Weltschnupfentag

Heute ist Weltschnupfentag. Ganz sicher! Ich kann es deutlich in den Nebenhöhlen fühlen. Vielleicht ist es auch Weltheuschnupfentag, man weiß es nicht genau. Der Schnodder gibt sich noch nicht zu erkennen.

Normalerweise würde mich dieser Umstand nicht gerade erfreuen, da ich aber (teils aus Gelegenheit, teils aus Erschrecken über meinen vorgestern erwähnten katastrophalen ökologischen Fußabdruck) neulich eine Unmenge an Stofftaschentüchern ersteigert habe, nutze ich den nahenden Virus (oder die Gräserpollen) und rette die Welt mit einem beherzten Schnäuzen.

Sollte es allerdings zum absoluten Ernstfall kommen (ihr wisst schon, bakterielle Invasion mit begleitendem Rotz in kräftigem Gelbgrün), würde ich mir den Griff zum Wegwerfprodukt vielleicht doch wieder gestatten. Aber vielleicht kommt es ja gar nicht so weit?

Auch wenn ich diese Frage (noch) nicht in ihrer Endgültigkeit klären kann, so möchte ich euch nicht den Blick auf meine ersteigerten antiquarischen Schätzchen verweigern. Here they are:

Stofftaschentücher

Ein gigantischer Berg Stofftaschentücher für das Miniweh und mich. Die Männer der Familie Weh verweigern sich. Noch… Im Hintergrund erkennt man eine randvolle Klein-My-Tasse von der nettesten Schwägerin der Welt. Man kann übrigens auch Kaffee aufwischen mit Stofftaschentüchern. Gar kein Problem.

Taschentücher

Da sind richtige Goldstücke dabei, wie das mit den händchenhaltenden Damen…

Kindertaschentuch

…oder das mit dem lustigen Burschen auf Baum. Gibt es eigentlich wirklich Gelbkehlchen?

Nudeltuch

Ein besonderes Highlight stellt das Nudeltuch dar! „Denk an Nudeln, nimm 3 Glocken, lecker, locker, leicht zu kochen!“ Wenn das mal keine findige Taschentuchwerbung ist!

Froschkönig

Märchen sind auch vertreten. Hier der Froschkönig. Hänsel und Gretel hingegen hatten ein Loch. Schade! Ich bin richtig aufgeregt! Das letzte Mal, dass ich Stofftaschentücher benutzt habe, war vor ungefähr 27 Jahren. Da war ich im 5.Schuljahr und wurde kräftig deswegen ausgelacht. Jetzt ist es schon fast wieder Kult. Verrückte Welt.

Edit:

Die Viertklässler finden sie hässlich.

Omamäßig.

Und uncool.

Aber da müssen sie jetzt wohl durch!

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46 Kommentare zu „Weltschnupfentag

  1. Sehr hübsch – ich meine auch umhäkelte Exemplare dazwischen gesichtet zu haben? Der Stoff der händchenhaltenden Damen sieht sehr dünn aus – die eignen sich vielleicht nur, um ab und zu ein Tröpfchen von der Nase zu tupfen …? Ich habe auch noch stoßweise (bestimmt über 30 Jahre alte) Stofftaschentücher im Schrank, für den Notfall und weil ich an ihnen hänge 😉 Aber: Ist Stofftaschentücher Waschen (60 Grad?) und Bügeln (auf Baumwolle) plus Zeiteinsatz wirklich ökologischer als das Nutzen von Papiertaschentüchern? Und sind Stofftaschentücher genauso hygienisch? Die Nase soll aber nicht so wund werden mit Stoff …

    1. Hallo Anna,
      vielleicht ist das auch eins dieser Tüchlein, die man im entscheidenden Moment herabgleiten lassen muss 😉
      Was das Waschen anbelangt, wird ja keine Maschine extra laufen müssen. Die werden einfach zur anderen Wäsche dazugesteckt.

      1. Und bügeln muss man auch nicht. 😉 Ansonsten waschen die sich in der Kochwäsche mit. Ich benutze nur Stofftaschentücher. Von denen aus Papier kriege ich tatsächlich ein wundes Näschen. vor allem wenn es schnupfenbedingt häufiger tröpfelt

  2. Die Taschentücher sind toll, wir haben sogar eins von der Sparkasse mit lauter Sparsprüchen (sieht sehr witzig aus) – fast zu schön zum Benutzen. Momentan bin ich allerdings auf Allergietabletten umgestiegen, weil’s mit den Gräsern grad echt nicht mehr feierlich ist.
    Bei der Ökobilanz von Paper vs. Stoff ist natürlich der ök. Fussabdruck der Waschmaschine zu beachten. Wir hatten früher ein Vorschaltgerät (MS 1002) und inzwischen eine auch ohne Vorschaltgerät für Warmwasser geeignete Waschmaschine. Da es davon insgesamt glaubich nur 3, 4 verschiedene Modelle gibt, hat das auch die Kaufentscheidung enorm erleichtert 😉 . Voraussetzung ist natürlich ein Warmwasseranschluss in der Näher der Waschmaschine. Das Wasser wird dann automatisch so gemischt, wie’s grad benötigt wird. Um den Küchenrollenverbrauch zu reduzieren, haben wir Lappen aus alten Kinder- T-Shirts geschnitten, mit denen die alltägliche Kleckerei aufgewischt wird und gekocht wird auf dem Flaschengasherd (hat auch viel mehr Wumms als der Elektroherd). Vieles Andere ist aber noch optimierbar.

