kuschelpaedagogik

kuschelpaedagogik ist mein kleiner, privater Schulblog, der ausschließlich den Zweck verfolgt, den geneigten Lesern, aber auch mir selber Freude zu bereiten. Nicht mehr. Nicht weniger.

Warum gerade kuschelpaedagogik? Möglicherweise weil die Grundschule und ihre Lehrkräfte immer noch zu häufig belächelt und als Kuschel- und Spaßpädagogen abgetan werden. „Du bist Grundschullehrerin? Ach, das ist ja nett mit den Kleinen!“ ist wohl einer der meistgehörten Sätze. Gleich neben dem mit den vielen Ferien.

Ich bin Grundschullehrerin irgendwo in NRW. Die Erlebnisse, über die ich in diesem Lehrerblog schreibe, sind selbstverständlich alle gar nicht so vorgefallen. Ganz sicher nicht. Dass ich hier nicht meinen richtigen Namen angebe, macht aber dennoch durchaus Sinn. Ich möchte morgen schließlich wieder in die Schule gehen 😉

Liebe mitlesende Mütter und Väter, das Lesen dieses Lehrerblogs ersetzt natürlich nicht den eventuell nötigen Besuch bei einer Schulberatungsstelle des schulpsychologischen Dienstes und niemals nie nicht ein persönliches, frühzeitiges und freundliches Gespräch mit der/dem Klassenlehrer/in des eigenen Kindes.

Liebe mitlesende KollegInnen, die von mir hier gelegentlich vorgestellten Unterrichtsideen dürfen unbedingt für die eigene Unterrichtsplanung verwendet werden. Es wird Zeit, dass sich auch Lehrer darauf besinnen, dass sie keine Einzelkämpfer sind. Ich freue mich, wenn jemand mit dem ein oder anderen Tipp etwas anfangen kann und bin gespannt auf Rückmeldungen.

Erreichen kann man mich unter FrauWeh1(@)gmx.de. Das sollte man dann aber natürlich ohne die Klammer eingeben.

17 thoughts on “kuschelpaedagogik

  1. Warum Kuschelpädagogik?
    Ich lese Ihre Artikel mit Aufmerksamkeit und stelle Sie mir vor als eine engagierte Lehrerin, die aus der Tiefe ihrer Überzeugung auch diesen Beruf ergriffen hat. Natürlich habe ich von dem, was bei Ihnen Alltag ist, keine Ahnung, aber so stelle ich mir Sie gerade vor.
    „Kuschelpädagogik“ wird ja oft verunglimpft, ja geradezu als Schimpfwort verwendet, als Synonym für „alles darf sein“ und „alles durchgehen lassen“, oder “ keine Grenzen und keine Konsequenzen“ – mag sein, dass dies mitunter zutrifft. Aber was ist schlecht am Kuscheln? Gibt es nicht Wärme? Signalisiert es nicht Geborgenheit? Ist das nicht die Voraussetzung für Kinder, überhaupt erst zum Lernen befähigt zu werden?
    Sind so meine Gedanken dazu.
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Wolfgang Rohm

    1. Hallo Wolfgang, vielen Dank für die positive Sicht aus der Ferne.
      Warum kuschelpaedagogik? Nun, ich fand es reizvoll mit diesem negativ belegten Begriff zu spielen. Es ist ja tatsächlich so, dass die Arbeit, die wir in der Grundschule leisten, gerne belächelt und wenig wertgeschätzt wird. Das bisschen Malen und so. Tatsächlich ist dies aber der Ort, an dem die Basis unserer Kulturtechniken gelegt wird. Ich bin überzeugt davon, dass die Persönlichkeit eines Lehrers und die Art, wie Kinder an Lerninhalte herangeführt werden eine immens hohe Bedeutung für den Bildungsweg der einzelnen Schüler hat. Und ich teile Ihre Ansicht, dass ein gut dosiertes Maß an Geborgenheit und Sicherheit den Zugang zum Lernen erleichtert.
      Herzliche Grüße zurück!

  2. Hallo, ich bin ganz dringend auf der Suche nach diesen Fossilien Rubbelschablonen, wo gibt es die? Vielen Dank schon mal… Stefanie

  3. Ah, wie schön, das alte Landgericht Hamburg hat wieder zugeschlagen!

    Liebe Frau Weh, du kennst offensichtlich das Urteil nicht, auf das du dich beziehst, sonst würdest du dich nicht darauf beziehen. Warum? Nun:

    Erstens ging es in dem Verfahren um jemanden, der absichtlich versuchte, den Kläger zu diskreditieren. Machst du das? Doch sicher nicht.
    Zweitens besagt das Urteil das Gegenteil dessen, was du behauptest: Dass man sich eben _nicht_ so einfach mit einem allgemeinen Larifarihinweis von dem, was man absichtlich verbockt hat, distanzieren kann. Entweder verweist du auf fremde Inhalte, dann hast du die Konsequenzen zu tragen (nämlich dich gegebenenfalls erklären zu müssen), oder du lässt es bleiben.
    Drittens ist das Urteil nie rechtskräftig geworden.
    Viertens, wie würdest du dich fühlen, wenn ein Bekannter dich mit dem Satz vorstellt, „Dies ist meine liebe Freundin Frau Weh und ich distanziere mich hiermit von ihr.“?Entweder verweist du auf fremde Inhalte und siehst dies als deine Empfehlung (!) an, oder du lässt es bleiben.

