Wochenende

Wochenende. Herbstferienbeginn. Durchatmen.

Erstaunt darüber sein, wie gut (und schnell) mir das mittlerweile gelingt.

Pilzfundstücke beim Waldspaziergang. Den Herbst finde ich super! Also bin ich viel draußen und nehme den Wandel auf, tanke Ruhe und verspüre tief drin eine Zufriedenheit, die mich aufatmen lässt.

Waffelessen bei der Familie ♥ Immer wieder bin ich beglückt darüber, dass wir so nette Menschen um uns herum haben! (Und bei denen es außerdem immer nach Schöner Wohnen aussieht!)

Langsame Einstimmung auf Sankt Martin. (Leise freue ich mich darüber, dass im Hause Weh noch kleine Menschen leben, die den Einsatz von Holzspielzeug und Jahreszeitentisch nicht nur rechtfertigen, sondern regelrecht einfordern.)

Harry Potter Lego. Eine ganze Menge davon. Hier sieht man das Ergebnis einiger Stunden mit dem Miniweh auf dem Dachboden. Und, nein, das ist nicht alles. Unter dem Bett des großen Wehwehchens lagert ein ganzes Imperium im Staube der Vergangenheit.

Blumen von Herrn Weh. Auch ganz herbstlich.

Ich tauche also langsam in die Ferien ein. Natürlich ist der Schreibtisch (der Arbeitszimmerboden, die Klavierbank, zwei-drei Regalflächen …) voll mit Mussicherledigen und Bloßnichtvergessen, aber das fügt sich schon. In den nächsten zwei Wochen möchte ich mir ein ansehnliches inneres Ruhepolster anlegen, bevor der Wahnsinn des nächsten Schulblocks losgeht. Und der wird wie immer knackig kurzweilig werden: Beratungsgespräche, Infoabende, Konzert, Basar, Fortbildungen*. Andererseits: Wie schön, dass wir nicht in Monotonie arbeiten und leben müssen! Nicht wahr?

* Apropos Fortbildungen: Fährt hier zufällig jemand hin?

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Von Zauberlehrlingen, Zuckerfeen und dem weichsten Instrument aller Zeiten

Die Viertklässler sind verzückt. Eben haben sie dem Beginn von Hedwig`s Theme gelauscht,

nun vergleichen sie das Gehörte mit den Klängen der Zuckerfee

(0:43 – 3:00)

und stellen Erstaunliches fest: Das Instrument, das Harry Potter fliegen lässt und der Zuckerfee zu filigraner Schönheit verhilft, ist mitnichten ein Glockenspiel. Es sieht eher aus wie ein Klavier und klingt… traumhaft schön! weich, märchenhaft, zart sind einige der Adjektive, die die Viertklässler notieren. Ganz von selbst kommen sie darauf, dass der Komponist der Potter-Filmmusik, John Williams, sich offenbar durch Tschaikowskis Musik inspirieren ließ. Sie hören interessiert zu, als ich ihnen die Bauweise der Celesta erläutere und aus einem Brief Tschaikowskis an seinen Verleger zitiere, in dem er diesem von dem weichen Timbre des neuen Instruments vorschwärmt und um die Anschaffung eines solchen bittet.

Vollends betört sind sie, als sie dem Auftritt der Zuckerfee dann zusehen. Wie gebannt blicke alle Augen auf das Smartboard. Niemand lacht, niemand stört. Fasziniert beobachten sie, wie sehr Schrittfolgen und Bewegungsabläufe der Arme, des Oberkörpers der Musik folgen, sie malerisch umsetzen.

„Das war so schön!“, schwärmt Katherine. Auch Celina und die anderen Mädchen sind begeistert und wollen unbedingt in der nächsten Musikstunde noch mehr sehen. Die Jungs schließen sich an, stimmen aber für die Schlachtszene zwischen Spielzeug und Mäusearmee. „Mir wird ganz schwindelig, wenn ich die Frau da so sehe…“, erklärt Nino und wedelt mit den Armen. Marc hüpft derweil auf den Zehenspitzen durch die Tür und singt aus voller Kehle (und nur leicht schief) das Hauptmotiv der Zuckerfee. Sinan tänzelt ihm hinterher und ruft, dass er sich so ein Celestadingsbums zu Weihnachten wünschen möchte, geiler Klang!

Auch die Referendarin ist angetan von der Stunde, hat aber Probleme, sie in ihr Modellraster einzutragen. „Tja“, entgegne ich achselzuckend, als sie sich hilfesuchend an mich wendet, „das liegt daran, dass das in den Augen des Seminars keine gute Stunde wäre. Mangelnde Zieltransparenz, zwei verschiedene Inhaltsaspekte, die genaugenommen nichts miteinander zu tun haben, und nicht zu vergessen, eine total frontal gehaltene Unterrichtsstunde, die weder in der Wahl ihrer Medien, noch in der Sozialform selbstorganisiertes Lernen zulässt.“ „Aber die Kinder sind doch total begeistert!“, widerspricht mir die Lehramtsanwärterin kopfschüttelnd. „Das“, und ich bin auch nach einigen Jahren als Mentorin immer noch verwundert, „zählt leider nicht sehr in der Lehrerausbildung.“