    1. Das mit den Lappen finde ich ganz interessant. Aber was ist mit so richtig ekligen Dingen, die aufgewischt werden müssen? Ich frage, weil unsere Katze leicht bulimische Züge aufweist… da bin ich schon froh, wenn ich das Tuch anschließend entsorge.

      Zu den Sparsprüchen passt doch gut dieser Spruch mit der juckenden Nase und dem Geld!

      1. Wir haben zum Glück keine Katze, da würde ich aber auch eher eine Küchenrolle verwenden . So grenzwertige Sachen (z.B. im Umfeld von Fisch- oder Fleischverarbeitung in der Küche!) werden auch bei uns mit Papier oder auch mal mit besonders ollen oder formlosen Lappen aufgewischt, die dann den Weg alles Irdischen einschlagen (ohne erneuten Waschgang 🙂 ). Das Bügeln haben wir im Grossen und Ganzen schon vor einiger Zeit aufgegeben, wir haben aber noch ein Bügeleisen für herausragend feine Anlässe im Schrank stehen.

  3. endlich mal eine stofftaschentuchnutzerin! mein mann und ich haben die auch immer in der hosentasche, so für das von-draußen-rein-hatschi. mein mann hat auch immer eines zum brilleputzen.
    ist da ein infekt am gange, nehmen wir aber auch schnief-und-weg, das ist sonst zu ekelig.
    mein mann hat eher die schlichteren, aus der verwandtschaft zusammengeerbten. ich habe auch zusammengeebert, aber bunt. „grüße vom wolfgangssee“ und so… auch umhäkelt, aber das tut der nasenhaut nicht gut.
    ich bügel‘ die auch. sieht sonst nicht schön aus und passt nicht gut in die hosentasche.

    1. Ich habe auch noch einen ganzen Packen umhäkelter Tücher. Das scheint so ein Teekränzchen-Hobby zu sein, Taschentücher zu umhäkeln. Ich persönlich finde die ja ganz entzückend 😉

  4. Oh, ich verwende auch seit längerem Stofftaschentücher. Es sei denn, ich bin erkältet, da lohnt das nicht.

    Meine sind allerdings größtenteils einfach weiß und, weil geerbt, noch mit dem Monogramm meiner Oma (Mädchenname sogar).

    Nun sind mir aber welche abhanden gekommen und es ist mir schleierhaft, wo die geblieben sind. Ob unsere Waschmaschine Taschentücher statt Socken frisst?

    1. Ich halte Waschmaschinen für ganz hinterlistige Haushaltshelfer!
      Geerbte Taschentücher (und dann noch mit Monogramm!) sind natürlich richtig, richtig schön! 🙂

  5. IchhabemaldenTippbekommendassdieNasebeiStofftaschentüchernlangenichtsowundwirdwiebeiPapiertaschentüchernUnddasstimmtAußerdemwirftmanwegenderTachentüchernichtextraeineWadchmashineansonderndiekommenimmereinfachdazuDasBügewlnentfälltbeimirErstenswegenÖkobilanzzweitenswegenFaulheit

  6. Oooh Stofftaschentücher! Ich hab noch einige wenige aus meiner Kindheit, die hab ich geliebt! Werden bei Gelegenheit (erster richtiger Schnupfen und so) ans Kind vermacht. 🙂 Und Bügeln muss man nicht, wenn man sie feib säuberlich halbiert auf die Wäscheleine hängt! 🙂

  7. Wenn ich bedenke, daß ich – trotz Allergietabletten – manchmal ein Paket Papiertaschentücher innerhalb von nicht mal 10 Minuten verbrauche… Da müßte ich ja einen ganzen Wäschesack für die benutzten und durchnäßten Stofftaschentücher mit ins Büro schleppen. Da bleibe ich doch lieber bei meinen Tempos.

  8. Ich benutze auch Stofftaschentücher, bügel sie aber nicht und ich schmeiße auch keine eigene Ladung Wäsche für sie an, sondern tue sie zur restlichen 60 oder 90° Wäsche, kann also nicht sooo wahnsinnig unökologisch sein.

  9. Ohhh, Stofftaschentücher! Benutzen wir alle, inkl. der Kinder für die ich mal wegen der Streitereien weiße gekauft und in der Lieblingsfarbe eingefärbt habe. So hat die Lütte lila Tücher, die Mittlere gelbe und die große tannengrüne.

