Der Grundriss

Ich habe mich am Grundriss versucht:

Klassenraum Grundschule

Die Klasse ist 9,50 m x 6,30 m groß, hat also doch nur knapp 60 qm.

Was ist was?

1: ein hohes Billyregal, in dem sich die Becher der Kinder, das Erste-Hilfe-Köfferchen, Taschentücher, Kehrblech, Tischmülleimer, Schwämme, Scheren, Kleber, etc. befinden

2: das in die Wand eingelassene Waschbecken

3: 4 Bänke um einen kleinen Ikeatisch, dahinter die Tafel

4: das größte Lehrerpult, das ich jemals besessen habe. Darauf kann man tanzen und sich sogar lang legen ohne herunterzufallen. Faszinierenderweise passt dort alles rein, was ich in früheren Räumen immer in einem separaten Regal gelagert habe.

5: ein hohes Billyregal, in dem die Hefte der Kinder sowie verschiedene Holzkästen mit Schreibpapier in verschiedenen Lineaturen lagern

6: ein weiteres hohes Billyregal. Hier liegen die Freiarbeitsmaterialien aus dem Bereich Wahrnehmung

7: Der PC-Tisch

8: ein kleines Kunstregal, in dem Zeichenblöcke, Sammelmappen und Prickmatten ihren Platz finden

9 und 13: zwei mittelhohe Billys, in denen Bücher untergebracht sind

10: ein rollbares Regal zum Trocknen der Zeichenblöcke. Wie nennt man das? Auf jeden Fall ein tolles und stabiles Teil mit 30 Ablagefächern

11: Die Leseecke, darin Teppiche und Kissen, eine Kiste mit Lesefreunden (kleine Stofftiere) und viele Bücher. Abgetrennt wird die Leseecke durch eine kleine Leiste auf den Regalen 9 und 12, an die Bänder gebunden sind.

12: mittelhohes Billy mit Deutsch-Freiarbeitsmaterialien Stufe 2.

14: mittelhohes Billy mit Deutschfreiarbeitsmaterialien, Stufe 1.

15: Klassenschrank. NOCH leer…

16-19: mittelhohe Fächerregale für die Kunstkästen der Kinder sowie Freiarbeitsmaterial Mathe, Stufe 1 und 2 (19)

20: noch eine Bank für den Bänkchenkreis

 

Vergessen habe ich eine weitere Bank, die neben meinem Schreibtisch unter dem Fenster steht. Alle Bänke zusammengeschoben ergeben Platz für alle Kinder. Im Alltag lasse ich wahrscheinlich den kleinen Bänkchenkreis stehen und erweitere nur nach Bedarf zum großen. Ich plane einen hohen Freiarbeitsanteil, daher gehe ich davon aus, dass der Kreis auch als Arbeitsfläche benutzt wird. Hierfür stehen weitere kleine Teppiche zur Verfügung. Die Schülertische stehen als 2x Achter- und 1x Vierzehnertisch, der jedoch ohne großen Aufwand auch geteilt werden kann in 8 und 6, wenn sich der große Tisch als unpraktisch herausstellt. Das hängt natürlich auch von den Kindern ab. Generell arbeite ich gerne mit großen Tischen, weil man ohne Umstände recht schnell eine Kleingruppe zusammensetzen kann, um dort eine Einführung oder Vertiefung durchzuführen.

Pinnwände habe ich an der Wand über den Eigentumsregalen, sowie an der rückwärtigen Wand. Dort befinden sich die Anlautbilder. Linkerhand finden Geburtstagskalender, Milchzahnkalender, Klassenregeln, Kakao- und Milch- sowie Diensteschilder Platz. Der große Klassenkalender befindet sich über meinem Schreibtisch. Quer durch den Raum ist eine Leine gespannt, an der zunächst eine Wimpelkette hängt und später Bilder aufgehängt werden können. In der Mitte des Raumes liegt ein Zahlenteppich auf dem Boden, mehrere Pflanzen stehen auf den halbhohen Billys und auf der Fensterbank. Dort befinden sich auch farbige Becher mit Buntstiften, zwei Dosen mit Bleistiften („bitte spitzen“, „spitz“) und ein großer Spitzer.

Was noch fehlt:

Oje… also zu Hause stehen noch mehrere Kartons mit Instrumenten, ein paar Trommeln, Keyboard und Gitarre. Außerdem mein Kamishibai, ein Ständer mit Fingerpuppen, ein Karton mit Spielen und das Freiarbeitsmaterial Mathe, Deutsch und Wahrnehmung für Stufe 3. (Ich habe das Material in drei Schwierigkeitsstufen unterteilt, die die Kinder bis zum Ende des Schuljahres durchlaufen sollen. Wen es interessiert, umfangreiche Konzeptideen zur Organisation der Freiarbeit findet ihr in diesem Buch: Individuelles Lernen mit System)

Ich hoffe, ihr könnt mit diesen Ausführungen etwas anfangen. Auf Fragen antworte ich gerne 🙂

 

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59 Kommentare zu „Der Grundriss

  1. Die 8er Tische gefallen mir, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen, wird gleich morgen mal ausprobiert 🙂

  2. Hallo, du Fleißige,

    zu 10: Meine Kinder nennen das Gerät „Trockenwagen“.

    Frohes Schaffen wüscht dir

    Tanzfee, die morgen mit ihrem Göttergatten nach Umbrien fährt.

  3. Das klingt super! Ich bin grad total neidisch! Aber was ich mich frage: mir sagte man, dass man nur spezielle Möbel aufstellen dürfe (so von wegen brandschutz). Ich hätte sonst auch gern billyregale oder sonstigen Kram zur
    Aufteilung meines Klassenraumes.

