon von sämtlichen Musikkassetten getrennt. Ohne Hineinzuhören! Das geht natürlich bei CDs nicht

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