    Das mit der wunden Nase stimmt. Trick meines Papas war es, wenn die Nase doch wund wurde: ohne Waschmittel und andere Zusatzmittel waschen. Bügeln mach ich nicht, ich leg die nur zusammen. Kommen anschließend eh nur geknüllt in die Hosentasche 😉

    Was das ökologische betrifft @Anna K.: ein paar Taschentücher passen immer in die Maschine mit den Handtüchern und Lappen. Und die Maschine muss ich eh ansetzen und die läuft schon aus hygienischen Gründen bei 60 Grad.

  10. Neulich sagte eine Kollegin zu mir, dass sie nur zwei Menschen kennt, die Stofftaschentücher benutzen, nämlich mich und ihre Oma. – Als wir im Kaufhaus nach Herrentaschentüchern suchten, wurden wir in den Keller geschickt, in die Abteilung mit den Restposten. Stofftaschentücher sind also vom Aussterben bedroht, genauso wie Waschlappen übrigens, benutzt wohl auch kaum noch jemand. Ich bügle die Stofftaschentücher aus alter Gewohnheit sogar noch. Wenn man weiß, dass für Zellstoff Regenwälder abgeholzt werden, fällt die Entscheidung für oder gegen Papiertaschentücher irgendwie nicht so schwer und ich bin auch gern altmodisch.

  11. stofftaschentuchnutzerinnen aller länger vereinigt euch!
    ich wusste echt nicht, dass es außer uns und einem guten freund überhaupt noch diese sorte leute gibt.
    jetzt muss ich angeben: wir haben mehrere taschentücher mit monogramm, da meine mutter das mit ihrer maschine gemacht hat…

        1. Dabei wäre das doch sicher eine tolle Idee: gestickte Motivationssprüche auf dem Taschentuch.
          In Schönschrift und rosa Be a Hero, be a Teacher
          Ich stelle mir das apart vor! 😀

          1. Hihi 🙂
            Sehr unterhaltsam in diesen Kommentaren zu stöbern!
            Ich habe übrigens auch noch zwei dieser Exemplare; die sind das Non-plus-ultra für meine Brille!

  12. Weltschnupfentag ist mit etwas Zeitverschiebung auch in Guatemala eingekehrt. Meine Nase ist schon ganz rot, und das trotz extra flauschigem Klopapier. Hier gibt es nämlich keine guten Papiertaschentücher, nur so amerikanisch Clean nix…wo alles auf der anderen Seite…naja, besser keine Details. 🙂
    Eine schöne Sammlung an echten Schnupftüchern hast du da!

    LG, Jasmin

  13. die kommentare sind nur so gut wie die blogbeiträge!
    jetzt kommt es raus, wie viele doch tatsächlich mit stofftaschentüchern in der tasche herumlaufen und sie nur verschämt weggedreht herausholen!

  14. Die Bloggerin mit ihren lustigen Ideen ist ja wohl das Beste an diesem Blog und hat daher nur die erstklassigsten Kommentare verdient 🙂 . Von ihr inspiriert, habe ich heute begonnen, die Schublade mit den herzigen kleinen Kinderhalstüchlein zu plündern. Die ursprünglich anvisierte Zielgruppe zieht eigentlich eh nur noch die schlauchförmigen an, und nicht die quadratischen aus Baumwolle. Im Einzelnen handelt es sich u.a. um Bärchen-, Hunde-, Pferde-, Gänse-, Zebra-, Igel-, Elefanten-, und Schäfchenmotive. Zwar sehr farbenfroh, aber eben auch sehr zart zur geplagten Nase 😉 . Das blühende Gras fasziniert hier nach wie vor mit seiner grossen Farben- und Formenvielfalt und hat hoffentlich bald fertiggeblüht. Dank eines urigen Lagerfeuers im Garten tränen mir die Augen inzwischen weniger als vorher, vielleicht war der Rauch ja eine Art Desensibilisierung? Diesen Therapieansatz werde ich „im Auge behalten“.

    1. „Die Bloggerin mit ihren lustigen Ideen ist ja wohl das Beste an diesem Blog und hat daher nur die erstklassigsten Kommentare verdient“4
      Haha, vielen Dank! 😀

      Ich bin auch froh, wenn die Gräsersaison vorbei ist. Dieses Jahr finde ich es ziemlich schlimm!

  15. Ich habe eigentlich noch nie Papiertaschentücher benutzt und habe inzwischen auch meinen Mann zu Stofftaschentüchern bekehrt, obwohl er die erst eklig fand (dass er des öfteren mal ein Papiertaschentuch in der Hosentasche vergaß und ich mich nach dem Waschen weigerte, mich mit den resultierenden Fusseln auf Pullovern etc. zu befassen, hat vielleicht geholfen;).

    Wenn die Erkältung richtig zuschlägt, benutze ich die Riesentaschentücher meines Vaters, die sind von jahrzehntelangem Gebrauch richtig kuschelweich und erinnern mich an ihn.

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