    1. Das kommt immer auf die zuständige Kommune und deren Etat an, habe ich festgestellt. An meiner alten Schule mussten alle Möbel die entsprechenden Kriterien erfüllen, so hatten wir eine Topp-Ausstattung. Die neue Schule ist tatsächlich äußerst mickrig ausgestattet, daher die Billys. An sich finde ich sie nicht schlecht, da sie schön schmal sind, besonders stabil sind sie hingegen nicht. Manche haben auch Löcher in den Rückwänden 😦

  4. Das Buch hört sich gut an. Aber ich glaube als Geschenk kommt es nicht gut an, wenn es nicht von Herzen kommt. Sonst wüsste ich ein paar Grundschulen, denen ich es gerne schenken würde. Freiarbeit ohne Kontrolle und System zertört nämlich leider viele Schulkarrieren nachhaltig. Denn es fehlt den Kindern sowohl der Stoff, als auch die Einsicht in notwendige Arbeitshaltungen. Aber wie sagt man das einer Grundschullehrerin in netter Weise, dass ihre Abgänger behaupten vom MatheStoff der Klasse 3 und 4 maximal 10-15% zu kennen (nach Abfrage der einzelnen Gebiete) und auf Nachfragen zugeben „Ja da waren so Blätter, die sollten wir eigentlich machen, aber das hat niemand kontrolliert also manche haben wir gar nicht gemacht und bei anderen Blättern einfach irgendwas reingeschrieben“. Dazu eine Arbeitseinstellung der Art „Ich fange nach längerem Schwätzen und Kichern mal an die erste Zeile zu lesen nach ca 20 Minuten bei einem Arbeitsblatt das in anderen Klassen (andere Herkunftsgrundschule) im Schnitt 7 Minuten braucht.“. Tja und leider leider leider stehen dann alle, die bis jetzt nicht das G8-Gym verlassen haben oder mit einer weit überdurchschnittlichen Intelligenz und einem schulkompatiblen und fürsorglichen Elternhaus gesegnet sind am Ende von Klasse 7 auf schlechter als 4,0 in Mathe. Nein, keine subjektive Bewertung meinerseits. Es gab innerhalb 5-7 auch Lehrerwechsel.
    Was sagt man da den Grundschullehrerinnen in der Orientierungsstufenkonferenz? Ich bin der Typ, der gerne in jedes Fettnäpfchen tritt. Einmal sagte ich (ohne Nachzudenken) ein Schüler X habe bei mir noch keinerlei Anzeichen von Interesse am Fach gezeigt. Ich sage das nicht um Jemand schlecht zu reden. Es war so und ich fragte mich was die Beweggründe waren ihn aufs Gymnasium zu senden, wenn es ihn nicht interessiert. Das ist ein gewisses Hemmnis auf dem Bildungsweg und keine Beurteilung seines Charakters. Viele Menschen aus meiner Familie haben in ihrer Jugend keinerlei schulisches Interesse gezeigt und ich mag sie trotzdem als Menschen. Also ich wollte rein sachlich diesen Fall für mich klären. Leider konnte die Grundschullehrerin nichts sachdienliches Beitragen und beteuerte lebhaft und emotional dieser Schüler sei in ihrer Klasse (Klassengröße 11 Kinder) immer 100% interessiert gewesen und an ihrer Schule habe sie auch noch nie eine Note schlechter als 3 vergeben. Zwei Tage später hatte sie es der Mutter und der Nachbarschaft weitergetratscht was ich in dieser Konferenz gesagt hatte und danach ging es mit dem Jungen und seiner Mutter noch mal deutlich schlechter.
    Deshalb versuche ich diplomatisch zu schweigen. Um des lieben Friedens willen. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Ich weiß es nicht. Irgendwelche Guten Tipps für Opfer schlechter Freiarbeit? Ohne diplomatische Unfälle?

    Liebe Grüße
    Coreli

    1. Hallo Coreli,
      das Wichtigste zuerst: Freiarbeit ist nicht per se schlecht. Ganz und gar nicht. Vielmehr glaube ich, dass sie eine Teilmethode für immer heterogenere, größere und inklusive Lerngruppen darstellt. Aber (war ja klar, dass eins kommt): Freiarbeit bedeutet zuerst einmal viel, viel, VIEL Arbeit für die Grundschulkollegin. Die Auswahl, die Differenzierung, die Organisation, das Verfassen von verbindlichen (!) Arbeitsplänen und nicht zuletzt das Anleiten zu sinnvoller Lernzeit und vor allem der permanente Blick auf das Lernpensum der Kinder, inklusive regelmäßiger Kontrolle, Diagnose und Auswertung. Es ist nicht damit getan, ein paar Arbeitsblätter zum Thema zu kopieren und zu hoffen, dass sich jedes Kind damit beschäftigt.
      So, das dazu 😉

      Jetzt die andere Seite: Der Übergang zwischen GS und Gymnasium ist gar nicht so einfach, auch ich habe schon erlebt, dass Schüler, die sich in meiner Klasse immer als wissbegierig und lernbereit herausgestellt haben, dies auf dem Gymnasium so gar nicht mehr zeigten. Seitdem bereite ich meine Arbeitsmaterialien im 4. Schuljahr nicht mehr mit ganz so viel pädagogischem Zuckerguss vor, sondern gebe zwischendurch eben auch seitenweise Texte ohne Bildchen heraus oder schreibe die ganze Tafel voll, wische unten aus und starte von vorne. Begleitet von dem ein oder anderen Murren, aber die Schilderungen meines Sohnes, der gerade den Übergang hinter sich hat, zeigt, dass sich gerade was die Methodik anbelangt, der Unterricht zwischen GS und weiterführenden Schulen z.T. extrem unterscheidet. Vorbereiten müssen wir auf alles.

      Dennoch: Das Buch kann ich wirklich von Herzen empfehlen, weil es sich gerade mit den anfänglich schwierigen Fragen der Organisation der Freiarbet beschäftigt. Vielleicht findet sich ja doch noch die ein oder andere interessierte Kollegin auf den Konferenzen mit den GS? Ansonsten bliebe nur noch die anonyme Zusendung an die betroffenen Schulen 😉

    2. Was? Die Lehrerin hat weitererzählt, was ihr in der Konferenz besprochen habt? Das geht ja gar nicht! Es versteht sich doch von selbst, dass man Gespräche unter Kollegen für sich behält und vor allem nicht an Eltern weitergibt. Ich schiebe dir einen virtuellen Trost- und Stärkungskeks rüber :-).

