Kürbiskuchen

Ferien. Alle chillen.

So auch das größere der Wehwehchen. Es tut dies, indem es Klötzchen auf Klötzchen stapelt, Monster spawnt oder Obsidian generiert. Mir persönlich wird es ja schnell übel, wenn ich länger als unbedingt nötig auf die sparsame 3D-Grafik von Minecraft schaue, aber das Wehwehchen ist absolut gefangen vom Mikrokosmos, dessen Charme aus der kreativen Kombination würfelförmiger Blöcke besteht. Ein bisschen wie Lego, allerdings staubt nichts zu. Immerhin dies ein unbestreitbarer Vorteil.

Auch wenn der Herbst sich an diesem Morgen weniger golden als grau zeigt, leuchtet mir ein orangerotes Gebilde vom Bildschirm entgegen, das sofort meine Aufmerksamkeit erregt. „Ist das etwa ein … Kürbiskuchen?“, frage ich erstaunt und bekomme umgehend eine begeisterte Bauanleitung („Voll cool, Mama, du brauchst nur ein Kürbis, ein Ei und ein Zucker.“ Da zieht sich mein Deutschlehrerinnengen zusammen und krümmt sich!). Das Wehwehchen freut sich hingegen ob des unerwarteten Interesses und stellt umgehend 20 Kürbiskuchen her, die in ihrer Pixeligkeit kaum zu ertragen sind und ganz sicher keine Ähnlichkeit mit dem traditionellen amerikanischen Backwerk zeigen. Bevor das Kind mir aber nun lang und breit die Vorzüge einer Kürbisfarm schildert, verlasse ich den Raum Richtung Küche, um eine deutlich ästhetischere (und wahrscheinlich auch leckerere) Variante des Kuchens zuzubereiten. Praktischerweise liegt im Kühlschrank nämlich noch ein halber Hokkaido, der auf Verarbeitung wartet.

(Es heißt übrigens Ho-KAI-do, nicht Hokka-IDO, wie ich lange fälschlicherweise annahm. Oder man nimmt Butternut, da stellt sich das Problem gar nicht erst.)

Lange Rede, kurzer Sinn, falls ihr Lust auf Kürbiskuchen habt, habe ich ein nettes Rezept.

Kürbiskuchen

Kürbiskuchen mit Zitronenrahm

Zutaten:

  • ein halber geriebener HokKAIdo oder Butternutkürbis
  • 320 g Zucker
  • 4 Bioeier
  • etwas Salz
  • 300 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • eine halbe Tasse gehackte Wal- oder Haselnüsse
  • 1 EL Zimt
  • 160 ml Olivenöl

Zitronenrahm:

  • Saft einer halben Zitrone
  • abgeriebene Schale einer Biozitrone und einer Bioclementine (so man denn eine hat …)
  • 150 g Sauerrahm
  • 2 ordentliche EL Puderzucker
  • ein paar Tropfen Vanilleextrakt (Vanillemark geht auch super)
  • ein paar halbierte Walnüsse zur Deko

Die Zutaten nicht zu lange rühren, das macht den Kürbis matschig. Also alles flott vermengen und den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Springfom füllen. Meine Bäckerseele hat es übrigens beglückt zur Kenntnis genommen, dass es mittlerweile runde Backpapierzuschnitte gibt. Was für eine grandios einfache, aber geniale Erfindung! Diese Zeitersparnis! Hah! Aber zurück zum Kuchen: Ab damit in den auf 180° C vorgeheizten Backofen. Dort bleibt er ungefähr eine Stunde (Stäbchenprobe!). In der Zwischenzeit kann man den Zitronenrahm vorbereiten oder eine Runde aufs Laufband gehen, denn der Kuchen hat es in sich. Wahrlich ein echter Fall für Rollmopswäsche. Gut, dass ich vorgesorgt habe!

Kürbiskuchen

Wäre das hier jetzt ein wunderhübsch durchdesignter Foodblog, dann würden dieses Stück Kuchen jetzt noch ein paar Clementinen-Zesten zieren. Allerdings waren mir die Bioclementinen zu teuer, daher finden sich nun die letzten beiden Kumquats auf dem Foto wieder, um für farbenfrohen Kontrast zu sorgen.

Ach ja, der Kuchen ist nicht mit dem typischen Pumpkin Pie zu verwechseln, der ja mit Sahne und Kürbismus hergegestellt wird. Die Konsistenz bei unserem Rezept ähnelt mehr einem saftigen Karottenkuchen. Zitronenrahm passt super dazu, ich könnte mir allerdings auch sehr gut einen Guss mit dunkler Schokolade vorstellen. Da käme dann auch die Mopswäsche wieder mit ins Spiel.

