Wochenende

Wochenende. Herbstferienbeginn. Durchatmen.

Erstaunt darüber sein, wie gut (und schnell) mir das mittlerweile gelingt.

Pilzfundstücke beim Waldspaziergang. Den Herbst finde ich super! Also bin ich viel draußen und nehme den Wandel auf, tanke Ruhe und verspüre tief drin eine Zufriedenheit, die mich aufatmen lässt.

Waffelessen bei der Familie ♥ Immer wieder bin ich beglückt darüber, dass wir so nette Menschen um uns herum haben! (Und bei denen es außerdem immer nach Schöner Wohnen aussieht!)

Langsame Einstimmung auf Sankt Martin. (Leise freue ich mich darüber, dass im Hause Weh noch kleine Menschen leben, die den Einsatz von Holzspielzeug und Jahreszeitentisch nicht nur rechtfertigen, sondern regelrecht einfordern.)

Harry Potter Lego. Eine ganze Menge davon. Hier sieht man das Ergebnis einiger Stunden mit dem Miniweh auf dem Dachboden. Und, nein, das ist nicht alles. Unter dem Bett des großen Wehwehchens lagert ein ganzes Imperium im Staube der Vergangenheit.

Blumen von Herrn Weh. Auch ganz herbstlich.

Ich tauche also langsam in die Ferien ein. Natürlich ist der Schreibtisch (der Arbeitszimmerboden, die Klavierbank, zwei-drei Regalflächen …) voll mit Mussicherledigen und Bloßnichtvergessen, aber das fügt sich schon. In den nächsten zwei Wochen möchte ich mir ein ansehnliches inneres Ruhepolster anlegen, bevor der Wahnsinn des nächsten Schulblocks losgeht. Und der wird wie immer knackig kurzweilig werden: Beratungsgespräche, Infoabende, Konzert, Basar, Fortbildungen*. Andererseits: Wie schön, dass wir nicht in Monotonie arbeiten und leben müssen! Nicht wahr?

* Apropos Fortbildungen: Fährt hier zufällig jemand hin?

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und auf geht’s

SonnenlaterneLass die Sonne rein oder: schon wieder Laternenzeit!

Da treffen wir uns also an gewohnter Stelle wieder. Die Herbstferien sind vorbei und mit ihnen glücklicherweise auch die Missstimmungen der vergangenen Schulwochen. Natürlich habe ich nicht wirklich nicht gearbeitet, fühle mich aber dennoch bestens erholt. Die Raupe Nimmersatt-Strategie, bei der man sich systematisch durch verschiedene Erholungsmittel (in meinem Falle waren dies hauptsächlich Kuchen und Herbstbücher) fri arbeitet, kann ich wärmstens weiterempfehlen. Erholungsfaktor unbezahlbar. Die Familie ist wohlauf und die Wehwehchen haben in den Ferien die wohl längste Pyjamaparty in der weh’schen Geschichte gefeiert. Nur unter Androhung schlimmster Konsequenzen (Medienentzug! Nachtischverbot! Frischluft!) wurden die Schlafanzüge gelegentlich gewechselt. Kurz: Wir haben uns alle entspannt. Was bleibt, ist die knifflige Tüftelei am idealen Arbeitszeitmodell. Aber da schreibe ich die Tage nochmal was zu.

Jetzt zu sagen, mir würde – siehe Foto – die Sonne aus dem A…llerwertesten scheinen, wäre ein wenig übertrieben. Aber zu meiner großen Freude konnte ich in den letzten Tagen feststellen, dass es auch bei den Zweitklässlern nun so rund läuft, wie ich es von der Arbeit in einer 2. Klasse kenne. Sie kamen, sie strahlten, sie arbeiteten. Nun gut, manche gähnten. Aber insgesamt waren sie schwatz- und lebhaft, erzählten fleißig von den Ferien und suchten sich anschließend etwas zu tun. Alles in allem verlief die Woche durchaus friedlich und ich bin guter Dinge, dass dem so bleibt. Schaue ich rückblickend auf das grand malheur de caque vor den Ferien, so muss ich einsehen, dass vieles davon hausgemacht war. Die Klasse und ich sind ein gut eingespieltes Team. Geht es mir gut, läuft es auch gut. Bin ich angespannt (und Grund genug dafür gab es), fängt es an hakelig zu werden. Nach dem ganzen Auf und Ab habe ich nun einen Schlussstrich gezogen. Das zweite Schuljahr wird ab jetzt genau so schön, genau so trubelig und genau so fröhlich wie ein zweites Schuljahr sein darf. Ätsch.