      Ich habe vor den Sommerferien eine 4. Klasse abgegeben. Einige Kinder werden auf ein Gymn. gehen, obwohl sie von mir keine Empfehlung bekommen haben und ich deswegen heftige Auseinandersetzungen mit den Eltern hatte. Die Gymnasien haben diese Schüler trotz meiner „Nicht-Empfehlung“ aufgenommen. Ich hoffe, dass ich zu einer Konferenz eingeladen werde und erfahren kann, wie sich die Schüler entwickeln. Vielleicht besser, als ich jetzt denke? Wäre ja gut.
      Gruß,
      Beate

  5. Hallo Frau Weh,
    da ich das oben genannte Buch vor ein paar Wochen erstanden habe und jetzt den Unterricht in meiner jahrgangsgemischten Klasse daraufhin kämmen werde, würden mich sogar Fotos von den Regalen interessieren. Ich stehe nämlich gerade vor einem Platzproblem in meinem eigenen Klassenraum. Hast du Mathe nicht in 6 sondern in drei Stufen geteilt? Oder packst du die Materialien erst aus, wenn einer so weit ist?
    Viele Grüße, Lotto-Fee
    PS Ding Nummer 10 heißt auch bei uns Trockenwagen

    1. Hallo Lotto-Fee 😉

      wir arbeiten mit Flex und Flo, daher werde ich Geometrie ausgliedern. Zauberdreiecke etc. packe ich unter das Thema Knobeln und siedele sie im Bereich Wahrnehmung an. Sachrechnen werde ich vermutlich deutlich lehrerzentrierter unterrichten, als im Buch angeregt. Da habe ich einfach sehr gutes Tafelmaterial zu, das möchte ich viel nutzen. Aber ich denke, dass ich einiges an Material je nach Bedarf während des laufenden Schuljahres zufügen werde.
      Das Buch hat mich sehr überzeugt, dich offenbar auch. Ich bin gespannt, wie es sich in der Praxis behauptet.

      1. O ja ich bin sehr gespannt. Da ich jetzt den Großteil des Musikunterrichts an meiner Schule übernehmen werde, muss ich Deutsch in meiner Klasse abgeben und fange deshalb erst mal nur mit Mathe an (zu diesen enormen Vorbereitungen kann man ja seinen Fachlehrer nicht im Ernst verpflichten). Ich arbeite im ersten Jahr mit dem Zahlenbuch Arbeitsheft und im zweiten Jahr komplett ohne. Die Heftchen für die Teilarbeitspläne habe ich mir zum Großteil aus Blog-Material zusammengestellt und lasse sie in einem Copyshop herstellen. Dafür bekomme ich von der Schule so viel Kopiergeld zur Verfügung gestellt, wie meine Kolleginnen, die Hefte ordern. Ich bin mal wahnsinnig gespannt, ob der Plan aufgeht… ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert 😉

        1. Deutsch abzugeben ist aber auch schade, oder?
          Ansonsten finde ich das Konzept spannend. Ich mache es fast umgekehrt und versuche so gut wie möglich auf kopiertes Material zu verzichten.

          1. Naja, ich bin mehr Mathe als Deutsch Frau, deswegen ist es nicht so schlimm für mich. Nur schade, dass ich dadurch deutlich weniger Stunden in meiner Klasse habe. Ich wollte kopiertes Material um flexibler auf die Kinder einzugehen (falls mal eine/r hier oder da etwas mehr oder weniger braucht, als vom Lehrwerk vorgegeben). Dann werde ich dieses Jahr wohl mal öfter hier reinschneien um nach Erfahrungen Ausschau zu halten.

  6. Toll! Ach, das Klassenraum-Prinzip! Wie schön wäre das, wenn man sowas auf dem Gymnasium durchhalten könnte. Was allein ein Raum zur Lernatmosphäre beiträgt, ist einfach enorm. Ich könnte dir da Fotos von unseren Klassenzimmern zeigen, da würde jeder Lernpsychologe aus dem Fenster springen. Hauptattraktion ist der Kellerraum mit der „Babyklappe“ – eine Hohlwand, in – von wem auch immer – ein Loch mit den Ausmaßen von 60×30 cm reingehauen wurde. Da hat ein Säugling problemlos Platz drin…

  7. Wow, ja….. da hast du wirklich jedes Eckchen genutzt 🙂 Ich hatte eine Computerecke mit 4 Plätzen und eine Wand war mit Einbauschränken ausgestattet (darin war größtenteils mein Kram). Dadurch hatte ich deutlich weniger Stellplatz an den Wänden entlang. Meine Lösung waren am Ende zwei Ikea Kallax Regale 1,47×1,47 an der hinteren Wand. Das war mein 3m Freiarbeitsregal. Noch ein Schrank, ein hohes Regal und ein 4er Tisch für Susannes „Professor Wortblitz“ und das Zimmer war VOOOOLL.
    Bin mal gespannt, was du über den 14er Tisch berichtest. MeineViertklässler waren schon mit den 6er-Tischen leicht überfordert.
    Welchen Bänke hast du denn für deinen Bänkekreis?
    Ich wünsche dir auf alle Fälle ganz viel Spaß mit deinen Zwergen in deinem zweiten Wohnzimmer 😉

    Liebe Grüße

    Dana

    1. Wortblitz haben meine Drittklässler geliebt! Aber dafür gingen auch alle freien Oberflächen drauf…

      Meine Sachen habe ich in der Regel nicht in der Schule, das würde hinten und vorne nicht passen. Wobei mich Einbauschränke durchaus reizen würden. Oder eine Küchenzeile… 😉

  8. Liebe Frau Weh,

    ich lese hier gern seit ca. 1 Jahr und habe noch nie kommentiert, aber heute, angesichts des Grundrisses muss ich doch mal eben nachhaken – weil mich diese Fragestellung tatsächlich schon länger und immer wieder bewegt, aber andererseits nie wichtig genug war, um sie vorzutragen.
    Aber hier…sind noch Ferien und Zeit ist überreichlich vorhanden. Von daher ist das jetzt mal dran 🙂

    Also… wo genau ist eigentlich der Sinn bei Tischgruppierungen, die so angeordnet sind, dass ein Großteil der SchülerInnen sozusagen im rechten Winkel zur Tafel sitzt?