Und wer keine Zeit zum Backen hat, macht es einfach so:

Quelle: http://www.minecraft-forum.de
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22 Kommentare zu „Kürbiskuchen

  1. Yeah! Jetzt haben Sie zwei Jungs angefixt – „Man kann Kürbiskuchen auch IN ECHT craften? Cool! Machen wir das morgen?“
    Übrigens: wenn Sie Schülerchen im Minecraftalter haben – unglaublich nützlich, um das Einmaleins-Lernen zu unterstützen. Als mein Großer kapiert hatte, dass das nicht zu merkende 8×8 einfach ein Stack ergibt, schwebte er stundenlang ganz erleuchtet durchs Universum.
    Bei uns hat sich allerdings die gesamte Familie infiziert. Creeper am letzten Weihnachtsbaum und ab und zu am Freitagabend kommt die müde Mutter von der Arbeit und fragt: „Habt ihr etwa schon die ganze Computerzeit für heute aufgebraucht? Oooooch – können wir nicht noch ein biiiiissschen?“ – da der Gatte nicht überredet zu werden braucht und keine Übermutter eingreift, wird dann seligst zu viert gebuddelt, gebaut und gekämpft.
    Nur will unser 8jähriger jetzt Java lernen… um Mods zu programmieren… ich muss mich da mal ganz schnell schlau machen…

  2. Frau Weeeeeh, warum ist denn bei Dir schon das Weihnachtsdesign eingezogen?!?!?!?!?
    Auf jeden Fall vielen Dank für das leckere Rezept! Muss ich unbedingt dieser Tage mal ausprobieren – sobald vom Kochen für’s Kind ein halber Kürbis übrig bleibt und nicht gleich zu Kürbissuppe verarbeitet werden soll… =)

    1. Nun, die Spekulatius sind bereits in den Supermarkt eingezogen, ich habe einen Adventskalender geschenkt bekommen und Herr Weh fragte nach meinem Wunschzettel. Schätze, ich habe leichte Panik bekommen! :mrgreen:

  3. Was ist denn ein „Innengen“? Und gibt es im Gegensatz dazu auch ein „Außengen“?
    Manchmal ist die Bindestrich-Schreibweise (sic!) doch gar nicht so schlecht 😉

  4. Also ich hab das Rezept heute gleich nachgebacken – der Kuchen riecht unglaublich lecker! Verkostet wird er allerdings erst morgen. Und mangels Sauerrahm werd ich wohl ein Schokogitter zaubern… ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt! Danke schon einmal im Voraus! Gut, dass keine seltenen Zutaten verlangt werden, das sind mir die liebsten Rezepte. 🙂

      1. Er war unglaublich lecker und ist auch gar nicht mehr vorhanden… allerdings war er leider in der Mitte trotz Stäbchenprobe (!) nicht ganz durch – ich lass ihn beim nächsten Mal 10-15min länger im Rohr. Und trotz dieses Problems ist nix mehr da! Das spricht für sich. Danke auf jeden Fall noch einmal!

  5. LIebe Frau Weh,

    es war ja schon irgendwie ein Zeichen, dass ich noch einen halben Hokaido im Kühlschrank hatte, als ich deinen Beitrag las. Der wurde dann ganz spontan in einen Kürbiskuchen verwandelt und sogar vom kürbisverachtenden Vater gerne gegessen. Danke dafür.

  6. am Wochenende mit Erfolg gemacht, noch kurz veganisiert weil ich vegan eingeladen war und ein bisschen kürzer gebacken… wo allerdings der Spekulatiusgeschmack herkommt weiß ich auch nicht 😉 Auf jeden Fall toll!

  7. Ohne Zitronenrahm mag ich den Kuchen nicht so gern; mir war der Kürbisgeschmack auch zu intensiv. Aber vielleicht lag das zum einen am Geschmack des verwendeten Muskatkürbis und zum anderen an dessen Größe – ich habe zwar nur ein Drittel in den Kuchen getan, aber vielleicht sollte es noch weniger sein?
    Nächstes Mal probiere ich das Rezept mit Hokkaido. 🙂

    Für Weihnachtsdeko finde ich es auch noch etwas früh, aber die Seite ist jetzt auf jeden Fall besser als mit dem aufgespießten Tier vorher!

  8. Frage an Nicole: Ich hatte mich auch gleich gefragt, ob der wohl auch ohne Eier geht. Hast du die irgendwie ersetzt oder einfach weggelassen? Danke!

  9. Mmm,endlich hab ich es geschafft den Kuchen zu backen. Allerdings war mein Hokkaido wohl zu klein, um als halbe Portion intensiven Kürbisgeschmack zu bringen. Wobei: das hatte den Vorteil, das der Ehegatte ihn aß und auch die Große heute probieren mag. Ich bin sonst der einzige, der Kürbis isst. 😉

    Fazit: lecker! Auch ohne den Sauerrahm.

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