Wichtelweh

Es wichtelt und adventelt kräftig bei den Drittklässlern. Da werden heimlich Plätzchen, Schokolädchen oder Zettelchen unter Schultische, in Ranzen oder Jackentaschen geschmuggelt. Auf beiden Seiten ist die Freude groß, wenn solch eine kleine Überraschung gelingt, wobei sich die Schenkenden ein wenig leiser freuen (müssen) als die so Bedachten, um sich nicht vor der Zeit zu verraten. Auch ich werde nicht vergessen und so lese ich

„Heute war dein Unterricht sehr interessant!“

oder

„Sie sehen gut erholt aus!“

(Selbstredend freue ich mich laut über all diese schriftlichen Nettigkeiten ohne zu verraten, dass ich den Schreiber längst anhand des etwas schief gesetzten „t“ erkannt habe.)

Advent ist einfach eine schöne Zeit. Doch auch in den stimmungsvollsten Wochen des Jahres lauern überall auf Klinken und Oberflächen gemeine Viren, um es sich auf Schleimhäuten oder Bronchien so richtig gemütlich zu machen. Von fiesen Tröpfcheninfektionen mal ganz abgesehen. Und so streckte es letzte Woche Cem danieder, der dadurch einiges an Unterrichtsinhalten verpasst hat, heute aber nach ein paar Tagen Sofa-und-TV-Therapie endlich wieder dem Unterricht beiwohnen kann. Fröhlich taucht er ins morgendliche Gewusel und stürzt mit einem kleinen Entzückensschrei zu seinem Platz.

„Cüs, da liegt voll viel Gewichtels auf meinem Platz! Krass!“

„Oh … welcher Wichtel legt mir denn Arbeitsblätter dahin!? Voll doof!“

„Sind Sie etwa mein Wichtel, Frau Weh?“

Tut mir leid, Cem!

 

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5 Kommentare zu „Wichtelweh

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