    Jaja, ich ahne natürlich, dass ein pädagogisches Konzept dahinter steckt (dass so z.B. Gruppenarbeit besser durchführbar ist) aber welches?

    Bewegen Sie sich die ganze Zeit durch den Raum? Wird die Tafel vorne nie genutzt??

    Hintergrund ist, dass ich es als Schülerin immer mehr als lästig fand so platziert zu werden, weil ich in einer Tour damit beschäftigt war, meinen Kopf Richtung Tafel zu verrenken… Gruppenarbeit hin oder her.

    Kurioserweise beklagen meine beiden Kinder (13 + bald 16) das auch seit jeher und finden grundsätzlich eine Sitzordnung, die auf Frontalunterricht ausgerichtet ist, angenehmer.
    Ich kann mir auch in etwa ausmalen, was eins meiner Kinder noch mitkriegen würde, säße es die meiste Zeit mehr oder weniger mit dem Rücken zur Tafel.

    Liebe Frau Weh, bitte betrachten Sie mein statement lediglich als _meine_ Erfahrung – ich frage wirklich, weil es mich interessiert.

    Ich wünsche Ihnen auf alle Fälle schon mal einen guten Start und eine neue fantastische Klasse mit netten und wissbegierigen Schulanfängern!

    Viele Grüße,

    Marie

    1. Hallo Marie,
      natürlich dürfen Sie fragen! 🙂
      Bei mir ist es so, dass ich die Tafel als Frontmedium gerade im 1.Schuljahr so selten einsetze, dass eine Fokussierung der Sitzordnung darauf unsinnig wäre. Die elementare Sitzform in meinem Unterricht ist der Kreis. Dort beginnen wir, dort schließen wir ab und auch zwischendurch treffen wir uns immer wieder dort. Natürlich mache ich auch frontale Elemente, dann sind aus den sechs Bänken schnell zwei Halbkreise hintereinander aufgebaut, das sogenannte „Bilderbuchkino“. Sollen die Kinder etwas von der Tafel abschreiben, dann werden die Bänke schnell zu Tischen, vor denen die Kinder auf Teppichfliesen knien. Für kurze Zeit geht das, wir sprechen ja nicht von stundenlangem Abschreiben.

      Mit zunehmendem Alter der Kinder verschwinden in meinem Unterricht die großen Tischformen, das Miteinander haben sie dann in der Regel bereits gelernt und der Bewegungsdrang ist vielleicht auch nicht mehr ganz so groß wie im 1.Schuljahr, was bedeutet, dass die Freiflächen nicht mehr so groß sein müssen. Ich stelle die Tische dann zu einem U oder – je nach Schülerwunsch – durchaus auch in Reihen hintereinander. Im vierten Schuljahr arbeite ich mit deutlich höherem Frontaleinsatz der Tafel, auch als Training für die weiterführenden Schulen.

      Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Frage ein wenig beantworten?
      Viele Grüße 🙂

  9. Hallo Frau Weh,
    ich habe vor vier Jahren mit / nach dem oben genannten Buch bzw. nach „Mein Arbeitsplan Kl. 1/2“ von Cornelsen (im Ansatz gleich, aber eben nur für Kl. 1 u. 2) und mit Flex und Floh gearbeitet.
    Die Vorbereitung fand ich sehr aufwendig, fühlt mich aber zum erstenmal seit Jahren wirklich gut organisiert. In Deutsch hat das auch alles gut geklappt. Den Buchstabenlehrgang hatte ich auch davor schon sehr offen und individualisiert gehandhabt. Aber auch die Lesestufen etc. haben gut geklappt. Die Dokumentation mit 27 Erstklässlern fand ich schwierig, Ich konnte unmöglich nach jeder Arbeitsphase bei 27 Kindern kontrollieren ob sie ordnungsgemäß ihre Arbeit dokumentiert / abgehakt / eingetragen hatten. So wurde schnell unklar, wer was nun tatsächlich schon gearbeitet hatte. Das ist in einer jahrgangsgemischten Klasse, bei der die Hälfte der Kinder das Verfahren dann schon kennt und den Kleinen helfen kann sicher einfacher. Mathe entpuppte sich zum Halbjahr als ziemlich Katastrophe. Einige Kinder hatten ihre Hefte zügig abgearbeitet, Zusatzmaterial genutzt und die im Flex und Floh vorgesehen Lernstandskontrollen bearbeitet und hatten trotzdem keine Ahnung, was sie da taten. Es fehlten einfach ausreichend gemeinsame Phasen in denen Mathematik verbalisiert und auch mal Schritt für Schritt gemeinsam durchgeführt wurde. Strategien, Kraft der Fünf etc. bei einigen Kindern totale Fehlanzeige. Ich glaube fitte Kinder mit einer guten Arbeitshaltung kommen mit der Methode gut klar und arbeiten so meist sehr motiviert. Für schwächere oder unorganisierte Kinder dagegen stellt sie oft eine Überforderung da. Und nur diese Kinder in Kleingruppen rauszunehmen, halte ich für schwierig, weil sie ja von den Ideen und Vorbildern der leistungsstärkeren Kinder lernen können. Ich habe auch öfters das Argument gehört, dass die Kinder ja miteinander über Mathematik spechen würden. Ja, aber nur wenn sie sich auf ihre Aufgaben voll einlassen und sie konsequent wie gedacht, mit eingeschaltetem Gehirn bis zum Ende durchführen (Das tun meiner Erfahrung nach in offenen Arbeistphasen höchsten 25 % der Kinder), oft fallen Aufgaben wie: „Sprich darüber mit deinem Partner, Vergleicht eure Ergebnisse in der Gruppe“ etc.unter den Tisch. Und selbst, wenn Kinder miteinander tatsächlich über Mathematik ins Gespräch kommen, entwickeln sie zwar tolle Ideen und Lösungsansätze, aber kaum allgemeingültige mathematische Begriffe. Außerdem stelle ich mir auch manchmal die Frage ob gleicher Weg für alle nur in unterschiedlichem Tempo wirklich die optimale Differenzierung darstellt. In diesen Plänen auch noch verschiedenen Zugangsweisen und Schwerpunkte anzubieten überfordert aber Lehrerinnen und Kinder. Leider habe ich auch noch keine optimale Lösung gefunden. In Deutsch bin ich mehr oder weniger bei diesem Weg geblieben. Vor allem bis alle Kinder sicher lesen und schreiben können, arbeiten ich sehr individualisiert mit den Stufen. In Mathematik bin ich zu einem stärker klassenzentrierten Unterricht übergegangen und arbeite viel mit sogenannten „guten Aufgaben“ bei denen sich die Differenzierung z.B. durch den gewählten Zahlenraum der Kinder von alleine ergibt, man aber die Ergebnisse und Erkenntnisse nachher gemeinsam besprechen kann. Übungsphasen gestalte ich mit differenzierten Lerntheken oder Werkstätten zum Thema. So, das war jetzt ein ziemlich ausführlicher Erfahrungsbericht, der selbstverständlich nur meine Erfahrung wiederspiegelt. Ich bin sehr gespannt zu hören, welche Erfahrungen Sie machen.
    Mit herzlichen Feriengrüßen aus B-W
    Peggy