    Der Kläger hat das Urteil anscheinend mittlerweile von seinen Seiten entfernt, aber unter http://www.online-recht.de/vorent.html?LGHamburg980512 findest du eine Kopie. Du brauchst den Satz nicht, auch wenn Tausend andere Fliegen …

  4. Das klingt nach einem interessanten Blog, vor allem, weil meine Nichte Grundschulpädagogik studiert und jetzt ihr Examen macht und am September in die Referendaren-Zeit geht. Ich bin gespannt, ob sie mir dann ähnliches berichtet.

  5. So, die Adresse der Seite weitergegeben: an meine Tochter (17, Kl. 11), die schon länger mit dem Gedanken spielt, Grundschulpädagogik zu studieren. Vielleicht können die Notizen von Frau Weh ihren Entscheidungsprozess unterstützen. 🙂

    Liebe Grüße
    Tom.

  6. Liebe Frau Weh, liebe primimaus, ich bin gerade sehr zufällig hier gelandet und habe nach kurzem Stöbern beschlossen, deinen Blog auf der Stelle zu abonnieren. Schon allein wegen dem Begriff Kuschelpädagogik! Bevor ich in den „Familienfrauurlaub“ ging, von dem ich noch nicht weiss, wie lange er dauern wird, war ich mit Leib und Seele Kuschelpädagogin auf der Unterstufe (wie die untersten Klassen in der Schweiz genannt werden). Ich freue mich darauf mitzulesen, wie Kuschelpädagogik im Ruhrgebiet aussieht und in welchen Outfits sie erteilt wird ;-).
    lg, perfektmami Mirjam

  7. Liebe Frau Weh,

    ich wollte mich ganz herzlich bei Ihnen bedanken!

    Dafür, dass Sie mich durch die Examenszeit begleiten, dass ich mich, wenn mir die ganze Lernerei total absurd und sinnlos vorkommt, wenn ich im Radio über geplante Stellenstreichungen, über utopische Einstellungsnoten informiert werde, wenn ich von Bildungsstandards und Output-Orientiertung höre, wenn ich manchmal eigentlich gar keine Lust mehr auf den Lehrerberuf habe (zumindest mit den Rahmenbedingungen), wenn ich von Problemen mit Eltern höre, dass ich mich dann an den PC setzen kann, ihren Blog lesen kann und dann immer wieder erkenne, warum ich mich auf das Abenteuer Grundschulpädagogik eingelassen habe! Die kleinen, wertvollen Momente, wenn Kinderaugen glitzern und strahlen sind einfach unbeschreiblich!

    Vielen Dank 🙂

    1. Liebe Sonja,

      danke für deinen netten Kommentar! Du hast dir einen anspruchsvollen, aber auch besonders tollen Beruf ausgesucht! Der Weg dorthin ist nicht immer ein gerader, das merkst du besonders jetzt in der Examenszeit. Aber spätestens im Referendariat, wenn es ans Unterrichten geht, wirst du eine Menge wertvoller Erfahrungen machen können. Ich wünsche dir eine gute und wichtige Zeit! Liebe Grüße!

  8. Liebe Frau Weh,
    diese Einschätzung kann ich leider nicht teilen!!! Ich habe mich über das Studium mit dem Gedanken gerettet, dass es bald fertig ist und ich dann im Referendariat endlich unterrichten kann. Dann kam aber alles anders. Dazu muss man wissen, dass ich nach dem zweiten Semester ein Kind bekam und somit ins Referendariat mit einem 6-jährigen Kind startete, dass dann nach drei Monaten Ref ebenfalls in die Schule (nicht die gleiche) kam. Ich hätte also für das Ref wenigstens EINE engagierte Kollegin oder gar Mentorin gebraucht, die bereit gewesen wäre, mich mit Rat und und Tat zu unterstützen. Leider kam ich jedoch an eine Schule, an der man mir all das versprach, aber nichts davon passierte. Nach den ersten Wochen selbstverantwortetem Unterricht, hatte ich eine Magenschleimhautentzündung und konnte nur noch mit starken Schmerzmitteln funktionieren. Ich sah mein Kind noch morgens zum Wecken und abends zum ins Bett bringen, sonst saß ich am Rechner und bereitete meinen Unterricht vor. Ich hätte einfach mal gebraucht, dass mir eine erfahrene Kollegin ab und zu einen Tipp für gutes fertiges Material oder aber eine Menge mittelprächtigen Materials (als Inspiration für eigenes) gegeben hätte, damit ich weniger Zeit und Geld zur Recherche hätte aufwenden müssen.
    Ich habe letztlich nur sechs Wochen durchgehalten, dann habe ich entschlossen mein Ref abzubrechen. Die Arbeit mit den Schülern hat mich zwar auch immer wieder motiviert, letztlich waren aber die Querelen im Lehrerzimmer stärker.
    Es ist trotzdem eine Freude Ihren Blog zu verfolgen, da sie so herrlich spitz formulieren und Lust machen, es noch einmal an anderer Stelle zu versuchen…!
    Liebe Grüße

    1. Hallo, das klingt wirklich nicht nach einer guten Zeit. Ich weiß ja nicht, wie alt das Kind jetzt ist, aber vielleicht lässt sich das Referendariat wieder aufnehmen? Von der Vorstellung, dass diese Zeit einfach wird, muss man sich allerdings verabschieden, mit oder ohne Kind. Niemand, den ich aus unserem Beruf kenne, möchte wieder in die Ausbildungszeit zurück, weil sie einfach an Grenzen und darüber hinaus führt. Aber sie zeigt recht gut auf, ob das der Beruf ist, den man die nächsten 40 Jahre ausüben möchte. Alles Gute!

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