Innovationen und Prokrastinationen

In diesen Herbstferien, deren Beginn ich in der Tat herbeigesehnt habe wie lange nichts, entschließe ich mich dazu, etwas erregend Neues auszuprobieren:

Ich arbeite nicht*.

Stattdessen probiere ich das Modell entspannte Mutter. Ich nehme Verabredungen mit dem Miniweh gemeinsam wahr und trinke Kaffee mit Kindergartenmüttern. Das ist übrigens gar nicht schlimm. Wie ich bei meinen umfangreichen Recherchen feststellen konnte, verfügen alle Haushalte außer dem unseren über professionelle Kaffeehausmaschinen, deren Aufschäumkapazitäten wahrhaft beeindruckend sind, und die nicht nur hervorragenden Milchschaum produzieren, sondern dabei auch noch täuschend echt die Startgeräusche eines mittelgroßen Düsenjets imitieren. Bemerkenswert! Mit dem größeren Wehwehchen kuschle ich mich abends einigermaßen gemütlich (in der Pubertät beginnen Extremitäten irgendwie sperrig und kantig zu werden) auf das Sofa und schaue Filme, die uns sogar beiden gefallen. Tagsüber mache ich Musik an und führe konzentriert Küchenexperimente durch, die, um bei der Wahrheit zu bleiben, nicht alle gelingen, mich aber mit produktiver Freude erfüllen. Entzückt nehme ich dabei wahr, dass zerfallenes und überwürztes Gemüse immer noch zur Suppe taugt, die ohne Murren von allen Familienmitgliedern gegessen wird. Hauptsache es gibt ausreichend Baguette dazu. Die Kuchen, die ich zur Zeit backe, wären vom Kaloriengehalt sicherlich geeignet, um unsere Familie über einen langen, harten Winter zu bringen. Soulfood vom Feinsten, aber offensichtlich ist es genau das, was ich jetzt brauche. Letztes Wochenende habe ich Freunde von uns in stummes Erstaunen versetzt, als ich während eines gemütlichen Kaffee-und-Kuchen-Plauschs ganz selbstverständlich drei große Stücke Schokokäsekuchen verdrückt habe. Den ganz bösen mit Frischkäse und Sahneschokoguss. Boah, war der lecker! Ich lese viel und zwischendurch umkreise ich immer wieder die Frage danach, ob das, was ich für Schule leiste, noch für alle Beteiligten verträglich ist. Denn das ist die eigentlich große Sache, die ich mir für die Ferien vorgenommen habe: Das Nachdenken darüber, wie viel Einsatz ich auf Dauer bringen kann und möchte. Aber das ist eine ernste Sache und passt mir heute nicht ins Posting. Stattdessen bereite ich mich mental auf das anstehende Schnitzelessen bei meiner Schwiegermutter vor (hähä, Herr Weh, das habe ich nur für dich geschrieben!) und backe den ersten Gewürzkuchen des Jahres. Hoffentlich birgt euer Tag ähnlich Schönes?

Es grüßt euch herzlich

Frau Weh

*Ok, fast nicht. Ich meine, natürlich musste ich das Laternenmaterial bestellen und die Mathearbeit nachgucken. Und wann, wenn nicht jetzt, hätte ich die Zeit, mit diesem Psychologen und dem Ergotherapeuten, den man nie erwischt, zu telefonieren? Häh? Na also!