    1. Hallo Peggy,
      vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar! Die angesprochenen Schwierigkeiten sehe ich auch, dazu die Zweifel, ob man wirklich immer alle Kinder im Blick haben kann. Ähnlich wie Sie habe ich mit einem offenen Deutschunterricht sehr gute Erfahrungen gemacht und bin einigermaßen in Habachtstellung wegen Mathe. Vorgenommen habe ich mir regelmäßige Kernzeiten, in denen Themen eingeführt werden – und zwar für alle. Materialmäßig bin ich gut bestückt, sodass sich hieraus eine Differenzierung in der Übungsphase ergeben sollte/könnte. Letztendlich bleibt es natürlich auch ein Experiment, das ich mit offenen Augen begleiten muss.

      Zur Dokumentation: Das Material ist komplett mit Etiketten versehen, die das Fach und die Lernstufe berücksichtigen. Die Kinder bekommen Wochenpläne („Woche vom… bis… Hieran habe ich gearbeitet – Montag:… Dienstag:…“), hinter die Tage müssen sie dann lediglich die Kürzel des Materials, z.B. D 13, eintragen. Natürlich besteht auch hier das Risiko, dass sich Kinder durchmogeln. Aber das würden sie auch in geschlossenen Arbeitsformen tun. Allerdings würde es mir dort vielleicht eher auffallen, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall bin ich gespannt (und, ja, auch vorfreudig) auf das Schuljahr.
      Schöne Ferien wünsche ich!

    2. Habe deinen Kommentar sehr interessiert gelesen. Ich bin sowieso der Überzeugung, dass die Arbeitspläne in Mathe (gehe das auch gerade an, siehe oben) nur funktionieren, wenn man auch genügend gemeinsame Phasen einplant. Frei nach dem Motto von 5 Stunden Mathe: 2 Stunden gemeinsames Lernen im heterogenen Klassenverband, 1 Stunde Lernen in homogenen Kleingruppen und 2 Stunden eigenständiges Lernen im heterogenen Tandem und in eigenständiger individueller Arbeit (Arebeitsplan).
      Wie fandest du denn die Arbeit mit Flex und Flo? Die meisten Themenheft basierten Lehrmittel (wie Einstern bspw.) waren mir oft zu kleinschrittig oder irgendwie so gestaltet, dass die Kinder viel abarbeiten konnten ohne wirklich was mitzunehmen (so gings mir vor allem mit Einterns Schwester). Mit Flex und Flo habe ich noch keine Erfahrungen. Könnten die entstandenen Problematiken auch mit dem Lehrwerk zu tun haben?
      Viele Grüße Lotto-Fee

  10. Liebe Frau Weh, ich finde Deine Überlegungen unglaublich interessant, da ich auch im Herbst mit einer ersten Klasse starte. Wird es vielleicht auch einmal ein Foto geben?
    Mich würde die Umsetzung des Geplanten sehr interessieren, da ich viele Ideen sehr toll finde!;-)
    Liebe Grüße und einen wunderbaren Schulstart wünscht Dir
    Sabine

    1. Hallo Sabine,
      dann bist du sicher auch schon in der Planungsphase?
      Fotos vom Klassenraum stelle ich ungerne ein. Evtl. wird es ein, zwei Detailbilder aus der Freiarbeitsorganisation geben. Ich bitte um Verständnis 😉

      1. Das verstehe ich natürlich und freue mich über eventuelle Detailbilder.;-) Ja, ich plane auch fleißig, aber auch mir gehts sooooo viel im Kopf herum, was erst einmal Gestalt annehmen muss.
        LG 😉

  11. Danke, Peggy, für dieses Statement, welches meiner Meinung und Erfahrung entspricht. Manchmal habe ich Sorge, mit meinen Eindrücken allein dazu stehen und trau mich gar nicht so recht, Bedenken zu all den Bausteinen, Streckenplänen, Lernwegen und individualisierten Ideen zu äußern. Genau die Wohldosierung und das im Blick behalten ist entscheidend für den tatsächlichen Lernerfolg. Liebe Grüße cubi

    1. Hallo Cubi,
      ist es nicht bei allem die Dosis, die entscheidet? Ich kenne diese Diskussionen besonders aus dem Bereich der Methodik: frontal, nicht frontal, offen, nicht offen. Es gibt so viele Variablen dabei – die Kinder, die Lehrer, das Material, die Räumlickeiten, Zeit und Organisation. Stimmt nur eins davon nicht, so meine Erfahrung, hakt es. Daher stimme ich dir voll zu: Aufmerksamkeit und bedachte Wahl sind wichtig.

  12. Hallochen, ganz genau, nur erlebe ich bei Kolleginnen eben auch gerade im Bemühen, das Richtige zu tun, oft auch so viel Mitläufertum oder den Drang, jede Idee mitzumachen … Eben ohne viel Tiefgründigkeit. Auch gerade Extreme begegnen mir oft. Ich bin dann verwundert. Auch begegnet mir viel Oberflächlichkeit, da ist dann wichtiger, dass alles im gleichen Layout ist (Regeln, Kalender, Namenskarten, schilder, Karteien…) aber es wird nicht auf den Inhalt geschaut. Bei den Bausteinen läuft auch viel schief bzw. Freier Arbeit, wenn das zur Abarbeiterei ohne Reflexion oder zur Beschäftigung degradiert wird. Leider gar nicht selten. Insofern lese ich schon lange bei dir mit, mag deinen Stil sehr und freue mich auf deine Erfahrungen und Schilderungen deiens Schulalltages …

    1. Meine ersten Bänkchen bestanden aus abgesägten Kellerregalen. In der letzten Schule hatten wir diese Bänke: http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/40059296/ . Woher die aktuellen Bänke stammen, kann ich nicht sagen. Da sie aber sehr stabil und schwer sind, vermute ich, dass es sich tatsächlich um Schulmöbel handelt. Ein guter Tipp für Schulmobiliar sind auch die Werkstätten der JVAs.

      Die Anordnung der Bänke vor der Tafel hat sich in den letzten Jahren als praktisch herausgestellt, eben weil man die Kinder in kurzer Zeit vor der Tafel sammeln kann. Einen (Halb-)Kreis zu bilden geht deutlich schneller und platzsparender, als mit Stühlen und die Kinder knien sich auch gerne vor die Bänke, um etwas zu schreiben.

  13. Hallo Frau Weh,

    ich staune auch immer wieder, wie in anderen Bundesländern Klassenzimmer eingerichtet werden dürfen. Hier geht das nicht. Alles ist nach DIN Norm: Die Vorhänge feuerfest, die Regal nach DIN, kein Nagel an der Wand,… Ich habe lange für zwei offene Freiarbeitsregale gekämpft. Ansonsten stehen zwei riesige geschlossene Schränke drin. Alles nicht so optimal. Ich beneide Sie ein wenig. Nächstes Jahr bin ich wieder dran mit der 1. Klasse, Ihre berichten lassen Vorfreude aufkommen, auch wenn vorher ja der Abschied der 4er ansteht, was schon traurig ist.
    Viel Freude weiterhin beim Einräumen, Neugestalten und Sortieren!
    Clarisande

    1. Vielen Dank! Ich glaube, das hängt wirklich viel mit dem zur Verfügung stehenden Geld zusammen. Offiziell gibt es diese Weisungen hier natürlich auch, aber die Vermutung liegt nahe, dass die Kommune ganz froh darüber ist, wenn die Schulen sich selber helfen.

  14. Hallo Frau Weh,

    vielen Dank für Deinen aktuellen Beitrag, der mir mal wieder extrem aus der Seele spricht.
    Ich habe genau das gleiche Buch als Grundlage für meine Freiarbeitsorganisation benutzt und in Besprechungen einen großen Gegenwind geerntet. Niemand hat das Buch angezweifelt, aber den Aufwand es anzupacken.
    Allerdings muss ich wohl bis zu den Herbstferien auf mindestens ein Regal noch warten oder es mal wieder selbst anschaffen.
    Liebe Grüße
    Frau Kle

    1. Der Aufwand ist schon heftig. Ich halte mich eigentlich für gut organisiert, aber allein für die Einordnung des Materials in zwei von drei Stufen habe ich fast die kompletten Sommerferien benötigt. Die dritte Stufe gehe ich in den Herbstferien an. Sollte wirklich ein kleiner Überflieger unter den Kindern sein, bekomme ich den bis dahin sicher gut anderweitig beschäftigt 😉

  15. Liebe Frau Weh,
    auch ich habe mir dieses Buch angeschafft und in den Sommerferien versucht, Unterricht und Material entsprechendzu organisieren / strukturieren.
    Ich bin ein großer Fan von Farben – hadere aber noch mit dem im Buch vorgestellten System. Im. Moment habe ich es so eingeteilt, dass die einzelnen Bereiche z.B. in Deutsch eine Farbe in der Schrift haben: Lesen grün, Rechtschreiben rot, …. Die drei Blöcke habe ich für mich und die Kinder in nebeneinanderhängenden „Tabellen“ visualisiert. Ich überlege nun, ob es Sinn macht, die „Unterfarben“ (gelb, rot, blau) noch zu nehmen. Stören tut mich daran vor allem, dass es in Mathematik und Deutsch farblich gleich ist.
    Wie hast du das gelöst?
    Liebe Grüße Anne

    1. Hallo Anne,
      ich habe es auf die drei Farben gelb, orange, rot heruntergebrochen. Geometrie (lila im Buch) gliedere ich komplett aus, da in Flex und Flo ein Geometrieheft enthalten ist. Ich möchte das gerne zwischendurch als gemeinsames Projekt durchführen. Zahlenmauern etc. (im Buch blau) habe ich zusammen mit Wahrnehmungsübungen (Figur/Grund, Labyrinthe, Somawürfel, etc.) unter dem Bereich Wahrnehmung als dritten Kernbereich neben Deutsch und Mathe aufgebaut. Dort finden sich zusätzlich auch Puzzle, Prickvorlagen, Spiele für Kombinatorik und Feinmotorik.

      Die drei Farbstufen (gelb, orange, rot) sind bei mir für alle drei Bereiche gleich, ich möchte es den Kindern (und mir) so einfach wie möglich machen. Ich habe keine Symbole für die Etiketten verwendet, sondern nur die Anfangsbuchstaben D, M und W. Die Unterteilung in Deutsch erfolgt hauptsächlich durch eine räumliche Unterscheidung. So finden sich die Materialien zum Lesen komplett in den Regalen in der Leseecke (Regal 9 im Plan), während die Übungen zur Lautebene (sowohl Rechtschreibung, als auch Schreiben) gemeinsam in Regal 14 zu finden sind. Eine Unterteilung zwischen Schreiben und Rechtschreiben mache ich erst ab Stufe 2. Diese Materialien liegen in Regal 12 auf verschiedenen Regalbrettern.
      Ich hoffe, du kannst hiermit etwas anfangen?

  16. Okay, vielen Dank für deine Antwort. Denke mal drüber nach. 😉
    Einen Bereich Wahrnehmung zu machen finde ich genial! Auch die Abkürzungen durch Buchstaben kommen mir sehr gelegen. Als alte Mathematikerin muss ich aber sagen, dass Zahlenmauern etc. nichts im Bereich Wahrnehmungsübungen zu suchen haben. Ich habe sie farblich bei der Arithmetik einsortiert. Da passen sie ganz gut.
    Da ich immer noch sehr skeptisch bin, was eine Öffnung des Mathematikunterrichts angeht, werde ich es hier auch nicht so offen angehen, wie in Deutsch. Gerade zur Förderung der prozessbezogenen Kompetenzen ist es meiner Meinung nach wichtig, gemeinsame Gespräche zu führen. Pläne bieten sich an, um einen neuen Zahlenraum zu erschließen, ggfs. auch um arithmetisch zu üben. Bei allen anderen Sachen bevorzuge ich diese Herangehensweise:
    gemeinsamer Beginn (Einstieg in das Thema) – Arbeit am Thema auf verschiedenen Niveaustufen – Reflexion (aber natürlich nicht in jeder Stunde ;-)).
    Ich werde berichten, wie ich mich letztendlich entschieden habe, es zeichnet sich schon was in meinem Kopf ab.
    Liebe Grüße
    Anne

    1. Danke für deine Infos und Gedanken zu Mathe. Ich bin ja keine Mathefachfrau, daher rät mir mein Bauchgefühl hier auch zur vorsichtigen Öffnung. Wirst du die Mathe-FA-Sachen nur zu bestimmten Zeitpunkten freigeben? Oder nur ausgewählte Materialien?
      Zahlendreiecke und -mauern zu Wahrnehmung ist Quatsch, stimmt! Dann wohl eher in Stufe 3 zu Mathe. Mal sehen, wann Flex und Flo das Thema aufgreift. Mein aktuell größtes Problem ist, dass mir die Lehrwerke noch nicht vorliegen. Das macht eine genaue Planung… schwierig. Und das, wo ich doch am liebsten jetzt mal langsam alles fertig hätte 😉

  17. Juhu! Bin jetzt fertig (zumindest grob!) mit beiden Jahresarbeitsplänen.
    In Deutsch habe ich mich an die farbliche Dreistufung gehalten. Gelb – orange – rot für Laut- / Wort- Satzebene. Unterteilt in die Bereiche Schreiben – Lesen – Rechtschreiben. Das sieht sehr übersichtlich aus. Den ersten Teilarbeitsplan habe ich jetzt auch fertig. Er ist gelb, umfasst 5 Buchstaben und unten 4 Inhalte mit jeweils 4 Kästchen (da sollen die Kinder dann ankreuzen, wenn sie etwas aus dem Bereich gemacht haben): Hörübungen (weitere, denn natürlich gehört das auch zur Erschließung des Buchstabens), Übungen zu Silben, Übungen zu Lauten und Buchstaben, Übungen zu kurze Wörter schreiben (den Teil würde ich schwachen Kindern streichen). Daran arbeiten wir gebunden bis zu den Herbstferien (so der Plan ;-)).
    In Mathe habe ich zwar auch eine Dreiteilung (Zahlen und Mengen bis 10, Rechnen bis 10 und Rechnen bis 20), aber an der linken Seite stehen (wie in Deutsch) die Bereiche Zahlenraum, Arithmetik, Geometrie, Sachrechnen, Kombinatorik. Diesen Bereichen habe ich Farben zugewiesen. Die einzelnen Inhalte sind dann immer in den entsprechenden Farben geschrieben und auf weißem Papier ausgedruckt. Auch in Mathe arbeite ich anfangs mit einem Teilarbeitsplan – er beinhaltet das Ziffern schreiben und Mengen bestimmen. Dazu ist auf diesem Plan noch Platz zum Eintragen von Wahrnehmungsübungen. Wie es dann in Mathe weitergeht, muss ich sehen. Ich glaube allerdings nicht unbedingt mit Plänen!
    Puh, ich hoffe, du konntest meine Ausführungen verstehen und nachvollziehen, liebe Grüße
    Anne

  18. Liebe Frau Weh, Tausend Dank für den Grundriss! Mal schauen, wie verschwatzt meine kommenden Viertklässler sind, denn der 14er-Tisch hat es mir angetan, der sieht platzsparend aus. 🙂 Aber wo bleiben die Schulranzen der Kinder? Passen die da noch zwischen?
    Im letzten Jahr hatte ich schon versucht, nach dem oben genannten Buch meinen Matheunterricht zu organisieren. Jetzt plane ich gerade ein wenig um und werde im kommenden Jahr ihn weit weniger öffnen. Das gemeinsame Gespräch über die verschiedenen Themen (auch bei der Einführung) kam einfach viel zu kurz.
    Besonders für meine jahrgangsgemischte Matheklasseklasse war die Organisation mit den Plänen einfach genial und nach kürzester Zeit haben auch die Erstklässler selbständig damit gearbeitet. Wie es mit Deutsch funktioniert wird sich erst zeigen. Habe ich einige Jahre nicht mehr unterrichtet, wird spannend. 😉
    Liebe Grüße
    🙂 Reena

  19. Danke für den Grundriss deines Klassenraumes. Mein Klassenraum hat die Größe von 70 qm und die Anordnung deiner Möbel gefällt mir super. Noch eine Woche Ferien und dann geht es bei uns in die Vorbereitungswoche. Die Anordnung der Tische werde ich ausprobieren, muss dabei aber immer auch mein sehbehindertes Kind mit Computer und Tafellesegerät berücksichtigen. Würde am liebsten gleich loslegen. Ich habe auch Billyregale. Diese haben mir sogar die Eltern für den Raum gekauft und ich finde sie genial. Blatzsparend und übersichtlich.
    Viele Grüße Heike

  20. Hier ist es wirklich spannend ! Nicht dass ich die Möglichkeit hätte in einem dieser tollen selbstgeplanten Räume zu unterrichten, aber es ist sehr interessant euch „zuzuhören“. Vielen Dank

  21. hast du wirklich 30 Kinder (hab grad die Smileys in deiner Zeichnung gezählt)? Ich werde 22 haben und finde das für österreichische Verhältnisse seeehr viel (muss dazusagen, dass wir einen 63%igen Anteil ausländischer Kinder haben, also mit migrantischem Hintergrund)…

          1. dann hoffe ich, dass du wenigstens keinen hohen migrantischen anteil in der klasse hast, ich habe deswegen 6 stunden zusätzliche unterstützung…sonst würde das nicht gehen.

  22. Hallo Frau Weh, mit großem Interesse habe ich deinen Grundriss samt Erläuterungen und Kommentaren angesehen. Habe selbst nach den Ferien eine zweite Klasse mit 29 Kindern übernommen und möchte in nächster Zeit die Sitzordnung auf Gruppentische umstellen.Außerdem brauche ich dringend mehr Regale/Fächer für Freiarbeitsmaterial usw.
    Sehr gelungen finde ich deine Idee mit der etwas abgetrennten, geschützten Leseecke.
    Nun meine Frage: Wie hast du das Ganze finanziert? Hast du einen Wunschzettel beim Schulträger abgegeben? Oder alles selbst finanziert?
    Liebe Grüße
    Kathrin

    1. Hallo Kathrin,

      ich habe von den Möbeln aus geplant, die die Schule hatte. Also wurden keine zusätzlichen Regale angeschafft. Lediglich ein kleiner Ikeatisch und der Trockenwagen sind von mir. Anders sieht es mit den Materialien aus. Bücher, Teppiche, bestimmtes Kunstmaterial, aber auch die Freiarbeitssachen gehören mir. Das meiste davon habe ich selber über die Jahre angeschafft oder hergestellt. Was mir fehlt, sind Ablagekästen, die möchte ich definitiv nicht selber kaufen, damit warte ich auf die nächste Bürobestellung der Schule. Ablagefläche könnte auch mehr sein, aber bei so vielen Kindern können wir froh sein, dass überhaupt einige Regale in den Raum gepasst haben. Die Bänke habe ich übrigens schon wieder aussortiert – es war einfach zu eng. Behalten habe ich nur zwei, auf denen ich Material auslege. Den Kreis bilden wir jetzt mit Teppichfliesen. Das ist sicher nicht ideal, aber eine andere Lösung habe ich nicht.
      Ich wünsche dir mit deiner Klasse gutes Vorankommen und eine gelungene Neugestaltung des Raumes. Es ist so wichtig, dass es passt, nicht wahr?

      1. Hallo Frau Weh,

        herzlichen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.

        Ja die räumliche Gestaltung macht schon eine Menge aus. Mir ist z. B. wichtig, Möbel, aber auch Materialien so anzuordnen, dass alles strukturiert und übersichtlich ist, dass ohne Aufwand und Umschieben verschiedene Arbeits- und Sozialformen möglich sind, dass Laufwege in der Klasse zu möglichst wenigen Störungen führen – na das geht uns wahrscheinlich allen so. Und bei einer so großen Klasse (29) ist das echt eine Herausforderung. Bestimmt besorg ich mir dazu auch das Buch, von dem hier in den Kommentaren die Rede ist.

  23. Liebe Frau Weh
    Da bin ich platt! So wohl überlegt und den Platz wohl optimalst genutzt – kleine Anpassungen im Laufe des Schuljahres vorbehalten. Ich findes es mutig mit den Gruppentischen, da ich dieses Sitzornung disziplinarisch als eine der anspruchsvollsten sehe. Ich habe einmal die Literatur nach Sitzordnungen durchsucht (siehe Webseite). Dort habe ich das zwar nicht hineingeschrieben.

    Meine Kinderchen sitzen in den vier Ecken des Schulzimmers mit Blick in die Ecke. Aber das braucht ja auch ein gewisses Mass an Hyperaktivität, Konzentrations-, Kommunikations-, Ablenkungs- und 37 weiteren Störungen, wenn ein Kind in einer heilpädagogischen Fünferklasse geschult wird. Nehmen wir an, jeder dieser fünf hat Energie für fünf, dann sind wir bei einem ähnlichen Betreuungsverhältnis. Und das Zimmer gibt mit gut 16 qm wohl weniger Möglichkeiten zu variieren, als mit 29 auf 60 qm.

    1. Danke für den Kommentar.
      Die großen Gruppentische sind hauptsächlich der Klassengröße und dem Umstand geschuldet, dass ich nicht auf einen Sitzkreis verzichten möchte. Daher musste so viel Platz wie möglich eingespart werden. Jetzt nach einigen Schulwochen kann ich sagen, dass es bei dieser Menge an Kindern schlichtweg sehr, sehr eng ist. Die Bänke habe ich schon bis auf drei Stück entfernt, wir bilden den Kreis nun mit Teppichfliesen. Regale könnte ich weitaus mehr gebrauchen, um das Freiarbeitsmaterial unterzubringen. Hätte ich 10 Kinder weniger, würde ich Materialecken und-tische einrichten. So klappt dies leider nicht.
      Viele Grüße 🙂

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